24.11.1997

FERNSEHENPro Sieben mit n-tv?

Die börsennotierte Münchner Pro Sieben Media AG will erheblich Kosten einsparen, um den Aktionären einen hohen Gewinn auszuweisen. Dabei wird auch über eine Kooperation des Senders Pro Sieben mit dem Nachrichtenkanal n-tv nachgedacht; seit Wochen, so kolportieren Mitarbeiter beider Sender, redet Vorstandschef Georg Kofler mit n-tv-Chef Karl-Ulrich Kuhlo darüber. Künftig könnte n-tv das Sendematerial für die bisher mäßig erfolgreiche Newssendung von Pro Sieben liefern und über ein zu gründendes Münchner Büro die Beiträge gestalten. Gleichzeitig würde sich Pro Sieben am Kapital von n-tv beteiligen, so die Gerüchte. Als neuer Moderator für die Münchner wurde bereits n-tv-Nachrichtensprecher Lars Brandau getestet. Durch eine solche Allianz würde Pro Sieben die jährlichen Newskosten von schätzungsweise 60 Millionen Mark reduzieren. "Prinzipiell paßt ein Nachrichtensender zwar zu uns, derzeit aber werden keine Gespräche geführt", sagt Pro-Sieben-Sprecher Torsten Rossmann. Nach einer Strategiesitzung am Ammersee Anfang November hat Pro Sieben aus Kostengründen beschlossen, das Magazin "Die Reporter" einzustellen und erneut Dutzende von Stellen abzubauen. Demnächst wird auch das werktägliche Boulevardmagazin "taff" umgebaut. Finanzvorstand Lothar Lanz prüft bei allen Maßnahmen, ob sie dem Ziel einer zweistelligen Umsatzrendite dienen.
Von Jakobs und

DER SPIEGEL 48/1997
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