Kim Dotcom, 38, geborener Kim Schmitz aus Kiel, scheint den Kurznachrichtendienst Twitter als Medium zur Selbstdarstellung entdeckt zu haben. Im Januar hatten Spezialkräfte das Luxusanwesen des schillernden Geschäftsmanns im neuseeländischen Coatesville gestürmt. Das US-Justizministerium wirft dem Gründer von "Megaupload" Urheberrechtsverletzungen in großem Stil vor. Schmitz kam gegen Kaution frei und wartet nun auf die Entscheidung über den Auslieferungsantrag. Seine Zeit verbringt er offenbar damit, sich selbst, Freunde und Familie zu fotografieren und die Bilder über den neuen Twitter-Account @KimDotcom zu verbreiten. Man sieht Schmitz bei der Polizei, wo er sich dreimal wöchentlich melden muss, seine Frau Mona bei der Arbeit, zwei seiner mittlerweile fünf Kinder im Schlafanzug und einen Schnappschuss mit Apple-Mitgründer Steve Wozniak. Er arbeite gerade an einem Musikalbum, twittert Dotcom und verkündet sogar den baldigen Start eines Musikdienstes namens "Megabox". Der Selbstdarstellungstrip des Schwergewichts kommt gut an: Am 18. Juni erschien der erste Tweet von @KimDotcom, nur 24 Stunden später zählte der Account, der offenbar authentisch ist, 1000 Follower. Am Freitagabend hatte er bereits weit über 5000.
DER SPIEGEL 26/2012
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