03.03.1997

ÖSTERREICH Inländer über alles

Mit einer erhöhten Dosis Ausländerfeindlichkeit geht Jörg Haiders Freiheitliche Partei erneut in die Offensive. Der Kärntner Landesrat Karl-Heinz Grasser hatte die Weisung gegeben, bei öffentlichen Bauvorhaben "ausschließlich heimische Arbeitskräfte oder Arbeitskräfte aus EU-Ländern" einzusetzen. Zwar mußte Grasser die volkswirtschaftlich unsinnige Anordnung vergangene Woche wieder zurücknehmen. Doch in der aufgeregten öffentlichen Debatte gelang es den Freiheitlichen, Ausländer gegen inländische Arbeitslose aufzurechnen. "Die Frage ist, ob man sich in dieser Republik um österreichische Arbeitsplätze noch kümmern darf", stichelte Haider und forderte "eine Lösung des Ausländerproblems, weil es sonst noch zu einer Eruption in der Bevölkerung kommt". Mit dieser Hetzkampagne könnten die Freiheitlichen gute Chancen haben, den Aufwind der Sozialdemokraten unter ihrem neuen Kanzler Viktor Klima schon bei den Gemeinderatswahlen am kommenden Sonntag in Kärnten wieder zu bremsen.


DER SPIEGEL 10/1997
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