04.06.2012

Made in Germany

Die Bundesrepublik exportiert U-Boote nach Israel, über deren technische Ausrüstung seit Jahren spekuliert wird. Experten in Deutschland und in Jerusalem bestätigen nun: Die Schiffe sind mit Atomsprengköpfen bewaffnet. Und Berlin weiß das seit langem.
Der Stolz der israelischen Marine wiegt sanft in der Dünung des Mittelmeers, auf der Wasseroberfläche spiegelt sich die Silhouette des Karmel-Gebirges. Wer auf die "Tekuma" möchte, muss am Pier des Hafenbeckens von Haifa einen Steg aus Holz passieren, um in einen Tunnelschacht zu steigen, der in das Innere des U-Boots führt. Der für Besucher zuständige Marineoffizier, ein sehniger Mann in den Vierzigern, der seine Augen hinter einer Ray-Ban-Sonnenbrille verbirgt, federt die Stufen hinab. Als er das Unterdeck erreicht, dreht er sich um und sagt: "Willkommen auf der 'Tekuma', willkommen auf meinem Spielzeug."
Er schiebt einen Riegel zurück und öffnet den Kühlschrank. Zucchini lagern dort, eine Palette Joghurtbecher und eine Zwei-Liter-Flasche Cola light. Die "Tekuma" ist erst im Morgengrauen von einer geheimen Mission zurückgekehrt.
Der Marineoffizier, dessen Namen die Militärzensur unter Verschluss hält, führt die Besucher vorbei an ein paar Kojen, entlang an Gestängen aus Stahl. Die Luft riecht verbraucht wie im Wohnzimmer einer Männer-WG. Mitschiffs weitet sich der Gang zu einer Kommandozentrale, deren Arbeitsplätze um ein Periskop gruppiert sind. Der Seemann bleibt stehen und zeigt auf eine Reihe von Bildschirmen, neben denen Firmenschilder von Siemens und von der Bremer Elektronikschmiede Atlas angeschraubt sind.
"Combat Information Center" nennen die Israelis die Kommandozentrale, sie ist das Herzstück des U-Boots, in dem sämtliche Informationen zusammenlaufen und alle Operationen geleitet werden. Von zwei Ledersesseln aus wird das Schiff gesteuert, es sieht aus wie im Cockpit eines Kleinflugzeugs. Ein rot leuchtendes Display zeigt an, dass der Kiel derzeit 7,15 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.
"Das alles ist in Deutschland gebaut worden, nach israelischen Vorgaben", sagt der Marineoffizier, "auch die Waffensysteme." Die "Tekuma" ist 57 Meter lang und 7 Meter breit, ein in THW-blau gestrichenes Prunkstück an Präzisionsarbeit made in Germany, genauer: Präzisionsarbeit, die zum Atomwaffeneinsatz geeignet ist.
Denn die Unterseeboote bergen tief in ihrem Inneren, auf Deck 2 und 3, ein Geheimnis, das selbst in Israel nur wenige Eingeweihte kennen: nukleare Sprengköpfe, klein genug, um auf einen Marschflugkörper montiert zu werden, aber explosiv genug, um einen Atomschlag mit verheerenden Folgen auszuführen. Dieses Geheimnis zählt zu den bestgeschützten der modernen Militärhistorie. Wer in Israel offen darüber spricht, riskiert eine hohe Gefängnisstrafe.
Recherchen des SPIEGEL in Deutschland, Israel und den USA, bei noch amtierenden und ehemaligen Ministern, bei beteiligten Militärs, Rüstungsingenieuren sowie Geheimdiensten lassen nun keinen Zweifel mehr: Mit Hilfe der maritimen Technik aus Deutschland ist es Israel gelungen, sich ein schwimmendes Atomwaffen-Arsenal zuzulegen. Aus U-Booten sind A-Boote geworden.
Nie zuvor durften ausländische Journalisten auf eines der Kampfschiffe steigen. In ungewöhnlicher Offenheit waren hochrangige Politiker und Soldaten des Judenstaates nun aber bereit, über die Bedeutung der deutsch-israelischen Rüstungskooperation und über Deutschlands Rolle zu sprechen, wenn auch zumeist unter der Bedingung der Anonymität. "Am Ende ist es ganz einfach", sagt der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak, "Deutschland hilft, Israels Sicherheit zu verteidigen. Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben."
Andererseits lag über der Recherche, soweit sie in Israel stattfand, der Bann der Zensur. Zitate von israelischen Gesprächspartnern mussten dem Militär ebenso vorgelegt werden wie die Bilder des Fotografen. Nachfragen nach den nuklearen Fähigkeiten Israels, an Land oder zu Wasser, sind tabu. Und Deck 2 und 3, dort, wo die Waffen lagern, blieben dem Besucher verschlossen.
In der Bundesrepublik ist die militärische Aufbauhilfe bei den U-Booten seit rund 25 Jahren umstritten, sie beschäftigte Öffentlichkeit und Parlament. Die Kanzlerin fürchtet die gesellschaftliche Debatte - so, wie sie Literaturnobelpreisträger Günter Grass mit einem israelisch-kritischen Gedicht zuletzt neu entfachte. Angela Merkel besteht auf Geheimhaltung, sie will nicht, dass Details des Deals publik werden. Bis heute beharrt die Bundesregierung darauf, über die Ausrüstung mit Atomwaffen nichts zu wissen.
Doch nun räumen ehemalige deutsche Spitzenbeamte die atomare Dimension erstmals ein: "Ich bin von vornherein davon ausgegangen, dass die U-Boote nuklearfähig sein sollen", sagt Hans Rühle, Ende der achtziger Jahre Chef des Planungsstabs im deutschen Verteidigungsministerium. Auch Lothar Rühl, seinerzeit Staatssekretär auf der Hardthöhe, hat nie daran gezweifelt, dass "Israel auf den Schiffen Nuklearwaffen stationiert". Und Wolfgang Ruppelt, in der entscheidenden Phase Rüstungschef im Verteidigungsministerium, gibt an, ihm sei sofort klar gewesen, dass die Israelis die Schiffe als "Träger für Waffen wollten, die ein kleines Land wie Israel an Land nicht stationieren kann". Noch deutlicher werden deutsche Spitzenbeamte im Schutz der Anonymität: "Die Boote dienten von Anfang an vornehmlich dem Zweck der nuklearen Ausrüstung", sagt ein zuständiger Ministerialer.
Die Flugkörper für die Kernwaffen-Option, so sagen es Insider, sind in der israelischen Waffenschmiede Raphael gebaut worden. Es handle sich um eine Weiterentwicklung des Marschflugkörpers vom Typ "Popeye Turbo SLCM", die eine Reichweite von etwa 1500 Kilometern haben sollen und mit einem bis zu 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf Iran erreichen könnten. Die nukleare Ladung stammt aus der Negev-Wüste, wo Israel seit den sechziger Jahren in Dimona einen Reaktor und eine unterirdische Anlage zur Plutoniumgewinnung betreibt. Wie ausgereift die israelischen Marschflugkörper sind, ist umstritten. Deren Entwicklung ist ein komplexes Projekt, öffentlich ruchbar wurde nur ein einziger Test, den die Israelis vor der Küste Sri Lankas durchgeführt haben sollen.
Die U-Boote sind die militärische Antwort auf die Bedrohung in einer Region, "in der es keine Gnade für die Schwachen gibt", wie Verteidigungsminister Barak sagt. Sie sind eine Versicherung gegen die Urangst der Israelis, dass "die Araber uns morgen schlachten könnten", wie es der Staatsgründer David Ben-Gurion formulierte. "Nie wieder", das war die Lehre, die Ben-Gurion und andere aus Auschwitz zogen: "Nie wieder lassen wir uns wie Lämmer zur Schlachtbank führen."
Mit Kernwaffen ausgerüstet, sind die U-Boote ein Signal an jeden Gegner, dass der Judenstaat selbst im Fall eines atomaren Angriffs nicht völlig wehrlos wäre, sondern mit der ultimativen Vergeltungswaffe zurückschlagen könnte. Die U-Boote sollten "garantieren, dass der Feind sich nicht verlockt fühlt, präventiv mit nichtkonventionellen Waffen zuzuschlagen, und doch ungestraft davonkommt", so hat es der israelische Admiral Avraham Bozer ausgedrückt.
Atomare Zweitschlagskapazität heißt diese Variante eines Wie-du-mir-so-ich-Dir, in der Hunderttausende Tote mit ebenso vielen Opfern vergolten würden. Es ist eine Strategie, wie sie die USA und Russland im Kalten Krieg praktizierten, indem sie stets einen Teil ihres nuklearen Arsenals auf U-Booten in Bereitschaft hielten. Für Israel, das so groß wie Hessen ist und mit einem atomaren Schlag ausgelöscht werden kann, ist die Absicherung seines Drohpotentials existentiell. Zugleich trägt das nukleare Arsenal dazu bei, dass Staaten wie Iran, aber auch Syrien und Saudi-Arabien angst- und neidvoll auf die atomaren Kapazitäten Israels blicken und ihrerseits den Bau von Nuklearwaffen erwägen.
Umso mehr stellt sich für die Bundesrepublik die Frage nach ihrer weltpolitischen Verantwortung. Darf Deutschland, das Land der Täter, Israel, dem Land der Opfer, beim Aufbau einer Atomwaffenstreitmacht helfen, die geeignet ist, Hunderttausende Menschenleben auszulöschen?
Fördert Berlin fahrlässig ein Wettrüsten in Nahost? Oder muss Deutschland vielleicht sogar, als historische Verpflichtung aus den Verbrechen der Nationalsozialisten, eine Verantwortung übernehmen, die "Teil der Staatsräson" geworden ist, wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel im
März 2008 in einer Rede vor der Knesset bekannte? "Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar", erklärte Merkel vor den Abgeordneten. Die Tücken einer solchen bedingungslosen Solidarität hat der neue Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Antrittsbesuch in Jerusalem in der vergangenen Woche angesprochen: "Ich will mir nicht jedes Szenario ausdenken, das die Bundeskanzlerin in enorme Schwierigkeiten bringt, ihren Satz, dass die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson ist, politisch umzusetzen."
Für die Bundesregierung gilt von jeher eine ungeschriebene Lex Israel, die inzwischen ein halbes Jahrhundert und alle Regierungswechsel überdauert hat und die der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder 2002 auf den Punkt brachte: "Ich will ganz unmissverständlich sagen: Israel bekommt das, was es für die Aufrechterhaltung seiner Sicherheit braucht."
Franz Josef Strauß und der Beginn der Rüstungskooperation
Wer dieser Logik folgt, ist oft auch bereit, das Rüstungsexportrecht zu verletzen. Seit Konrad Adenauer schummelten deutsche Regierungschefs diverse Militärgeschäfte mit Israel am Parlament vorbei, hielten den zuständigen Bundessicherheitsrat außen vor oder brachten, wie der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU), explosives Gerät schon mal persönlich vorbei. So geschehen Anfang der sechziger Jahre, als Strauß mit einer Limousine bei der israelischen Mission in Köln vorfuhr und einem Verbindungsoffizier des Mossad einen in einen Mantel eingewickelten Gegenstand überreichte, "für die Boys in Tel Aviv". Es war das neue Modell einer Panzergranate.
Heikel war die Rüstungskooperation unter jedem Kanzler. So fürchtete Bonn während des Kalten Krieges, es könne die arabische Welt an die DDR verlieren, wenn es offen mit Israel paktierte. Später kam die Angst um das arabische Öl dazu, den Schmierstoff des Wirtschaftswunders.
Auch für die jeweilige Regierung in Jerusalem barg die Zusammenarbeit Brisanz. Ob und in welcher Weise der Judenstaat die Hilfe Deutschlands akzeptieren sollte, war in der israelischen Öffentlichkeit umstritten. Der spätere Premierminister Menachem Begin etwa, der durch den Holocaust einen Großteil seiner Familie verloren hatte, sah in der Bundesrepublik nur das "Land der Mörder". Bis heute laufen die Finanzhilfen für Israel in den meisten Fällen unter dem Begriff "Wiedergutmachung".
Umso problematischer war eine Kooperation in Rüstungsfragen. Sie begann zu Zeiten von Strauß, der früh erkannte, dass Hilfe für Israel nicht nur ein moralischer Imperativ war, sondern realpolitischer Notwendigkeit entsprang. Niemand konnte dem neuen Deutschland besser zu Ansehen verhelfen als die Überlebenden des Holocaust.
Und so traf sich Strauß im Dezember 1957 in seinem Privathaus bei Rosenheim zu einem Gespräch mit einer kleinen israelischen Delegation. Prominentestes Mitglied auf der Seite der aus Israel Angereisten war der Mann, der über die folgenden Jahrzehnte zur Schlüsselfigur der Waffengeschäfte mit der Bundesrepublik wurde und auch zum Vater der israelischen Atombombe: Schimon Peres, später Premier - und mit 88 Jahren Israels aktueller Präsident.
Heute weiß man, dass die Waffenlieferungen spätestens 1958 begannen. Der deutsche Verteidigungsminister ließ heimlich sogar Waffen und Gerät aus Depots der Bundeswehr wegschaffen und anschließend das Material bei der Polizei als gestohlen melden.
Viele der Zusendungen erreichten Israel auf Umwegen und waren als "Leihgaben" deklariert. Es handelte sich um Sikorsky-Hubschrauber, Noratlas-Transportflugzeuge, umgebaute M48-Panzer, Flugabwehrgeschütze, Haubitzen, lenkbare Panzerabwehrraketen.
Für die Lieferungen gebe es "keine klare gesetzliche oder haushaltsrechtliche Grundlage", räumte ein Beamter seinerzeit intern ein. Doch Adenauer deckte seinen Minister, und wie richtig dieser in seiner Einschätzung lag, zeigte sich 1967, als Israel einem Angriff seiner Nachbarn zuvorkam und im Sechs-Tage-Krieg einen glänzenden Sieg errang. Strauß-Freund Peres erinnerte seine Landsleute fortan daran, dass sie nicht vergessen dürften, "womit wir gewonnen haben".
Dass die deutsche Sicherheitsgarantie keine Frage der Parteipolitik war, zeigte sich sechs Jahre später, als in Bonn inzwischen der Sozialdemokrat Willy Brandt regierte - und Israel im Jom-Kippur-Krieg 1973 an den Rand einer Niederlage geriet. Obwohl sich die Bundesrepublik offiziell aus dem Krieg heraushielt, genehmigte der Kanzler persönlich Waffenlieferungen an Jerusalem, wie Brandt-Biograf Peter Merseburger berichtete. Brandts Entscheidung war nach den Erinnerungen von Beteiligten ein "Rechtsbruch", den Brandts Redenschreiber Klaus Harpprecht mit übergesetzlichem Notstand rechtfertigte. Der Kanzler habe es als "dominierende Pflicht des deutschen Regierungschefs" gesehen, jenen Staat zu retten, den die Holocaust-Überlebenden aufgebaut hatten.
Finanzierte die Bundesregierung das israelische Atomprogramm?
In den sechziger Jahren war Israel längst nicht mehr nur an konventionellem Kriegsgerät interessiert. Schon Ben-Gurion hatte Peres ein besonders sensibles Projekt anvertraut: Operation "Samson", benannt nach der biblischen Figur, die zu Zeiten gelebt haben soll, als die Israeliten durch die Philister unterdrückt wurden; jener Samson galt im Kampf als unbesiegbar, aber auch als zerstörerisch. Ziel der Operation: der Bau der Atombombe. Gegenüber den Verbündeten behaupteten die Israelis, sie benötigten billigen Atomstrom, um Meerwasser zu entsalzen. Mit dem Wasser wolle man die Negev-Wüste fruchtbar machen.
Auch die Bundesregierung wurde zunächst im Unklaren gelassen - wohl bis auf Franz Josef Strauß. Der CSU-Mann war offenbar 1961 eingeweiht worden. Das legt ein als "streng geheim" eingestufter Vermerk vom 12. Juni 1961 nahe, den Strauß nach einem Treffen mit Peres und Ben-Gurion in Paris diktierte: "Ben-Gurion ist auf die Produktion atomarer Waffen zu sprechen gekommen."
Über die Gründe des aus Polen stammenden israelischen Sozialdemokraten, ausgerechnet den bayerischen Konservativen ins Bild zu setzen, kann man nur spekulieren. Manches spricht dafür, dass Jerusalem auf finanzielle Hilfe für die Operation "Samson" hoffte.
Israel war damals klamm, der Bau der Bombe verschlang enorme Summen, und Ben-Gurion verhandelte mit Adenauer unter größter Geheimhaltung über einen Milliardenkredit. Den deutschen Verhandlungsunterlagen zufolge, die nun die Bundesregierung auf Antrag des SPIEGEL freigegeben hat, wollte Ben-Gurion das Geld ausgerechnet für eine Infrastrukturmaßnahme in der Negev-Wüste einsetzen. Auch von einer "Meerwasser-Entsalzungsanlage" war die Rede.
Pläne für eine solche atombetriebene zivile Anlage gab es tatsächlich. Und die Entwicklung der Negev-Wüste war eines der größten Projekte in der kurzen Geschichte Israels. Als der Unionsfraktionsvorsitzende Rainer Barzel in Jerusalem nachfragte, erklärten die Israelis, Wassergewinnung durch Entsalzung sei eine "epochale Aufgabe". Barzels Begleiter notierte: "Die erforderliche Atomkraft werde international kontrolliert und nicht militärisch nutzbar sein. Wir könnten da unbesorgt sein."
Aber eine atomar betriebene Entsalzungsanlage wurde nie gebaut, und was genau mit den insgesamt 630 Millionen Mark aus Deutschland passierte, die bis 1965 überwiesen wurden, ist unklar. Die Zahlungen liefen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt, deren Chef intern erklärte, die Verwendung der Mittel sei "niemals geprüft" worden. "Alles spricht dafür, dass die israelische Bombe auch mit deutschen Geldern finanziert wurde", glaubt Avner Cohen, israelischer Nuklearhistoriker am Monterey Institute of International Studies in Kalifornien.
1967 hatte Israel wohl seine erste Kernwaffe zusammengebaut. Fragen zu seinem atomaren Arsenal speiste Jerusa lem mit einer Standardformel ab, die auf Peres zurückgeht: "Wir werden nicht die Ersten sein, die im Nahen Osten Atomwaffen einführen." Diese bewusst schwammig gehaltene Formulierung ist bis heute offizielle Sprachregelung.
Gegenüber dem deutschen Verbündeten wählten die Politiker hingegen eine Ausdrucksweise, die den wahren Sachverhalt kaum verschleierte. Als im Herbst 1977 der legendäre frühere Verteidigungsminister Mosche Dajan nach Bonn kam, erzählte er Kanzler Helmut Schmidt von der Angst des ägyptischen Nachbarn, "dass Israel möglicherweise Atomwaffen benutzen könne". Dajan zeigte Verständnis für die Ägypter, ein Einsatz der Bombe gegen den Assuan-Staudamm würde auch nach seiner Einschätzung "verheerende Folgen" haben. Die Existenz einer Kernwaffe dementierte er gar nicht erst.
Die ersten U-Boote werden heimlich in England montiert
Wer aber die Bombe hat, der sucht auch nach einem sicheren Lagerungsort und einer sicheren Abschussrampe. Nach einem U-Boot zum Beispiel.
Als erste Bundeskanzler sahen sich Brandt und Schmidt in den siebziger Jahren mit dem dringenden Wunsch der Israelis nach U-Booten konfrontiert. Drei Schiffe sollten in Großbritannien nach deutschen Plänen gebaut werden, die das Industriekontor Lübeck (IKL) erstellte. Die Ausfuhr der Unterlagen erforderte jedoch eine Exportgenehmigung, und um diese zu umgehen, vereinbarte IKL mit dem Verteidigungsministerium, die Zeichnungen gleich auf dem Geschäftspapier einer britischen Werft zu fertigen und mit einer Maschine der Briten ins englische Barrow fliegen zu lassen, wo die Schiffe zusammengesetzt wurden.
Längst ging es bei der deutsch-israelischen Rüstungskooperation nicht mehr nur um die Sicherheit Israels, es war zugleich ein Bombengeschäft für die bundesrepublikanische Industrie.
1977 lief das letzte dieser ersten drei U-Boote in Haifa ein. An die nukleare Zweitschlagskapazität dachte damals niemand; erst als Anfang der achtziger Jahre mehr und mehr israelische Offiziere von US-Militärakademien zurückkehrten und von den amerikanischen U-Booten schwärmten, begann die Diskussion über eine Modernisierung der israelischen Flotte - und die nukleare Option.
Zu jener Zeit tobte ein Machtkampf in der israelischen Armee. Zwei Planungsteams entwickelten unterschiedliche Strategien für die Marine. Die eine Fraktion plädierte für neue, größere Raketenkorvetten des Typs "Saar", die zweite für den Kauf von U-Booten. Israel sei "eine kleine Insel, auf die 97 Prozent aller Güter über das Wasser gelangen", sagt Ami Ajalon, seinerzeit stellvertretender Chef der Marine und späterer Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet.
Schon damals zeichnete sich laut Ajalon ab, "dass im Nahen Osten Kurs in Richtung Atombewaffnung genommen wurde", vor allem im Irak. Dass arabische Staaten sich ernsthaft für den Bau von Kernwaffen interessieren, habe Israels Verteidigungsdoktrin verändert. "Ein U-Boot kann als taktische Waffe für verschiedene Missionen eingesetzt werden, aber im Zentrum unserer Diskussionen in den achtziger Jahren stand die Frage, ob die Marine eine zusätzliche Aufgabe erhalten sollte: die sogenannte strategische Tiefe", sagt Ajalon. "Für das Land war der Kauf der U-Boote die wichtigste strategische Entscheidung."
Strategische Tiefe. Oder: nukleare Zweitschlagskapazität.
Am Ende der Debatte benannte die Marine neun Korvetten und drei U-Boote als Bedarf - "eine größenwahnsinnige Forderung", wie der später zum Navy-Chef aufgestiegene Ajalon heute zugibt. Doch die Marinestrategen hätten die Hoffnung auf ein haushalterisches Wunder gehabt.
Oder die Hoffnung auf einen reichen Gönner, der bereit war, ein paar U-Boote zu verschenken.
Kohl und Rabin machen Israel zu einer modernen U-Boot-Macht
Die beiden Männer, die Israel schließlich in den Kreis der modernen U-Boot-Mächte katapultierten, waren Helmut Kohl und Jizchak Rabin. Rabins Vater hatte schon im Ersten Weltkrieg als Freiwilliger in der Jüdischen Legion der britischen Armee gekämpft, er selbst führte die israelische Armee 1967 im Sechs-Tage-Krieg als Stabschef zum Sieg. Nach einer ersten Amtszeit als Regierungschef Mitte der siebziger Jahre wechselte er 1984 als Verteidigungsminister ins Kabinett.
Rabin wusste, dass in Bonn erst 1982 neue "Politische Grundsätze" für den Waffenexport eingeführt worden waren. Danach durften Lieferungen "nicht zu einer Erhöhung der bestehenden Spannungen beitragen". U-Boote für Israel ermöglichte diese wachsweiche Formulierung allemal - zumal der alte Genscher-Satz galt: "Alles, was schwimmt, geht", weil von Booten aus gemeinhin nicht auf Demonstranten oder Oppositionelle geschossen wird.
Den Deutschen hatten die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst untersagt, große Unterseeschiffe zu bauen, und so hatte sich der Hoflieferant der deutschen Marine, die Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel, auf kleine, manövrierfähige Boote verlegt, die auch in der Ost- und Nordsee operieren konnten. Die Israelis suchten Schiffe, die in ähnlich flachen Gewässern navigieren konnten, entlang der libanesischen Küste zum Beispiel, wo es darum geht, auf Seerohrtiefe zu liegen, den Funkverkehr mitzuhören und die Geräusche von Schiffsschrauben mit einer bordeigenen Datenbank zu vergleichen. Die Israelis holten Angebote aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden ein, aber "die deutschen Boote waren die besten", sagt ein an der Entscheidung beteiligter Israeli.
Wenige Wochen nach dem Mauerfall 1989 gab die Bundesregierung - von der Öffentlichkeit fast unbemerkt - grünes Licht für den Bau von zwei "Dolphins", mit Option auf ein drittes Boot.
Beinahe wäre der strategische Jahrhundert-Deal dann doch noch geplatzt. Zwar hatten die Deutschen zugesagt, einen Teil der Kosten zu finanzieren, davon aber explizit die Waffensysteme ausgenommen; ein weiterer Zuschuss sollte aus den USA kommen. Aber in der Zwischenzeit hatten die Israelis eine neue Regierung gewählt, die erbittert über die Investitionen stritt.
Vor allem der im Juni 1990 ernannte Verteidigungsminister Mosche Arens bekämpfte den Vertrag - erfolgreich: Die Israelis teilten der Werft in Kiel am 30. November 1990 mit, dass sie von dem Kontrakt zurücktreten wollten.
Der Traum von der nuklearen Zweitschlagskapazität: perdu? Mitnichten.
Im Januar 1991 griffen die US-Luftstreitkräfte den Irak an, und Saddam reagierte, indem er modifizierte "Scud"-Raketen auf Tel Aviv und Haifa schießen ließ. Knapp sechs Wochen lang dauerte der Beschuss. Gasmasken, die zum Teil aus Deutschland stammten, wurden an die Haushalte verteilt. "Es war ein unfassbares Szenario", erinnert sich der heutige Verteidigungsminister Barak. In jenen Tagen seien jüdische Immigranten aus Russland in Israel eingetroffen, "denen wir noch auf dem Flughafen Gasmasken in die Hand drücken mussten, um sie vor Raketen zu schützen, die der Irak mit Hilfe der Russen und der Deutschen gebaut hatte".
Ein paar Tage nach Beginn des "Scud"-Bombardements bat im Kanzleramt ein deutscher Militär um einen Termin, legte einen geheimen Auswertebericht vor und präsentierte den Inhalt eines Beutels. Auf dem Tisch breitete er Dutzende Elektronikteile aus, Bestandteile des Steuerungswerks und des Aufschlagzünders der modifizierten "Scud"-Raketen, die eines einte: Sie waren made in Germany. Ohne deutsche Technologie keine "Scud", ohne "Scud" keine toten Israelis.
Deutschland trug wieder einmal eine Mitschuld, das war auch die Botschaft, die Hanan Alon bei einer Bonn-Visite kurz nach Kriegsbeginn gegenüber Kohl vorbrachte: "Es wäre sehr unerfreulich, wenn über die Medien herauskommen würde, dass Deutschland dem Irak geholfen hat, Giftgas herzustellen, um uns anschließend Ausrüstung dagegen zu liefern, Herr Bundeskanzler", so der hochrangige Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Alon soll, so berichten es israelische Offizielle, gedroht haben: "Sie wissen ja, dass die Worte Gas und Deutschland zusammen nicht sehr gut klingen."
Die Botschaft saß. "Israel - Deutschland - Gas" habe in der Welt einen "furchtbaren Dreiklang", warnte Außenminister Hans-Dietrich Genscher intern. Am 30. Januar 1991, zwei Wochen nach Beginn des Golfkriegs, sagte die Bundesregierung die Lieferung von Rüstungsgütern im Wert von 1,2 Milliarden Mark zu, darunter die komplette Finanzierung von zwei U-Booten mit 880 Millionen Mark. Das haushalterische Wunder war eingetreten. Israel hatte seinen Gönner gefunden.
Wer ein oder zwei U-Boote ordert, der kauft auch ein drittes, so lautet eine Weisheit der Militärs. Ein U-Boot liegt zumeist im Dock, die beiden anderen lösen sich bei den Operationen ab. "Nachdem wir die ersten beiden Boote bestellt hatten, war klar, dass wir in ein Geschäft mit Folgeaufträgen eingestiegen waren", sagt ein damaliges israelisches Kabinettsmitglied.
An einem Wintertag 1994 landete gegen 18 Uhr auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn eine Maschine der israelischen Luftwaffe, deren Passagiere über die Zukunft Israels und des Nahen Ostens reden wollten. An Bord waren Rabin, mittlerweile Premierminister, sein sicherheitspolitischer Berater sowie Mossad-Chef Schabtai Schavit. Die kleine Delegation fuhr zum Kanzlerbungalow, wo Helmut Kohl bereits mit seinem außenpolitischen Berater Joachim Bitterlich und seinem Geheimdienstkoordinator Bernd Schmidbauer wartete.
An jenem Abend diskutierten Kohl und Rabin den Weg zu einem Frieden im Nahen Osten. Gemeinsam mit Jassir Arafat und Peres hatte Rabin im selben Jahr den Friedensnobelpreis erhalten. Erstmals seit langer Zeit schien eine Einigung zwischen Juden und Palästinensern möglich, mit Deutschland als Mittler.
In Bonn sprach Rabin lange über das noch immer schwierige deutsch-israelische Verhältnis. Zum Essen überraschte Kohl dann seine Besucher, indem er Weißbier servieren ließ. Die Israelis waren begeistert. "Das Bier schmeckt toll", lobte Rabin. Das Eis war gebrochen.
An diesem Abend bat der israelische Premier die Deutschen um ein drittes U-Boot. Kohl sagte spontan zu. Gegen Mitternacht brachte Schmidbauer Rabin zurück zum Flughafen. Kohl, der die Spielregeln der Männerfreundschaft in der Politik wie kaum ein Zweiter beherrschte, ließ zu Weihnachten 1994 einen Kasten Weißbier nach Israel schicken.
Ein paar Monate nach dem Geheimbesuch von Bonn, im Februar 1995, wurde der Vertrag für U-Boot Nummer drei, die "Tekuma", unterzeichnet, bei der Deutschland 220 Millionen Mark übernahm.
Die gutgeschützten Geheimnisse der Werft in Kiel
In Kiel wird seitdem nicht nur eines der geheimsten Rüstungsprojekte der westlichen Welt vorangetrieben, es entwickelte sich auch eine spezielle Form der deutsch-israelischen Völkerverständigung. Ein halbes Dutzend Israelis arbeitet bis heute dauerhaft auf der Werft. Zwischen den HDW-Technikern und ihren Angehörigen sowie den israelischen Familien sind teils enge Freundschaften entstanden, gemeinsam werden Feste gefeiert. Bei aller Sympathie achten die Israelis jedoch stets darauf, dass kein Außenstehender an die Boote herandarf. Selbst Managern von ThyssenKrupp, das HDW 2005 übernommen hatte, wird der Zutritt verwehrt. "Das Hauptziel aller Beteiligter war es, dass es keine öffentliche Debatte über das Projekt gab, weder in Israel noch in Deutschland", sagt Ex-Marine-Chef Ajalon. Deshalb liegt bis heute ein Schleier der Geheimhaltung über allem, auch, was die Ausrüstung der Schiffe betrifft.
Zu den Besonderheiten zählt die spezielle Ausstattung der nach dem ersten Schiff benannten "Dolphin"-Klasse. Anders als herkömmliche U-Boote verfügen die "Dolphins" im stählernen Bug nicht nur über Torpedorohre von 533 Millimetern Durchmesser. Auf speziellen Wunsch der Israelis entwarfen die HDW-Techniker vier zusätzliche Rohre, die 650 Millimeter breit sind - eine Sonderkonstruktion, wie sie auf keinem anderen U-Boot der westlichen Welt zum Einsatz kommt.
Welchem Zweck dienen die großen Rohre? In einem vertraulichen Vermerk von 2006 argumentiert die Bundesregierung, diese Rohre seien eine "Option zur Verbringung von Spezialkräften und der druckfesten Stauung von deren Ausrüstung" - Kampfschwimmern zum Beispiel -, die durch den schmalen Schacht für geheime Kommandoaktionen ausgeschleust werden können. So begründen es auch die Israelis.
Vor allem in den USA wird hingegen seit langem darüber spekuliert, ob die breiteren Schächte für atomar bestückte Marschflugkörper gedacht sein könnten. Genährt wurde der Verdacht durch eine Anfrage der Israelis im Jahr 2000 nach Cruise Missiles des Typs "Tomahawk". Diese haben eine Reichweite von über 1600 Kilometern, Nuklearversionen fliegen sogar rund 2500 Kilometer weit. Washington lehnte diesen Wunsch allerdings zweimal ab. Deshalb sind die Israelis bis heute auf selbstentwickelte Marschflugkörper angewiesen - zum Beispiel "Pop-eye Turbo". Dessen Einsatz als nukleare Trägerwaffe ist in den "Dolphins" ohne weiteres möglich.
Anders als öffentlich angenommen, hat HDW die israelischen U-Boote statt mit einem Druckluft- mit einem neuartig entwickelten hydraulischen Ausstoßsystem ausgestattet. Dabei wird Wasser mit Hilfe eines Hydraulikkolbens komprimiert und die Waffe anschließend mit dem dabei entstandenen Druck aus dem Schacht katapultiert.
Die Wucht, die dadurch entsteht, ist allerdings begrenzt, sie reicht nicht, um eine drei bis fünf Tonnen schwere Mittelstreckenrakete aus dem Boot zu jagen, so sagen es jedenfalls Insider. Anders sei es bei leichteren Flugkörpern mit einem Gewicht von bis zu 1,5 Tonnen wie "Popeye Turbo" oder auch der "Tomahawk", die samt Atomsprengkopf ebenso viel wiegt.
Manches spricht daher dafür, dass die Israelis sich mit den erweiterten Rohren die Option auf künftige voluminösere Entwicklungen offenhalten wollen.
Die Deutschen und die A-Frage: keine Fragen, keine Probleme
Die Deutschen wollen davon nichts wissen, sie wollen, dass die A-Boote offiziell U-Boote bleiben. "Jedem von uns war unausgesprochen bewusst, dass die Boote auf die Bedürfnisse der Israelis zugeschnitten wurden und dass das auch nukleare Fähigkeiten umfassen konnte", sagt ein während der Kohl-Ära beteiligter deutscher Spitzenbeamter, "aber es gibt in der Politik Fragen, die man besser nicht stellt, weil die Antwort ein Problem wäre." Und bis heute erklären Genscher und auch der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU), sie glaubten nicht, dass Israel die U-Boote nuklear bestückt habe.
Militärexperten der Bundeswehr zweifeln wiederum nicht an der Atomwaffenfähigkeit, sie bezweifeln aber, ob sich auf der Basis der "Popeye Turbo" Marschflugkörper entwickeln lassen, die 1500 Kilometer weit fliegen können.
Manche Rüstungsfachleute vermuten daher, dass die israelische Regierung bluffe - Iran solle glauben, dass der Judenstaat bereits über eine Zweitschlagskapazität zur See verfüge. Schon das würde Teheran zwingen, große Ressourcen zur Abwehr zu mobilisieren. Der Erste, der öffentlich Verdacht schöpfte, dass die Bundesrepublik Israels atomare Aufrüstung beförderte, war Norbert Gansel. Im Bundestag erklärte der Kieler Sozialdemokrat, dass die SPD die Lieferungen von "für nukleare Missionen geeignete U-Boote" an Israel ablehne.
Mindestens einen Vorstoß hat die Bundesregierung immerhin unternommen, um die A-Frage zu klären. Das war 1988, als Verteidigungsstaatssekretär Lothar Rühl während eines Besuchs in Israel bei dem damaligen stellvertretenden Generalstabschef Ehud Barak nachfragte, was der "operative und strategische Sinn der Boote" sei. Baraks Antwort: "Wir brauchen sie für die maritime Vorfeldsicherung." Der Israeli verwies auf die ägyptische Seeblockade im Golf von Akaba vor dem Sechs-Tage-Krieg. Gegen so einen Schritt wolle man gewappnet sein. Das klang plausibel, geglaubt hat Rühl es ihm nicht.
Der Brisanz des Themas war sich bislang jede Bundesregierung bewusst. Als das Bundesfinanzministerium 2006 die Mittel für die Finanzierung der U-Boote Nummer 4 und 5 anmelden musste, wanden sich die Ministerialen spürbar. Das vorgesehene Waffensystem sei "für die Verwendung nuklear bestückter Flugkörper nicht tauglich. Die U-Boote werden damit nicht für den Verschuss von Nuklearwaffen gebaut und ausgerüstet", heißt es in einem als Verschlusssache eingestuften Vermerk von Finanzstaatssekretär Karl Diller an den Haushaltsausschuss des Bundestags vom 29. August 2006.
Frei übersetzt heißt das: Ausgeliefert wird ein konventionelles U-Boot, was die Israelis damit machen, ist ihre Sache. Die Bundesregierung, so hatte es schon 1999 die damalige Staatssekretärin Brigitte Schulte geschrieben, könne "keine Bestückung ausschließen, zu der die Betreibermarine nach entsprechender Umrüstung in der Lage wäre".
Krieg um die Bombe: der Konflikt zwischen Israel und Iran
Seit 2006 hat sich der Konflikt zwischen Israel und Iran stetig verschärft. Die Gefahr eines Krieges ist real. Seit Monaten bereitet Israel die Regierungen der Welt und die internationale Öffentlichkeit auf eine Bombardierung der nuklearen Anlagen von Natans, Fordu und Isfahan mit modernsten konventionellen, bunkerbrechenden Waffen vor. Premierminister Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Barak sind davon überzeugt, dass sich das Zeitfenster schließt, in dem ein solcher Angriff effektiv sein könnte - weil Iran dabei sei, einen großen Teil seiner Nuklearanreicherung tief unter die Erde zu verlegen.
Günter Grass sieht in den U-Booten, deren "Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist", den möglicherweise entscheidenden Schritt zu einer nuklearen Katastrophe im Iran-Konflikt. Weltweit hagelte es Protest. Israel und Iran auf eine Stufe zu stellen sei "nicht geistreich, sondern absurd", konterte Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Netanjahu sprach von einem "absoluten Skandal", sein Innenminister verbot Grass die Einreise nach Israel.
Aber der Schriftsteller fand auch Zustimmung. Grass habe eine wichtige Debatte angestoßen, sagt SPD-Mann Gansel, denn Netanjahus "Schwadronieren über den Präventivkrieg" gehe an den Nerv des Völkerrechts. Tatsächlich ist ein Einsatz der U-Boote in einem Krieg mit Iran unwahrscheinlich, solange Teheran keine Atomraketen besitzt - auch wenn die israelische Regierung in der Vergangenheit die "Samson"-Option mindestens zweimal erwogen hat.
Die militärische Lage nach dem Überraschungsangriff der Ägypter und Syrer während des Jom-Kippur-Feiertages 1973 war so verzweifelt, dass Ministerpräsidentin Golda Meïr - wie man heute aus Geheimdienstberichten weiß - ihrem Verteidigungsminister Mosche Dajan den Befehl erteilte, mehrere Atombomben gefechtsbereit zu machen. Die Kernwaffen wurden zu Luftwaffeneinheiten transportiert. Kurz bevor die Gefechtsköpfe scharf gemacht werden sollten, wendete sich jedoch das Blatt auf dem Schlachtfeld. Israels Streitkräfte gewannen die Oberhand, die Bomben wanderten zurück in ihre unterirdischen Bunker.
Und in den ersten Stunden des Golfkriegs 1991 wurde von einem amerikanischen Satelliten registriert, dass Israel auf den Beschuss mit irakischen "Scud"-Raketen mit der Mobilisierung seiner Atomstreitmacht reagiert hatte. Israelische Analysten hatten fälschlicherweise angenommen, die "Scuds" wären mit Giftgas armiert. Offen blieb, wie Jerusalem gehandelt hätte, wenn eine mit Nervengas bestückte "Scud"-Rakete ein Wohnviertel getroffen hätte.
Wie nahe die Welt heute einem neuen Krieg ist, wissen wohl nur Netanjahu und der iranische Revolutionsführer Ali Chamenei. Der israelische Premierminister und sein iranischer Gegenspieler hätten "eines gemeinsam", sagt Walther Stützle, der ehemalige Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium: "Die Lust am Konflikt. Greift Israel an, schlüpft Iran aus der Täter- in die Opferrolle." Ein legitimierendes Mandat der Uno werde es für einen Waffengang nicht geben, Israel würde zum Rechtsbrecher, argumentiert Stützle, der heute bei der Stiftung Wissenschaft und Politik wirkt. "Wahre Freundschaft", glaubt er, "verlangt, dass die Kanzlerin Netanjahu in den Arm fällt und ihn vom Waffengang abhält. Zur Schutzpflicht Deutschlands gegenüber Israel gehört, den jüdischen Staat vor selbstmörderischen Abenteuern zu bewahren."
Helmut Schmidt ging - lange vor der Grass-Debatte - noch weiter. "Hier wagt kaum einer, Kritik an Israel zu üben, aus Angst vor dem Vorwurf des Antisemitismus", sagte der Altkanzler im Gespräch mit dem jüdischen US-Historiker Fritz Stern. Dabei sei Israel ein Staat, "der durch seine Siedlungspolitik auf der Westbank und länger schon im Gaza-Streifen eine friedliche Lösung praktisch unmöglich macht". Schmidt prangert an, dass sich die Bundeskanzlerin de facto in Geiselhaft begeben habe. "Ich frage mich, ob es aus Nähe zur amerikanischen Politik geschah oder aus unklaren moralischen Motiven, dass Frau Merkel als Kanzlerin 2008 öffentlich gesagt hat, dass Deutschland Verantwortung trage für die Sicherheit des Staates Israel. In meinen Augen eine schwere Übertreibung, das klingt fast nach einer Art Bündnisverpflichtung."
Für Schmidt ist klar, dass Berlin eine Politik der Abenteuer nicht mittragen darf. Er zieht dabei klare Grenzen: "Deutschland hat eine besondere Verantwortung dafür, dass solche Verbrechen wie der Holocaust sich niemals wiederholen. Deutschland hat keine Verantwortung für Israel."
Merkel hat das wie ihr Vorgänger Schröder, der 2005 noch am letzten Arbeitstag im Amt die Lieferung der U-Boote 4 und 5 genehmigen ließ, von Anfang an anders gesehen. Für die Kanzlerin gab es nie einen Zweifel, dass sie tun würde, was Jerusalem wünscht - auch um den Preis, damit gegen die eigenen Rüstungsexportrichtlinien zu verstoßen. Das im Jahr 2000 unter der rot-grünen Koalition novellierte Regelwerk erlaubt zwar bei "besonderen außen- oder sicherheitspolitischen Interessen" die Lieferung von Kriegswaffen in Staaten, die nicht der EU oder der Nato angehören. Aber für Krisenregionen gibt es eine eindeutige Vorgabe: Die Lieferung "wird nicht genehmigt in Länder, die in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht". Dazu zählt Israel ohne Frage. Die Kanzlerin hat das ebenso wenig von dem Deal über U-Boot Nummer 6 abgehalten wie Benjamin Netanjahus fehlendes Entgegenkommen.
Der Deal um U-Boot Nummer 6 und nichterfüllte Wünsche
Im August 2009 stellte sich Netanjahu, der wenige Monate zuvor zum Premierminister (wieder-)gewählte Chef des konservativen Likud-Blocks, in Berlin vor. Netanjahu erklärte Merkel, wie wichtig die U-Boote seien: Wohin ein Israeli auch schaue, im Norden, im Süden und im Osten gebe es kein strategisches Hinterland. Nur der Luftraum und die See seien Pufferzonen. "Wir brauchen dieses sechste Boot", soll Netanjahu während seines Berlin-Besuchs nach Angaben von Teilnehmern gesagt haben - verbunden mit der Bitte, dass Deutschland dafür zahle, wie bislang noch bei jedem der Boote.
Merkel formulierte in ihrer Antwort drei inhaltliche Wünsche. Die Israelis sollten ihre expansive Siedlungspolitik stoppen, die eingefrorenen Steuergelder der palästinensischen Autonomiebehörde freigeben und ein Klärwerk im Gaza-Streifen, das Deutschland finanziert, müsse weitergebaut werden dürfen. Entscheidend, so die Kanzlerin, sei aber größte Verschwiegenheit. Wenn Einzelheiten durchsickerten, sei der Deal nicht zu machen, der Widerstand im Bundestag würde zu groß werden. Die Einzelheiten, darauf verständigten sich die beiden Regierungschefs, sollten Christoph Heusgen sowie Netanjahus Sicherheitsberater Uzi Arad besprechen.
Arad ist als impulsiver Charakter und Hitzkopf bekannt, der kein Problem damit hat, die Deutschen zu beschimpfen. Als Merkel im Juli 2009 im Bundestag eine Rede gehalten und dabei Israel wegen der Siedlungspolitik kritisiert hatte, rief Arad im Kanzleramt an und deckte Heusgen mit einer ganzen Salve wüster Beschwerden ein. Das Telefonat endete mit der Forderung, Merkel solle sich nicht nur entschuldigen, sondern die Aussagen zurückziehen.
Dass Arad die Verhandlungen führen sollte, verzögerte die Gespräche über das sechste Boot noch einmal. Schließlich bat Netanjahu den israelischen Botschafter in Berlin, Joram Ben-Zeev, einzuspringen.
Am 28. November 2011 kehrte Ben-Zeev nach Ende seiner Amtszeit zurück nach Israel. Er stand im Garten seines Hauses in Zahala, einem Vorort von Tel Aviv, als sein Handy klingelte. Am anderen Ende war Jaakov Amidror, Netanjahus neuer Sicherheitsberater.
"Sitzt du?", fragte Amidror.
"Ich stehe in meinem verwahrlosten Garten", antwortete Ben-Zeev.
"Netanjahu hat noch eine Bitte", sagte Amidror. "Die Deutschen sind bereit, den U-Boot-Deal zu unterschreiben. Du musst sofort das nächste Flugzeug nach Berlin nehmen."
Am Ende vereinbarten Ben-Zeev und Heusgen die noch offenen Details am Telefon, und am 20. März 2012 wurde der Vertrag in der Residenz des israelischen Botschafters in Berlin unterschrieben. Barak, der Verteidigungsminister, war eigens eingeflogen, für die deutsche Seite unterzeichnete Rüdiger Wolf, der Verteidigungsstaatssekretär. Weil die israelische Regierung wieder einmal finanzielle Probleme hat, kam ihr die Bundesregierung erneut entgegen. Deutschland zahlt 135 Millionen Euro, ein Drittel des Boots, Jerusalem erhält zudem eine Stundung seines Anteils und muss erst 2015 zahlen. Netanjahu bedankte sich daraufhin artig mit einem handverfassten Schreiben.
Die Enttäuschung im Kanzleramt ist dennoch groß. Grund ist die Ignoranz, mit der Netanjahu auf Merkels Anliegen reagierte. Israels Siedlungspolitik schreitet unvermindert voran, der Bau des Klärwerks ruht. Nur die Steuermillionen wurden freigegeben. Von der Kanzlerin ist die Aussage überliefert, zu Netanjahu müsse man keinen Ton mehr sagen, weil er ohnehin nicht zuhöre.
Aber soll die Bundesregierung deshalb die U-Boot-Produktion anhalten? Es wäre ein Signal an die Israelis, dass Deutschland mit seiner Unterstützung auch inhaltliche Forderungen verbindet; aber es käme auch einer Einschränkung der Solidarität gleich, was Merkel nicht will.
Die Kanzlerin hat eine Chance verpasst, mit einem der wenigen Hebel, über die die deutsche Regierung verfügt, auf die israelische Regierung Einfluss zu nehmen, die auf palästinensischem Territorium als Besatzungsmacht auftritt. Anfang Mai ist in Kiel das vierte Boot, die "Tanin", zu Wasser gelassen worden; die Auslieferung ist für Anfang 2013 geplant. U-Boot Nummer 5 soll 2014 folgen, Nummer 6 bis 2017.
Für die Israelis sind die neuen Boote besonders wichtig, weil sie mit einer technischen Revolution ausgerüstet sind: dem Antrieb mit Brennstoffzellen, der die Schiffe noch leiser und ausdauernder macht. Früher mussten die "Dolphins" nach ein paar Tagen auftauchen, um die Dieselmotoren anzuwerfen und die Batterien für die weitere Unterwasserfahrt aufzuladen. Der neue, von der Außenluft unabhängige Antrieb verbessert die Einsatzmöglichkeiten der Boote enorm: Die Zeit für die Unterwasserfahrt wird sich im Vergleich zu der ersten "Dolphin"-Serie mindestens vervierfachen; 18 Tage und mehr erlaubt die Brennstoffzelle unter Wasser. Der Persische Golf vor Irans Küste ist als Operationsgebiet nicht mehr unerreichbar, der Wertarbeit aus Deutschland sei Dank.
Im Hafen von Haifa schnurren die Dieselmotoren auf der "Tekuma", so dass man sich gerade noch unterhalten kann. Draußen auf See, wenn es ernst wird und alle Systeme sauber arbeiten, "hört man von den Motoren fast nichts mehr", sagt der zuständige Marineoffizier. Mit 20 Knoten und mehr kann die "Tekuma" durchs Wasser pflügen, ein ebenso kraftvolles wie geschmeidiges Raubtier. Aber die Kunst, sagt der Marinemann, sei die langsame Fahrt, in der Nähe der feindlichen Küste, überall dort, wo die israelische Marine im Verborgenen operiert und wo die "Tekuma" und ihre Schwesterboote sich wie auf Zehenspitzen an ihr Ziel herantasten.
Der Offizier sieht sein Boot als "einen der Orte, an denen Israel verteidigt wird", er spricht mit fester Stimme, die keinen Zweifel lässt, dass er tun wird, was immer nötig ist, wenn er sein Heimatland bedroht sieht. "Die israelische Marine hat dieses Boot gebraucht", sagt er.
Er hat die Debatte um das Gedicht von Günter Grass verfolgt, er sagt, er sei überrascht gewesen von der Heftigkeit der Diskussion. Seine Familie stammt aus Deutschland, seine Großeltern entkamen dem Holocaust. Sie flohen 1934 aus einem Münchner Vorort, gehörten später zur Gründergeneration Israels. "Wir können die Vergangenheit nicht vergessen", sagt er, "aber wir können alles tun, einen neuen Holocaust zu verhindern."
Der Marineoffizier wird wohl noch lange an Bord eines U-Boots gebraucht. In Tel Aviv, Berlin und Kiel reden sie schon davon, dass die Israelis bald die U-Boote 7, 8 und 9 bestellen wollen.
(*) Vergangene Woche beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem.
Von Ronen Bergman, Erich Follath, Einat Keinan, Otfried Nassauer, Jörg Schmitt, Holger Stark, Thomas Wiegold und Klaus Wiegrefe

DER SPIEGEL 23/2012
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