Die Agakröte, die 1935 in Australien eingeführt wurde, um Schädlinge in Zuckerrohrplantagen zu bekämpfen, hat sich seither selbst zu einem Schädling entwickelt. Sie vermehrt sich schnell, hat kaum Feinde und führte wegen ihrer giftigen Ohrdrüsensekrete bereits zur Dezimierung von Tierpopulationen. Der Blauzungenskink im Osten Australiens ist aber wohl immun gegen das Krötengift geworden. Wie australische Forscher entdeckt haben, verspeist diese Echsenart gern die Gartenpflanze "Mother-of-Millions". Diese aus Madagaskar eingeführte Blume enthält ein Gift, das dem der Agakröte ähnelt. In Versuchen hat sich gezeigt, dass die Echse eine Resistenz gegen das Pflanzengift entwickelt hat - und somit auch gegen das Krötengift. Das Reptil ist im Südosten Australiens noch nicht von der Agakröte bedroht, doch fallen seine Artgenossen im Norden der Kröte zum Opfer. "Durch das Fressen dieser Pflanzen", sagt Richard Shine, Biologe an der University of Sydney, "sind die Echsen schon im Voraus gegen das Krötengift gewappnet."
DER SPIEGEL 10/2012
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