10.09.2012

BUNDESWEHR Mayers Krieg

Sie ziehen in eine Schlacht, die so gut wie verloren ist. Ein deutscher Kommandeur bereitet sein Bataillon auf Afghanistan vor, wo es unter einheimischer Führung kämpfen wird. Wie soll er sich und seine Männer motivieren? Von Alexander Osang
An einem Sommertag, wenige Wochen bevor er sein Panzergrenadierbataillon in den Afghanistan-Krieg führen wird, versucht Oberstleutnant Martin Mayer, einem grauen Tonklumpen Leben einzuhauchen. Der Kommandeur sitzt mit 20 Offizieren und Feldwebeln in einem Seminarraum der Werratal-Kaserne von Bad Salzungen. Die Soldaten sollen aus Ton Plastiken formen, die ihre Ängste und Hoffnungen ausdrücken. Das Dunkle und das Helle, sagt die Referentin. Sie heißt Heike Fritzsche und leitet das Seminar zum Thema Trauer, Tod und Verwundung. Sie hat den Raum mit Blumen, Puppen und Kerzen geschmückt. Sie hat den Ton mitgebracht, aber auch glänzende Sternchen, kleine Herzen, Bändchen und Goldglitter. Lassen Sie Ihre Gefühle frei, sagt Frau Fritzsche, die im normalen Leben einen Kinderhospizdienst leitet. Die Soldaten greifen in den Ton, nur ihr Kommandeur zögert. Das Dunkle und das Helle. Monatelang hat er sich damit beschäftigt. In ein paar Tagen wird Mayer 600 Soldaten in eine Stellung in der Provinz Baghlan führen. Es ist die Gegend Afghanistans, in der bislang die meisten deutschen Soldaten fielen. Er weiß, dass seine Männer kämpfen müssen, aber er will, dass sie Menschen bleiben. Er könnte eine Riesenplastik bauen. Ein Denkmal seines moralischen Dilemmas.
Schließlich formt der Oberstleutnant den Ton zu einem Herzen, um das er ein Band windet. Mayer guckt auf das Herz, neben ihm kneten seine Soldaten wie Weihnachtselfen.
Als Frau Fritzsche ihn fragt, wie er sein Kunstwerk nennen will, sagt der Kommandeur: "Man sieht nur mit dem Herzen gut."
Ein halbes Jahr zuvor, im Januar 2012, weiß der Kommandeur noch wenig über den Einsatz. Er weiß nicht, wohin die Reise gehen wird, er weiß nicht, welches Ziel sie haben soll. Der Mission unter diesen Umständen einen Sinn abzugewinnen, ist schwierig.
"Ich erfülle einen politischen Auftrag", sagt Mayer und reißt die Augen auf, als hätte er einen Witz erzählt. Einen alten Witz.
Im Dienstzimmer hängen die Porträts von Christian Wulff, Bundespräsident, und Thomas de Maizière, Bundesverteidigungsminister. Die beiden sind zurzeit Mayers oberste Vorgesetzte. Dort, wo de Maizière hängt, hing das Bild Karl-Theodor zu Guttenbergs, als Mayer das Bataillon im Mai 2010 übernahm. Guttenberg hat die Bundeswehr zu einer Berufsarmee gemacht. Als die Folgen seiner Reform die Kaserne in Bad Salzungen trafen, war der Minister weg. Und dass Christian Wulff noch lange im Kommandeurszimmer hängt, ist unwahrscheinlich.
"Ich kann mich natürlich nicht nur hinter den politischen Auftrag zurückziehen", fährt Oberstleutnant Mayer fort. "Wenn ich meinen Männern sage: ,Wir haben hier einen Auftrag, den müssen wir treu und redlich erfüllen', dann rede ich nicht viel anders als ein Wehrmachtsoffizier. Ich fahre den Kurs, Fragen zuzulassen, denn ich habe die ja auch. Aber sind die beantwortbar?"
Er spielt mit seiner Visitenkarte, die in Plastik laminiert ist, und schaut aus dem Fenster. Auf den Bergen des Thüringer Waldes, die die Werratal-Kaserne umstellen, liegt Schnee. In einer Woche bricht Oberstleutnant Mayer zu einer ersten Erkundungsfahrt nach Afghanistan auf. Er hofft, dass er danach mehr weiß.
Momentan sieht es so aus, dass Mayer eine etwa 600 Mann starke Truppe aus Panzergrenadieren, Aufklärern und Pionieren befehligen wird, die sich in die Hände afghanischer Sicherheitskräfte begeben wird. Sie werden unter afghanischer Führung operieren. Das sieht die neue Strategie so vor. Mayer glaubt, dass die neue Strategie auch einen neuen Typ von Soldaten braucht. Einen Soldaten, der freundlich ist und wehrhaft, hart und weich, einen Soldaten, der tapfer dafür kämpft, sich überflüssig zu machen. Nicht einfach.
Der Kommandeur referiert über den Einfluss von Mohnernte und Ramadan auf die Seele des afghanischen Soldaten und die des Taliban-Kämpfers, aber das ist natürlich alles sehr theoretisch hier, in Bad Salzungen. Oberstleutnant Mayer windet die Hände ineinander. Er spricht langsam, erklärend, eher Unterstufenlehrer als Kommandeur.
Eine steile Karriere hat den 42-jährigen Offizier in den Chefsessel nach Bad Salzungen geführt. Er wuchs in Munster auf, am Rande des größten deutschen Schießübungsplatzes. Dort wohnt er bis heute mit seiner Frau und vier Stiefkindern. Mayer hat Betriebswirtschaft studiert, bevor er die Offiziershochschule besuchte. Er war Kompaniechef, Ausbilder, hat Auslandseinsätze in Bosnien und in Kabul hinter sich und eine Ausbildung als Generalstabsoffizier. Bis er nach Bad Salzungen kam, las sich seine Bundeswehrakte wie die eines angehenden Generals.
Jetzt, nach anderthalb Jahren Thüringen, sagt er: "General werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr."
Warum nicht?
"Ich habe zu viele Fragen gestellt", sagt Mayer und bricht in ein meckerndes Lachen aus, das er abrupt abbricht, als hätte ein Vorgesetzter in seinem Kopf den Befehl dazu erteilt.
Oberstleutnant Mayer übernahm im Mai 2010 dieses Bataillon, das gerade aus einem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt war, um es für den nächsten Afghanistan-Einsatz vorzubereiten. Sie hatten drei Soldaten verloren. Ein Gedenkstein hinterm Eingang zur Kaserne erinnert an die Gefallenen. Der Einsatz, so sieht es Mayer, steckt tief in den Seelen der zurückgekehrten Soldaten. Es gab eine große militärische Gedenkfeier, zu der allerhand Politiker und Bundeswehrgrößen nach Bad Salzungen reisten. In jener Woche starb auch Michael Jackson, die Erschütterung zerstreute sich. Es zog wieder Alltag ein.
In den Wochen nachdem ihre drei Kameraden gefallen waren, gestalteten Soldaten der 1. Kompanie den Eingang ihres Gebäudes in eine Art Traditionsecke um, die an die Schlacht von Stalingrad erinnert. Dort steht auch der Spruch, den ein deutscher Soldat 1945 an der Latrinenwand eines sibirischen Kriegsgefangenenlagers hinterließ.
"Gott und den Soldaten
ehrt man in den Zeiten der Not.
Aber ist die Not vorbei,
wird Gott bald vergessen
und der Soldat schlecht behandelt."
Mayer sagt, er fühle sich weder von Gott noch vom deutschen Volk verlassen. Stalingrad, Sibirien, damit kann er nichts anfangen. Das Gemälde von der Schlacht im Kursker Bogen, das Soldaten seines Bataillons im Simulationszentrum der Kaserne an die Wand malten, hat er doppelt überstreichen lassen. Die Traditionsecke ließ er ihnen. Er will die Suche seiner Soldaten nach einem Vorbild, dem sie in den Krieg folgen können, nicht ersticken. Er hält diese Suche für notwendig.
Mayer blinzelt hinter seinen randlosen Brillengläsern. Die Wände seines Arbeitszimmers hängen voller Vorbilder, aber es ist nicht das, was er meint. Er erzählt die Geschichte von Frederick, der Maus, die er in einem Kinderbuch gelesen hat. Es geht um eine Maus, die sich mit anderen Mäusen auf den Winter vorbereitet. Während die anderen Mäuse Nüsse in ihr Winterlager schleppen, sammelt Frederick Sonnenstrahlen, Farben und Träume. Alle halten ihn für einen Spinner. Aber am Ende des Winters, als die Nüsse aufgebraucht und die Mäuse niedergeschlagen sind, baut Frederick sein Volk in der dunklen Höhle mit Sonnenstrahlen, Farben und Träumen auf.
Frederick, die Maus, also.
Oberstleutnant Mayer strahlt wie ein Kind. Es scheint so, als wollte der Kommandeur noch mal ganz von vorn anfangen mit der verdammten deutschen Kriegsführung.
Anfang März lässt Oberstleutnant Mayer sein Bataillon zu einem Appell antreten, um es auf den Kampf einzuschwören. Der Schnee auf den Thüringer Bergen ist geschmolzen, das Bild von Wulff ist abgehängt und steht, das Gesicht zur Wand, auf dem Fußboden.
Es ist ein neblig-feuchter Morgen im Werratal, am Rande des Appellplatzes verlieren sich ein paar Angehörige, Männer mit Rauchergesichtern, abgekämpft aussehende Frauen, Kinder mit blinkenden Turnschuhen. Dazwischen eine Gruppe mit guten Mänteln. Das ist die Familie von Hauptmann Glawatz, Chef der 1. Kompanie, die aus Richtung Westen angereist ist. Darunter der Onkel, Henning Glawatz, ein Brigadegeneral im Ruhestand. Sie wirken fremd hier, eine Abordnung aus einer anderen Welt. Die meisten Soldaten des Bataillons stammen aus der Nähe, aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die neuen deutschen Soldaten kommen aus dem Osten.
"Der Kampf wird zur Realität von uns allen werden", ruft Oberstleutnant Mayer, nachdem der Bataillonsmarsch verklungen ist. "Wir müssen auf das Schlimmste vorbereitet sein. Den Tod und die Verwundung von Kameraden."
Mayer wirkt wirklich wie ein Kommandeur dort vorn. Ein Mann, der alles unter Kontrolle hat. Aufrecht und entschieden. Man ahnt nicht, dass er gestern Abend mit Standortpfarrer Wolfram Schmidt um den Bad Salzunger Burgsee spazierte, um zu beraten, mit welchen Worten er seine Soldaten auf den Krieg vorbereitet. Mayer trug eine Windjacke, er sah verkleidet aus und wirkte, als liefe er dem Pfarrer hinterher, ein Lamm, kein Falke. Schmidt ist seit 15 Jahren Pfarrer in der Werratal-Kaserne. Er stammt aus Thüringen und hat die Soldaten schon in verschiedenen Auslandseinsätzen betreut, die Soldaten vertrauen Schmidt, Oberstleutnant Mayer tut es auch.
"Ich bin ein Christ", sagt er, "Pfarrer Schmidt ist auch für mich da."
Mayer hat nach seiner Ankunft in Bad Salzungen Verbindungen in die Stadt gesucht. Ein enger Kontakt ist nur zu den Frauen vom örtlichen Hospizdienst entstanden und zu Lhama Yeshe, einer Nonne aus einem nahegelegenen buddhistischen Zentrum. Vor ein paar Monaten hat er im buddistischen Zentrum an einem Achtsamkeitswochenende teilgenommen. Zwei Tage Schweigen. Es war großartig, sagt Mayer.
"Ich möchte für Sie jetzt das Lied ,I won't back down' spielen lassen. In der Version von Tom Petty & The Heartbreakers", ruft Mayer.
Es knistert kurz in der Verstärkeranlage, dann singt Tom Petty in den bleiernen deutschen Nebel über dem Appellplatz, auf dem schon Mot-Schützenbataillone der Nationalen Volksarmee im Stillgestanden verharrten.
"You could stand me up at the gates of hell
But I won't back down
Gonna stand my ground, won't be turned around."
Die Soldaten und ihre Angehörigen stehen ratlos in der Kälte, das Lied zerrt an ihrer Haltung. Man kann nicht tanzen in einer Antreteformation. Du kannst mich an die Höllenpforte stellen, ich werde nicht weichen. Es ist der Song, den Tom Petty schon auf den Gedenkveranstaltungen nach dem 11. September 2001 sang, ein Tag, der die deutschen Soldaten letztlich auf ihre Reise in den Hindukusch schickte. "Hey baby", ruft Petty im Refrain, "there ain't no easy way out."
Nach dem Appell findet im großen Veranstaltungssaal der Kaserne ein Empfang für die Soldaten und ihre Angehörigen statt. Es gibt Orangensaft, Sekt und Gulaschsuppe. An einem der hinteren Tische hat sich die Familie von Hauptmann Glawatz versammelt. Manche Offiziere schauen verstohlen zu dem älteren Herrn in der Mitte der Tafel. Brigadegeneral Henning Glawatz ist eine Bundeswehrlegende.
Er war Fallschirmjäger und hat verschiedene Divisionen geführt, meist Spezialkräfte. In den neunziger Jahren hat er die Operation Libelle geleitet, bei der etwa hundert Menschen aus der Botschaft in Tirana befreit wurden. Glawatz hat über 40 Jahre seines Lebens in der Bundeswehr verbracht. Früher mussten sie kämpfen lernen, um nicht kämpfen zu müssen, sagt er. Heute lernen sie kämpfen, um kämpfen zu können. Im Kalten Krieg, so drückt es Glawatz aus, konnte man davon ausgehen, dass sich der Gegner an gewisse Regeln hält, wenn es "zum Handkuss kommt". Das sei vorbei. Die Politik treffe mit einer Abstimmung im Parlament weitreichende Entscheidungen, die tief in das Leben eines einzelnen Soldaten eingreifen können. Wenn die Bundesregierung mitbekomme, dass ein großer Teil der Bevölkerung den Krieg in Afghanistan verurteile, müsse sie den Leuten erklären, warum dieser Einsatz nötig sei. Das vermisse er. Man müsse darauf achtgeben, dass Militär und Zivilbevölkerung nicht auseinanderdriften.
Mit alldem würde er bei Oberstleutnant Mayer offene Türen einrennen. Aber sie reden über diese Dinge nicht. Der General kommt irgendwann zu Mayer und stellt sich und seine Frau kurz vor. Die Frau, die eine Brauerei besitzt, bietet Mayer an, das Bataillon zu den Weihnachtsfeiertagen mit kostenlosem Bier zu versorgen.
"Sehr gern", sagt Mayer, strahlt und wippt auf den Fußspitzen. Weihnachten werden sie in Afghanistan feiern, in einem Lager, in dem Alkoholverbot herrscht.
Als der Kommandeur später in sein Dienstzimmer zurückgeht, rollt der Jaguar von Brigadegeneral Henning Glawatz über die Kasernenstraße zum Ausgang und von da aus zu dem Schloss, in dem er seinen Ruhestand verbringt. Von hier aus wirkt es, als führe er zurück in ein sorgloses, friedliches, aber auch irgendwie irrelevantes Leben.
Anfang April sitzt Oberstleutnant Mayer mit ein paar Offizieren und Feldwebeln in einem Clubraum des Ausbildungszentrums Hammelburg in Unterfranken und tut so, als wäre er in Afghanistan. Seine Truppe ist für eine Woche hierhergefahren, um die neue Strategie der Bundeswehr zu üben. PATF. Partnering & Advisory Task Force. Sie agieren unter Führung afghanischer Sicherheitskräfte. Gerade warten sie auf eine Abordnung afghanischer Dorfältester und Polizeikräfte, die aus Mangel an wirklichen Afghanen von deutschen Soldaten dargestellt werden. Die Decke des Clubraums ist mit Tarnnetzen abgehängt. In der Ecke brüht jemand Tee. Es gibt Apfel, Fenchel und Pfefferminz.
"Die trinken da unten natürlich lieber grünen Tee, haben wir aber nicht", sagt ein Feldwebel.
Die Afghanen sollten schon seit zehn Minuten hier sein. Das ist Teil des Plans. Der Afghane kommt gern zu spät. Die deutschen Partner knabbern an Lebkuchen. Kommandeur Mayer erzählt von seiner Afghanistan-Erkundung.
Es war kein besonders erfolgreicher Ausflug, weil der Verteidigungsminister und die Kanzlerin zu einem Überraschungsbesuch in Afghanistan auftauchten und Kapazitäten blockierten. Niemand hatte richtig Zeit für Mayer. Immerhin schaffte er es erstmals zum OP North, sah sich das Feldlager an und konnte kurz mit dem Kommandeur sprechen, den er ablösen wird.
"Wir müssen Vertrauen zu unseren afghanischen Partnern aufbauen", sagt Mayer. "Da geht es nicht, wenn wir zu den Treffen mit lokalen Autoritäten in Splitterweste und Stahlhelm auftauchen."
Irgendwann kommen die Afghanen, drei verkleidete Bundeswehrsoldaten.
"Salam", sagt der Oberfeldwebel, der den Dorfältesten spielt.
Ein Soldat bringt Tee.
Zwei Stunden später bricht Mayer mit seinem Fahrer nach "Bonnland" auf, einem Ort in der Mitte des Übungsgebietes, der, so ist die Legende, von Taliban-Kämpfern infiltriert worden ist. Bonnland ist eine guterhaltene mittelalterliche Kleinstadt, die schon der Wehrmacht als Übungsplatz diente. Später gab es hier Rollenspiele der Bundeswehr mit Feinden aus dem Warschauer Pakt. Gerade liegt der Ort in Afghanistan. Mayers Fahrer parkt auf dem Marktplatz, auf dem bereits jede Menge größere und kleinere Bundeswehrgefährte herumstehen. Im Hintergrund sieht man Soldaten mit Gewehren im Anschlag zwischen blühenden Büschen auf ein kleines Schloss zurennen.
Mayer steigt aus dem Geländewagen und breitet eine Karte auf der Motorhaube aus. Es ist die Karte des Tals in der Provinz Baghlan, das sie bewachen sollen. Mayer redet von den Volksstämmen, die sich in dieser Region mischen, den Tadschiken, Paschtunen, Usbeken, und von den Taliban in den Bergen. Es heißt, sie verhalten sich im Moment still, warten auf den Abzug des ausländischen Militärs oder den Nachschub aus Pakistan. Genaues weiß man natürlich nicht.
"Im Sommer wechseln wir die Kontingente. In diese Phase fällt der Ramadan. Ich weiß nicht, wie fit unsere afghanischen Partner da sind. Wir sind unerfahren und probieren etwas Neues aus. Mit anderen Worten: Wir sind sehr verwundbar", sagt Mayer.
Er schaut auf die Karte, im Hintergrund rumpeln deutsche Schützenpanzerwagen zwischen Fachwerkhäusern umher. Die Sonne scheint. Bald ist Ostern. Sein Fahrer bringt das Lunchpaket. Büchsenwurst und Knoppers. Zwölf Uhr in Deutschland.
"Ich muss einfach mehr wissen", sagt Mayer. "Deswegen fahre ich im Mai noch mal zu einer Erkundung. Das ist dann die dritte. Ich merke schon, dass man mich für eine Nervensäge hält. Aber ich kann meine Männer nicht in Situationen führen, die ich nur aus Erzählungen kenne. Wenn ich bis Mai nicht weiß, unter welchen konkreten Bedingungen wir eingesetzt werden, muss ich bei meinem Vorgesetzten, dem General Kropf, eskalativ eingreifen."
Zwei Wochen später, Ostern ist vorbei, und die Lage hat sich nicht wesentlich verändert, trifft er den General Kropf bei wieder einer anderen Übung in wieder einem anderen Übungszentrum. Dieses befindet sich in Wildflecken, in der Rhön. Den Tag über hat sich Mayers Truppe mit der Kommandostruktur im Gefecht beschäftigt, jetzt bringt der Fahrer seinen Chef zu einem Abendessen des Führercorps in den Festsaal eines Angelvereins. Das Gemeinschaftsgefühl soll gestärkt werden. Es gibt Forelle und Kartoffelsalat und eine große Leinwand, auf der die Soldaten das Halbfinalrückspiel der Champions League schauen können. Der FC Bayern spielt gegen Real Madrid.
Brigadegeneral Kropf, Mayers unmittelbarer Vorgesetzter, ist aus dem Divisionsstab in Bad Frankenhausen angereist. Er steht vorm Festsaal und raucht. Er hat einen blankrasierten Schädel, einen gestutzten Schnurrbart und ist braungebrannt. Seine Uniform sieht aus, als hätte er sie sich direkt auf den Leib schneidern lassen. Kropf wirkt wie das Gegenteil von Mayer, dessen Sachen immer ein wenig zu groß für seinen hohen, leicht nach vorn gebeugten Leib scheinen, der nicht marschiert, sondern hüpft. General Kropf bewegt sich wie ein Hahn, Mayer eher wie ein Storch.
Anders als Mayer hat Kropf kein Studium absolviert und keine Generalstabsausbildung. Er hat sich nach oben gedient. Und so ist er ein anderer Offizier geworden. Die Männer sind in den vergangenen Wochen ein paarmal heftig aneinandergeraten. Mayer hat sich bei Kropf über ungenügende Informationen und Mittel bei der Vorbereitung seiner Soldaten auf den Afghanistan-Einsatz beklagt, Kropf hat ihm gesagt, er solle sich zusammenreißen.
Dann aber hat Kropf einen Bandscheibenvorfall erlitten, der es ihm nicht erlaubt, mit nach Afghanistan zu reisen. Das hat ihr Verhältnis etwas beruhigt. Die beiden Kommandeure schütteln sich kurz die Hand und gehen ins Zelt.
Am Morgen hat Mayer seinen Soldaten erzählt, dass er keinen Alkohol trinken werde, weil auch im Einsatz kein Alkohol getrunken werde. Er kann es ihnen nicht befehlen, nur empfehlen. Der örtliche Angelverein aber hat zwei große Bierfässer ins Festzelt gerollt. Der General hält eine kurze Rede. Die Übung laufe flüssig, das Rollenverständnis sei gut. Klare Befehle sind ein Segen für die Truppe, sagt der General. Er eröffnet das Buffet und bestellt erst mal ein großes Schwarzbier. Die meisten Soldaten machen es ihm nach.
"Der erste Schluck gilt den Soldaten im Einsatz!", ruft Kropf. Die anderen heben ihre Biergläser.
Mayer umklammert den Hals seiner Bionade-Flasche, Holundergeschmack. Dann fängt das Fußballspiel an. Oberstleutnant Mayer verlässt den Gesellschaftsabend in der Halbzeitpause. General Kropf sitzt in der ersten Reihe des Festzeltes, ein frisches Schwarzbier vor sich auf dem Tisch. Er schaut dem Oberstleutnant verständnislos hinterher. Bayern gegen Real! Es steht 1 : 2.
Mayer jagt seinen Fahrer durch friedliche, menschenleere Landschaften. Er denkt an die Übung von morgen. Die Soldaten müssen lernen, sich unter afghanischer Leitung zu bewegen. Sie müssen lernen, nein zu sagen, wenn ihnen eine Forderung lebensgefährlich erscheint.
"Wir reden über einen Hochrisikoeinsatz", sagt Oberstleutnant Mayer. "Die Afghanen denken nicht an morgen, weil sie nicht wissen, ob sie morgen noch leben. Da vorn links abbiegen, HG."
HG, sein Fahrer, der Hauptgefreite Geis, nickt, obwohl er sowieso links gefahren wäre. Er schaut im Abblendlicht auf die gewundene Straße. Er ist 23 Jahre alt, stammt aus Suhl und ist seit drei Monaten Vater. Er hat einmal Verkäufer bei Aldi gelernt, wo er aufhörte, weil er keine Perspektiven sah. Und jetzt Afghanistan. Geis geht seit Wochen nicht mehr zu Familienfeiern, weil er das Gerede der Verwandten nicht mehr hören kann. Die Fragen, was das alles soll. Was die Deutschen da eigentlich verloren haben. Er weiß es doch selbst nicht.
Als der FC Bayern schließlich eines der aufregendsten Fußballspiele der letzten Zeit im Elfmeterschießen gewinnt, sitzt Oberstleutnant Mayer schon wieder über der Afghanistan-Karte.
Auch seine dritte Erkundung ins Kriegsland startet holprig. Es ist der 1. Mai, sieben Uhr morgens, und das Gepäck des Oberstleutnants ist zu schwer für den Bundeswehr-Airbus. Er hat zu viele Geschenke für Soldaten im Einsatzgebiet dabei. Mayer konnte nicht nein sagen. Sie verteilen sein Übergewicht auf die Rucksäcke der drei Hauptleute, die ihn nach Afghanistan begleiten. Spranger, Nausch und Wenig. Sie werden seine Kompaniechefs sein. Als sie in der Abflughalle des Kölner Militärflughafens sitzen, erfahren sie, dass ihr Flug 23 Stunden Verspätung haben wird. In Kasachstan, wo die Maschine zwischenlanden sollte, um ein Bundeswehrorchester aus Erfurt abzusetzen, tobt ein Unwetter.
Mayer und sein Hauptmann Spranger beschließen, die Zeit zu nutzen, um Sören Runschke zu besuchen, der in einer Kölner Klinik liegt. Runschke ist ein Soldat aus Sprangers Kompanie, der im Frühjahr bei einer Übung plötzlich wegen Hirnhautentzündung ins Koma fiel. Sein Zustand ist nicht besser geworden, so viel wissen sie. Aber auf den Anblick des abgemagerten, bleichen Körpers sind die beiden Offiziere nicht vorbereitet.
Sie stehen mit den Eltern des leblosen Soldaten in dem kleinen abgedunkelten Zimmer. An der Wand hängen die Grüße der Kameraden aus Bad Salzungen. Sören, wir stehen alle an deiner Seite! In der Ecke stapeln sich Plüschtiere.
Hauptmann Spranger zupft an der blutverschmierten Decke herum, versucht das wund gescheuerte Bein seines Kameraden abzupolstern. Thomas Spranger hat in München und Adelaide Psychologie studiert, aber jetzt wirkt er hilflos. Der kranke Soldat windet sich, er röchelt. Ein Pfleger fummelt an den Schläuchen herum, die Runschke am Leben halten. Vielleicht kommt er irgendwann in ein Pflegeheim, sein Zustand wird sich nicht mehr bessern, sagen die Ärzte.
"Wir haben uns ja oft gefragt, ob er da runter nach Afghanistan gehen sollte. Wir haben uns Sorgen gemacht. Er sich auch. Aber manchmal denke ich jetzt, ob es nicht besser gewesen wäre, er wäre in der Kiste aus dem Krieg zurückgekommen", sagt Runschkes Vater. "Sinnvoller."
Sein Sohn hat sich freiwillig zur Armee gemeldet, als er 17 war. Er wollte Scharfschütze werden. Der Junge dort im Bett ist jetzt 19 Jahre alt. Sie hätten ihn nicht mit nach Afghanistan genommen, weil Mayer die ganz jungen Freiwilligen nicht sofort in den Kampf schicken will. Aber das sagt der Oberstleutnant nicht. Mayer nimmt die Stiefmutter des Soldaten in den Arm.
Er sagt: "Sie machen das sehr, sehr gut, wenn ich das sagen darf."
Der leblose Gefreite wirkt da wie das erste Opfer ihres Einsatzes.
Bevor sie am nächsten Morgen das Flugzeug besteigen, drückt der Oberstleutnant jedem seiner drei Hauptleute einen der kleinen hölzernen Schutzengel in die Hand, die ein blinder Junge anfertigt, den er über den Hospizdienst in Bad Salzungen kennengelernt hat. Mayer wirkt verlegen. Es ist nicht einfach, einen selbstgebastelten Engel mit militärischer Haltung zu übergeben. Er rammt Hauptmann Nausch die kleine Holzfigur so fest in die Hand, dass diese anfängt zu bluten. Es ist Mayers Dilemma in einer Geste. Mensch und Soldat sein. Kevin Nausch lächelt schief. Er hat seine Diplomarbeit über Marx und Ludwig Feuerbachs Religionskritik geschrieben. Schwer zu sagen, was er von Schutzengeln hält.
Als sie über Russland fliegen, unterhält sich Mayer im Gang mit Oberstleutnant Roland Kahle, der das Wehrbereichsmusikkorps III leitet, das die 23-stündige Verspätung verursacht hat.
"Und was macht ihr in Kasachstan?", fragt Mayer.
"Wir spielen ein paar Konzerte, wo und in welchem Zusammenhang, wissen wir noch nicht. Wir lassen uns überraschen", sagt Kahle.
"Das ist ja wie bei uns", sagt Mayer.
Die Nacht verbringen die vier Bad Salzunger Offiziere in einem Lager der Bundeswehr in der usbekischen Grenzstadt Termiz, die nur durch einen Fluss von Afghanistan getrennt ist. Zwischen ausgelassenen Soldaten aus aller Welt trinken sie ein alkoholfreies Weizenbier in einer Art Vergnügungszelt. Sie starren auf die Discokugel und reden über die Weltlage. Heute war Präsident Obama zu einem Überraschungsbesuch in Afghanistan. Es ist der erste Jahrestag der Tötung von Osama Bin Laden. Eine Wahlkampfreise, sagt Mayer. Er glaube nicht, dass die westliche Welt nach 2014 ihre Präsenz aufgeben werde. Die Frage sei nur, wer es bezahle.
"Mal sehn, was das Gipfeltreffen in Chicago bringt", sagt Mayer.
Sie schlafen kaum, auch weil tief in der Nacht ein betrunkener Soldat auf der Suche nach seiner Liege in ihr Zelt kotzt.
Am nächsten Morgen bringt sie die "Transall" nach Masar-i-Scharif. Eine Art militärische Kleinstadt, in der man vergessen kann, dass man sich in einem Krisengebiet befindet. Sie empfangen ihre Schutzausrüstung, ihre Bewaffnung und eine Einweisung in die Lage im OP North.
Die Zusammenarbeit mit den afghanischen Sicherheitskräften klappe gut, besonders mit der Armee, die einen Qualitätssprung gemacht habe. Die Versorgung mit Cola und Trinkwasser für den OP North dagegen sei ein Problem. Anfang April haben die Heeresflieger die Post aus vier Meter Höhe abgeworfen, dabei sei Technik im Wert von 1,8 Millionen Euro zerstört worden. Sie sollen jetzt einen Büffel-Bergepanzer in den OP geliefert bekommen, den sie nicht brauchen. Er sei zu schwer für die Straßen und passe überdies gar nicht durchs Tor der Stellung. Die Lieferung, so habe man ihnen gesagt, sei eine politische Entscheidung.
Mayer lächelt.
In einer Grafik zeigt der einweisende Offzier die afghanische Kräfteverteilung in ihrem Einsatzort. Etwa 50 bärtige Köpfe, zwischen denen unzählige Pfeile verlaufen, die Interessen und Zusammenhänge darstellen sollen. Manche sind national, manche lokal, sagt der Offizier.
"Was bin ich denn da draußen? Ein Partner der Afghanen? Was darf ich?", fragt Mayer.
"Das wüsste ich auch gern", sagt der Offizier, der die Lage erklärt.
Sie fahren in einem Konvoi viereinhalb Stunden lang in ihre Stellung nach Baghlan. Sie rollen durch Wüstenlandschaften und fruchtbare Gebirgstäler. Es ist Freitag, die Muslime versammeln sich in den Gebetshäusern. Womöglich erfahren sie gerade von den rechtsgerichteten Islamkritikern in Nordrhein-Westfalen und kommen dann zornig auf die Straßen zurück. Es sei kein optimaler Tag für einen Landmarsch, hat Oberstleutnant Mayer seinen Kompaniechefs gesagt. Aber man sieht nur Bauern, die am Straßenrand winzige Felder mit mittelalterlichen Pflügen beackern, und manchmal ein paar Kinder, die neben den Panzern herlaufen und um Fußbälle bitten.
Die Stellung liegt auf einem Berg, von dem aus man in ein grünes weites Tal blickt, durch das sich ein Fluss windet. Der Eingang wird von afghanischen Sicherheitskräften bewacht. Im vorigen Jahr wurden hier drei deutsche Soldaten von einem afghanischen Posten erschossen. Innentäter nennen sie das. Die Gedenkkreuze der drei Opfer stehen neben denen der anderen Gefallenen auf einer Anhöhe, im Ehrenhain des OP North. Es ist der erste Punkt, den Oberstleutnant Mayer besucht. Er redet von verschiedenen Trauerritualen. Er selbst wolle nicht militärisch bestattet werden, hat er seiner Frau gesagt. Weil die Zeremonie das Gedenken an den Menschen überlagere.
Mayer steht auf der Anhöhe wie Moses. Am Himmel schwebt ein Zeppelin, der mit Kameras ausgestattet ist, die in die Gesichter von Muslimen zoomen können, die in 30 Kilometer Entfernung im Gebet knien.
Am Abend besucht Mayer den Gottesdienst des OP North, den ein evangelischer Pfarrer unter einem Tarnnetz abhält. Der Pfarrer heißt Martin Jürgens, ist in Kunduz stationiert und kommt ab und an vorbei. Er hat ein paar Fackeln aufgestellt, ein paar Teelichte verteilt und drei Bankreihen errichtet. Es ist eine sternenklare Nacht, das Tal wird vom Mond beschienen, der Fluss glitzert, das Kirchenzelt wirkt wie eine Safari-Lodge. Auf den Bänken finden sich 14 Soldaten ein.
Pfarrer Jürgens erinnert zu Beginn seines Gottesdienstes daran, dass heute auch der heilige Tag der Muslime ist. Auch sie sitzen in ihren Gebetshäusern, sagt er. Lasst uns an sie denken. Dann spielt sein Assistent einen Song der Böhsen Onkelz, denn der Pfarrer überprüft in seiner Predigt den Satz: Böse Menschen haben keine Lieder. Jürgens ist gern Militärpfarrer, er wolle die Soldaten nicht alleinlassen, sagt er. Er glaube auch, dass sie hier nützliche Arbeit verrichten. Margot Käßmann behaupte, es sei nichts gut in Afghanistan. Aber die sei auch nie hier gewesen, sagt Jürgens.
Er spricht den Segen: "Für das Land, das wir im Tal sehen, das zu beschützen wir hier sind. Dass es Frieden findet. Dass unser Einsatz hier nicht vergebens ist."
Drei Tage lang lässt sich Mayer von seinem Vorgänger in die Besonderheiten der Region einweisen. Oberstleutnant Geßner ist ein kleiner, ruhiger Mann, der eine natürliche Autorität ausstrahlt. Sein Kommandeurszelt ist mit wildgemusterten Sofas ausgestattet, auf dem Boden liegen tiefe Teppiche, die Teetassen stammen aus der Region, auf dem Tisch stehen Schalen mit Süßigkeiten und Nüssen. Hier empfängt er seine afghanischen Partner. Sie sollen sich wohl fühlen.
"Wir müssen abschreckend sein und freundlich zugleich, das ist natürlich eine komplexe Aufgabe. Und für den Oberstleutnant Mayer wird sie noch komplexer", sagt Geßner.
Mayer versinkt beinahe in seinem bunten Sofa. Geßner weiß, wie schwer es wird. Wie fremd man sich fühlt und manchmal alleingelassen. Es gibt für keinen hier draußen eine Möglichkeit zu entspannen, sagt er. Aber sie bekämen auch etwas zurück. Sie könnten ihren Soldatenberuf ungestört von Bürokratie erleben. Und die Afghanen erlebten sie als zuverlässige Partner.
"Es ist mir ganz egal, ob man unseren Einsatz hier später als politischen Fehler betrachten wird. Ich muss nur immer dazu stehen können, was ich getan habe", sagt Geßner.
Am Morgen vor Mayers Abreise stehen die beiden Kommandeure noch einmal auf dem Berg und schauen in das friedliche Tal, durch das sich träge der Fluss wälzt.
"Pass auf dich auf", sagt Mayer.
"Pass du auf dich auf", sagt Geßner. "Ich brauche jemanden, der mich ablöst."
Sie lachen, Geßner mehr als Mayer.
Auf der Rückfahrt nach Masar-i-Scharif, während vor den Fenstern seines gepanzerten Fahrzeugs afghanische Landschaften vorbeiwischen, wächst in Oberstleutnant Mayer die Erkenntnis, dass seine Soldaten auch ihre Gegner als Menschen begreifen müssen.
Bei der Zwischenlandung in Kasachstan, wo das Bundeswehrorchester wieder zusteigt, kauft Oberstleutnant Mayer im Andenken-Shop des menschenleeren Flughafens Astana eine Teeschale.
Für seine Frau?
"Nein", sagt er. "Für Lhama Yeshe."
Mayer und Spranger fahren vom Kölner Flughafen sofort weiter in das Schießausbildungszentrum nach Munster, wo ihre Soldaten mit scharfer Munition üben. Für den Oberstleutnant ist es eine Reise nach Hause. Er ist in der Lüneburger Heide groß geworden. Mit der Bundeswehr.
Auch sein Vater war Offizier. Aber er war, so sagt es Mayer, ein Kalter Krieger. Der Vater wuchs als Deutscher in Rumänien auf. Weihnachten 1943 musste er seine Heimat verlassen. Er war sein Leben lang von der Flucht vor der Roten Armee geprägt. Er weinte vor Freude, als die Mauer fiel, aber als die Bundeswehr Soldaten der NVA integrierte, brach für ihn eine Welt zusammen. Er konnte diesen Schritt nicht mitgehen, sagt Mayer. Den Feind umarmen, als wäre nichts gewesen. 1992 schied der Vater aus der Bundeswehr aus. Als Oberstleutnant. Er hat als Rentner in Russland Veteranen der Roten Armee getroffen und seinen Frieden gemacht, sagt Mayer. Zumindest hofft er das. Vor zehn Jahren ist sein Vater gestorben.
"Wir können nie ganz verstehen, was diese Generation geprägt hat", sagt er. "Selbst die Erfahrensten von uns haben doch nie ein Gefecht erlebt, das länger als 24 Stunden dauerte."
Der Vater kaufte irgendwann ein Haus in der Heide, es wurde ihre Heimat. Mayer hat zwei Brüder, der ältere wurde ebenfalls Offizier, der jüngere wurde wegen einer Allergie ausgemustert. Sie wurden nie gedrängt, den Spuren ihres Vaters zu folgen, sagt Mayer. Es sei eher so gewesen, dass sie mit einem positiven Bild dieser Armee groß wurden. Mayer hatte eine glückliche Kindheit in der Heide und blieb hier. Seine eigenen Kinder sind inzwischen erwachsen, ein Sohn ging zur Bundeswehr, einer wurde ausgemustert, weil er zu kräftig war.
"Wie Obelix in ,Asterix als Legionär'", sagt Mayer und lacht. Der Kommandeur findet seine Bilder oft in Kindergeschichten. Seine Helden sind Shaun, das Schaf, Jim Knopf aus der Augsburger Puppenkiste und natürlich Frederick, die Maus.
An einem der Abende würde Mayer gern nach Hause einladen, um seine Familie vorzustellen. Doch in letzter Minute muss er das absagen.
"Es sieht nicht besonders gut aus, was meine Ehe betrifft. Ich bin zu selten zu Hause. Es ist ja nicht nur der Einsatz. Die ganze Vorbereitung fordert viel Zeit. Vielleicht war es diesmal zu viel", sagt Mayer. Dann geht er zurück zu seinen Soldaten.
An einem Junivormittag stehen fünf Stabsfeldwebel und ein älterer Herr im rot-blauen Trainingsanzug auf einem Rasenstück neben der Regimentskapelle der Werratal-Kaserne und recken die Arme in den Himmel.
"Der Lotos blüht auf", sagt der Mann im Trainingsanzug, atmet aus, streckt die Arme vor. "Ich verlasse mein Gedankenkarussell. Ich umarme meinen Körper."
Die Feldwebel waren alle schon mehrfach in Bundeswehreinsätzen in Krisengebieten, der Mann im Trainingsanzug ist Klaus Schmidt, ein pensionierter Sportlehrer aus Bad Salzungen, der sich seit ein paar Jahren mit Qigong beschäftigt. Die Feldwebel umarmen ihren Körper.
"Wenn Sie mit dem Durchgang zufrieden sind, schicken Sie ein Lächeln durch ihren Körper", sagt Klaus Schmidt.
Die Übungen sind Teil der mentalen Vorbereitungswoche, die Oberstleutnant Mayer für Mitte Juni ausgerufen hat. Es sind anderthalb Monate bis zum Einsatz. Die Stelle für das Bundespräsidentenbild in Mayers Büro ist immer noch unbesetzt. Er hat das Porträt von Gauck bestellt, es sei auf dem Dienstweg. Mayer gefällt der neue Mann. Gaucks Motto: "Freiheit zur Verantwortung" sei auch sein Motto, sagt er.
"Es geht mir um die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist. Nicht das, was da sein sollte", sagt Mayer. Dann geht er mit drei anderen Offizieren ins Meditationsseminar.
Frau Bosselmann-Wilski ist gelernte Friseurmeisterin und hat später verschiedene Meditationskurse belegt. Sie hat Buddhas, Blumen, Teelichte und unterschiedliche Glaskugeln in dem schmucklosen Dienstzimmer aufgestellt. Sie erklärt, dass sie im Verlauf des Seminars Dinge sagen und tun werde, an die sie sich später nicht werde erinnern können. Vier Stunden lang beschäftigen sich die Offiziere mit Erdverbundenheit, positiven und negativen Gedanken im Raum, sie versuchen, ihren Kopf zu leeren und die Zweifel aus dem Raum zu treiben. Sie bemühen sich herauszufinden, welcher ihr ehrlichster Körperteil ist. Denn der Körper lüge nicht, sagt Iris Bosselmann-Wilski.
Immer wieder versucht die Seminarleiterin, die Soldaten in Trance zu versetzen, aber es ist nicht einfach. Draußen hört man Leute Kommandos über den Flur brüllen, ab und zu knattert ein Einsatzfahrzeug vor den Fenstern vorbei.
"Transformation jetzt!", ruft Frau Bosselmann-Wilski.
Bei Hauptmann Glawatz passiert nichts. Hauptmann Spranger gesteht, dass er einmal "im Übergang war". Oberstleutnant Mayer erklärt, dass er zurzeit zu viele Dinge im Kopf hat, um völlig abzuschalten. Frau Bosselmann-Wilski sagt keine Dinge, an die sie sich später nicht erinnern kann. Mayer sagt, dass er am OP North einen "Kraftraum" einrichten will.
"Es soll keine Hippiebude werden, aber ein Raum, in den man sich ungestört zurückziehen kann. Wo man Musik hören und vielleicht auch meditieren kann", sagt Mayer. "Wir werden dort auch ein Glas mit Bad Salzunger Erde aufstellen."
"Lassen Sie Ihre Wurzeln in die Erde wachsen", rät Iris Bosselmann-Wilski.
Mayer weiß, dass er seinen Soldaten viel zumutet. Die meisten wollen einen harten Kommandeur, sagt er, keinen, der ihre innere Welt erkundet. Deswegen bietet er die Seminare nur seinem Führercorps an. Die Mannschaftssoldaten erfahren derweil in Schulungen, was sie in den "braunen Umschlag" tun sollen, der hierbleibt, wenn sie nach Afghanistan ziehen. Er wird in einen Tresor geschlossen und ihren Angehörigen übergeben, wenn sie schwer verletzt werden oder sterben sollten. Wer soll informiert werden? Wer soll die Nachricht überbringen? Sind Kinder vorhanden? Gibt es Haustiere? Wie soll die Beerdigung aussehen? Geschlossener oder offener Sarg? Diese Fragen sollten im braunen Umschlag beantwortet werden, dem auch der Abschiedsbrief beigelegt wird.
Die meisten schreiben keinen Abschiedsbrief. Sie wollen sich nicht vorstellen, was passieren könnte, sagt der Kommandeur. Seinen Führern will er diese Vorstellung nicht abnehmen.
Im Seminar "Trauer und Verwundung" sitzen die 20 Feldwebel und Offiziere, die das Bataillon in den Krieg führen werden, in einer Runde. Wieder Teelichte, Blumen, Glasschalen und Heiligenbilder. Heike Fritzsche vom Hospizdienst Bad Salzungen, die die Runde leitet, stellt den "talking stone" vor. Wer den Stein hält, hat das Wort, die anderen schweigen. Es ist ein Stein, den ein Soldat aus Afghanistan mitgebracht hat.
Hauptmann Spranger redet vom kranken Soldaten Runschke, an dessen Bett er sich hilflos fühlte, obwohl er sonst immer auf alles eine Antwort habe. Oberstabsfeldwebel Grimm sagt, dass er seit 28 Jahren an dieser Kaserne sei. Er habe in seiner Dienstzeit elf Kameraden verloren, durch Verkehrsunfälle, Selbstmorde, Drogen und den Krieg. Die Toten verfolgen ihn. Am schlimmsten sei es bei den drei Kameraden, die bei ihrem letzten Einsatz fielen. Er habe die Leichen nach Hause begleitet, um ihn habe sich nie jemand gekümmert. Er sei ganz allein geblieben mit dem Verlust. Bis heute. Ein Oberleutnant erklärt unter Tränen, wie er 2009 bei den Karfreitagsgefechten in Afghanistan zwei Freunde verlor. Er habe zu Hause gesessen, Ostereier bemalt und sei sich völlig nutzlos vorgekommen.
Stabsfeldwebel Hollstein sagt, dass er nichts von dieser Art der Trauerarbeit halte. Er habe einen Schutzschild gegen die Gedanken an Tod und das Unglück errichtet. Dann erzählt er, wie er in den neunziger Jahren bei einem Einsatz zwei Kameraden verlor, und seine Stimme stockt. Fast eine Minute lang ringt er um Fassung. Hollstein ist seit über 20 Jahren Soldat, er war in fünf Auslandseinsätzen. Irgendwann sagt er: "Ich habe die Sache wohl doch nicht so verarbeitet, wie ich gedacht hatte."
Oberstleutnant Mayer berichtet vom Tod seines Vaters und fängt beim zweiten Satz an zu weinen. Der Vater, sagt er, habe seine Krebserkrankung jahrelang verschwiegen, weil er dachte, dass es sich für einen Soldaten so gehöre. Er sei gestorben, als Mayer gerade auf einem Offizierslehrgang war. In ihrem letzten Gespräch hätten sie sich darüber unterhalten, wie Mayer den Lehrgang erfolgreich bestehen könne. Damals habe er sich geschworen, dass seine Offizierskarriere niemals auf Kosten der Menschlichkeit gehen dürfe.
"Auch wenn es nicht so aussieht", sagt Mayer mit brechender Stimme. "Aber das heute ist der wichtigste Tag in meiner Kommandeurszeit."
An einem Abend der emotionalen Kompetenzwoche treffen sich die vier Kompaniechefs, die Mayer nach Afghanistan begleiten werden, zum Essen in einem italienischen Restaurant am Bad Salzunger Burgsee. Sie tragen Hemden und Pullover von Ralph Lauren, irgendeine Offizierssache wie der Sherry, den sie bei besonderen Anlässen trinken. Spranger und Nausch können ganze Dialogzeilen aus dem Film "Das Boot" auswendig, der für die jungen Offiziere so etwas zu sein scheint wie "Wall Street" für junge Investmentbanker. Durch ihre Gespräche geistern Zitate von deutschen Weltkriegsoffizieren, römischen Philosophen und HipHop-Bands.
Nausch und Glawatz haben in den vergangenen Tagen geheiratet und erzählen von den Feiern. Irgendwann sehen sie, wie Oberstleutnant Mayer draußen im Kampfanzug über den Uferweg läuft. Er trägt einen Rucksack und wirkt gehetzt. Spranger winkt seinem Kommandeur zu und bittet ihn, sich doch zu ihnen zu setzten.
Mayer lächelt müde.
"Nein danke, Hauptmann. Ich muss noch …", sagt er, stockt einen Moment, dann sagt er: "… weiter."
Der Kommandeur läuft mit großen Schritten in die Dunkelheit. Von hinten sieht er aus wie einer seiner Helden aus der Augsburger Puppenkiste. Ein Mann, der an vielen Fäden hängt.
Was halten sie eigentlich von ihrem Kommandeur?
Die vier Kompaniechefs sehen sich an.
"Oberstleutnant Mayer ist ein guter Führer und ein sehr feiner Mensch", sagt Hauptmann Spranger. "Sagen wir so: Er macht es sich nicht einfach."
"Er hat die Clausewitz-Medaille", sagt Nausch.
Das letzte Bad Salzunger Wochenende erklärt Mayer zum Familienwochenende. Zum großen Abschiedsappell lässt der Kommandeur die Soldaten gemeinsam mit ihren Angehörigen in Hufeisenform antreten. Weil das Hufeisen, wie er in seiner Rede sagt, Glück bringt. Die Soldaten tragen ihre Wüstenuniform. General Kropf hält eine kurze Rede, aber auch Pfarrer Schmidt und Frau Fritzsche vom Kinderhospizdienst. Der blinde Junge, der die Holzengel macht, sitzt mit seinen Eltern auf der Ehrentribüne. Die thüringische Ministerpräsidentin schaffte es nicht, sie hat ihren Staatssekretär geschickt, und der Bürgermeister von Bad Salzungen überreicht ein Ortseingangsschild seiner Stadt, das im OP North aufgestellt werden soll.
Oberstleutnant Mayer spricht wieder über die dialektische Beziehung von Mensch und Soldat. Er spricht von Entbehrungen, aber insgesamt ist es eher eine Hoffnung machende Rede. Der Kommandeur sagt: "Unser Einsatz ist politisch, rechtlich und ethisch gerechtfertigt." Es ist nur ein Satz, aber wenn man Mayer ein halbes Jahr lang begleitet hat, weiß man, dass er ihn sich unter schweren Anstrengungen abgerungen hat.
Die Musik, die Mayer für den Abschlussappell ausgewählt hat: der Brigademarsch, "Der Mensch, auf den du wartest" von Peter Maffay und "Up where we belong" von Joe Cocker und Jennifer Warnes.
In einem Vortrag im großen Veranstaltungssaal erklärt der Kommandeur den Angehörigen, wo die Soldaten eingesetzt werden. Er beschreibt das Tal und den Berg in der Provinz Baghlan, die Straßen, die sie bewachen müssen, die einheimischen Völkerschaften und wirft dann die Illustrationen der Kindergeschichte von Frederick, der Maus, an die Leinwand. Er bittet die Angehörigen, ihren Soldaten "Sonnenstrahlen zu schicken", wenn es kalt und dunkel wird im afghanischen Winter.
Ein sonniges Sommerwochenende lang streunen die Zivilisten über das Gelände der Werratal-Kaserne. Die Kinder spielen Fußball in der Regimentsturnhalle, lassen sich die Gesichter bemalen und klettern in die gepanzerten Fahrzeuge, mit denen ihre Väter in wenigen Tagen durch den afghanischen Staub rollen werden. Ihre Mütter bemühen sich, tapfer auszusehen.
Die Frau des Hauptfeldwebels Handke-Matern erzählt, wie sie nach einem Anschlag auf deutsche Soldaten in Afghanistan einmal 24 Stunden nicht wusste, ob ihr Mann noch lebt. Sie saß in ihrem Wohnzimmer und starrte auf das N-tv-Nachrichtenband. Dort stand, dass es genau in dem Gebiet, in dem ihr Mann eingesetzt worden war, deutsche Opfer gab. Sie rief bei der Bundeswehr an, bekam aber keine Auskunft. Irgendwann meldete sich ihr Mann. Das Opfer war ein Soldat, der im Zelt neben ihrem Mann geschlafen hatte. Er war bei einer Waffenübergabe von Afghanen in die Luft gesprengt worden. Ihr Mann trug später den Sarg mit den Überresten seines Kameraden zum Helikopter. Am Telefon war er so verdammt ruhig, sagt seine Frau. Handke-Matern ist einer der erfahrensten Zugführer im Regiment, dies wird sein siebter Einsatz. Wahrscheinlich ist er Mayers bester Mann. Er wirkt lässig, wortkarg, aber freundlich. Er hat an den Trauerseminaren nicht teilgenommen, weil er davon nichts hält. Aber seine Frau sagt, er sei nicht mehr der Mann, den sie kennengelernt habe.
"Er hat das alles nie aufgearbeitet."
Am Sonntagabend des Familienwochenendes widmet Günther Jauch seine Talkshow dem Thema "Trauma Afghanistan". Der Verteidigungsminister ist da und ein traumatisierter deutscher Soldat. Im ZDF läuft ein EM-Spiel. Jauch erreicht die schlechteste Einschaltquote, die er jemals hatte. Als Deutschland gegen Italien verliert und Italien später gegen Spanien, führt Mayers Bataillon die große Abschlussübung im Gefechtsübungszentrum bei Magdeburg durch. Die letzten Tage vor dem Einsatz bekommen die Soldaten frei. Es sind die sogenannten Kuschelwochen. Oberstleutnant Mayer verbringt sie im buddhistischen Zentrum bei Lhama Yeshe. Er will seinen Kopf leer bekommen.
Ende Juli zieht er los.
Mayers Zimmer ist jetzt leer. Niemand setzt sich auf den Stuhl eines Kommandeurs in der Schlacht. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, sagen die Soldaten. Frau Jonas, die das Vorzimmer bewacht, schließt ab und zu auf und wischt Staub; obwohl ihr Chef für ein halbes Jahr in Afghanistan ist, atmet sein Zimmer ja weiter. Hier steht die Truppenfahne, die so etwas ist wie das ewige Licht der Werratal-Kaserne. An der Wand hängen die Politikerporträts - Gaucks Bild ist kurz vor Mayers Abreise eingetroffen - und ein Schlachtenbild, durch das der Alte Fritz reitet, zwei Säbel sowie die Urkunde der Clausewitz-Medaille, die Oberstleutnant Mayer für seinen Aufsatz "Neue Kriege - Gerechter Friede" an der Führungsakademie der Bundeswehr verliehen wurde. Auf dem Schreibtisch steht das Familienbild aus glücklicheren Zeiten, Mayer, seine Frau und die vier erwachsenen Kinder. Alle lachen. Das Zimmer ist aufgeräumt, der Stuhl leer wie Stalins Stuhl im Politbüro nach dem Tod des Generalsekretärs.
Es ist Nachmittag, Ende August, draußen vor den Fenstern liegt eine verlassene Kasernenlandschaft. Häuserblöcke, Appellplätze, Panzergaragen. Von den 900 Soldaten, die hier in Bad Salzungen normalerweise stationiert sind, zogen knapp 600 nach Afghanistan. Der Rest hat Feierabend. In der Stille knattert das kleine ferngesteuerte Rennauto, mit dem zwei Panzersoldaten auf den Plattenwegen spielen. Frau Jonas bekommt ihren Chef ans Telefon. In Afghanistan ist es jetzt Abend, Mayer war den ganzen Tag im Gelände.
Vor zwei Tagen sind seine Männer erstmals beschossen worden, sagt Mayer. Es war nur ein zehnminütiges Gefecht, und es ist glücklicherweise niemand verletzt worden. Sie wissen nicht, ob sie zufällig in die Feuerlinie geraten sind, sicher ist aber, dass ihre Feinde jetzt, nach Ende des Ramadan, wieder aktiver werden. Sie haben in den ersten Tagen ihres Einsatzes deutlich mehr Sprengfallen gefunden.
"Aber wir wussten ja, was uns erwartet", sagt Mayer und lacht. Er klingt nicht besorgt, er klingt, so seltsam sich das anhört, zufriedener als in den Monaten vor seinem Einsatz. Es ist ein anderer Krieg jetzt.
Von Osang, Alexander

DER SPIEGEL 37/2012
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