02.01.2012

ISRAEL

Afrikaner unerwünscht

Mit drastischen Maßnahmen will die Regierung ein "nationales Problem" bekämpfen: die zunehmende Zahl illegaler Einwanderer, die über die Grenze aus Ägypten gekommen sind. Rund 40 000 Afrikaner - 0,5 Prozent der Gesamtbevölkerung - leben derzeit in Israel, die meisten von ihnen stammen aus dem autoritär regierten Eritrea sowie aus Bürgerkriegsgebieten im Sudan und Südsudan. In westlichen Ländern werden 84 Prozent der Eritreer als politische Flüchtlinge anerkannt, in Israel bekam 2011 bislang nur ein einziger Afrikaner Asyl - ein Albino aus der Elfenbeinküste. Die Flüchtlinge erhalten in Israel keine staatliche Hilfe, die meisten sind illegal in Hotels und Restaurants beschäftigt, Tausende arbeiten sogar für den Staat als Straßenkehrer. Mit dieser stillschweigenden Duldung soll es nun vorbei sein. Selbst Regierungsmitglieder hetzen gegen "illegale Eindringlinge", die bekämpft werden müssten. Sie nähmen Israelis die Arbeit weg und brächten Gewalt und Krankheiten ins Land - eine populistische Behauptung, für die es keine Belege gibt. Die Regierung setzt nun auf Abschreckung. Wer Illegale beschäftigt, soll künftig hohe Geldstrafen bezahlen. Zudem ist der Bau eines gefängnisähnlichen Lagers für 11 000 Flüchtlinge geplant, in dem sie bis zu drei Jahren festgehalten werden können. Außerdem will Israel den Südsudan beim Bau einer neuen Stadt unterstützen, in die 10 000 Flüchtlinge abgeschoben werden können, berichtet eine israelische Zeitung, die Regierung Südsudans soll ein Kopfgeld für jeden Flüchtling erhalten.


DER SPIEGEL 1/2012
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