Gregor Gysi, 64, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, will sein praktisches Wissen über Joints nicht vertiefen. Auf einer Veranstaltung in Köln sei er 1990 mal gefragt worden, wie er zur Legalisierung weicher Drogen stehe. Da er über keinerlei Erfahrungen verfügte, so Gysi, habe er die Frage abgewimmelt. Nach der Diskussion habe ihm dann eine junge Frau einen Joint mit den Worten in die Hand gedrückt: "Nicht studieren, sondern probieren." Trotz leichter Bedenken, die Drogenzigarette über die damals noch existierende deutsch-deutsche Grenze zu schmuggeln, nahm er sie mit zurück nach Ost-Berlin. Dort sei der Joint im Kreise von fünf Freunden ausprobiert worden, sagt Gysi - "blieb aber ohne Wirkung bei mir". Jahre später kam der Politiker erneut in Kontakt mit dem Rauschmittel: Da stand er bei einem Fußballspiel im Fanblock von St. Pauli, und um ihn herum wurde kräftig gekifft. Nach dem Spiel habe er allein vom Passivrauchen starke Schwindelgefühle und Kopfschmerzen gespürt. An "diesem Rausch", so der Jurist, "war ich aber völlig unschuldig." Sein Fazit: "Ich brauche keine weiteren Erfahrungen damit."
DER SPIEGEL 6/2012
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