DER SPIEGEL



NAHOST

Trauma der Gewalt

Von Mittelstaedt, Juliane von; Reuter, Christoph; Smoltczyk, Alexander; Zand, Bernhard

Syrien versinkt im Bürgerkrieg, in Ägypten schreckt die Armee vor dem Putsch zurück, in den Monarchien am Golf herrscht das Geld und in Algerien die Angst. Steht die arabische Revolution an einem Wendepunkt?

In Damaskus rückten die Rebellen bis ins Zentrum vor, in die Garage des Justizpalasts und die Kaserne der Republikanergarde, gleich neben dem Sitz des Präsidenten. Dies- und jenseits der Nordgrenze des Landes brachten Syrien und die Türkei Panzer und Flugabwehrbatterien gegeneinander in Stellung. "Wir sind im Krieg", sagte Präsident Baschar al-Assad, als er am vergangenen Dienstag sein neuernanntes Kabinett empfing.

In Kairo teilte der neugewählte Staatschef Mohammed Mursi mit, er lege keinen Wert darauf, dass in Ägyptens Amtsstuben künftig Bilder von ihm an den Wänden hängen. Der Index an der Börse stieg am Tag nach der Verkündung des Wahlergebnisses um 7,6 Prozent, es war der größte Kursgewinn seit neun Jahren.

Im tunesischen Monastir bestätigte ein Gericht das Urteil gegen die Blogger Jabeur Mejri und Ghazi Béji, die wegen "Überschreitens der Moral, Diffamierung und Störung der öffentlichen Ordnung" zu sieben Jahren Haft verurteilt worden waren. Sie hatten Karikaturen des Propheten Mohammed auf ihren Facebook-Seiten veröffentlicht.

Anderthalb Jahre nachdem sich der tunesische Straßenhändler Mohammed Bouazizi das Leben genommen hat und die Erstarrung der arabischen Despotien aufbrach, sind alle in die Zukunft stochernden Ausblicke jener ersten Monate Makulatur. Vier Staatschefs, der Tunesier Zine el-Abidine Ben Ali, der Ägypter Husni Mubarak, der Libyer Muammar al-Gaddafi und der Jemenit Ali Abdullah Salih, sind verjagt, verurteilt oder tot. Ein fünfter, der Syrer Baschar al-Assad, kämpft einen wohl aussichtslosen Kampf ums Überleben.

Doch die Hoffnung, dass die arabische Welt so schnell demokratisch werden würde wie vor 20 Jahren Osteuropa, hat sich so wenig erfüllt wie die Befürchtung, dass die Länder von Marokko bis Oman reihenweise im Chaos versinken würden.

Stattdessen ist das Bild verwirrender denn je. In Damaskus und Aleppo fürchtet eine säkulare Bourgeoisie, dass der Diktator stürzt - jene Schicht, die anderswo den Aufstand getragen hat. Im benachbarten Jordanien hält sich ein Königshaus an der Macht, als ginge es der allgemeine Aufruhr nichts an. Der Stämmestaat Jemen, der sich seines Langzeit-Präsidenten entledigte, wird als Muster des Übergangs gepriesen, während die Qaida zeitweise ganze Provinzen kontrolliert. Und ausgerechnet in Tunesien, dem Land der Jasmin-Revolution, werden Kinos zerstört und brennen die Freudenhäuser.

So unübersichtlich die Ereignisse auf den ersten Blick erscheinen mögen - es sind Muster zu erkennen. Der islamische Nahe Osten lässt sich nach den politischen Beben grob in drei seismologische Zonen aufteilen. Da sind, erstens, die "Notstandsgebiete": Tunesien, Ägypten, Libyen, der Jemen. Länder, die ihre erste Erschütterung hinter sich haben und jetzt in politischen Notunterkünften hausen. Ihren Völkern geht es darum, sich neu zu sortieren, eine Stabilität zu finden, mit allem, was noch funktioniert, und sei es das Militär.

Dann gibt es, zweitens, die "Unerschütterlichen", die scheinbar stabilen Regime in Saudi-Arabien, den anderen Golf-Monarchien, Marokko und Jordanien. Es ist die Zone der Reaktionäre, die mit Geld, Repression und kosmetischen Reformen ihre Verhältnisse zu betonieren versuchen.

Und, drittens, die Zone der "Erschütterten", Traumatisierten. Das sind Staaten wie Algerien, der Irak, der Libanon, am Rande der Ereignisse auch Iran und der Sudan - Länder, die in ihrer jüngsten Geschichte bereits in den Abgrund des Bürgerkriegs geschaut haben und seither lieber niedrig bauen.

Unter den Notstandsgebieten ist Tunesien weit voran: Das Land hat ein gewähltes Parlament, eine von der islamistischen Nahda-Partei dominierte Regierung, einen säkularen Präsidenten - und eine Armee, die den Prozess des Übergangs begleitet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Doch ausgerechnet dort, wo der Arabische Frühling begann, zeigt sich, dass politische Freiheit nicht unbedingt mit kultureller Freiheit einhergeht.

Tunesien war stets der weltlichste der arabischen Staaten, ein zähes Bollwerk gegen den islamistischen Grundstrom der jüngeren arabischen Geschichte.

Vielweiberei und Kinderehen waren verboten, es gab Aufklärungsunterricht an den Schulen, das Bildungssystem galt als das beste der Region. In den Kinos von Tunis liefen Soft-Pornos, die Huren in der Altstadt hatten Papiere des Innenministeriums und zahlten Steuern.

Schon wenige Tage nach dem Sturz Ben Alis aber zogen Sitten-Kommandos durch das Rotlichtviertel von Tunis, warfen Molotowcocktails in die Bordelle und bedrohten die Frauen. Vor zwei Wochen stürmte eine Gruppe von Salafisten eine Ausstellung unter dem Titel "Frühling der Künste", Anlass des Wütens war ein Bild, das die Worte "Gott sei gepriesen" aus Ameisen bildete.

In Ägypten, das auf Tunesien folgte, ist der politische Islam sogar noch stärker aus der Revolution hervorgegangen, an deren Ausbruch er nicht beteiligt war. Die Muslimbrüder und die radikalen Salafisten gewannen die erste freie Parlamentswahl mit überwältigender Mehrheit. Ihre extremsten Vertreter erhoben eine Forderung, deren Erfüllung das Land am Nil in eine islamische Republik verwandeln würde: die bedingungslose Einführung der Scharia, des islamischen Straf- und Zivilrechts.

Der Durchmarsch der Frommen wird allerdings gebremst vom Obersten Militärrat und von Juristen, die noch Husni Mubarak ernannt hat. Das Verfassungsgericht hat - politisch umstritten, doch formal korrekt - die Parlamentswahl für ungültig erklärt, und der Militärrat beschnitt, noch bevor der Muslimbruder Mohammed Mursi sein Amt antrat, die Befugnisse des Präsidenten.

Doch den offenen Putsch, die von den meisten Nahost-Experten erwartete Inthronisierung von Mursis säkularem Rivalen, hat die Armee nicht gewagt. Und Mursi selbst fällt seit seinem Wahlsieg mit Worten der Mäßigung auf, die ihm kaum einer zugetraut hatte: Er wolle alle internationalen Verträge, auch das Friedensabkommen mit Israel, einhalten, erklärte er vorige Woche, auch habe er vor, eine Frau oder einen Christen zu seinem Stellvertreter zu machen. Ein Interview, in dem er sich für eine Annäherung an die Islamische Republik Iran ausgesprochen haben soll, dementierte er kategorisch.

So zeichnet sich in Ägypten ein Ringen der Institutionen ab, das man mit größter Vorsicht als eine ägyptische Variante von "checks and balances" beschreiben könnte: Kein Organ der Verfassung rührt sich, ohne die roten Linien der anderen zu bedenken.

Nicht einmal den Ansatz einer brauchbaren staatlichen Autorität hat Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi hinterlassen. Das Land, das am Samstag seine bereits einmal verschobene Wahl zur verfassunggebenden Versammlung abhalten will, hat mehr als 40 Jahre lang keine politischen Parteien gekannt.

Was unter der grotesken Fassade von Gaddafis "Volksmassenstaat" gedieh, waren dagegen die Netzwerke der Regionen, Städte und Stämme, die heute das chaotische Bild des Landes prägen: Anfang Juni besetzte eine bewaffnete Brigade den Flughafen von Tripolis, ein paar Tage später nahm eine andere Miliz Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs fest. Sie hatten den Diktatorensohn Saif al-Islam besucht, der seit November in der Provinzstadt Sintan festgehalten wird - einer von mehr als 4000 Libyern, die von Milizen im ganzen Land als Gefangene gehalten werden.

Die Menschenrechtsaktivistin Hana al-Gella räumt ein, dass das Land in einem Teufelskreis stecke: "Wir sind noch gar nicht bereit dafür, Wahlen abzuhalten, aber um das Chaos zu überwinden, brauchen wir eine legitimierte Regierung."

Die Libyer haben offenbar Lust auf Demokratie: 80 Prozent der Wahlberechtigten haben sich registrieren lassen, 2500 Direktkandidaten treten an und 1200 Vertreter der mehr als 140 förmlich über Nacht gegründeten Parteien. Sie konkurrieren um 200 Sitze eines Quasi-Parlaments, das für 18 Monate gewählt wird und zwei Aufgaben hat: Es soll einen Premierminister und eine 60-köpfige Verfassungskommission ernennen. Auf den ersten Blick ein guter Start.

Einerseits. Aber wer genauer hinschaut, kann auch anderes sehen. In einer Umfrage der Universität Oxford gab ein Drittel der befragten Libyer an, sie würden am liebsten von einem starken Mann regiert werden. Viele der Einzelkandidaten sind wohlhabende Geschäftsleute, andere sind Strohmänner von Parteien, viele wohl von der Muslimbruderschaft, die auch in Libyen als eine starke, weil gut- organisierte Kraft gilt.

Und noch bevor auch in Libyens künftiger Nationalversammlung offenbar wird, wie stark die Frommen und wie schwach die Säkularen sind, ist ein Konflikt aufgebrochen, der womöglich die Wahl selbst in Frage stellt: Das Land besteht aus drei Regionen, Tripolitanien im Westen, der Cyrenaika im Osten und dem Fessan im Süden. Die Politiker des Ostens fühlen sich unterrepräsentiert, weil ihnen nur 60 Sitze zugewiesen sind, dem Westen aber 101. Und so blockierte vorige Woche ein Konvoi von Jeeps mit Luftabwehrgeschützen die Küstenstraße zwischen Tripolis und Bengasi - die Ostprovinz, so ließen die Fahrer wissen, sei entschlossen, die Wahl zu boykottieren, wenn man ihre Forderungen nicht erfülle.

Eine ähnliche Entwicklung wie in Libyen zeichnet sich auch im Jemen ab, dem vierten der Notstandsländer. Hier verläuft die wichtigste Verwerfungslinie zwischen dem Norden und dem bis 1990 kommunistischen Süden des Landes, in dem seit Monaten Qaida-Kämpfer einzelne Stämme unterwandern. Zwar ist es dem Nachfolger des Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Salih gelungen, den unmittelbaren Zerfall des Staats aufzuhalten, doch das Gleichgewicht der Kräfte ist im Jemen so fragil wie nirgendwo sonst in der Region. Dem ärmsten Land der Arabischen Halbinsel fehlt es an einem Herrschaftsinstrument, das seine Nachbarn im Überfluss besitzen: Geld.

Den scheinbar unerschütterlichen Herrscherhäusern in Saudi-Arabien und den Golf-Monarchien sind die Aufstände des vergangenen Jahres wie ein Horrorfilm in die Knochen gefahren. Noch profitieren sie davon, dass die Menschen gegen legitime Monarchen nicht so rasch auf die Straße gehen. Und bisher ist es ihnen gelungen, ihre Staaten mit Lohnerhöhungen und Wohlfahrtsprogrammen ruhig zu halten. Wo das nicht reichte, wie in Bahrain, rollten die Panzer.

Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gehen die Herrscher mit bislang ungekannter Härte gegen alle vor, die auch nur daran denken könnten, Unruhe zu stiften: In den letzten zwei Monaten sind mindestens zehn Islamisten verhaftet worden, darunter, im Emirat Ras al-Chaima, ein Mitglied der Herrscherfamilie.

Die VAE, immerhin ein "strategischer Partner" Deutschlands, haben der Adenauer-Stiftung die Tür gewiesen und die Kooperation mit westlichen Kulturinstitutionen auf ein Minimum reduziert. In Kuwait ließ der Emir das Parlament auflösen, und wer gehofft hatte, dass sich in Saudi-Arabien nach dem Tod des erzkonservativen Kronprinzen Naïf Bin Abd al-Asis vor zwei Wochen eine politische Öffnung abzeichne, wurde enttäuscht.

Mit den Mitteln politischer Kosmetik halten sich bislang die Könige von Marokko und Jordanien an der Macht. Mohammed VI. ließ Marokkos Verfassung überarbeiten und Neuwahlen abhalten, Abdullah II. von Jordanien setzte innerhalb eines Jahres zwei Premierminister ab, der dritte kündigte gleich selbst: "Ich war gerufen worden, um das Land zu regieren, nicht um Direktiven aus dem Palast zu empfangen!"

Jordanien, das an Israel, das Westjordanland, Syrien, den Irak und Saudi-Arabien grenzt, ist nicht nur arm und von schwierigen Nachbarn eingekreist - es hat ein Problem, das kurioserweise stabilisierend wirkt: die Konkurrenz zwischen alteingesessenen Beduinen und den Palästinensern, welche die Wirtschaft beherrschen, aber politisch ausgeschlossen sind. Die Beduinen dominieren Armee und Geheimdienste und verarmen, denn ihre Gehälter halten nicht Schritt mit den Preissteigerungen. So treffen sich auf den Demonstrationen in Amman palästinensische Muslimbrüder und frustrierte ehemalige Generäle - was mit dazu beigetragen haben mag, dass es fast keine Toten gab.

Nicht nur die Königreiche sind, mit Ausnahme Bahrains, von den politischen Unruhen bislang erstaunlich unberührt geblieben. Fünf anderen Ländern der Region geht es ähnlich. Sie verbindet nicht etwa, dass sie von Dynastien beherrscht werden, die besser legitimiert wären als die hinweggefegten Autokraten der Revolutionsstaaten. Sie teilen eine andere Erfahrung, die den Willen zum politischen Aufbruch aber nicht minder dämpft.

In Algerien hat es seit Ausbruch der Krise immer wieder kurze, lokale Ausschreitungen gegeben. Die Verzweiflung über Despotie, Ungerechtigkeit, Korruption ist in Algerien nicht geringer als in den anderen Staaten Nordafrikas - aber sie gebiert keine Kraft, dagegen zu kämpfen. Algerien brennt nicht.

Noch vor den Wahlen im Mai hatte Präsident Abdelaziz Bouteflika allen möglichen Berufsgruppen Gehaltserhöhungen versprochen, zinslose Kredite, Beamtenstellen für arbeitslose Universitätsabsolventen. Algerien ist reich, größter Gas-produzent Afrikas, drittgrößter Lieferant Europas. Aber reich war Gaddafis Ölstaat Libyen auch.

Es ist nicht der versprochene Geldregen, der Algeriens 35-Millionen-Volk so lähmt. Es ist die Erinnerung an den Bürgerkrieg, der 1992 ausbrach, nachdem die Algerier wie heute die Ägypter für eine islamistische Partei gestimmt hatten - und dafür mit einem Militärputsch bestraft wurden. Etwa 150 000 Menschen starben. Da wolle man lieber so weiterleben wie jetzt, sagt ein Geldwechsler in einem Café in Algier, als dass wieder "abgeschnittene Köpfe auf der Straße liegen". Der algerische Dichter Kamal Daoud sagt: "Einen Aschehaufen kann man nicht noch einmal verbrennen."

Auch im Irak gingen zu Beginn des Arabischen Frühlings Tausende auf die Straße gegen die Scheindemokratie von Premier Nuri al-Maliki, dessen Sicherheitsdienste nach Belieben verhaften und foltern. Doch in Bagdad rollten sofort die Panzer, überall wurden Demonstranten zusammengeschlagen, verhaftet und die Büros privater Medien niedergebrannt.

Noch stärker aber wirkte die Warnung der Regierung, unter den Protestierenden seien Selbstmordbomber. Zu nah ist im Irak die Erinnerung an den Terror des Bürgerkriegs. Angstvoll, wie geprügelte Hunde, gaben die Protestierer auf. Auch der Irak brennt nicht.

So sehr sich der Libanon, der Sudan, ja selbst Iran von Algerien und dem Irak unterscheiden - auf ähnliche Traumata blicken auch deren Völker zurück: Kaum eine Familie in Beirut, in Juba und Teheran hat nicht wenigstens einen Toten zu beklagen, der im libanesischen Bürgerkrieg (1975 bis 1990), bei den Unruhen im Sudan (1983 bis 2005) oder im Irak-Iran-Krieg ums Leben kam, der unmittelbar nach der iranischen Revolution ausbrach.

Das Trauma der Gewalt, das sich durch die jüngere Geschichte des Nahen Ostens zieht, wird, mehr noch als die Frage nach der Legitimität der Herrscher und all dem Geld, das sie verteilen mögen, den Fortgang der Revolution bestimmen.

Wie reagieren die Unterdrückten auf Gewalt? Jahrzehntelang haben sich die Völker der Gewalt gebeugt - sonst hätten die Diktatoren nicht so lange geherrscht. Aber irgendwann kam noch in jedem Konflikt der Region der Punkt, an dem die Angst die Seiten wechselte, jener Moment, von dem an die Wirkung der Gewalt sich in ihr Gegenteil verkehrte: Sie brachte nicht mehr Unterwerfung hervor, sondern Aufbegehren. Das geschah 1978 unter dem Schah in Iran, 2011 in Tunesien, und das geschieht dieser Tage in Syrien.

Die Herrschenden verstehen dies oft nicht und denken, sie müssten nur die Dosis steigern. Entscheidend aber ist die Balance von Furcht und Wut: Ist die Furcht gering, etwa weil die letzten Gewaltexzesse schon Generationen zurückliegen, beginnt es leichter. Stecken die Erfahrungen des Grauens den Menschen aber noch in den Knochen, zögern sie - wie in Algerien, wie im Irak.

Mitunter wirkt auch das Schicksal eines Volkes auf die Entschlossenheit der anderen. Von Casablanca bis Dubai laufen in den Wohnzimmern und Cafés heute dieselben Bilder, Millionen von Arabern beobachten zurzeit den Fortgang der Ereignisse in Syrien.

Welchen Einfluss mag der Schrecken von Damaskus darauf haben, was in den Nachbarländern geschehen wird?

Die Lehre für die Unterdrückten: Vielleicht wird der Staat uns alle töten wollen. Die Lehre für die Herrschenden: Die Leute geben trotzdem nicht auf.

Am Ende könnten die Leiden der Menschen und der absehbare Untergang des Hauses Assad andernorts einen moderaten Wandel fördern: weil beide Seiten wissen, was auf dem Spiel steht.

(*) Assad zum Uno-Vertreter: "O. k., ich rede mit der Opposition - sobald ich sie erledigt habe."

DER SPIEGEL 27/2012
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