10.02.1997

USAKaum noch Bares von O. J. Simpson

Nach dem Schuldspruch im Zivilprozeß gegen den einstigen Football-Star O. J. Simpson, der in einem dramatischen Strafverfahren im Herbst 1995 von der Anklage des Doppelmordes freigesprochen worden war, werden die Prozeßsieger wohl niemals die volle Schadensersatzsumme von 8,5 Millionen Dollar erhalten. Was immer das Gericht in einer weiteren Prozeßphase den Hinterbliebenen der früheren Simpson-Frau Nicole Brown und ihres gleichfalls umgebrachten Freundes Ronald Goldman an Strafgeldern zusprechen wird - es dürfte ohne Folgen bleiben. Denn der einstige Multimillionär Simpson, dessen Vermögen vor zweieinhalb Jahren noch bei elf Millionen Dollar lag, mußte den Großteil seines Reichtums an seine teuren Anwälte aus dem Strafprozeß abgeben. So lasten auf seiner weitläufigen Villa im Los-Angeles-Stadtteil Brentwood inzwischen Hypotheken von 3,8 Millionen Dollar, auf den Restwert haben die Anwälte ebenfalls Zugriffsrecht. Um deren Forderungen zu bedienen, hat Simpson bereits ein Strandhaus in Laguna Beach, ein Apartment in New York, Anteile an einer Restaurantkette sowie seinen Ferrari verkauft. Der ihm verbleibende alte Bentley ist nur noch 35 000 Dollar wert.
Auch der amerikanische Fiskus hielt sich schadlos: Simpson mußte mehr als eine Million Dollar an Steuern nachzahlen. In der Annahme, er könne größere Summen in Sicherheit gebracht haben, hatten die Familien Goldman und Brown gar Privatdetektive angeheuert - Geldverstecke fanden sie nicht. So werden sich die Verwandten an jene 2,5 Millionen Dollar halten müssen, die der Verurteilte als Alterssicherung angelegt hat und die in fünf Jahren fällig werden.

DER SPIEGEL 7/1997
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