SLOWAKEI
Ende der Einheitssteuer
Sie galt als Wundermittel, um Investoren anzulocken: die Flat Tax, ein einheitlicher Steuersatz für Firmen und Personen. Etliche osteuropäische Wendeländer führten das Modell aus neoliberaler Denkschule vor rund zehn Jahren ein - und tatsächlich ging der Boom in Lettland, Litauen und der Slowakei zu guten Teilen auf das einfache, niedrige Steuersystem zurück. Nun wird die sozialdemokratische Regierung in Bratislava den einheitlichen Satz von 19 Prozent für alle durch ein gestaffeltes Abgabensystem ersetzen. Zudem will sie Unternehmensgewinne zusätzlich belasten. Slowakische Wirtschaftsforscher errechneten, dass Firmen ihre Belegschaft deswegen um durchschnittlich 5 Prozent und ihre Investitionen um mehr als 25 Prozent reduzieren werden. Andere Staaten könnten dem Beispiel folgen: Auch in den in Not geratenen Ländern Bulgarien, Lettland und Rumänien ist die Abschaffung der Flat Tax im Gespräch.
DER SPIEGEL 25/2012
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