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SPORTPOLITIK

Dialog mit Nordkorea

Vor den Olympischen Spielen in London deutet sich auf sportpolitischem Parkett eine Annäherung im angespannten Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea an. Die südkoreanischen Veranstalter der Weltstudentensportspiele 2015 in Gwangju haben den deutschen Uno-Sonderberater Willi Lemke damit beauftragt, Kontakt zu nordkoreanischen Sportfunktionären anzubahnen. Der frühere Manager des Bundesligaclubs Werder Bremen will seinen dreiwöchigen Aufenthalt in London dazu nutzen, den Nord-Süd-Dialog aufzunehmen. Ziel seiner Mission: die nordkoreanische Seite davon zu überzeugen, bei der Universiade 2015 im südkoreanischen Gwangju ein gemeinsames Team aufzustellen.

Lemke gibt sich zuversichtlich, dass ihm in London das Entree gelingt: "Im Sport kann man die Menschen oft am leichtesten zusammenführen und Brücken bauen. Dies gilt selbstverständlich auch für die Vermittlung zwischen Nord- und Südkorea." Noch bis Ende dieses Jahres hofft der Sportsonderberater des Uno-Generalsekretärs Ban Ki Moon zu Verhandlungen in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang reisen zu können. Dafür müsste Lemke innerhalb der nächsten sechs Monate Zugang zur Spitze des nordkoreanischen Militärs erhalten - in dem kommunistischen Staat wacht die Armee über die Geschicke des Sports. Die Idee, nord- und südkoreanische Sportler bei der Universiade 2015 in einer Mannschaft auflaufen zu lassen, entstand Ende vergangenen Jahres beim Peace and Sport Cup in Katars Hauptstadt Doha - dort waren beim Tischtenniswettbewerb im Doppel zwei gemeinsame koreanische Teams angetreten.


DER SPIEGEL 30/2012
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