Börsen-Spekulation
Reine Erfindung
Der in Singapur einsitzende Börsenmakler Nick Leeson ist offenbar knapp bei Kasse. Meldungen, nach denen der Ex-Broker der Barings-Bank auf deutschen Konten über 50 Millionen Mark geparkt habe, sind nach Erkenntnissen der Ermittler falsch. "Für uns sind das reine Erfindungen", sagt der Frankfurter Oberstaatsanwalt Hans-Hermann Eckert. Die Sunday Times hatte über angebliche Geheimkonten berichtet, blieb aber die Belege schuldig.
Den deutschen Behörden liegt bisher kein Rechtshilfeersuchen vor. Singapurs Fahnder haben die Suche nach veruntreutem Geld mittlerweile eingestellt. Spekulationen über schwarze Konten waren nach Leesons Verhaftung in Frankfurt im März 1995 immer wieder aufgekommen. Die angesehene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, im Auftrag von Barings aktiv, hatte Informanten sogar hohe Honorare angeboten - ohne Erfolg. Auch der Anwalt Leesons geht davon aus, daß sein Mandant eher "geldknapp ist". Leeson finanziert seinen Anwalt aus den Honoraren für Bücher und Interviews.
DER SPIEGEL 11/1996
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.
Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.
Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.