04.01.1999

GESTORBENJan Meyerowitz

85. Ein Multitalent war der in Breslau geborene Flachsfabrikantensohn: Einerseits ganz in der Musik zu Hause und als Dirigent, Pianist und Komponist erfolgreich, konnte er auch von der Sprache nicht lassen und brillierte als Schriftsteller ("Der echte jüdische Witz"), Musikhistoriker und Radiomoderator. In Berlin studierte er Musik bei Alexander Zemlinsky, der auch Lehrer von Arnold Schönberg war. 1933 ging er, aufgrund seiner jüdischen Herkunft verfolgt, mit Empfehlungsschreiben nach Rom und studierte "morgens Konsonanzen bei Respighi, abends Dissonanzen bei Casella". Nach Jahren auf der Flucht und in Internierungslagern in Belgien und Frankreich übersiedelte er 1946 in die USA. Dort machte er sich einen Namen als Opernkomponist mit dem "Mulatten" ("The Barrier"), einem antirassistischen Bekenntniswerk, das Anfang 1996 in Darmstadt mit Erfolg wiederaufgeführt wurde. Sieben weitere Opern ("Winterballade", "Die Doppelgängerin") folgten. Jan Meyerowitz starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am 15. Dezember im französischen Colmar.

DER SPIEGEL 1/1999
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Jan Meyerowitz

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