17.12.2011

RELIGIONDas Model Gottes

Die pakistanische Konvertitin Sabatina kämpft gegen die Verfolgung von Christen. Sie selbst lebt in Deutschland im Opferschutz, weil sie wegen ihres Abfalls vom Islam mit dem Tod bedroht ist. Kein Weihnachtsmärchen.
Sie müssen einfach dorthin gehen", sagt Sabatina am Telefon, "es ist wichtig", und es klingt so, als dulde sie keinen Widerspruch. Als sollte ein Stellvertreter für sie hingehen, denn sie kann nicht. Es wäre lebensgefährlich. Sie lebt im Opferschutz, und Demonstrationen sind schwer zu sichern.
Die Bäume in der Mönckebergstraße sind mit Lichtergirlanden umwickelt, Auslagen zeigen Schuhe in Kunstschnee, zwischen Juweliergeschäften lässt sich ein langbeiniger blonder Engel mit langbeinigen Pudeln fotografieren. Auch die Pudel tragen Flügel.
Klare Sache: Hamburg bereitet sich auf die Geburt des Erlösers vor. Oder so. War es das, was Sabatina vorführen wollte? Wie weit uns das alles schon entglitten ist?
Ein paar hundert Meter weiter steht eine Gruppe von Demonstranten wie eine struppige Störung. Von einem Podest herab spricht eine Frau von Iran, von einem Pastor, die Menschen schützen ihre Kerzen vor dem Nieselregen.
Wie ungemütlich, die Leute da haben ein Anliegen. Auch das dreht sich ums Christentum, aber irgendwie düsterer.
Die Frau beschwört Passanten, die mit ihren Einkaufstüten vorüberhasten, an den iranischen Pastor Jussuf Nadarchani zu denken, der im vergangenen Jahr wegen seiner Konversion vom Islam zum Christentum zum Tode durch Erhängen verurteilt wurde. Nadarchani, Vater zweier kleiner Kinder, weigert sich, die Konversion zu widerrufen, und sitzt.
Sabatina ist anwesend durch ihre Flugblätter. Auf denen heißt es: "Was würden Sie tun, wenn der Austritt aus der Kirche mit dem Tod bestraft würde?" Die Frage klingt natürlich absurd in einer Gesellschaft, die ihre Kirchenaustritte vollzieht wie die Kündigung eines Zeitungsabos, das man längst vergessen hat.
Und die hier: "Wie viel Toleranz hätten Sie, wenn man Ihre Kinder töten würde, weil sie christliche Vornamen haben?" Die Fragen sind natürlich ein Skandal, und der liegt darin, dass das christliche Bekenntnis hier im Rummel plötzlich zur Frage auf Leben und Tod wird.
Die Idee, dass Christen zu Weihnachten die Menschwerdung ihres Gottes feiern, ist längst verlorengegangen. Stattdessen wird Familie hochgefeiert in einem quasireligiösen Akt. Aber was feiert man, wenn die zerfallen ist? Das neue iPad?
In dieser überpuderten Leere steht auch Jürgen Klimke von der CDU mit anderen Mitgliedern des Bundestages ein wenig ratlos herum. Er gibt gern zu, dass es das Thema "Christenverfolgung" hier in der Mönckebergstraße schwer hat. Todesstrafe für religiöse Abweichung?
Nun müsste es ja eigentlich ein enormes Interesse für Abweichler geben, das Kaufhaus gegenüber wirbt mit dem Spruch "The right to be an outsider". Doch das ist Mode. Das Transparent "Keine Hinrichtung für den falschen Glauben" ist der grimmige Ernst.
Die Demonstranten bilden eine Lichterkette, sie hoffen, sagt einer, dass sie bis in Nadarchanis Zelle leuchtet. Es ist keine Lichterkette gegen Ausländerhass, sondern gegen den Hass auf Christen. "Ist es nicht eigenartig, dass zu Lichterketten gegen Ausländerhass Zigtausende mobilisiert werden können, aber gegen Christenhass nur ein paar Dutzend?"
Sabatina, die Konvertitin. Sie ist nur ein Vorname, wie Ronaldo oder Shakira. Sie sitzt bei Lanz oder spricht vor Bundestagsabgeordneten. Bürgerliche Salons in Berlin laden sie ein. Der Haken? Sie ist zu schön, um wahr zu sein.
Vor rund acht Jahren hatte sie ein Buch veröffentlicht, in dem sie ihre eigene Geschichte erzählt. "Sterben sollst du für dein Glück" handelt von einem Schicksal aus der religionspathologischen Knautschzone der Globalisierung.
Da ist der Großvater, der Mullah war in diesem Dorf bei Lahore, in dem Sabatina aufwuchs, da ist der tiefreligiöse Vater, der einen Job als Kranführer in Österreich fand und die Familie nachholte, und da ist sie, gerade mal zehn Jahre alt, als sie in eine neue Welt fällt.
Es ist die Erzählung über die Rebellion eines Teenagers, die dazu führte, dass sie sich "doppellagig" anzog, wenn sie zur Schule ging, Jeans und Top und drüber die sittsame Tracht einer Muslimin, die von Bollywood träumt.
Ihre Mutter dagegen träumte davon, sie mit dem Cousin zu verheiraten, dem sie versprochen war in Lahore, seit ihrer Geburt. Sie wehrt sich. Und lässt sich überreden zu einem Urlaub, nur um den Jungen mal richtig kennenzulernen, und als sie sich nun energischer weigert, nimmt man ihr den Pass ab.
Sie wird in eine Madrassa eingeliefert, um sie auf die Spur zu bringen, ein religiöses Internat mit defekten Duschen, in denen blutige Monatsbinden herumliegen, und mit einem Mullah, der die Suren durch einen Vorhang spricht, denn Frauen sind die Versuchung, sind die Sünde. Schließlich ist ihr Widerstand gebrochen. Sie willigt zum Schein in die Verlobung ein, ein prächtiges Fest wird angesetzt. Sie denkt nur an eines: zurück nach Linz, zurück in die Freiheit.
Und dort vollzieht sie den endgültigen Bruch, nicht nur mit der Familie, sondern auch mit Tradition und Religion. Sie bringt den Glauben an Allah und seinen Propheten nicht mehr auf. Nun muss sie sich, ein letztes Mal, vor dem Tribunal der Familie verantworten. "Wer unserem Glauben den Rücken kehrt, hat den Tod verdient", sagt der Vater.
Sie läuft, wie schon zuvor, die Notschlafstelle an. Eine Beraterin sagt: "Jo, dann werden S' halt wieder Moslem, is ja eh wurscht." Doch ein Freund nimmt sie mit zur Polizei. Sie erzählt ihre Geschichte. Seither ist Sabatina im Opferschutz.
Was war geschehen? Sabatina hatte sich für das Christentum entzündet. Dieser Freund hatte ihr die Bibel zugesteckt, das Neue Testament, in dem auch die Geschichte von der Ehebrecherin erzählt wird, der Jesus vergibt, statt zuzusehen, wie sie gesteinigt wird. Und es ist ausgerechnet eine Frau, der er erscheint nach der Auferstehung vor seinen Jüngern, "eine Frau, und das in der damaligen Zeit, in der Frauen nichts galten".
Vorher, sagt sie, hatte sie nie das Gefühl, angesprochen zu werden, weder Allah noch sein Prophet wandte sich an sie, eine Frau. Doch Jesus tat es.
Konversionen spielen eine eminente Rolle in der Kirchengeschichte, seit Paulus vor Damaskus von seinem Pferd stürzte und die Stimme Gottes hörte. Nicht alle verlaufen so spektakulär. Doch alle sind mit einem Riss verbunden und mit einem kämpferischen Neuanfang. Heute weiß Sabatina genau, was sie will.
Es ist nicht leicht, sie zu treffen, sie taucht auf und taucht unter, mal in Berlin, mal in Hamburg, wo sie eine Mappe mit Fotos von geköpften Christen bei sich hat, Splatter-Fotos aus der heißen Zone des Glaubenskampfes im 21. Jahrhundert. "So was veröffentlicht ihr nie", sagt sie und meint: Dazu seid ihr politisch korrekten Pressefritzen zu feige.
Sie lebt derzeit in einer mittelgroßen Stadt, irgendwo in Süddeutschland. Sie wechselt Wohnungen oft. Das ist bittere Notwendigkeit - es gibt einen Haufen Leute, die sie hassen müssen. Da wären die Nazis - ihre Hautfarbe ist eindeutig dunkler als die eines Ariers aus Zwickau. Die Islamisten, weil sie zum Christentum konvertiert ist. Ihre Familie, weil sie sich der Zwangsverheiratung entzogen hat. "In Deutschland gibt es 30 Ehrenmorde pro Jahr", sagt sie. In diesen Tagen ist sie besonders nervös, denn wieder wurde eine Tochter von ihrem eigenen Vater, einem Kurden, hingerichtet.
Wem noch dürfte sie suspekt sein? Für die Linke ist sie zu konservativ, für Feministinnen vermutlich zu schön und für den großen Rest unserer Partygesellschaft eine Zumutung, weil sie eine völlig unzeitgemäße Vorstellung von Liebe hat und Sex vor der Ehe ablehnt. Und dann spricht sie auch noch Wienerisch.
Sabatina lebt in dieser Stadt wie auf einem anderen Stern. Sie gehört nicht dazu. Sie gehört niemandem mehr. Sie gehört ihrer Sache.
Eine Mädchenwohnung. Rosenblätter auf der Fensterbank, eine Kerze dazwischen mit Silberstaub und Sternchen. Die Wände altrosa. Ein rotes Sofa im Wohnzimmer, ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen, es könnte ja tatsächlich mal ein Zweiter da sein. Bisher war es nicht der Fall.
Kein Fernseher hier, kein Computer. Eine nonnenhaft karge Wohnung. Sabatina lebt von einem knappen Budget. In den letzten Jahren hat sie oft umsonst gewohnt, bei Freundinnen. Ein bisschen ist noch übrig von den Buchverkäufen.
An der Wand ein kitschiges Jesus-Bildchen, daneben ein verklärtes Porträt von ihr. In der christlich-mystischen Literatur ist oft vom himmlischen Bräutigam die Rede - Sabatina flüchtete, so sieht es aus, buchstäblich in seine Arme.
Nach dem Bruch mit der Familie, 2001, durchlebte sie ihre "Rebellionszeit". Sie zog nach Wien, ging aus, versuchte es als Schlagersängerin, modelte. Aber das war es alles nicht. Sie las weiter in der Bibel, und da stieß sie eines Tages auf den Satz: "Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden."
Sie ließ sich 2003 taufen, in einer kleinen Barockkirche; von einem Dorfpfarrer, der überzeugt war von ihrem inneren Umbruch. "Ihr Bibelwissen war enorm", sagt er. "Sie lebt ihr Christentum, sie ist auf einer Mission."
Mittlerweile war ihr Buch erschienen. Und plötzlich tauchten in der Presse erotische Fotos auf, die sie einst nach einem Mode-Shooting machen ließ - "wir haben nur rumgealbert, die waren nie für die Öffentlichkeit bestimmt". Sie klagte und gewann und vernichtete die Fotos. Sie wurde krank über alldem, bulimisch, suchte Rat bei einer Therapeutin.
Es sprach sich herum, dass sie sich taufen lassen würde. Sie verbat sich jede Presse, versprach dafür, später das Bild noch einmal nachzustellen. Die Fotografen wünschten sich ein enges Top, sie lachte und willigte ein, und der alte Pfarrer sagte scherzend: "Sie ist das Model Gottes auf dem Laufsteg der Welt."
Schmälert es die Glaubwürdigkeit, wenn man eitel ist? Wahrscheinlich. Gleichzeitig kann es wohl keinen sichtbareren Bruch mit der frauenverhüllenden Tradition des Islam geben als ein knappes Top. Sie sagt: "Gott hat mich so gemacht, dass ich nicht ganz schiach aussehe, und ich mag mich." Ihre Bekenntnis-Intensität kann einen Shopping-Christen aus der Mönckebergstraße nur mit Kopfschütteln zurücklassen.
Sabatina, die von Bollywood phantasierte, hat nun eine neue Rolle gefunden, es ist eine heroische Rolle, die sie sich ausgesucht hat, romantisch und in Cinemascope: Sabatina, die Befreierin. Den Marschbefehl hat sie bei Jesaja gefunden: Sie zitiert, ergriffen: "Du sollst die Augen der Blinden öffnen und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen."
Wie ernst sie diesen Auftrag nimmt, beschreibt sie in ihrem neuen Buch "Nur die Wahrheit macht uns frei"(*).
Sie berichtet, wie sie 2008 mit einem bewaffneten Leibwächter und Mitarbei-
tern durch Pakistan fuhr und wie ihr auf nachtdunkler Piste zur Warnung eine Leiche vor den Jeep geschmissen wurde.
Sie trifft Kindersklaven auf diesem Trip. Sie trifft Frauen, die gekidnappt und vergewaltigt wurden, eine Christin, deren Sohn man erhängt hatte, eine andere, die mit Tuberkulose im Gefängnis sitzt. "Wir haben Leute unten, die ihr helfen."
Vor allem aber hilft sie in Deutschland. Derzeit sind es drei Frauen, aus Afghanistan, aus Syrien, aus Marokko, denen sie neue Unterkünfte arrangiert, weil sie vor Zwangsehen fliehen, die eine Anwältin "legale Vergewaltigung" nennt - nur dass sie nicht legal sind in Deutschland.
Die Wahrheit, oder das, was sie dafür hält, äußert Sabatina unverblümt, zum Beispiel wenn sie den Islam "religiösen Faschismus" nennt und das "Verständnis der Deutschen blind". Sie wird jetzt, mit zwei Syrern zusammen, auf YouTube eine Propaganda-Offensive starten.
Als Beleg für ihren Faschismus-Vorwurf führt sie neben den Suren, die gegen die Ungläubigen hetzen, die islamische Sekte Ahmadiyya an, deren Kalif zu Silvester 2000 "eine Religion, einen Führer"
propagierte. "Das müsste doch vertraut klingen in Deutschland, oder?"
Mit Ahmadiyya-Mitgliedern hatte sie jüngst auf einer Tagung zu "Gewalt in Migrantenfamilien" zu tun. Dort platzte ihr der Kragen, als jemand vortrug, wie friedliebend der Islam sei. Das Leben des Propheten sei ein Modell an Frömmigkeit und Güte. Zwangsehen kämen kaum vor, der Prophet würde das untersagen.
Sabatina sprang auf. "Wir haben ein Mädchen von euch betreut", rief sie, "sie wollte sich nicht in der Nähe eurer Moschee treffen, weil sie Angst hatte." Und seine Aischa, setzte sie hinzu, habe der Prophet geheiratet, als sie sechs war. Daraufhin habe ein Islamwissenschaftler protestiert. "Nein, sie war neun." Sabatina schüttelt sich vor Lachen.
Die einzige vernünftige Politikerin für sie ist jene Frau, der von Renate Künast kürzlich "ein Mangel an Herzensbildung" vorgeworfen wurde: Familienministerin Kristina Schröder, die selbst schon Zielscheibe islamistischer Drohungen war.
Schröder hatte kürzlich "erschreckende Zahlen" präsentiert. Man müsse, anders als bisher angenommen, von über 3000 Zwangsheiraten jährlich ausgehen. "Die Dunkelziffer ist zehnmal so hoch", sagt Sabatina. "Und da gibt die Bundeskanzlerin keine Erklärung, dass sie sich schämt, dass so was in Deutschland vorkommt."
Sabatina weiß, dass die derzeitigen Diskussionen über die rechten Killer in Deutschland mit historischen Schuldgefühlen spielen. Sie sind wie Wanderdünen, die in ihren mählichen Ortsverschiebungen jedem ermöglichen, seine Rechnungen zu begleichen und etwa die Migrationsdebatte neu zu führen.
Schon fragte sich Özlem Topçu in einem Leitartikel für die "Zeit", ob man den Integrationsdruck aufrechterhalten könne, wenn gleichzeitig der rechte Rand unbeaufsichtigt bliebe. Cem Özdemir nahm sich bei Jauch noch einmal Sarrazins "ominöses Buch" als vermutete Inspiration für die Morde vor, ohne darauf hingewiesen zu werden, dass es erst hinterher erschienen war.
Und Erdogan, der lupenreine Demokrat, der unliebsame Kritiker gern ins Gefängnis schickt, Erdogan, der seine Landsleute bei jeder Gelegenheit davor warnt, ihre Traditionen aufzugeben, bot den Deutschen seine Hilfe an.
"Ausgerechnet Erdogan", ruft Sabatina. "In der Türkei ist jede dritte Frau zwangsverheiratet, der Staatspräsident Gül hat seine geehelicht, als sie 15 war." Erdogan solle, bevor er "hilft", erst mal dafür sorgen, dass in der Türkei keine Christen ermordet werden.
Sagt Sabatina, die Konvertitin. Sie eifert, wie es unter den deutschen Dialog-Christen keiner mehr tut, kein Bundespräsident, kein Bischof, womöglich hat sie diese Glut tatsächlich aus dem Islam übernommen. Sie versteht die lauen Christen nicht. "Sie wissen so wenig von ihrer Religion, und wenn sie darüber reden, machen sie Witze." Sie versteht nicht, dass sich da eine golden angepinselte Nackte in einer Disco von einem Kreuz herabhängen lässt. "Auch deshalb verachten die Muslime den Westen" sagt sie, "euch ist nichts mehr heilig."
Sie wird nun also weiterkämpfen, wird auf YouTube in die Volksaufklärung einsteigen. Und sie wird mit der Universität Graz an einem Projekt für transkulturelle Therapie mitarbeiten. "Die Suizidalität unter zwangsverheirateten Mädchen ist doppelt so hoch wie im Normalschnitt."
Irgendwann, nächstes Jahr, wird sie weiterziehen, in die USA. Da wohnt ihre Freundin Ayaan Hirsi Ali, die Frauenrechtlerin und Islamkritikerin. Zu Heiligabend erwartet sie ihr erstes Kind. "Das ist doch kein Zufall!" Sie lacht, auch deshalb, weil sie weiß, dass Hirsi Ali dem überhaupt keine Bedeutung beimisst.
Hirsi Ali ist von Religion aller Art kuriert. "Behauptet sie." Erneut lacht sie. Vielleicht ist ihre Fröhlichkeit doch das Erstaunlichste an ihr. Im März in New York wird sie auf dem "Women in the World"-Kongress sprechen. Letztes Mal war es Meryl Streep.
An einer Wand in der Küche hängen Fotos ihrer Geschwister. Die Brüder sehen aus wie Teenager-Idole. Ein anderes Bild zeigt einen Alten mit Turban, ernst und scheu, vor einem Feld. Da ist eine Kuh, die Ecke eines Zelts, eine Hauswand aus Lehmziegeln. Ihr Großvater, der Mullah. Er ist weit weg. Tausende Kilometer und gefühlte tausend Jahre.
Ihr Wunsch zu Weihnachten? Dass ihre Familie mit ihr Frieden schließe, sagt sie. Und dann, sehr leise: "Ich war wohl keine einfache Tochter."
Sie wird sich auch dieses Jahr keinen Weihnachtsbaum zulegen. Aber sie wird Heiligabend zur Christmette gehen und beten, für ihre Familie und für Jussuf Nadarchani in Iran - und alle anderen, die wegen ihres Glaubens in dieser Nacht im Gefängnis sitzen. ◆
(*) Sabatina James mit Regina Carstensen: "Nur die Wahrheit macht uns frei". Pattloch Verlag, München; 288 Seiten; 16,99 Euro.
Von Matthias Matussek

DER SPIEGEL 51/2011
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