09.01.2012

FUSSBALL

Ansammlung von Gaunern

Christian Constantin, 55, Präsident des Schweizer Fußballclubs FC Sion, über seine Fehde mit Fifa-Präsident Joseph Blatter

SPIEGEL: Der Schweizer Verband hat dem Erstligisten FC Sion 36 Punkte abgezogen, weil der Club Profis eingesetzt hat, die nicht spielberechtigt gewesen sein sollen. Ist dieses Urteil das Ende für Ihren Verein?

Constantin: Der Krieg beginnt jetzt erst richtig. Wir werden vor ein ziviles Gericht ziehen, und ich glaube nicht nur, dass wir gewinnen - wir werden gewinnen. Das wird den Fußball verändern. Der Weltverband Fifa und die Uefa wollen, dass wir nur vor den Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne gehen. Das aber ist kein richtiges Gericht und gibt letztendlich den Verbänden recht.

SPIEGEL: Die Fifa-Exekutive hatte dem Schweizer Verband ein Ultimatum gesetzt, den FC Sion zu bestrafen - andernfalls würden sämtliche Schweizer Teams, etwa der FC Basel in der Champions League, aus den laufenden internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Ein Fall von Erpressung?

Constantin: Ausgerechnet die Fifa, diese Ansammlung von Gaunern, will dem Schweizer Verband, der klein ist und der Angst hat, derartige Sanktionen aufbürden. Das ist Nötigung.

SPIEGEL: Sie haben Fifa-Boss Joseph Blatter schon mal als Gaddafi des Weltfußballs bezeichnet. Sehen Sie sich nun bestätigt?

Constantin: Die Fifa ist ein diktatorisches System, Punkt, aus.

SPIEGEL: Es gibt viele Kritiker, die Ihnen unterstellen, Sie provozierten die Konflikte nur, um sich im Gespräch zu halten.

Constantin: In allen Gefechten gibt es Leute, die mit den Stärkeren kollaborieren und schnell die Seite wechseln, wenn es brenzlig wird. Ich bin gegen Kollaborateure, aber für die Guerilla, die bis zum Ende kämpft, um ihre Rechte zu verteidigen. Menschen, die mich kritisieren? Auf die pfeife ich.


DER SPIEGEL 2/2012
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