15.12.1997

GESTORBENEugen Cicero

57. Das breite Publikum bewunderte den Virtuosen im bildschirmgerechten "Konzert für Millionen": "Keiner konnte den ,Mephisto-Walzer' von Liszt so schnell spielen wie er" ( Münchner "Abendzeitung"). Doch Jazzmusiker hatten mit dem Kollegen ihre Schwierigkeiten: Supertechnik, aber wenig "feeling" - jedenfalls für ihre Musik. Schicksal eines Wunderkindes? Im rumänischen Klausenburg bekam Eugen Cicero, der damals Ciceu hieß, mit vier Jahren Klavierunterricht (Vorbild: Mozart), mit zehn spielte er im Rundfunk. Nach dem Abschluß des Nationalkonservatoriums Bukarest galt er als vielversprechendes Klassik-Nachwuchstalent. Sein Schlagzeug spielender älterer Bruder begeisterte Eugen Cicero für neue Vorbilder wie Art Tatum, Erroll Garner und Oscar Peterson. Cicero stieg zum Jazz-Star im Ostblock auf. 1962 setzte er sich bei einer Tournee in den Westen ab. Hier war er als "Mister Golden Hands" gefragt, Anerkennung als Künstler hat er indes nicht gefunden. Eugen Cicero starb am 5. Dezember in Zürich.
Von Kleinau und

DER SPIEGEL 51/1997
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GESTORBEN:
Eugen Cicero

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