Sebastian Nerz, 28, Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei, ruft seine streitlustigen Kollegen zu vornehmeren Umgangsformen auf. "Lassen wir die schmutzigen Mittel der Politik wirklich vollständig hinter uns", ist in einer Art digitalen Grundsatzrede auf seiner Homepage zu lesen. Shitstorm, Mobbing und Beleidigungen seien "kein Mittel der politischen Auseinandersetzung". Nerz' Standpauke ist die Reaktion auf intransparente Klausursitzungen und öffentlich ausgetragene Machtkämpfe um Posten. "Wenn wir totale Transparenz nicht liefern können, dürfen wir sie nicht versprechen", mahnt er mit Blick auf das Parteiprogramm für die Bundestagswahl 2013. Von den negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen sollten sich die Piraten nicht entmutigen lassen, findet Nerz. Er wirbt sogar um Verständnis für die Medienleute: "Auch Journalisten sind Menschen. Sie haben eigene Ziele, und diese decken sich nicht immer mit denen der Piratenpartei."
DER SPIEGEL 28/2012
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