04.06.2012

AUTOINDUSTRIE

General Motors düpiert den Vizekanzler

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hofft, dass er auf seiner USA-Reise Mitte Juni endlich mit einem Vorstandsmitglied des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) sprechen kann. Rösler will wissen, was GM mit dem kriselnden deutschen Autobauer plant. "Bislang hat GM nicht mit offenen Karten gespielt", sagt Rösler. "Das unwürdige Schauspiel muss endlich aufhören, die Mitarbeiter brauchen Klarheit." GM hat auf die Terminanfrage des Ministers bislang nicht reagiert. Im Opel-Entwicklungszentrum Rüsselsheim wächst unterdessen die Unruhe: Manager fürchten eine Entmachtung. GM hat intern die Organisation des VW-Konzerns zum Vorbild erklärt. Demnach soll die Entwicklung neuer Modelle von einem Entwicklungszentrum weltweit geführt werden. Bei VW ist das Wolfsburg, bei GM soll es Detroit werden. Opel-Manager fürchten, dass die Techniker in den USA die Vorgaben für neue Modelle an den Erwartungen der US-Kunden ausrichten und nicht an den anspruchsvolleren Anforderungen europäischer Autokäufer. Opel würde technisch noch weiter hinter Volkswagen zurückfallen. Auf Unterstützung durch Wirtschaftsminister Rösler bauen die Opel-Entwickler gar nicht erst. Sie wissen, wie wenig die GM-Führungsriege von dem FDP-Politiker hält. Bereits zweimal war ein Gespräch zwischen Wirtschaftsministerium und GM angesetzt. Beide Termine sagte der Konzern kurzfristig ab.


DER SPIEGEL 23/2012
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