Sämtliche Hausrinder unserer Zeit gehen auf einen Bestand von etwa 80 weiblichen Auerochsen zurück, die vor rund 10 500 Jahren im Nahen Osten lebten. Zu dieser Erkenntnis gelangten Wissenschaftler um die Anthropologin Ruth Bollongino von der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität. Die Experten untersuchten DNA aus Knochenresten von Rindern, die bei Grabungen in Iran geborgen wurden. Beim Vergleich fand Bollonginos Team nur geringe genetische Unterschiede zwischen den heutigen Rindern Europas und ihren steinzeitlichen Vorfahren in Iran. Trotzdem gehen die Forscher davon aus, dass die Rinder einst, anders als die domestizierten Tiere der Gegenwart, recht ungestüme Kreaturen waren, die erst mühevoll gebändigt werden mussten. Die Ergebnisse der Studie erscheinen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Molecular Biology and Evolution".
DER SPIEGEL 14/2012
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