05.03.2012

SPIEGEL-GESPRÄCHGeständnis eines ewigen Hippies

Der Maler Wolfgang Beltracchi fälschte 35 Jahre lang Gemälde und verdiente damit Millionen. Nun berichtet er zum ersten Mal, wie er den Kunstmarkt narrte - und warum alles aufflog.
Irgendwann während dieser beiden Tage erzählt Wolfgang Beltracchi von einem Freund in Freiburg. Einem Professor für Pathologie, die beiden kennen sich gut. "Der würde", sagt Beltracchi, ein wenig stolz klang das, "gerne mal mein Gehirn untersuchen. Er glaubt, da wäre irgendwas ganz anders."
Es gibt eine Menge Leute, die gern in den Kopf Beltracchis gucken würden. Die Sammler beispielsweise, die Galeristen, Gutachter, Museumsleute, die seinen Fälschungen aufgesessen sind. Die Ermittler des Landeskriminalamts Berlin, die ihn zwar zur Strecke brachten, mit denen Beltracchi aber nicht sprechen wollte. Das aufgeklärte Kunstpublikum, das Gefallen fand an diesem Hippie-Desperado, weil er die Kunstwelt narrte und ein System vorführte, in dem Millionen für Gemälde bezahlt werden, deren Echtheit nur schwer zu überprüfen ist, ein System, das erratische Entscheidungen darüber fällt, welche Kunst viel wert ist und welche nichts, und das selbst gar nicht genau zu wissen scheint, was das eigentlich ist: Kunst.
Das Treffen mit Wolfgang Beltracchi und seiner Frau Helene findet in einem Vorort im Süden Kölns statt, in dem Haus des Rechtsanwalts Reinhard Birkenstock mit Blick auf die Rheinauen. Ende Oktober ist das Ehepaar von einem Kölner Gericht zu Haftstrafen von sechs und vier Jahren verurteilt worden. Die Ermittler, spezialisiert auf Kunstfälschungen, waren auf insgesamt 55 dubiose Gemälde gestoßen, die seit Anfang der neunziger Jahre im Kunstmarkt auftauchten.
Vor Gericht verhandelt wurden schließlich 14 Bilder, mit denen die beiden insgesamt knapp 16 Millionen Euro eingenommen haben sollen. Der Gesamtschaden, errechnet aus allen Weiterverkäufen, beläuft sich auf 34 Millionen Euro. Der Richter ließ sich auf einen Deal mit den Anwälten ein. Ansonsten hätte das Gericht bei jedem einzelnen Bild klären müssen, dass Beltracchi es tatsächlich selbst gemalt hat, was schwierig geworden wäre, angesichts fehlender direkter Beweismittel. Teil der Übereinkunft war es auch, dass die Beltracchis vor Gericht ein umfassendes Geständnis ablegten.
Der Fall Beltracchi ist der größte Kunstfälscherskandal der Nachkriegszeit, sowohl was Umfang und Perfektion als auch was die Vermarktung der Fälschungen betrifft. Max Ernst, Fernand Léger, Heinrich Campendonk, André Derain, Max Pechstein - es waren Bilder der Klassischen Moderne, zumeist französische und deutsche Expressionisten. Insgesamt, das sagt er mehrmals in diesen beiden Tagen, will er Gemälde von mehr als 50 Künstlern gefälscht haben. Die genaue Zahl verrät er nicht. Schwerer Betrug verjährt strafrechtlich nach zehn Jahren, zivilrechtliche Klagen der Geschädigten aber sind auch bei lange zurückliegenden Fällen möglich.
Beltracchis Prinzip war es nicht, die Gemälde der Expressionisten zu kopieren, sondern, so sagt er, die Lücken aufzufüllen in deren Werk. Entweder erfand er neue Titel und Motive, die angelegt waren an bestimmte Schaffensphasen der Künstler, oder aber er schuf Bilder zu Titeln, die in den Werksverzeichnissen auftauchen, aber als verschollen gelten, und von denen keine Abbildungen existieren.
Kunsthistorische und naturwissenschaftliche Kenntnisse, die Beherrschung von Maltechniken und vor allem ein großes künstlerisches Talent, Beltracchi hat all das, aber er handelte auch mit der Kaltschnäuzigkeit eines Zockers, der die Gier eines überhitzten Kunstmarkts nutzte. Er hat das Selbstbewusstsein und die Hybris eines Mannes, der sich für ein Genie hält und vielleicht sogar eines ist. Er glaubt, das Werk jener Künstler, die er fälschte, besser zu verstehen als die besten Experten.
Zusammen mit dem Krefelder Kumpel Otto Schulte-Kellinghaus, der im selben Verfahren zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, hatte er sich in den achtziger Jahren eine perfekte Geschichte über die Herkunft der Bilder ausgedacht: Danach habe Schulte-Kellinghaus' Großvater Knops, ein Schneidermeister aus Krefeld, seinem Enkel eine umfangreiche Kunstsammlung vermacht. Knops habe in den zwanziger Jahren bei Kunsthändlern wie Alfred Flechtheim in Düsseldorf gekauft und die Bilder während der Nazi-Zeit versteckt.
In den neunziger Jahren erfand Beltracchi die Sammlung Jägers. Werner Jägers war tatsächlich ein Unternehmer in Köln, aber vor allem der Großvater von Beltracchis Ehefrau Helene, die er 1993 heiratete und deren Name er annahm (geboren wurde er als Wolfgang Fischer). Auch Jägers habe in den zwanziger Jahren bei Flechtheim und anderen Galerien die Wer-
ke namhafter Expressionisten erstanden. Die beiden hätten sich gut gekannt.
Das Ehepaar hat weder vor Beginn des Prozesses noch nach dem Geständnis jemals öffentlich Auskunft über seine Taten gegeben. Beltracchi schreibt derzeit an einem Buch über sein Leben und arbeitet an einem Dokumentarfilm. In diesem Monat wird das Ehepaar die Haft antreten, Helene Beltracchi in Köln-Ossendorf, ihr Mann in Euskirchen. Sie dürfen in den offenen Vollzug.
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SPIEGEL: Herr Beltracchi, wie viel Schulden haben Sie jetzt genau?
Beltracchi: 6,5 Millionen Euro, glaube ich. Oder sogar 8? Aber wir wissen nicht, wer noch alles kommt.
SPIEGEL: Gibt es einen Plan, wie Sie die Ansprüche befriedigen wollen?
Beltracchi: Wir haben Immobilien in Frankreich und in Freiburg. Die sind zum Verkauf angeboten. Und dann gibt es noch das Geld auf den Konten.
Helene Beltracchi: Außerdem arbeiten wir jeden Tag.
Beltracchi: Müssen wir ja, um einen Platz im offenen Vollzug zu bekommen. Wir sind in dem Fotostudio eines Freundes angestellt. Meine Frau hat dort schon in den achtziger Jahren gearbeitet, sie kümmert sich um die Akquise, ich beschäftige mich mit dem Künstlerischen.
SPIEGEL: Man kann also sagen, dass Sie nun, im Alter von 61 Jahren, zum ersten Mal in Ihrem Leben einer geregelten Arbeit nachgehen?
Beltracchi: Ja, das erste Mal.
SPIEGEL: Das haben Sie noch mal knapp vorm Rentenalter geschafft.
Beltracchi: Hatte ich aber nicht vor.
SPIEGEL: Sie haben sich das alles sowieso ganz anders vorgestellt?
Beltracchi: So ein Ende stellt sich niemand vor.
SPIEGEL: Eine Ahnung aber, dass das nicht gut enden wird, hatten Sie?
Beltracchi: Schon länger.
SPIEGEL: Herr Beltracchi, Sie werden als ein Ausnahmetalent gefeiert, das die Absurdität des Kunstmarkts entlarvt. Es gibt aber auch Leute, die sagen, Sie seien viel zu gut weggekommen mit Ihrer Haftstrafe. Für die sind Sie ein Verbrecher.
Beltracchi: Für die einen ist man ein Krimineller, für die anderen ein Künstler. Das kann ich verstehen. Im juristischen Sinne bin ich ein verurteilter Krimineller.
SPIEGEL: Haben Sie darüber nachgedacht, ob das richtig ist, was Sie taten?
Beltracchi: Klar. Aber ich habe niemals beschlossen, ein Kunstfälscher zu werden. Meine Begabung war mir früh bewusst geworden, und ich hab sie dann leichtfertig eingesetzt. So hat sich das über Jahre entwickelt. Innerlich sehe ich mich nicht als Verbrecher.
SPIEGEL: Juristisch sind Sie es, moralisch auch: Sie haben Leute getäuscht und sich Millionen erschwindelt.
Beltracchi: In den 14 Monaten Untersuchungshaft habe ich richtige Verbrecher kennengelernt: Mörder, Kinderficker, Totschläger. Ich habe nie jemanden verletzt, bestohlen oder ausgeraubt.
SPIEGEL: Die Strafe, die Sie bekommen haben, ist also zu hoch?
Beltracchi: Na ja, sie ist hart, aber schon gerechtfertigt, weil ich eben Bilder gefälscht habe, und das seit ewig und drei Tagen. Auf eine gewisse Weise ist das auch eine Erleichterung: Jetzt kann ich all die Dinge öffentlich tun, die ich schon immer gerne gemacht habe. Schreiben, filmen, bildhauern, eigene Sujets malen.
SPIEGEL: Früher hatten Sie viel Geld, aber keinen Ruhm. Jetzt gibt es den Ruhm, aber kein Geld.
Beltracchi: Ruhm hat mich nie interessiert. Ich hätte schon in den siebziger Jahren mehr von meinen eigenen Sachen ausstellen können, aber das wollte ich nicht. Das ist wie bei einem Kind. Wenn es aus der Schule kommt, will es nur eins: wieder raus, was erleben. Ewig lang an einem Bild rummalen? Nein, ich wollte Spaß haben, reisen, Frauen kennenlernen, das Leben leben.
SPIEGEL: Hat es Sie nie gereizt, der Welt mitzuteilen: Hört mal, Leute, das war ich?
Beltracchi: Nein.
Helene Beltracchi: Dann hätte er diese Bilder auch markieren können. Es gibt Fälscher, die das gemacht haben.
Beltracchi: Bei einem Max Ernst habe ich mal kurz überlegt, eine Micky Maus hineinzumalen. Aber die, die so etwas gemacht haben, waren meist nur kurz im Geschäft. Meine eigenen Sujets zu malen, das hat mir Spaß gemacht, ich konnte die auch gut verkaufen, aber ungemalte Bilder anderer zu malen war weitaus faszinierender.
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Einer der berühmtesten Fälscher des 20. Jahrhunderts ist der Niederländer Han van Meegeren. Er hatte sich als neoklassizistischer Künstler versucht, hasste die Kunstkritiker und begann, Bilder im Stil des berühmten Jan Vermeer zu malen, der zum Erstaunen der Kunstwelt kaum christliche Motive hinterlassen hatte. Van Meegeren lieferte sie nach, die Motive dachte er sich aus, auch wenn die Frisuren seiner Figuren manchmal eher in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts passten als ins 17. Jahrhundert. In seiner Villa an der Côte d'Azur perfektionierte er die künstliche Alterung von Leinwänden mit Hilfe eines selbstentwickelten Trockenofens. 1942 verkaufte er einen Vermeer ("Christus und die Ehebrecherin") an Hermann Göring. Nach Kriegsende wurde er wegen Kollaboration verhaftet. Er legte ein Geständnis ab und malte in der Zelle vor den Augen der Ermittler einen Vermeer.
Je mehr sich der Kunstmarkt nach dem Zweiten Weltkrieg kommerzialisierte, umso öfter versuchten Fälscher davon zu profitieren. Dazu gehört der Königsberger Lothar Malskat, der Werke von Beckmann, Chagall und Munch fälschte und 1955 zu 18 Monaten Haft verurteilt wurde, oder auch der Ungar Elmyr de Hory (Derain, Matisse, Picasso), der sich vor seiner Auslieferung an die französische Justiz 1976 das Leben nahm. Der Engländer Tom Keating will in seiner Karriere mehr als 2000 Bilder im Stil alter Maler produziert haben. In einem Rembrandt-Bild malte er einen Zecher, der ein Guinness-Glas in der Hand hält. Nach seiner Enttarnung wurde er eine Art Volksheld und moderierte eine Fernsehsendung.
"Wenn es gut gefälschte Bilder sind", soll Picasso einmal gesagt haben, "wie herrlich wäre das! Ich würde mich hinsetzen und die Bilder signieren."
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SPIEGEL: Warum können Sie das eigentlich so gut?
Beltracchi: Ich glaube, die wichtigste Voraussetzung ist, das Wesen eines Kunstwerks zu erfassen. Man schaut es sich an, nimmt es quasi in sich auf, man muss sehend verstehen können, ohne darüber nachzudenken, wie das gemacht wurde. Ich konnte das schon als Kind.
SPIEGEL: Es gibt in England einen Mann, der nach einem Hubschrauberflug über London ein Panorama der Stadt aus Vogelperspektive bis ins kleinste Detail nachzeichnen kann. Das ist verblüffend.
Beltracchi: Der hat so eine Art Autismus. Ich habe das nicht.
SPIEGEL: Wann haben Sie angefangen zu malen und zu zeichnen?
Beltracchi: Mit zehn oder zwölf. Mein Vater war Kirchenmaler und Restaurator, wir lebten in Geilenkirchen, in der Nähe von Aachen. Ich habe ihm öfter geholfen. Wenn er Kopien Alter Meister malte, waren manchmal die Hände nicht so gut, und ich fragte ihn: Papa, was ist denn da passiert? Meine Schwester behauptete, dass ich als Kleinkind wirkte, als sei ich behindert: Der Wolfgang, der hat immer nur dagesessen und geguckt. Das Interessante ist, dass ich im normalen Leben die einfachsten Dinge nicht sehe. Ich stolpere oft oder falle sogar hin. Aber wenn ich zeichne oder mir ein Bild anschaue, dann schalte ich eine Art Overdrive an und sehe einfach anders als andere Menschen.
SPIEGEL: Vor Gericht haben Sie erzählt, wie Sie für Ihren Vater einen frühen Picasso kopierten.
Beltracchi: Ich war 14, und mein Vater gab mir diese Postkarte. Ich durfte zum ersten Mal seine Ölfarben benutzen. Mir gefiel das Original nicht, das war mir zu traurig, also habe ich es verändert, ein Tuch weggelassen, das Bild weniger monochrom gestaltet. Das Malen dauerte einen Nachmittag lang. Mein Vater hat zwei Jahre lang keinen Pinsel mehr angerührt.
SPIEGEL: Weil es so gut, so schnell gemalt war?
Beltracchi: Die Zeit, in der so ein Bild entsteht, die Bewegungen, das macht den Duktus aus. Wenn ein Maler damals zwei, drei Stunden für eine kleine Leinwand brauchte, dann darf man selbst nicht schon in einer Stunde oder erst in vier Stunden fertig werden. Dann stimmt der Duktus irgendwie nicht.
SPIEGEL: Mit 17 flogen Sie von der Schule.
Beltracchi: Ich hab damals in einer Stripbar gekellnert. In Aachen, Cortis hieß der Laden, und ich hab die Jungs in der Schule mit Druckwaren versorgt.
SPIEGEL: Mit Druckwaren, die man damals nicht unbedingt am Kiosk bekam?
Beltracchi: Kann man so sagen. Meinen Mathe-Lehrer habe ich im Séparée erwischt. Er fragte: Fischer, was machst du hier? Du bist viel zu jung! Und ich antwortete: Geld verdienen, aber was machen Sie hier? Meine Mutter sorgte dafür, dass ich noch meinen Realschulabschluss bekam. Ich habe dann die Sonderbegabtenprüfung an der Werkkunstschule in Aachen bestanden, und da fingen die Probleme schon an: Einer der Dozenten sagte, die eingereichten Arbeiten seien nicht von mir - viel zu gut. Mein Kunstlehrer musste die Echtheit bestätigen. 1969 war das, aber das Studium hat mich nicht sehr interessiert. Die meiste Zeit verbrachte ich in einem Café in der Südstraße. Ich saß gerne im Kaffeehaus.
SPIEGEL: Wovon haben Sie gelebt?
Beltracchi: Vom Malen halt.
SPIEGEL: Da haben Sie schon gefälscht?
Beltracchi: Ein bisschen.
SPIEGEL: Was denn so?
Beltracchi: Am Anfang ungemalte Werke Alter Meister, später auch Jugendstil und Expressionisten. Für Flohmärkte, ich denke, den Käufern war schon bewusst, dass es sich dabei nicht um Originale handelte. Ansonsten war ich viel unterwegs. Auf Musikfestivals, auf Reisen. Ich bin mit 15 das erste Mal losgezogen.
SPIEGEL: Wo waren Sie?
Beltracchi: Europa. In den Innenstädten habe ich Pflaster bemalt. Das war damals noch ganz ungewöhnlich. Meine erste Tour ging bis nach Barcelona. Da konnte man manchmal 100 Mark am Tag machen. Das war riesig viel Geld. Mein Vater hat damals 800 Mark im Monat verdient.
SPIEGEL: Noch mal kurz zurück: Sie haben in jungen Jahren Alte Meister gemalt?
Beltracchi: Ja, aber das war zu viel Arbeit.
SPIEGEL: Wieso?
Beltracchi: Zu aufwendig. Früher wurde auf Holz gemalt: Das geht für eine Fälschung gar nicht. Wie will man die Farbe jemals trocknen, ohne dass sich das Holz verzieht? Und dann diese altmeisterliche Lasurtechnik: Man malte wochenlang an einem Bild, und am Ende gab es dafür vielleicht 5000 Mark.
SPIEGEL: Waren Sie politisch engagiert?
Beltracchi: Ich habe mal an einer Demo in Aachen teilgenommen gegen Fahrpreiserhöhungen bei der Straßenbahn. Ein Polizist riss mir ein Büschel Haare raus, es gab wilde Prügeleien. Da dachte ich mir: Lass mal stecken.
SPIEGEL: Haben Sie damals Drogen genommen?
Beltracchi: Haschisch vor allem, seit 1968 ungefähr. Manchmal habe ich Opium geraucht. Und auch LSD genommen, eine Zeitlang ziemlich viel LSD sogar. Aber ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. 1985 habe ich aufgehört. Es war genug, ich vermisse es auch nicht.
SPIEGEL: Eine bürgerliche Existenz, eine Karriere haben Sie nicht interessiert?
Beltracchi: Nein. Ich habe halt gemalt und gelebt. Die Zeit von 1970 bis Anfang der achtziger Jahre war wie ein einziger, großer Film. In Amsterdam habe ich ein Jahr lang auf einem Hausboot gewohnt. Das war heftig, kann sein, dass ich ein paar Aussetzer hatte.
SPIEGEL: Haben Sie gemalt in Amsterdam?
Beltracchi: Keinen Strich. Ich bin morgens auf den Flohmarkt gegangen und ließ mich von den Touristen gegen Geld fotografieren. Ich sah ganz schön wild aus, lange Locken bis zur Hüfte, indische Gewänder, ein bodenlanger Pelzmantel. Da muss es eine Menge Fotos geben.
SPIEGEL: Klingt super. Aber war es das wirklich? Drogen können Fürchterliches anrichten.
Beltracchi: Die ganz harten Drogen waren damals, Anfang der Siebziger, noch nicht so verbreitet. Easy Living, das war es: Überall bekam man einen Job, es gab keinen Druck, Geld war kein Problem, nichts war ein Problem.
SPIEGEL: Man kann sagen, dass Sie dieses Lebensgefühl ziemlich lange, vielleicht sogar bis heute, durchgezogen haben?
Beltracchi: Ich habe es gestreckt, solange es ging.
SPIEGEL: Seit wann ist es vorbei?
Beltracchi: Seit dem Knast, würde ich sagen. Aber ich arbeite daran, dass es wiederkommt. In der U-Haft hieß es: Mensch, was bist du gut drauf! Ich bin eine Frohnatur und dachte mir: Du sitzt jetzt hier, das hat seine Gründe, war ja klar. Natürlich wird auch der offene Vollzug kein Kinderspiel. Die Häuser sind weg, das Geld ist weg. Für jeden normalen Menschen muss das viel bedeuten.
SPIEGEL: Für Sie doch auch.
Beltracchi: Nicht so.
Helene Beltracchi: Jetzt fängt etwas Neues an, das muss ja nicht unbedingt einen Geldwert haben. Wir sind in einem Alter, in dem die meisten sagen, so, jetzt mache ich gar nichts mehr, aber wir gehen noch mal ganz nach vorne.
SPIEGEL: Man hat nicht den Eindruck, als sei Ihnen Materielles egal. In Ihr Weingut in Frankreich, 28 Hektar groß, haben Sie fast eine Million Euro gesteckt, Ihre Villa in Freiburg hat fünf Millionen gekostet, allein der Swimmingpool eine Million.
Beltracchi: Stimmt nicht. Der Pool hat 700 000 Euro gekostet. Das Geld war nichtig, es ging um den Spaß, den das machte. Für mich war das Kunst.
SPIEGEL: Und wenn das Geld weg war, damals in den siebziger Jahren?
Beltracchi: Dann habe ich wieder Bilder gemalt. Außerdem habe ich damals auch meine eigenen Sachen gemacht: Acryl auf Leinwand, ziemlich detailliert, fast fotorealistisch, sehr aufwendig.
SPIEGEL: Ihre Bilder wurden in den siebziger Jahren sogar im Haus der Kunst in München gezeigt.
Beltracchi: Ja, auf einmal waren die Türen offen. Ich bin angesprochen worden von Sammlern, von Galeristen. Für eins meiner Bilder gab es 11 000 Mark, für zwei andere noch mal 5000. Das war viel Geld.
SPIEGEL: Stimmt es, dass Sie Ihre eigenen Bilder irgendwann sogar zurückkauften?
Beltracchi: Es gibt eine Geschichte von E. T. A. Hoffmann, die im Paris des 17. Jahrhunderts spielt, über einen Juwelier, der ganz tollen Schmuck macht. Jedes Mal, wenn er ein Schmuckstück verkauft hat, werden die Damen ermordet und verschwindet der Schmuck. Ich habe natürlich die Besitzer der Bilder nicht ermordet, aber ich kann das verstehen. Ich wollte meine Bilder wiederhaben und sie eigentlich auch nie verkaufen.
SPIEGEL: Haben Sie die Bilder heute noch?
Beltracchi: Nicht alle. Eins ist in Freiburg, eins in Frankreich.
SPIEGEL: Wie viele eigene Bilder haben Sie in den siebziger Jahren gemalt?
Beltracchi: Vielleicht zehn.
SPIEGEL: So wenig?
Beltracchi: Ja, was denn? Vermeer hat in seinem ganzen Leben nur 40 gemalt.
SPIEGEL: Und wie viele Fälschungen haben Sie damals gemacht?
Beltracchi: Das kann ich jetzt nicht sagen. Sonst schreit mein Anwalt.
SPIEGEL: Das wäre schon interessant.
Beltracchi: Die Rechnung ist doch ganz leicht: Nehmen Sie …
Helene Beltracchi: Hörst du auf!
Beltracchi: … ich habe immer nur gemalt, wenn ich Lust hatte und Geld brauchte. Das hat sich aber nie wirklich professionalisiert, auch wenn es die Händler gerne gehabt hätten. Es ging hoch her im Kunstmarkt, man hätte auch 1000 oder 2000 Bilder verkaufen können.
SPIEGEL: Sie haben Anfang der achtziger Jahre auch mal eine Kunsthandlung gehabt, zusammen mit einem Immobilienmakler aus Düsseldorf.
Beltracchi: Nicht lange. Ich musste im Büro sitzen, das war nichts für mich. Plötzlich hatte ich einen Typen an der Backe, der vor allem ganz schnell ganz viel Geld verdienen wollte. Er gab mir eine viertel Million Mark, die ich für Bilder ausgeben konnte. Ich bin nach London, zu Christie's, zu Sotheby's, und habe eingekauft: einen Teniers, einen Cranach, einen wunderschönen Joachim Beuckelaer, 16. Jahrhundert. Der hat das nie begriffen und glaubte, man kauft so ein Bild, und nach zwei, drei Wochen wird es mit Gewinn weiterverkauft. Tatsächlich muss man sich ein paar Jahre Zeit lassen, wenn es funktionieren soll.
SPIEGEL: Der Makler hat später behauptet, Sie seien bei ihm eingebrochen und hätten Bilder gestohlen, die dann auf einer Auktion wieder auftauchten.
Beltracchi: Einen Einbruch? Lächerlich. Das haben Sie ja auch im SPIEGEL geschrieben. Da stand sogar, dass Bilder aus dem Rahmen geschnitten worden seien. So ein Wahnsinn! Ich hätte so ein Bild gefälscht, aber niemals geklaut.
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Beinahe hätte die Fälscherkarriere schon in den neunziger Jahren ihr Ende gefunden. Die Berliner Polizei ermittelte damals gegen zwei aus Aachen stammende Kunsthändler und einen heroinabhängigen technischen Zeichner. Seit Ende der achtziger Jahre hatten sie mit gefälschten Gemälden gehandelt, vorzugsweise Werken des kaum bekannten Expressionisten Johannes Molzahn, aber auch ein Campendonk war darunter. Die Bilder waren für vergleichsweise geringe Summen von jeweils mehreren zehntausend Mark gehandelt worden, die Strafen fielen milde aus. Urheber der meisten Fälschungen, 21 insgesamt, so fand die Polizei heraus, sei ein gewisser Wolfgang Fischer aus Krefeld. Doch die Ermittler konnten ihn nicht finden.
Beltracchi schaut sich die Abbildungen an. "Das da ist klasse", sagt er. "Das da Schrott." Er blättert. "Und das soll ein Campendonk sein? Das hat bestimmt der Junkie gemalt. Ich stehe zu meinen Bildern, aber da sind einige nicht von mir. Ich habe immer befürchtet, dass diese Leute eines Tages auffliegen."
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SPIEGEL: Wurden neben den Molzahns bei Ihnen auch andere Bilder bestellt? Beispielsweise Campendonks?
Beltracchi: Meine Herren, da kann ich nur eins sagen: Bestellt hat bei mir nie irgendjemand. Ich habe gemalt, weil ich es wollte. Dass Sie mir so etwas unterstellen wollen, wirklich unglaublich.
SPIEGEL: Es gibt einen Ausstellungskatalog der Galerie Claus Runkel in London aus dem Jahr 1986.
Beltracchi: Den Katalog haben Sie? Ich habe ihn noch nie gesehen.
SPIEGEL: Dort sind Bilder drin, das könnten auch Beltracchis sein: zwei Campendonks, "Gelber Akt mit Reh in Berglandschaft" und "Rote Kuh vor Häusern", und eines des russischen Malers Wladimir Bechtejew, das "Landschaft bei Murnau" heißt. Kennen Sie die Bilder?
Beltracchi: Die sind schön, oder nicht?
SPIEGEL: Sie müssten noch einmal Ihre Arbeitsweise erklären: Sie haben sich mit einem Künstler beschäftigt und dann kleine Serien gemalt?
Beltracchi: Serien habe ich nicht gemalt, aber man muss sich wirklich intensiv auf den Künstler einlassen. Deshalb kam es auch vor, dass ich Jahre später erneut einzelne Bilder eines Künstlers gemalt habe. Da war der Aufwand nicht so groß. Das Problem war auch nie das Malen selbst, sondern es war vor allem kompliziert, alte Leinwände, Rahmen zu finden, die gab es manchmal für 30 Euro, manchmal auch für 5000 Euro. Das waren zum Teil echt schöne Bilder, die ich noch heute im Kopf habe. Wenn ich die alten Farben nicht runterbekam, habe ich Details des alten Bildes in das neue übernommen.
SPIEGEL: Sie haben in Ihrem Geständnis vor Gericht beschrieben, wie Sie sich einem Künstler genähert haben.
Beltracchi: Ja, am Beispiel von André Derain, der neben Matisse einer der Hauptvertreter des Fauvismus war. Dazu muss man wissen, dass nur Derains aus der fauvistischen Phase hohe Preise erzielen, also aus den Jahren 1905 bis 1909. Zuerst habe ich mir die Literatur über den Künstler besorgt, dann Ausstellungen und Museen besucht. Es war wichtig, die Bilder im Original zu sehen, weil die Farben im Druck oft falsch sind. Ich bin auch nach Collioure gefahren, wo Derain 1905 mit Matisse den Sommer verbracht hat. Ich hab mir das Dorf angeschaut, den Strand, das Licht, die Atmosphäre und die Stimmung jenes Sommers erspürt.
SPIEGEL: Wie geht das?
Beltracchi: Ich habe mich mit der Person Derains und seiner Zeit vereinigt. Dreyfuss stand gerade vor dem Freispruch, Clemenceau sollte bald Ministerpräsident werden, der Erste Weltkrieg in neun Jahren beginnen. Derain hat in diesem Sommer großartige Bilder gemalt. Ich habe das Besondere eines Künstlers erkannt, um es vielleicht noch ein wenig besser zu machen, als er es selbst geschafft hat. Was ja möglich ist, schließlich weiß man heute, wie sich die Kunstgeschichte seitdem entwickelt hat.
SPIEGEL: Klingt alles seltsam.
Beltracchi: Ist aber der zentrale Punkt. Jedes Philharmonie-Orchester interpretiert nur den Komponisten. Mir ging es darum, neue Musik dieses Komponisten zu schaffen. Ich wollte das kreative Zentrum des Malers so erreichen und kennenlernen, dass ich die Entstehung seiner Bilder mit seinen Augen und eben auch das neue, von mir gemalte Bild mit seinen Augen sah - und zwar bevor ich es malte.
SPIEGEL: Ihre Campendonk-Fälschungen beispielsweise haben dazu geführt, dass die Preise für seine Bilder auf dem Kunstmarkt geradezu explodierten.
Beltracchi: Verdreifacht. Auch bei Pechstein oder Max Ernst. Dessen Witwe Dorothea Tanning, selbst Künstlerin, hat über eine meiner Fälschungen gesagt, das sei der schönste Max Ernst, den sie je gesehen habe. Die Kunst ist es, ein Bild zu malen, das es nicht gibt, aber doch perfekt ins Werk passt. Auch wenn im Verfahren Gutachter anderes behaupteten: Ich habe bei keinem einzigen Bild technische Hilfsmittel benutzt. Keine Projektoren, keine Raster. Ist ja lächerlich. Warum soll ich eine Skizze umständlich projizieren, wenn ich sie aus der Hand malen kann?
SPIEGEL: Warum macht Sie das so wütend?
Beltracchi: Ärgerlich macht mich das. Das sind doch nur nachträgliche, ärmliche Erklärungsversuche von Experten, die die Bilder jahrelang hochgelobt haben.
SPIEGEL: Sie selbst hätten Ihre Bilder als Fälschungen erkannt?
Beltracchi: Natürlich. Es war auch immer ein bisschen merkwürdig, wenn ich in einem Museum eins dieser Bilder sah. Ich habe da in diesem Moment lieber einen Bogen darum gemacht. Ich wollte nicht so nah heran, weil ich Angst hatte, dass das Bild mit mir spricht.
SPIEGEL: Sie haben Mitte der achtziger Jahre in Krefeld Otto Schulte-Kellinghaus kennengelernt, der ebenfalls verurteilt wurde. Sie haben gemalt, er war zuständig für den Vertrieb. Und es begann auch die Zeit, wo Provenienzen für die Bilder erfunden werden mussten.
Beltracchi: Ich wollte nicht bei Händlern oder Experten in Erscheinung treten. Vorher war das auf der Flohmarktschiene gelaufen. Otto hat sich die Sammlung Knops einfallen lassen. Den Schneidermeister Knops aus Krefeld, seinen Großvater, hat er zum Kunstsammler gemacht. Aber das mit der Provenienz haben wir damals nicht so ernst genommen.
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Die beiden Beltracchis können sehr ausgiebig über den Kunstmarkt schimpfen. Ein bisschen erinnern sie dann an Fahrraddiebe, die dem Bestohlenen vorwerfen, er hätte doch sein Fahrrad besser abschließen können. Wie reich sie durch ihren Betrug geworden sind, wie viel nicht nur künstlerische, sondern auch merkantile Begabung dazugehört und wie genau sie die Mechanismen des Marktes verstanden haben, das würden sie am liebsten gar nicht gedruckt sehen.
Und doch zeichnet der Fall Beltracchi ein ziemlich genaues Abbild des globalen Kunstmarkts: Angesehene Galerien in Paris, Zürich, London, New York spielen da eine Rolle. Renommierte Händler wie das Kunsthaus Lempertz in Köln. Dubiose Firmen auf den Virgin Islands oder in Hongkong, die klammen Galeristen die Zwischenfinanzierung ermöglichen. Museen wie das MoMA in New York, das Sprengel Museum in Hannover, die Hermitage in Lausanne, die die Fälschungen ausstellen. International agierende Häuser wie Christie's, die die Bilder schließlich zu Höchstpreisen versteigern an Sammler, die es sich leisten können. So landeten Beltracchis Fälschungen nicht nur bei einer diskreten Firma auf Malta, hinter der osteuropäische Investoren vermutet werden, sondern auch in der Sammlung des schwäbischen Unternehmers Würth oder im Privatbesitz des Hollywood-Schauspielers Steve Martin. Oder in der Kunststiftung des Bohrmaschinenherstellers Hilti, in der Surrealismus-Sammlung des früheren "Paris Match"-Verlegers Daniel Filipacchi und auch bei anderen Industriellenfamilien in Paris oder bei Investmentfirmen in der Schweiz.
Niemand der Beteiligten, über die die Bilder in den Kunstmarkt gelangten, scheint echte Zweifel gehabt zu haben. Weder Henrik Hanstein, Chef des Kunsthauses Lempertz und fleißiger Abnehmer von Beltracchi-Bildern, noch Werner Spies, ehemaliger Museumsleiter im Centre Pompidou in Paris und Max-Ernst-Experte, der gleich sieben Beltracchi-Nachahmungen für echt erklärte. Zweifel sind schlecht für das Geschäft.
Ein Händler, der ein Bild für 100 000 Euro ankauft, aber weiß, dass er es für 200 000 oder 300 000 Euro weitergeben kann, will sich möglicherweise nicht so viele Gedanken machen. Meistens wurden die Gemälde noch von einem Restaurator untersucht, aber Beltracchis Bilder waren so gut, dass nichts auffiel. Wenn das Gemälde schließlich in einem Museum gezeigt und von einem wichtigen Sammler gekauft wird, entsteht aus dieser Kette eine perfekte Provenienz. Erst recht, wenn sie bei den großen Galerien am Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt, bei Flechtheim und der Galerie "Der Sturm".
Zweifel gab es, aber die hatten nichts mit der Echtheit der Bilder zu tun: Der jüdische Kunsthändler Flechtheim hatte in den dreißiger Jahren Deutschland verlassen müssen. Was aus den Bildern seiner Sammlung geworden ist, darum tobt seit Jahren ein Restitutionsstreit. Bilder aus jüdischem Besitz, die von den Nazis enteignet wurden, die wären ein Problem.
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SPIEGEL: Alle wollen, dass ein Bild echt ist?
Beltracchi: Es hilft, wenn es auch noch toll aussieht und keine Auffälligkeiten hat. Niemand will, dass ein Bild falsch ist. Die denken alle sehr positiv.
SPIEGEL: Sie haben sich 1989 vorübergehend von Schulte-Kellinghaus getrennt. Warum eigentlich?
Beltracchi: Na ja, wir hatten geschäftliche Differenzen. Ich hab dann erst mal ein Drehbuch geschrieben für ein Roadmovie mit viel Musik, das hauptsächlich in Marokko spielt, wo ich mal Anfang der achtziger Jahre ein Jahr lang gelebt habe. Wir haben dafür sogar offizielle Drehbuchförderung bekommen. Am Ende ist der Film aber an der Finanzierung gescheitert.
SPIEGEL: Sie haben nicht mehr gemalt?
Beltracchi: Es gab noch genug Bilder auf Lager, außerdem ist der Kunstmarkt 1990 zusammengebrochen. Ein, zwei Jahre lang habe ich fast nichts gemalt. Im Februar 1992 habe ich dann Helene kennengelernt.
SPIEGEL: Wann haben Sie ihr gesagt, wie Sie Ihr Geld verdienen?
Beltracchi: Nach einer Woche. Normalerweise muss man aufpassen. Die meisten fliegen auf, weil sie den Falschen sagen, was sie machen.
SPIEGEL: Wie haben Sie reagiert, Frau Beltracchi?
Helene Beltracchi: Oh, dachte ich. Von so etwas hatte ich noch nie gehört. Das klang abgefahren. Und natürlich hat es mich beeindruckt und tut es immer noch, dass er einen besseren Max Ernst malen kann als Max Ernst selbst. Trotzdem fragt man sich: Was ist das für einer? Aber wenn du dich verliebt hast und du weißt, das ist der Richtige, dann musst du das eben hinnehmen. Zahnarzt, das wäre schlimm gewesen.
SPIEGEL: Sie haben den Vertrieb übernommen.
Beltracchi: Vertrieb klingt viel geschäftlicher, als wir es damals gelebt haben. Das Problem war, dass ich meine Frau nicht reinziehen wollte. Hat man ja gesehen, wohin das führt. Ab 1997 habe ich wieder mit Otto gearbeitet.
SPIEGEL: Sie haben dann einen ständigen Fluss an Bildern produziert?
Beltracchi: Überhaupt nicht. Wir haben jahrelang in einem Wohnmobil gelebt, wir waren monatelang in Asien und auf Guadeloupe. Dass man den Output kontinuierlich steigert, war nie der Gedanke.
SPIEGEL: Haben Sie irgendwann gedacht, jetzt sollte ich besser aufhören?
Beltracchi: Erst ganz zum Schluss. Ich habe ja noch einen Derain und einen Léger gemalt, und da ahnte ich schon, das sind vielleicht die letzten zwei.
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2006 lieferten die Beltracchis einen Heinrich Campendonk mit dem Titel "Rotes Bild mit Pferden" im Kunsthaus Lempertz ein. Auf der Rückseite hatte Beltracchi Aufkleber der "Sammlung Flechtheim", der Galerie "Der Sturm" und vom "Kunstsalon Emil Richter" angebracht.
Der Maler Heinrich Campendonk, 1889 in Krefeld geboren und 1957 in Amsterdam gestorben, gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zur Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". Er war befreundet mit Künstlern wie August Macke, Franz Marc, Paul Klee, Wassily Kandinsky, 1934 emigrierte er nach Belgien. Ein Bild mit dem Titel "Rotes Bild mit Pferden" existiert tatsächlich im Werkverzeichnis, allerdings ohne Abbildung und Angaben zu Maßen und Verbleib.
Vereinbart war, dass eine Expertise erstellt werden sollte. Im November 2006 wurde das Bild für insgesamt 2,88 Millionen Euro von der maltesischen Firma Trasteco ersteigert. Es war das höchste Auktionsergebnis jenes Jahres in Deutschland. Weil die Expertise jedoch fehlte, veranlassten die neuen Besitzer eine naturwissenschaftliche Untersuchung. Das Ergebnis bekamen sie 2008: Auf der Leinwand fanden sich Spuren von Titanweiß, einem Pigment, das Campendonk nicht benutzt haben konnte, weil es das damals noch nicht gab. Die Anwältin reichte Klage ein beim Landgericht auf Rückzahlung des Kaufpreises. Unterschiedliche Gutachten mit unterschiedlichen Ergebnissen folgten. 2010 schließlich erstattete die Anwältin Strafanzeige. Am 27. August werden Wolfgang und Helene Beltracchi in Freiburg verhaftet und kommen bis zum Prozess im Oktober 2011 in U-Haft.
Während der 14 Monate zeichnet Beltracchi Porträts seiner Mithäftlinge, nach Umschluss schreiben die beiden sich Briefe. "7000 oder 8000 Seiten insgesamt", sagt er. Zurzeit sind sie noch ein letztes Mal für zehn Tage auf ihrem Weingut in Frankreich, zusammen mit ihrem Anwalt, der auf Geheiß des Richters dabei sein soll, weil immer noch ein Rest an Fluchtgefahr bestehe. Danach beginnt die Haft.
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SPIEGEL: War das "Rote Bild mit Pferden" Ihr größter Fehler?
Beltracchi: Was heißt Fehler? Naturwissenschaftliche Untersuchungen waren damals noch relativ neu. Nur zwei Dinge dazu: Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind immer interpretierbar. Und: Es ist kein Problem, Bilder so zu malen, dass diese Untersuchungen nicht greifen. Die würden über Jahre nichts entdecken können. Damals habe ich darauf nicht so geachtet.
SPIEGEL: Aber wie kam das Titanweiß auf die Leinwand?
Beltracchi: Ich hatte immer ein Zinkweiß verwendet, absolut üblich zu Campendonks Zeit. Normalerweise habe ich mir das selbst gemischt, aber mir fehlten Pigmente. Deswegen nahm ich ein Zinkweiß aus einer Tube, ein Produkt aus Holland, auf dem leider nicht stand, dass dort auch ein bisschen Titanweiß drin ist. Die Sache flog also nur wegen einer falsch etikettierten Tube auf.
SPIEGEL: Ein Experte fand dann auch heraus, dass es diese Galerieaufkleber in Wahrheit nicht gegeben hat.
Beltracchi: Diese Eigenkreationen waren natürlich Blödsinn.
SPIEGEL: Warum haben Sie nicht authentische benutzt?
Beltracchi: Keine Lust. Es war ein Jux. Ich dachte auch, dass das nur ein-, zweimal durchgeht.
SPIEGEL: Seit ungefähr 2003 kamen auch immer mehr Anfragen nach Belegen für Ihre erfundene Jägers-Sammlung. Im Nachhinein kann man sagen, dass sich die Schlinge zuzog. Sie haben dann irgendwann nicht nur Bilder gefälscht, sondern auch Fotos, um die Echtheit Ihrer Fälschungen zu untermauern.
Beltracchi: Ja. Wir wurden gefragt, ob es nicht alte Familienfotos gibt, auf denen die Gemälde zu sehen sind. Na klar, gibt es die. Ich habe mir eine alte Fotokamera besorgt, diese großen Pappteile aus den zwanziger Jahren, dazu alte Filmrollen, Vergrößerer, Schalen, alles, was der Flohmarkt so hergab. Das Schwierigste war das Papier.
Helene Beltracchi: Und ich hab mir ein Blüschen angezogen, wie es die Omas immer getragen haben.
Beltracchi: An den Wänden hingen Fotokopien der Fälschungen, die Bilder hatten wir nicht mehr, die waren ja verkauft.
SPIEGEL: Sie haben auch noch ein Foto gemacht, das eine Ausstellung in der Galerie Flechtheim im Jahr 1928 zeigen soll.
Beltracchi: Ich habe sogar die Fußleisten der Galerie nachgebaut, obwohl die auf dem Foto später gar nicht zu sehen sind. Die Bilder der Stillleben-Ausstellung habe ich in Schwarzweiß ausgedruckt, in Originalgröße, und in alte Rahmen geklebt - und die Kopie meines Léger einfach dazwischengehängt.
SPIEGEL: Wie haben Sie eigentlich von dem Titanweiß-Gutachten erfahren?
Beltracchi: Durch Hanstein, den Chef vom Kunsthaus Lempertz.
Helene Beltracchi: Wir waren davon ausgegangen, dass Hanstein vor der Versteigerung des Bildes eine Expertise hat erstellen lassen. Aber das hatte er nicht.
Beltracchi: Der hat es versiebt.
SPIEGEL: Das Gutachten wurde im März 2008 erstellt. Da wussten Sie, es geht in die Schlusskurve?
Beltracchi: Ja.
SPIEGEL: Und Ihr Plan?
Beltracchi: Es gab keinen. Andere haben uns geraten, die Häuser zu verkaufen und weg! Aber das kam und kommt für uns nicht in Frage.
SPIEGEL: Sie erzählen das so nüchtern, Sie müssen doch sehr nervös gewesen sein.
Beltracchi: Waren wir.
Helene Beltracchi: Möglicherweise hat das mit meiner Krebserkrankung ein paar Jahre zuvor zu tun. Ich bin dem Teufel schon mal von der Schippe gehüpft. Und natürlich gab es auch eine Zeitlang Hoffnung. Den Zivilprozess hätten wir vermutlich gewonnen. Aber dann stellten die Anwälte der Käufer Strafanzeige.
SPIEGEL: Hat der Kunsthistoriker Werner Spies tatsächlich insgesamt 400 000 Euro von Ihnen für die Expertise von sieben Max-Ernst-Fälschungen bekommen?
Beltracchi: Gut möglich.
SPIEGEL: Er fand es ganz normal, für eine Expertise acht bis neun Prozent des Verkaufspreises zu nehmen?
Beltracchi: Ja, das fand er. Für manch einen tut es mir leid, für manch einen wiegt meine Entschuldigung vielleicht nicht so schwer wie seine Gier.
SPIEGEL: Würden Sie sagen, der Kunstmarkt ist korrupt?
Beltracchi: Nicht korrupter als ich. Das war mir schon ganz früh klar.
SPIEGEL: Sie haben am Ende noch versucht, diesen Léger und diesen Derain zu platzieren. War das nicht riskant?
Beltracchi: Wir waren uns unsicher, weil wir wussten, dass es langsam komisch wird. Aber wir wollten mit dem Geld den Campendonk von dieser maltesischen Firma zurücknehmen. Und mit dem Rest des Geldes einen Palazzo in Venedig kaufen. Ein schöner Traum, oder?
Helene Beltracchi: Uns wurden noch relativ spät jeweils fünf Millionen Euro für die Bilder geboten. Als es dann kritisch wurde, haben sich die Interessenten natürlich rausgezogen. Unser zivilrechtlicher Anwalt hat sogar mit den Kripo-Leuten gesprochen und ihnen mitgeteilt, dass wir zur Verfügung stünden. Aber die wollten, glaube ich, die große Shownummer.
SPIEGEL: Es war Ihnen klar, dass das alles im Gefängnis enden würde?
Beltracchi: Logisch. Ich bitte Sie. Nachdem die nicht mit uns reden wollten, haben wir unser Haus in Frankreich aufgeräumt und sind dann nach Deutschland, nach Freiburg, gefahren. Da war schon bei unserem Sohn durchsucht worden. Meine Frau hatte dem durchsuchenden Beamten am Telefon gesagt: Machen Sie ein Siegel drauf, wir kommen am Freitag. Die Ermittler haben uns dann, als wir in Freiburg ankamen, sogar noch ins Haus reingelassen, und als wir später zum Abendessen fuhren, folgten sie uns, sperrten Straßen, mit Hunden und Mannschaftswagen, und zückten ihre Waffen. Die haben sogar die Kinder ans Auto gestellt. Als ob wir Terroristen wären.
Helene Beltracchi: Dann fragten die Ermittler nach Waffen. Sind Pinsel Waffen?
SPIEGEL: Und die Kinder?
Helene Beltracchi: Wussten von nichts. Die standen da im Regen und waren völlig entsetzt. Wolfgang hat immer nur gemalt, wenn die Kinder in der Schule waren.
SPIEGEL: Die Anzahl der Bilder wollen und können Sie nicht verraten. Aber wie viele Künstler waren es?
Beltracchi: Ungefähr 50 in meinem gesamten Leben.
SPIEGEL: Wissen Sie eigentlich, wo Ihre Bilder jetzt überall sind?
Beltracchi: Nein.
SPIEGEL: Vielleicht fallen sie demnächst in dem einen oder anderen Museum von der Wand?
Beltracchi: Lassen wir sie doch hängen. Wäre es nicht reine Eitelkeit, wenn ich Ihnen jetzt sagen würde, wo noch welche hängen könnten?
SPIEGEL: Unter einem umfassenden Geständnis stellt man sich etwas anderes vor.
Beltracchi: Moment mal. Ich habe ein Geständnis abgelegt zu den Bildern, die Gegenstand des Prozesses waren. Ansonsten: Wenn die Kripo mich damals gefragt hätte, hätte ich den Ermittlern gesagt, wo die Bilder sind, soweit ich es weiß.
Helene Beltracchi: Wenn jemand vermutet, dass bei ihm zu Hause ein Beltracchi hängt, dann soll er sich melden.
Beltracchi: Und er bekommt eine ehrliche Antwort.
SPIEGEL: Haben Sie jedes Bild im Kopf, das Sie gefälscht haben?
Beltracchi: Jedes. Dort sind auch die 300 000, 400 000 Bilder drin, die ich mir in meinem Leben angeschaut habe. Man hat ganz schön Platz da oben.
SPIEGEL: Würden Sie noch immer fälschen?
Beltracchi: Ich hätte schon ein paar Maler in Reserve. Aber mich hat es mehr und mehr gestört, meine Bilder falsch zu signieren. Ich hatte auch irgendwie keine Lust mehr. Ich fühlte mich nicht mehr wohl.
SPIEGEL: Genug Lücken in der Kunstgeschichte gäbe es?
Helene Beltracchi: Das Internet macht es viel schwerer, diese Lücken zu finden. Alles ist dokumentiert. Und für die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg ist es geradezu unmöglich. Dieser amerikanische Fall, der Ende des vorigen Jahres gemeldet wurde, gefälschte Pollocks, de Koonings, Rothkos, das kann nicht funktionieren.
Beltracchi: Das hätte ich auch malen können. Nichts leichter als ein Pollock.
SPIEGEL: Mangelndes Selbstbewusstsein ist nicht Ihr Problem.
Beltracchi: Nein. Ich kann alles malen. Leonardo? Natürlich. Aber warum? Kann man nicht verkaufen.
SPIEGEL: Was ist Ihre beste Arbeit?
Beltracchi: Die waren eigentlich alle gut. Das große Waldbild nach Max Ernst, das fand ich sehr schön. Und auch einen Campendonk, diese Widmung an Else Lasker-Schüler, ein Bild, das es wirklich gegeben hat, das aber verschollen ist. Ich hatte in der Gesamtausgabe bei Suhrkamp, Band 3,1, Seite 104, ein Prosastück von ihr gefunden, zwei, drei Seiten nur, es heißt "Künstler", da habe ich Elemente für das Gemälde rausgenommen. Mich würde interessieren, wie das echte ausgesehen hat.
SPIEGEL: Es gibt Kunstkritiker, die Ihre Fälschungen zur Konzeptkunst erklären, weil Sie damit die Absurditäten des Kunstmarkts thematisieren.
Helene Beltracchi: Damien Hirst sagt, der Kunstmarkt selber ist Kunst. Der legt seine Serienbilder auf den Tisch oder seinen Diamantschädel: Leute, ich verarsche euch jetzt. Und die Leute machen mit.
SPIEGEL: Der Kunstmarkt entscheidet darüber, was Kunst ist und was nicht. Gäbe es einen anderen Weg?
Beltracchi: Keine Ahnung. Sie sprechen ja immer über Moral.
SPIEGEL: Na und?
Beltracchi: Müssten Sie sich denn nicht fragen, wie es sein kann, dass Gerhard Richter sich selbst öffentlich darüber mokiert, dass ein Bild zwölf Millionen Euro kostet? Der Markt ist bereit, diese Summen zu zahlen. Nur derjenige, der am Ende der Kette steht, zahlt die gesamte Zeche.
SPIEGEL: Sie haben kräftig daran verdient.
Beltracchi: Ja, und ich kann nur sagen, dass ich mich nicht schämen würde, eigene Kunst ganz teuer zu verkaufen.
SPIEGEL: Würden Sie selbst viel Geld für das Bild eines Künstlers ausgeben?
Beltracchi: Die erste Frage wäre: Könnte ich das nicht selber malen? Die zweite: Gibt es überhaupt eins, das ich möchte? Jeder Mensch hat Bilder im Kopf, die ihm wichtig sind. Die Geburt meiner Tochter, das ist zum Beispiel ein Bild, oder als ich das erste Mal meine Frau gesehen habe. Bilder der Liebe kann man nicht malen, sondern sich nur vorstellen. Also: Ich brauche kein Bild eines anderen Künstlers. Ich habe genug eigene.
SPIEGEL: Malen Sie gerade?
Beltracchi: Ja. Und ich signiere die Bilder mit Beltracchi.
SPIEGEL: Was malen Sie?
Beltracchi: Weiterhin klassische Moderne, aber mit Porträtfotos von mir kombiniert. Ich bin auch dabei, zwei große eigene Werke fertigzustellen, die ich vor der Verhaftung begonnen hatte, sowie ein Skulpturen-Triptychon. Vor allem male ich jetzt richtig groß. Die Bilder waren früher eher klein, maximal 80 mal 100, das war immer ein bisschen pingelig. Ein großes Bild zu malen ist einfach geiler.
SPIEGEL: Es gibt Leute, die das kaufen wollen?
Beltracchi: Ja. Das sind die gleichen, die auch sonst teure Kunst kaufen. Aber ich habe nicht so viel Bock zu malen, um damit die Schulden abzubezahlen. Das ist wie Auftragsarbeit. Ich muss es trotzdem.
SPIEGEL: Lieben Sie Kunst?
Beltracchi: Ich liebe meine Frau. Kunst finde ich schön.
SPIEGEL: Sind Sie ein Künstler?
Beltracchi: Natürlich.
SPIEGEL: Was ist ein Künstler?
Beltracchi: Einer, der Kunst macht.
SPIEGEL: Aber wann ist etwas Kunst?
Beltracchi: Für den Zyniker definiert sich Kunst über Geld. Das ist natürlich eine ganz traurige Aussage. Ein Künstler aber ist jemand, der kreativ tätig ist. Lesen Sie mal ein Buch von Beuys. Dann wissen Sie überhaupt nicht mehr, was Kunst ist.
SPIEGEL: Frau Beltracchi, Herr Beltracchi, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Leserbrief zu Nr. 10/2012, SPIEGEL-Gespräch mit dem Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi und dessen Frau Helene
Ihre bisherige Berichterstattung über die Beltracchi-Bande hat uns beeindruckt. Umso befremdlicher ist es, dass W. Beltracchi nun die Gelegenheit erhält, seine Selbstgefälligkeit in so epischer Breite darzustellen. Widersprechen müssen wir dem Artikel, wenn Beltracchi als unser Geschäftspartner dargestellt wird. Wir kennen Beltracchi nur aus den Medien und dem Gerichtssaal, zu keiner Zeit bestand Kontakt zu ihm. Die Schwestern H. Beltracchi und J. Spurzem hatten die Existenz eines (malenden) Ehemannes wohlweislich verschwiegen. Es ist falsch, wenn der Fälscher behauptet, vor der Auktion eine Expertise bestellt zu haben. Wir haben natürlich vor der Aufnahme des Gemäldes in den Katalog externen Expertenrat eingeholt und den Sohn von Heinrich Campendonk konsultiert; dieser war von der Echtheit des Bildes überzeugt. Nach der Auktion hat die Werkverzeichnisbearbeiterin in Kenntnis eines Materialgutachtens ihre Expertise erstellt.
Henrik Hanstein, Köln
Kunsthaus Lempertz
Das Gespräch führten die Redakteure Lothar Gorris und Sven Röbel.
Von Gorris, Lothar, Röbel, Sven

DER SPIEGEL 10/2012
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