Am Samstag soll in Krefeld auf dem Parteitag der NRW-CDU der frühere Integrationsminister Armin Laschet zum neuen Landesvorsitzenden gewählt werden. Der Jurist aus Aachen will nach dem Röttgen-Debakel den größten Landesverband der CDU neu aufstellen und setzt dabei auf Anleihen bei den Piraten. Deren Kommunikationsform mittels Liquid Feedback will Laschet nutzen, um den "vielfältigen Sachverstand unserer Mitglieder einzubinden". Im Internet sollen sie demnächst direkt mit dem Landesvorstand kommunizieren und sich in Diskussionen einbringen - eine Art "virtueller Dämmerschoppen", so Laschet.
Daneben setzt der Neue auf den Rat von Kurt Biedenkopf, 82, einst Ministerpräsident von Sachsen und in den achtziger Jahren auch CDU-Chef in NRW. Laschet muss Widerstände innerhalb der Partei und vor allem bei den Bürgern überwinden: Nach einer Umfrage trauen nur 14 Prozent der Wähler im Land Laschet zu, die CDU aus der Krise zu führen.
DER SPIEGEL 26/2012
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