18.02.2012

GESTORBEN

Whitney Houston

Whitney Houston, 48. Wenn sie einen Ton hielt, konnte ihren Zuhörern manchmal der Atem stocken. Nicht nur wegen der emotionalen Intensität. Man schnappte förmlich nach Luft, während ihr Gesang einfach weiterging, ohne dass sie fürs Atemholen hätte unterbrechen müssen. Leid, Freude, Entsagung, Disziplin: In dieser Stimme kam alles zusammen. Vor allem aber sprach aus Whitney Houston die Kraft der Perfektion. Niemand hätte in ihrer großen Zeit von Mitte der Achtziger bis in die frühen Neunziger geglaubt, dass diese Frau, bei der alles zu stimmen schien, einmal so abstürzen würde. Houston wuchs in einer musikalischen Familie auf, ihre Mutter Cissy war Backgroundsängerin für Elvis Presley und Aretha Franklin, der Superstar Dionne Warwick ist ihre Cousine. Ihr erster Song erscheint 1982, da singt sie für eine Experimentalband, der Plattenmogul Clive Davis nimmt sie unter Vertrag. Das Debütalbum "Whitney Houston" erscheint 1985; mit Stücken wie "Greatest Love of All" und "Saving All My Love for You" wird es eine der erfolgreichsten Platten der achtziger Jahre. Anders als bei Prince oder Madonna geht es bei Whitney Houston nicht um Sex - sie ist das anständige Mädchen mit romantischen Phantasien. Trotzdem heiratet sie 1992 Bobby Brown, Sänger, Tänzer und notorischer Tunichtgut. Eine turbulente Ehe beginnt - auf ihrem Album "My Love Is Your Love" wird Houston diese Zeit 1998 verarbeiten, es ist ihre beste Platte. Vorher hat sie allerdings ihren größten Erfolg: die Hauptrolle im Film "Bodyguard". Das dazugehörige Stück "I Will Always Love You" ist bis heute ihr meistgespieltes. Trotzdem beginnt ab Mitte der Neunziger ihr Abstieg, sie wird mit Drogen erwischt, geht mehrmals in den Entzug, lässt ihr aus der Spur geratenes Leben von einer Fernsehserie einfangen, trennt sich schließlich von ihrem Ehemann. Ihr Comeback 2009 endet im Desaster, ihre Stimme macht nicht mehr mit. Whitney Houston starb am 11. Februar in Beverly Hills.


DER SPIEGEL 8/2012
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