Die Kelten waren äußerst trinkfest und kleideten sich gern auffällig und farbenfroh. Die Zeitgenossen schilderten es, und die Archäologin Bettina Arnold von der University of Wisconsin in Milwaukee machte nun auch entsprechende Funde. Bei der Untersuchung von 2600 Jahre alten Gräbern des frühkeltischen Fürstensitzes Heuneburg am Oberlauf der Donau fand die Ausgräberin Bier- und Met-Kessel - einen davon sogar noch vollständig intakt. Die Kleidung inspizierten die Forscher mit Hilfe einer unkonventionellen Methode: Sie gruben die Toten nicht aus, sondern bargen sie in Blöcken mit dem gesamten Erdreich und schoben sie in den Computertomografen. Statt Schnallen und Ösen einzeln aus dem Boden zu holen, konnten sie nun in dreidimensionaler Darstellung sehen, wie die Kelten diese am Gewand trugen. Dabei entdeckten die Archäologen bei mehreren Frauen Ledergürtel mit Tausenden kleiner Bronzenieten darauf. "Ich nenne sie die eisenzeitlichen Biker-Bräute", sagt Ausgräberin Arnold. An der Metalllegierung klebten noch Stoffreste - genug für die Forscher, um die Farben und Muster der Textilien bestimmen zu können. Ihr Befund: Die Damen liebten besonders Knallrot.
DER SPIEGEL 14/2012
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