15.01.1996

GESTORBENKurt Schmücker

76. Er war ein stiller Politiker zwischen lauter lauten Berufskollegen, und er hatte als Bundeswirtschaftsminister der CDU in den Jahren 1963 bis 1966 wahrlich keinen leichten Job. Als jüngster Abgeordneter seiner Partei war er 1949 mit gerade 29 Jahren in den ersten Bundestag eingerückt. 14 Jahre später wurde er Nachfolger des Wirtschaftswunder-Ministers Ludwig Erhard, dem er als damaliger Fraktionsvize der CDU/CSU geholfen hatte, als dieser Kanzler und Erbe Konrad Adenauers wurde. In seiner und in Erhards Regierungszeit schlitterte die deutsche Wirtschaft in ihre erste große Nachkriegsrezession - darüber stürzte Erhard, und deshalb mußte Schmücker dem sozialdemokratischen Wirtschaftsstar Karl Schiller weichen, der seitdem in den Geschichtsbüchern als Macher des Wiederaufschwungs gilt. Dabei hatte der ausgebildete Verleger das Stabilitätsgesetz, mit dem dann die Große Koalition reüssierte und die Konjunktur sanierte, vorher längst entworfen - Schiller konnte sich dann damit schmücken. Kurt Schmücker erlag am 6. Januar in seinem niedersächsischen Heimatort Löningen einem Herzschlag.

DER SPIEGEL 3/1996
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