Der ehemalige spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón hat keine Angst vor Ermittlungen gegen Julian Assange in Schweden. "Wir wollen dorthin, wir wollen uns verteidigen", erklärte Garzón in Madrid. Er werde Assanges Unschuld belegen. Zudem habe er "handfeste Beweise", dass in den USA verdeckte Ermittlungen gegen den WikiLeaks-Gründer geführt würden. Sein Mandant werde wegen der Enthüllung geheimer Berichte von US-Diplomaten verfolgt und nicht "wegen tatsächlich begangener Straftaten". Erst auf Grundlage dieser Informationen habe im Übrigen Ecuador, in dessen Londoner Botschaft Assange seit Ende Juni lebt, Asyl gewährt. Die Briten wollen ihn an Schweden übergeben, wo ihm eine Klage wegen Vergewaltigung droht. Assange aber befürchtet seine anschließende Auslieferung an die USA. Stockholm versichert hingegen, er könne nicht überstellt werden, sollte ihm die Todesstrafe drohen. Garzón will nun von den US-Justizbehörden wissen, was genau sie Assange vorwerfen, gegen den dort bereits ein nichtöffentliches Verfahren läuft. Der Anwalt glaubt, in einem Prozess könne auch der wegen Datenraubs inhaftierte Soldat Bradley Manning gegen Assange aussagen.
DER SPIEGEL 37/2012
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