Die beiden deutschen Geiseln, die in Äthiopien entführt waren, sind offenbar durch diplomatische Bemühungen der Bundesregierung freigekommen - und anders als bei vielen Entführungen ohne Lösegeldzahlung. Der Krisenstab im Auswärtigen Amt hatte parallel mit dem Diktator Eritreas, Isayas Afewerki, sowie äthiopischen Stammesältesten verhandelt, die jeweils versprochen hatten, Emissäre zu den Entführern zu entsenden. Nach eigenem Bekunden gehören die Kidnapper zum Stamm der Afar und hatten die Deutschen im Januar in der Danakil-Wüste verschleppt. Eine Delegation äthiopischer Stammesältester bewegte die Afar nun zur Freilassung der Geiseln. Den beiden Deutschen geht es den Umständen entsprechend gut. Zugespitzt hat sich dagegen die Lage eines entführten deutschen Ingenieurs in Nordnigeria. Bei einer missglückten Befreiungsaktion nigerianischer und britischer Spezialkräfte am vergangenen Donnerstag kamen in dem Land zwei Geiseln ums Leben. Von dem Deutschen, der in Kano auf der Straße entführt worden war, fehlt jede Spur.
DER SPIEGEL 11/2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.