14.04.1997

Tom Koenigs,

53, grüner Ex-Kämmerer von Frankfurt, und sein christdemokratischer Nachfolger Albrecht Glaser liegen wegen einer Einbauküche im Streit. Nachdem Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) ihn Anfang März als Finanzdezernenten abgesetzt und ihm nur noch das Umweltressort gelassen hatte, muß Koenigs nun die Kämmerei am Paulsplatz räumen und in die bisherigen Büros Glasers im Römer einziehen. Und dafür soll er auch noch zahlen. Zum Amtsantritt 1995 hatte sich der Wirtschaftsdezernent Glaser eine Schrankwand mit Einbauküche maßanfertigen lassen; Kosten: 17 000 Mark. Die will er nun aus dem Etat Koenigs wiederhaben. Doch der stellt sich stur: "Meinetwegen soll er seine Küche mitnehmen, von mir sieht er keine müde Mark." Den Kauf der "kleinen Single-Küche" in Grauweiß mit Kühlschrank, Spülmaschine und Mikrowelle rechtfertigt ein Glaser-Referent damit, man müsse "Besuchern ja mal einen Kaffee anbieten können". Der Einbau sei deshalb so teuer geworden, weil das holzgetäfelte Büro unter Denkmalschutz stehe. Glaser braucht das Geld - auch in der Kämmerei will er sich wieder eine Küche einrichten lassen.
Von Weber und

DER SPIEGEL 16/1997
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