Die Auseinandersetzung um die Megafusion der Deutschen Börse mit der New York Stock Exchange (NYSE) spitzt sich zu. NYSE-Chef Duncan Niederauer erwägt juristische Schritte, sollte die EU-Kommission den geplanten Zusammenschluss blockieren. "Ich würde sicherlich nicht ausschließen, vor dem Europäischen Gerichtshof gegen eine solch fehlerhafte Entscheidung zu klagen", sagte Niederauer am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Am Mittwoch kommt das EU-Gremium zusammen, um über den Deal zu befinden. Spätestens am 8. Februar soll die Entscheidung fallen. Die Chancen stehen schlecht: Den Kommissaren liegt eine Empfehlung ihrer für den Wettbewerb zuständigen Beamten vor, die Fusion abzulehnen. Hintergrund ist vor allem die Sorge vor einem Monopol der neuen Megabörse im europäischen Derivatemarkt. Niederauer und sein Fusionspartner, Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni, argumentieren dagegen, dass das Geschäft mit diesen neuartigen Finanzinstrumenten keine Grenzen kenne und global funktioniere. Auch die Sorge vor einem Abwandern von Jobs in die USA versuchte Niederauer zu zerstreuen: "Ich glaube ehrlich, dass dieser Zusammenschluss Frankfurt als globales Finanzzentrum stärken würde." Durch die Fusion soll die weltweit größte Börse entstehen.
Francioni Niederauer
KAMMERER/ACTION PRESS (L.); AFP (R.)
DER SPIEGEL 5/2012
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