Den Feldzug in Ägypten hat Generalfeldmarschall Erwin Rommel (Spitzname: der "Wüstenfuchs") 1942 gegen die im Land verhassten Briten zwar verloren, doch in Ägypten ist der Deutsche immer noch populär. Mohammed Ibrahim, zuständiger Antiquitätenminister, will den in ein Küstenriff bei Marsa Matruh eingehauenen Kommandobunker Rommels deshalb nun zu einer Touristenattraktion ausbauen. Das aufwendige Projekt steht in Zusammenhang mit einem anderen, weitaus bedeutenderen Vorhaben: In Marsa Matruh soll ein lange geplantes Museum für rund 2000 antike Objekte entstehen. Der Plan ist als Antwort auf Drohungen von islamistischen Politikern zu verstehen, die die museale Präsentation von Mumien als "Götzenverherrlichung" bezeichnen und fordern, Pharaonen-Statuen in Kairo und anderen ägyptischen Städten mit Wachs unkenntlich zu machen oder gar zu zerstören. Parallel zu dem Museum in Marsa Matruh soll in der Oase Siwa das vom Deutschen Archäologischen Institut in Kairo restaurierte Orakel, das schon Alexander der Große besuchte, nun auch dem Massentourismus geöffnet werden. "Wir müssen vollendete Tatsachen schaffen", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter.
DER SPIEGEL 29/2012
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