George, ca. 100. Den größten Teil seines Lebens hatte er unentdeckt auf dem zu Ecuador gehörenden Galápagos-Archipel verbracht. Sein Dasein in der Öffentlichkeit begann erst 1972, dafür aber abrupt. Damals fiel er einem Ziegenhirten auf, Forscher erkannten in George eine ausgestorben geglaubte Unterart der Riesenschildkröte. Fortan lebte er unter Aufsicht, inmitten artverwandter Weibchen, mit denen er sich fortpflanzen sollte. Doch er verweigerte sich allem - Fremdbestimmung, Geselligkeit, Sex - und zog eine Existenz in Einsamkeit vor. Als "Lonesome George" wurde er zum Symbol von Vergänglichkeit und Artensterben. Mit seinem - gemessen an der durchschnittlichen Lebenszeit einer Riesenschildkröte - frühem Tod stellt er deshalb die Forschung vor die Frage, ob auch in der Tierwelt gilt: Singles leben kürzer. George starb am 24. Juni an Herzversagen auf der Insel Santa Cruz.
DER SPIEGEL 27/2012
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