23.07.2012

BriefeSchützende Hand?

Nr. 28/2012, Das Urteil über Verena Becker
Trotz Aufklärungspflicht konnte das Gericht im Urteil gegen Verena Becker keinen der Karlsruher Mörder feststellen. Mord verjährt nicht. Somit steht die Bundesanwaltschaft wieder bei null und auf schwierigem Weg, da 1994 die beim BKA gelagerten Spurenakten zum Karlsruher Anschlag vernichtet wurden. Wer wie Frau Friedrichsen die Berichterstattung immer wieder auf mich fokussiert, sollte erwähnen, dass ich keine Strafe für Frau Becker beantragt und dies begründet habe. Einen Beweis für die unmittelbare Tatbeteiligung von Frau Becker sieht Frau Friedrichsen nicht. Sie hätte häufiger zum Prozess kommen oder einige Passagen meines Plädoyers im Internet nachlesen sollen. Sie schreibt, die Angeklagte sei dem Verfassungsschutz "dienlich" gewesen, aber jeder Beweis für eine "schützende Hand" fehle. Was mag Frau Becker denn gemeint haben, als sie von einer "schmutzigen Geschichte" schrieb? Peter-Jürgen Boock sei nicht mehr der "Märchenonkel der RAF", erklärt Frau Friedrichsen. Sie hätte anfügen sollen, dass er eine direkte Beteiligung von Christian Klar und Knut Folkerts am Attentat ausgeschlossen hat. Die Karlsruher Mörder seien definitiv unter den im Jemen ausgebildeten RAF-Mitgliedern gewesen, von denen, so Boock in der Hauptverhandlung, nur Günter Sonnenberg und Verena Becker gut Motorrad fahren konnten. Diese Fähigkeit mussten aber beide Karlsruher Attentäter besitzen.
Michael Buback, Göttingen
(Verena Becker bestreitet, je ein Motorrad gefahren zu haben.-Red.)

DER SPIEGEL 30/2012
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