07.04.2012

FERROSTAALKuhhandel um Honorar

Der Ferrostaal-Konzern hat in der Korruptionsaffäre um den Verkauf von U-Booten die Anwaltshonorare für zwei ehemalige Manager des Unternehmens übernommen. Sie waren im Dezember wegen Bestechung ausländischer Amtsträger zu jeweils zwei Jahren auf Bewährung, sowie einer Geldstrafe in fünfstelliger Höhe verurteilt worden. Der frühere Vorstand und der Ex-Prokurist sollen Amtsträger in Griechenland und in Portugal mit 62 Millionen Euro geschmiert haben, um an lukrative U-Boot-Aufträge zu gelangen. Für die Zusage ihres früheren Arbeitgebers, die Anwaltskosten zu übernehmen, mussten die beiden schriftlich versichern, nicht gegen ihre Urteile in Revision zu gehen. In einem internen Papier dazu heißt es, das Unternehmen habe "großes Interesse daran, dass die Verurteilung sobald wie möglich rechtskräftig wird". Das Münchner Landgericht hatte, ebenfalls im Dezember, Ferrostaal im Rahmen der Gewinnabschöpfung aus den U-Boot-Geschäften zu einem Bußgeld von rund 140 Millionen Euro verdonnert. Dieser Deal wäre durch eine Revision der Manager in Gefahr geraten. Die Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, in diesem Falle Rechtsmittel gegen die vom Gericht verhängte Unternehmensbuße einzulegen. Für Ferrostaal, so heißt es, sei es "von großer Bedeutung, dass das Strafverfahren nicht mit einer höheren Geldbuße endet". Daher war der Konzern offenbar bereit, seinen Ex-Mitarbeitern "das Recht auf Revision abzukaufen", wie ein mit dem Verfahren vertrauter Anwalt sagt. Allerdings war die Übernahme der Kosten gedeckelt - auf jeweils 715 000 Euro.

DER SPIEGEL 15/2012
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