04.01.1999

MEDIZIN

Jungbrunnen durch Kastration

Erst in den letzten Jahrzehnten haben die Mediziner erkannt, daß die Thymusdrüse, ein hinter dem Brustbein liegendes, nach der Pubertät schrumpfendes Sekretionsorgan, durch die Produktion bestimmter T-Zellen eine zentrale Rolle im körpereigenen Abwehrsystem spielt. Nun haben australische Ärzte (an Mäusen) und US-Ärzte (an Menschen) den Nachweis erbracht, daß die Thymusdrüse auch nach der Pubertät T-Zellen produziert, allerdings in stark verringertem Umfang. So lassen sich, auch bei immungeschädigten Aidspatienten, die T-Zellen wieder vermehren, wenn die HI-Viren durch starke Chemotherapeutika vorher weitgehend ausgeschaltet werden. Die Australier versetzten ihre Mäuse durch chemische Kastration wieder in einen vorpubertären Zustand. Die Eunuchen-Mäuse kurbelten ihre T-Zellen-Herstellung an, und "der Thymus gewann sein jugendliches Aussehen zurück", berichten die Forscher.


DER SPIEGEL 1/1999
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