FESTIVALS
Holmes und Hund
Nachts leuchtete er phosphorisch, und sein Anblick warf auch starke Männer um: der Hund von Baskerville, Titelheld einer Sherlock-Holmes-Story. Im Sussex-Städtchen Crowborough strömen in dieser Woche Britanniens Hunde zusammen, um in edlem Wettstreit den "erlauchtesten Titel des Hundetums" zu erringen, nämlich "Hound of the Baskervilles" zu heißen. Die Kläffer-Konkurrenz ist einer der Höhepunkte des diesjährigen (zweiten) "Sherlock-Holmes-Festivals", das Crowborough seinem berühmtesten Bürger, dem Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle, widmet: Hier lebte er 23 Jahre (und starb vor 67 Jahren), spielte Golf mit Rudyard Kipling und zog die Fälle an Land, die seinen Holmes unsterblich machten. Abgesandte der (global) über 400 "Sherlock Holmes Societies" werden erwartet, darunter Japaner, die ihr Schul-Englisch anhand des Baskerville-Hundes lernten. Krimi-Schreiber werden disputieren, ein lokaler "Sherlock- Holmes-Wein" steht zur Degustation parat. Und den Holmes-Storys, in England Teil des klassischen Literatur-Kanons, drückt nun auch die heimische Post ihren Stempel auf: mit einer "Hund von Baskerville"-Briefmarke.
DER SPIEGEL 27/1997
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