19.05.1997

ZEITGESCHICHTEEasy Rider nach der Schicht

Mit den staatlichen Firmen der DDR wurden auch die über 12 000 betriebseigenen Kollektive der Volkskunst abgewickelt. Aber ganz verschwunden sind sie nicht. Tanz- und Theatergruppen, Musizier- und Schreibzirkel haben neue Nischen gefunden.
Die Kleider der Tänzerinnen sind rot wie Stahl, der glüht, und so ziemlich das einzige, was übriggeblieben ist von der Zeit, als "Fire & Flame" noch das Showballett vom "Volkskunstensemble des VEB Eisenhüttenkombinat Ost" (Eko) war. Umtost von Chorkindern, die in der Garderobe Windmühle spielen, schlüpfen die Tänzerinnen in die aufbewahrten Kostüme wie in eine frühere Haut. Einst von Fachkräften des Friedrichstadtpalasts für die Volkskünstler des Eko-Stahlwerks maßgeschneidert, bilden sie heute Polster gegen die neue Zeit.
Die hockt im Publikum des Eisenhüttenstädter Theaters: Fünf Jungs mit Schädeln, die glatt sind wie Pflaumen, krakeelen gegen die Musik an, stemmen ihre Springerstiefel an die Vordersitze und klatschen rhythmisch das Programm entzwei. An den Tänzerinnen prallt das ab. Sie wehen zu "Summernight" über die Bühne, als sei es eines der großen Programme, die sie einst für "ihr" Stahlwerk produziert haben. Vor zehn Jahren, als die Kostüme zum erstenmal getragen wurden, tanzte das Ballett zu "Never can say Goodbye". Und sie haben sich bis heute nicht verabschiedet.
Verabschiedet hat sich nur das Eisenhüttenkombinat Ost, das ökonomische Basislager des Balletts: Als der Betrieb nicht mehr volkseigen war, sollten die Volkskünstler auch nicht mehr betriebseigen sein. Geblieben sind die Revuekleider und die hart trainierte Haltung, die die Tänzer heute auch dann noch bewahren, wenn sie ihre Kunst wieder einmal zur Eröffnung eines Autohauses einsetzen müssen.
Daß die herrschende Klasse im Arbeiter- und-Bauern-Staat nicht nur rackern sollte, sondern auch "die Höhen der Kultur stürmen", hatte Walter Ulbricht schon 1958 gefordert. Mehr als 12 000 gewerkschaftlich organisierte "Volkskunstkollektive" gab es in den Betrieben der DDR - große Ensembles, Arbeitertheater, Kabarettgruppen und Sinfonieorchester. In ihnen tanzten, zeichneten, schrieben, schauspielerten oder komponierten 200 000 Werktätige.
Bei 2000 Zirkeln führten Berufskünstler Regie, die "zur Hebung des allgemeinen Kulturniveaus des werktätigen Volkes" beitragen sollten. Zum Beispiel Frank Castorf, heute Intendant der Berliner Volksbühne. Auch er hob im Braunkohlekombinat Knappenrode tatkräftig das Niveau. Mit den Aktivisten des Arbeitertheaters übte er Sketche ein ("Django zahlt heut nicht"), stauchte improvisierte Szenen mit Rockmusik zusammen und "hatte ziemlichen Spaß" dabei. Die Lehrlinge auch, die nach der Schicht Easy Rider wurden. "War eine lustige Sache damals, den Jugendlichen hat''s gefallen", sagt Castorf. "Und gut verdient habe ich auch." Bei den Leistungsschauen der Arbeitertheater allerdings konnte er keinen Lorbeer ernten: "Das entsprach wohl nicht ganz dem, was die sich unter Volkskunst vorgestellt haben."
Seit auch im Osten der Markt den Takt der Arbeit bestimmt, ist es vorbei mit dem Traum, Kultur könne, wie der Arbeiterdichter Hans Marchwitza fabulierte, "jeder zweite Herzschlag unsers Lebens" sein. Viele Betriebskulturgruppen haben sich dennoch über die Wende gerettet und als Vereine in stabile Seitenlage gebracht. "Hauptsache, es geht weiter", sagen die Tänzerinnen von "Fire & Flame". Heute tanzen sie zum Beispiel im Friedrich-Wolf-Theater von Eisenhüttenstadt für offizielle Gäste aus der Partnerstadt Saarlouis.
Nicht zu retten war der Trainer: Der Tanzpädagoge Dieter Janke, 58, einst Trainer beim DFF-Fernsehballett, verließ Ende 1996 nach 25 Jahren die Gruppe, weil kein Finanzierungskonzept mit der Stadt zustande kam. Heute helfen sich die Mädchen selbst, leisten sich nur einmal die Woche eine Trainerin und zehren noch von Jankes Choreographien. Der warf den Tänzerinnen bei der Probe bis vor kurzem noch französische Kommandos wie "tendu", "plié", "frappé" vor die Füße, die fremd klangen in der Übungsbaracke mit Stühlen aus grünem Kunstleder und einem verhängten Klavier. Früher jagte hier der Repetitor seine Finger über die Tasten, und später bediente Janke mit stoischer Verachtung einen Kassettenrecorder.
Einst floß das Geld hier golden wie der Stahl. Das Werk spendierte Probenräume und feinste Kostüme, organisierte Auftritte. Der werkseigene Tourneebus kutschierte die Tänzer in die Bruderstaaten - nach Rußland, Bulgarien, Ungarn, einmal sogar nach Westdeutschland. Doch seit die allgemeine Reisefreiheit herrscht, kommen sie selten über den Vorort Schönfließ hinaus.
"Das Eko hat mit Geld gepraßt, weniger hätte es auch getan, aber wir haben die Verschwendung gern geschehen lassen", sagt Dieter Janke. Der Ballettmeister hat den Eisenhüttenstädtern vorgeführt, daß sich sogar der Produktionsprozeß in eine muntere Revue verwandeln läßt: "Heißes Eisen wird zu Stahl" hieß ein Programm.
"Wir haben aus Stahlthemen Showtanz gemacht und kein Agit-Prop", sagt Janke. Seine Tänzerinnen trugen Overalls, Sonnenbrillen, silberne Lippen, kamen auch mal symbolisch unter die Räder. "Wir haben Breakdance getanzt und den Leuten die neuesten Westhits untergejubelt."
Sie waren das Paillettenkleid einer Stadt, die im Blaumann auf die Welt kam: Eisenhüttenstadt - "die erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden".
"Wir haben das Werk in die Heide gesetzt, mit Hacke und Spaten ging''s los", beginnt das Lied vom Stahlwerk. Eine Stadt vom Reißbrett, 1951 aus dem märkischen Boden gestampft, als Heimstatt für die Werktätigen des neuen metallurgischen Zentrums der DDR.
Gleich nach der Werksgründung fragten Arbeiter in der Betriebszeitung "Unser Friedenswerk" nicht nur: "Wo bleibt unsere Gehaltserhöhung?"; sie beschwerten sich auch über den nur zwei mal drei Meter großen Übungsraum der Musikgruppe und forderten die Parteileitung auf, "die Voraussetzungen für eine gute Kulturarbeit unserer Werktätigen zu schaffen".
1954 gründete sich aus Laienspielgruppen das Volkskunstensemble des Eko, das über 157 Mitglieder in Chor, Big Band, Ballett und Orchester verfügte und bis zur Wende allein 1470mal auftrat. Im Kulturhaus der Gewerkschaft, wo sie die Premieren feierten, wummert heute eine Techno-Disko.
Auch der Chor singt weiter und heißt wie früher: Ekova. Acht Goldmedaillen bei Arbeiterfestspielen und ein Kunstpreis der DDR trösteten über die holprigen Reime hinweg, die besonders linientreue Texter ihm zuweilen ins Gesangbuch schrieben. "Aber meist waren sie musikalisch interessant", sagt Dieter Kalitzki, Volkskunstpionier der ersten Stunde, und legt eine Langspielplatte auf: "Wir, die Herren des Feuers". Auf dem Coverfoto umsprühen Funken und Noten einen Arbeiter beim Stahl-Abstich. "Hier, das war so ein Quatsch: ,Singend und im Schlenderschritt kommt einer von der Schicht ...'' Na", sagt Kalitzki, "den möcht'' ich sehen!"
Nach der Abnabelung von ihren Betrieben haben viele der Volkskunstkollektive ein neues Leben unter dem Kürzel "e. V." begonnen. In Dresden verwandelte sich das Ensemble des VEB Kombinat Robotron in ein radikal diversifiziertes Kunstschaffen: "Tanzstudio Dresden" hier, das Kabarett "Die Lachkarte" dort, die "Sächsische Artistenschule" im freien Flug darüber.
Aus dem Bauarbeiterensemble des Tiefbaukombinats Cottbus wuchs die "Vokalgruppe Holunder" - seit der Wende probt der Chor im Zahnlabor einer Sangesschwester -, und in Teltow feierte im letzten Jahr das ehemalige Arbeitertheater des Geräte- und Reglerwerks als "Märkische Kammerbühne" sein 35. Bühnenjubiläum. Einst brachte sie "Die Heirat" von Gogol auf die Bühne oder Molières "Arzt wider Willen". Heute konkurriert die Theatertruppe mit dem Privatfernsehen und beschränkt sich auf Stücke, für die sie sich die Kostüme und die Besetzung leisten kann.
Fast 50 Jahre ist es her, daß der 3. Kongreß des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) beschloß: "Um den Werktätigen das Erlebnis Musik zu vermitteln, sind die besten Orchester und die hervorragendsten Dirigenten in den Betrieben einzusetzen." Und: "Wir brauchen lesende und lernende Arbeiter." Die neue Gesellschaft, so Walter Ulbricht 1958, werde von unten her aufgebaut und brauche Leute, die sich auf dem "kulturellen Niveau des 20. Jahrhunderts" bewegen könnten. Die Arbeiter sollten sich bei der Kultur nicht entspannen, sondern bilden, "Fischer" und "kritischer Kritiker" zugleich sein, wie Karl Marx empfahl.
"Die betriebliche Kulturarbeit hat in Deutschland eine lange Tradition", sagt Dietrich Mühlberg, Kulturhistoriker an der Berliner Humboldt-Universität: "Das geht bereits mit der protestantischen Arbeitsethik los." Auch die Revolution von 1848 habe die Idee einer Kultur für die Unterschichten auf ihre Fahnen geschrieben.
Der Weg, den die Kultur in der DDR gehen sollte, trug vor allem den Namen einer Industriestadt: Bitterfeld. Noch heute steht der Kulturpalast des Chemiekombinats wie ein Bollwerk der Diktatur des Proletariats in der verseuchten Landschaft.
Hier fand 1959 die 1. Bitterfelder Konferenz zur Parole des Jahrzehnts statt: "Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische Nationalkultur braucht dich." Im Gegenzug wurden Künstler in die Produktion beordert, um in der Arbeitswelt nach Themen zu schürfen. Kunst und Leben, Künstler und Volk sollten sich vereinigen, "das Bündnis der Arbeiterklasse mit der fortschrittlichen Intelligenz festigen". Zwar griffen immer mehr Arbeiterhände zur Prosafeder, doch der Versuch, Schriftsteller mit echter Arbeit zu versöhnen, geriet zum realsozialistischen Debakel.
Fünf Jahre später mußte die 2. Bitterfelder Konferenz viele der glühenden Menschheitsideale wieder zurücknehmen - der "Bitterfelder Weg" aber war bereits geschichtsmächtig geworden. Von 1959 auf 1960 vervierfachte sich die Zahl der "Volkskünstler", die an den republikweiten "Arbeiterfestspielen" teilnahmen, auf 25 000. 1988 nannten 60,4 Prozent von 937 befragten Werktätigen auf die Frage, welche Merkmale der Arbeit ihnen besonders wichtig seien, das "vielseitige geistig-kulturelle Leben in Kollektiv und Betrieb".
Ein knappes Jahrzehnt später lesen Facharbeiter, Rentner, Arbeitslose und Studenten im Café der Südschwimmhalle Dessau aus eigenen Werken, ondulieren und glätten gegenseitig ihre Texte. An diesem Abend ist die Sitzung in die Wohnung der Leiterin des "Literaturzirkels Wilhelm Müller", Annemarie Lenkeit, 65, verlegt worden. Alle haben unaufgefordert die Schuhe ausgezogen, Blöcke und Kugelschreiber gezückt und sich um den Sofatisch gezwängt.
Lange Zeit trafen sie sich jeden Sonntag, um ihre Lesung für die Kurt-Weill-Woche
* "Aura der Schmelzer" von Eberhard Heiland (1988).
in Dessau vorzubereiten. Das Thema sind die zwanziger Jahre, und so hält Peter Fochmann, 29, einen Vortrag über die "Neue Sachlichkeit". Nachdem Toast und Bockwurst für eine lukullische Zäsur gesorgt haben, trägt Klaus Meier, 23, ein arbeitsloser Dreher, aus seinen neuesten Werken vor. Als er das Din-A4-Blatt zur Hand nimmt, scheinen seine Wangen nur noch stellenweise durchblutet, und mit der ernsten Vorfreude im Gesicht, allen anderen einen schweren Brocken vorzuwerfen, senkt er die Stimme zum Poem. "alles in mir" hat er es genannt: "im vorhof stapeln aufdringliche beamte / formulare / die ich angstvoll nichtbeachte / sicher abertausend gründe / was auch immer nicht zu beginnen." Als er fertig ist, entsteht eine kleine Pause. "Da muß man erst mal hinterherdenken", sagt Frau Lenkeit.
Zeile für Zeile durchforschen sie die Strophen nach unstimmigen Metaphern und semantischen Untiefen. "Zu Tode erschrecken - nehm'' ich dir nicht ab", sagt Renate. Klaus wird es überdenken. 21 Gedichte schickte er nach sorgfältiger Kritik in den Druck, gebunden zu einem Heft namens "treibland".
Aus bildungsfernen Schichten ist einst auch der Hüttenmaler Carlo Hirschel, 60, zur Kultur gestoßen. In seiner großen Bildermappe wimmelt es von Schloten und Schmelzproben der alten Maxhütte in Unterwellenborn. Das Stahlwerk hatte ihm den Posten eines Dekorateurs im volkseigenen Kulturpalast verschafft. Bei Zirkelleiter Herbert Strecha lernte er, Ho Tschi- minh richtig zu malen. Heute gehört die Maxhütte der Luxemburger Arbed-Gruppe und heißt "Stahlwerk Thüringen".
Während Hirschel, inzwischen Rentner, gerade sein zweites Kinderbuch illustriert, ist auf dem alten Gelände des einst volkseigenen Betriebs der Landschaftspflegeservice aus Probstzella unterwegs. Mit einem Rasenmäher verwirklichen die Gärtner die kompakte Firmenphilosophie: "Zu einem funktionierenden Betrieb gehört eine gewisse Kultur der Außenanlagen."
* "Aura der Schmelzer" von Eberhard Heiland (1988).
Von Priebe und

DER SPIEGEL 21/1997
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