Ja, wo dirigiert er denn? Nirgendwo. Seit Juni 1994, bei Berlins philharmonischem Abschiedskonzert für Bundespräsident Weizsäcker, hat Carlos Kleiber, 65, hierzulande den Taktstock nicht mehr angerührt. Vergebens klopften die wichtigsten Bühnen und Plattenmacher bei ihm an - der große Verweigerer blieb sich treu. Doch nun rüstet Don Carlos klammheimlich im bayerischen Abseits zum Comeback: Am Karfreitag wird der scheue Maestro im Stadttheater Ingolstadt das Bayerische Staatsorchester leiten. Um die 1266 Plätze in Ingolstadt werden sich selbst bei Spitzenpreisen bis zu 280 Mark Kleiber-Fans aus aller Welt streiten. Die Gnade des sensationellen Auftritts verdankt die Donau-Stadt ihrem größten Arbeitgeber. Seit Jahren chauffiert Technik-Freak Kleiber begeistert den Audi V8; nun hat ihn das Werk mit seinem Prestigemodell A8 aus Aluminium ans Pult gelockt.
DER SPIEGEL 9/1996
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