18.03.1996

„Mit denen bin ich fertig“

19. April, 1977, Dienstag. Das Rathaus in Berlin-Pankow hält noch ein paar hundert Jahre. Es ist ein roter Backsteinbau mit einem Stummelturm, ein wilhelminisches Gemäuer, nur die Fenstergitter sehen nach Jugendstil aus. Heute ist Behördensprechtag, aber niemand will die Behörde sprechen, die Stühle auf den Gängen sind leer. Ich komme an die Tür mit der Aufschrift "Abteilung innere Angelegenheiten - Der Leiter". Einen Moment bleibe ich stehen und überlege, mit welchem Gesicht ich reingehen soll. Eindrucksvoll muß es sein, und "mit mir ist nicht zu spaßen" muß auf der Stirn stehen.
Zwischen meinen - nebenbei gesagt: gütigen - Wurstfingern steckt der Brief. Ich klopfe. Das Fräulein sagt, der Leiter sei nebenan in Nummer drei. In Nummer drei ist wieder ein Fräulein, hausbacken, aber geistesgegenwärtig. Sie nimmt zögernd den Brief und lehnt es ab, die mitgebrachte Empfangsbestätigung zu unterschreiben. Sie erkennt, daß es sich um was Wichtiges handeln muß, und sie erkennt auch mich und sagt, ich solle im Flur warten.
Da sitze ich nun. Ganz schön berühmt für meine Verhältnisse. Und doch bloß ein Furz auf einem Behördengang in Pankow. Gut 26 DDR-Jahre habe ich auf dem Buckel. 1950 habe ich die Pauker auf dem Gymnasium in Duisburg eingetauscht gegen die Neulehrer an der 33. Grundschule in Leipzig. Die hatten nicht alle Welt zu bieten, aber sie hatten den Enthusiasmus, _(* Im Juni 1977 im Garten seiner ) _(Villa. ) _(y 1996, Econ Verlag GmbH, ) _(Düsseldorf. )
dir die neue Welt zu erklären, die wir jetzt gemeinsam bauen würden, die klassenlose, gerechte, endgültige Ordnung, die irgendwie um mich herum errichtet wird, denn ich bin der Mensch, der im Mittelpunkt steht.
Endlich lassen sie mich rein. Der Leiter sitzt hinter dem Schreibtisch, der mit einem rechtwinklig davorstehenden Tisch ein T bildet. Um den T-Fuß herum stehen vier Stühle. Das ist nicht so doll. Im Politbüro der SED sitzt ein wirklich großer Leiter, Werner Lamberz, verantwortlich für das Fernsehen, das Radio und die Zeitungen.
Den Lamberz schätze ich auf zwei Dutzend Stühle. Adameck aber, der Vorsitzende des Fernsehens, begnügt sich mit der Hälfte. Die Stühle in den Audienzsälen "hochgestellter Persönlichkeiten" sind ihre Rangabzeichen, man kann sie zählen wie Sterne auf Schulterstücken.
Der Vier-Stühle-Leiter hier im Rathaus zeigt Haltung. Worum es geht, weiß er schon aus der Überschrift: Antrag auf Ausreise aus der DDR in die BRD. Er muß die paar Seiten schon mehrmals gelesen haben, jetzt blickt er nur noch auf das Papier und versucht, kein Gesicht zu machen. Kein Gesicht zu machen ist das schwerste, was es gibt, man macht dabei immer zu viel. Mir gegenüber sitzt das Fräulein mit Block und Bleistift, aber es gibt nichts zu notieren. Es ist still.
"Haben Sie dem mündlich noch etwas hinzuzufügen?" fragt der Leiter. "Nein." Das Fräulein schreibt sich meine Telefonnummer auf, der Leiter gibt mir angeekelt die Hand, ich gehe.
Draußen fange ich damit an, mir die Häuser einzuprägen. Der Buchladen und der orthopädische Schuster waren mir nie aufgefallen. Die Straßenbahnschienen müßten mal wieder gemacht werden. Das gußeiserne Pissoir ist das Grünste, was es an diesem 19. April auf dem Kurt-Fischer-Platz zu sehen gibt. Es ist noch sehr kalt.
Schräg rüber vom Kohlenhändler hängt das Transparent, das den ganzen Winter durchgehalten hat, und so sieht es auch aus: "Plane mit, arbeite mit, regiere mit!" Wieviel tausend Menschen mögen das in diesem Moment lesen, an wie vielen Straßenecken im ganzen Land? Und was denken die Leute, wenn sie es lesen? Die Leute denken: Leckt mich am Arsch, und fertig.
Ich weiß, wovon ich rede, ich hab'' wirklich viele gefragt. Die Typen, die das Transparent malen und aufhängen, können die sich nicht dieselbe Frage stellen? Dann kämen sie zu demselben Ergebnis. Warum malen sie das und hängen es auf? Nur um der Partei zu schaden. Um große, unsichtbare Massen zu versammeln, die Tag für Tag, nämlich immer, wenn sie an so einem Transparent vorbeilaufen, denken: Leckt mich am Arsch, und fertig.
Wer schaltet da eigentlich und waltet? Honecker? Abrassimow? Lamberz? Oder dürfen schon die Kleinen, wie etwa Adameck, an den Hebeln spielen? Es hat mir immer ein bißchen ein stolzes Gefühl, ja sogar ein gewisses Gefühl von Freiheit gegeben, mir unter diesen Männern keinen Freund und keinen Gönner gesucht zu haben, nicht mal in den Jahren bis zum 11. Plenum, als ich überzeugt war, die DDR sei noch zu retten. Meine Freunde und Gönner saßen im Publikum. Und wenn ich das Land verlasse, verlasse ich mein Publikum, und sonst gar nichts. _(* Nationalpreis-Verleihung durch den ) _(DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter ) _(Ulbricht (l.). )
Über 60 Filme und Fernsehfilme habe ich gemacht, nur die Hauptrollen gerechnet, und ein Dutzend Langspielplatten. Alles in 20 Jahren. Es hätte dreimal soviel sein können, aber für unsere Verhältnisse ist es viel, es zeigt, wie unermüdlich und fleißig ich war. Das Telefon ging den ganzen Tag, wir hatten eine beachtliche Zahl von Ausreden gelernt, um in freundlicher Form Termine abzusagen. Im November ''76 verstummte der Apparat.
Ein halbes Jahr ist viel Zeit. Für mich war es zu viel. Wenn man in der DDR ein Jahr als Filmschauspieler arbeitet, muß man die Hälfte davon ohnehin mit Warten vertrödeln. Das geht im Sozialismus nicht anders.
Aber was sie mit mir gemacht haben: einen anständigen Menschen bestrafen, indem sie ihm die Arbeit wegnehmen; einem Schauspieler zeigen, was ''ne Harke ist, indem man so tut, als sei er nie wirklich gebraucht worden, als seien ihm bloß aus Erbarmen ein paar Brocken hingeschmissen worden; ihm eins rüberziehen und sagen: Ohne uns bist du gar nichts; seine Ehre verletzen, seinen Ruf schädigen, indem er verleumdet wird - das kränkt den Stolz des Künstlers.
Mit denen bin ich fertig. Die waren hart mit mir, jetzt muß ich hart mit denen sein. Ein Zurück kann es nicht geben. Wenn ich umkehre, bin ich verloren.
Im Wintergarten meiner Villa sitzen der Schauspieler Armin Müller-Stahl, genannt Minchen, und meine Frau Ottilie, sie haben beim Frühstück auf mich gewartet. Auf Minchens fragenden Blick sage ich: "Erledigt." Ottilie steht unter einer Art Schock, sie plaudert über den Haarausfall einer unserer Katzen. Wir frühstücken schweigend. Alle kauen an ihren Rühreibrötchen.
Ich ziehe ein Blatt in die Schreibmaschine und fange auf der Stelle an, dieses Tagebuch zu schreiben. Bis zur Ausreise oder bis zur Verhaftung will ich es durchhalten.
Am Abend kommt Jurek Becker. In letzter Zeit umarmen wir uns wie Brüder, die sich lange nicht sehen werden.
20. April, 1977, Mittwoch. Eine benachbarte Freundin stutzt mit Kamm und Schere meinen Haarkranz, manchmal tropft eine Träne auf meine Glatze. Sie hat bis heute nicht geglaubt, daß ich es tun würde. Sie will, daß ich ihr den Antrag vorlese:
Antrag auf Ausreise aus der DDR in die BRD
Mein Name ist Manfred Krug, ich bin Schauspieler und Sänger. Infolge der Scheidung meiner Eltern bin ich als 13jähriger aus Westdeutschland in die DDR gekommen, wo ich seither lebe. Ich bin verheiratet und habe 3 Kinder.
1956 lernte ich Wolf Biermann kennen, mit dem ich befreundet war und bin. 1965 erschien ein erster gegen Biermann gerichteter Artikel im Neuen Deutschland, gegen den ich polemisiert habe. Daraus erwuchsen mir Maßregelungen und die üblichen Nachteile. Ich gehörte nie zum "Reisekader", durfte nie an einer der vielen in ferne Länder reisenden Defa-Delegationen teilnehmen. Weitergehende Folgen sind mir damals jedoch nicht erwachsen.
Diesmal ist das anders: Wie bekannt, verfaßten nach der Biermann-Ausweisung zwölf Schriftsteller einen Protest, den auch ich unterschrieb. Nachdem ich nicht bereit war, diese Unterschrift zurückzuziehen, hat sich mein Leben schlagartig verändert. *___Das Fernsehen der DDR schloß mich von jeder ____Mitarbeit aus. *___"Die großen Erfolge", eine fertige LP, wird nicht ____erscheinen. *___Der Defa-Film "Feuer unter Deck" wird nicht Beitrag ____der Sommerfilmtage 77 sein, mit der Begründung, ich ____hätte in Erfurt einen Genossen niedergeschlagen. *___Zwei Tage vor der Biermann-Ausweisung war mir durch ____das Komitee für Unterhaltungskunst der DDR eine Tournee ____durch Westdeutschland angeboten worden. Diese Tournee ____findet nicht statt. *___Im letzten Herbst habe ich auf eine schon ____genehmigte Reise nach Westdeutschland zur Hochzeit ____meines Bruders verzichtet, weil mich das Komitee für ____Unterhaltungskunst gebeten hatte, statt dessen an den ____"Tagen der Unterhaltungskunst der DDR in der CSSR" ____teilzunehmen, was ich mit Erfolg tat. Das Versprechen ____des Kulturministeriums, die Reise später antreten zu ____dürfen, wurde nicht gehalten, mein Antrag nicht einmal ____beantwortet. *___Obwohl alle meine Jazzkonzerte in den vergangenen ____Jahren ausverkauft waren, gibt es keine neuen Angebote.
Dies ist eine unvollständige Auswahl von Repressalien, von denen angekündigt worden war, daß es sie nicht geben würde.
Neuerdings werden mich betreffende unwahre Informationen verbreitet wie zum Beispiel die Behauptung des Kulturministers, ich hätte Leute unter Druck gesetzt, um ihre Unterschriften unter die Petition zu erwirken.
Falsche Geschichten werden in Umlauf gebracht. In Erfurt hat ein Mann mir gegenüber öffentlich behauptet, ich würde über ein Dollarkonto in der Schweiz verfügen. Die berufliche Tätigkeit dieses Mannes, er ist Mitarbeiter der Staatssicherheit, läßt vermuten, daß ihm nicht ein Gerücht diente, sondern eine gezielte Verleumdung.
Schmerzlich ist die durch solche Mittel erzielte Isolation. Erste Bekannte verzichten auf Besuche; bei der Auszahlung der Jahresprämie wagten es in der Defa unter Hunderten von Kollegen noch fünf, mir die Hand zu geben; Eltern verbieten ihren Kindern, weiterhin mit meinen Kinder zu spielen; auf Parteiversammlungen wird gesagt, Krug spiele zwar Parteisekretäre, führe aber das Leben eines Bourgeois, man müsse sich von solchen Leuten trennen; eine Berliner Staatskundelehrerin sagt ihren Schülern, Schauspieler verkauften für Geld ihre Meinungen, insbesondere Krug sei ein Krimineller, der schon mehrmals im Gefängnis gesessen habe; Beamte stellen in der Nachbarschaft Recherchen darüber an, wen ich wann und wie oft besuche; auf einem Potsdamer Forum wird öffentlich geäußert, ich sei ein Staatsfeind und ein Verräter an der Arbeiterklasse.
Das war ich nie, und ich werde es nie sein. _(* Oben: 1970 in "Porgy and Bess"; ) _(unten: 1960 mit Hilmar Thate in dem ) _(Konrad-Wolf-Film "Leute mit Flügeln". )
Während meiner letzten Konzerttournee im Winter ''76/77 bin ich von Kriminalbeamten offen observiert, meine Bühnenansagen sind demonstrativ mitgeschrieben worden; Freunde unserer Konzerte beklagten sich, es habe kein freier Kartenverkauf stattgefunden; Fotografen sind mit Gewalt aus den Sälen entfernt worden; es gab sortierte Zuhörer, vor allem in den vorderen Reihen, die während des gesamten Konzerts finstere Mienen zur Schau trugen und demonstrativ keine Hand rührten; es gab verabredete Feindseligkeit aus dem Publikum, die einem Bühnenkünstler die Arbeit unmöglich macht, die ihn kaputtmacht.
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß es verschiedene Meinungen geben muß und daß es nicht verboten sein darf, sie öffentlich auszutragen. Ich bin davon überzeugt, daß Biermann unserem Land fehlt. Nach meinen Erfahrungen sehe ich keine Chance, hier weiter zu existieren.
Nach reiflichem Bedenken beantrage ich für meine Familie und mich die Ausreise aus der DDR in die BRD, wo meine Mutter und mein Bruder leben.
Mein Haus in 111 Berlin, Wilhelm-Wolff-Str. 15, überlasse ich dem Staat. Es ist das materielle Ergebnis langjähriger fleißiger Arbeit. Ebenso überlasse ich der Gemeinde Vipperow im Kreis Röbel das Grundstück, das ich als Vergünstigung nach dem Fernsehfilm "Wege übers Land" 1968 kaufen konnte.
Ich hoffe sehr, daß meinem Antrag stattgegeben wird, und bitte darum, meine Umzugsangelegenheiten ohne Verzug, aber nicht überstürzt regeln zu können.
Manfred Krug
21. April, 1977, Donnerstag. Den ganzen Tag über klingelt es. Immer stehen Freunde draußen. Es zerreißt mir das Herz, daß ich so viele Freunde habe. Manche parken ihren Wagen direkt vor meiner Haustür. Jedem drücke ich meinen Ausreiseantrag in die Hand, alle nehmen ihn mit größter Selbstverständlichkeit und lesen.
Am Abend kommen Hilmar Thate und Angelica Domröse, ein nicht mehr ganz junges, flitterndes Schauspielerpaar. Beide standen auf der Liste. Er gehört zu denen, die etwas geschrieben haben. "Lieber Werner, Deinem Wunsch nach Geschriebenem habe ich entsprochen . . .", so beginnt sein Brief an Lamberz vom 2. Dezember ''76, in dem nichts über die Zurücknahme der Unterschrift steht, nur daß wir den Klassenfeind draußen lassen, denn er hat verleumdet, und wir sollten doch lieb und vertrauensvoll miteinander sein, so wie das immer war.
Es ist ja nichts dagegen zu sagen, aber je öfter ich diesen Ringelwurm von einem Brief lese, desto weniger gefällt er mir. Wir küssen uns, wir setzen uns, ich reiche den Ausreiseantrag rüber, es folgen die zehn stillen Minuten, unterbrochen nur durch gelegentliche Entrüstungsschnalzer. Mein Antrag wird nicht mißbilligt, ich werde verstanden, und doch scheint die alte Solidarität irgendwie dünner geworden, mit feinen, aber hörbaren Unterschieden reden wir von derselben Sache.
Ist es noch dieselbe Sache? Es gebe auch glücklichere Nachrichten, sagt Hilmar, er habe ein Angebot für das erste Halbjahr ''78, in Basel Theater zu spielen, und heute habe man ihm und seiner Frau erlaubt, in der nächsten Woche in die Schweiz zu reisen, sich das Theater und das Land einmal anzusehen.
Einmal anzusehen.
Ich gönne den beiden die Reise, aber neidisch bin ich doch. Ich kann ihnen nichts vorwerfen, so gern ich es tun würde. Sie haben sich einen winzigen Hauch geschickter verhalten, dafür gibt''s ein feines Zuckerbrot.
Ich denke auch an meine Kinder, an Ottilie, sehe irgendeine Straße vor einem West-Berliner S-Bahnhof, wo wir mit den Koffern stehen werden, die Kinder schon hier des Abenteuers überdrüssig. Werde ich es schaffen? Kann ich noch denken, ohne daß mir vorgedacht wird? Kann ich noch handeln, kann ich den kapitalistischen Freistil noch lernen?
Hier habe ich diese kuschelige Villa, in die ich vielleicht eine Million verbaut und verbuttert habe, die eigenen Arbeitsstunden mitgerechnet. Nirgendwo ist eine gute Wohnung nötiger als in der DDR, denn draußen ist so gut wie nichts.
24. April, 1977, Sonntag. Ich gehe noch einmal durch das ganze Haus, fange oben auf dem Dachboden an. Da sind die Balken, frisch bebeilt und durch und durch mit Gift getränkt, hundert Jahre holzbockfrei. Die Dachziegel heißen Biberschwänze. Wie ich das Wunder fertiggebracht habe, sie zu ergattern, habe ich vergessen.
Wegen des Badezimmers habe ich mich einst in die Ruine verliebt. Es ist ganz mit hellem Marmor ausgekleidet, die großen Platten schwarz abgesetzt, auch die doppelt große Wanne ist eingefaßt, ebenso die Nische für das Bidet und die Dusche. Das ovale Waschbecken ist aus feinstem Carrara-Marmor und alle Armaturen alt, gediegen, hochherrschaftlich. Ein solches Badezimmer sieht man manchmal in Hollywoodfilmen der dreißiger Jahre, wenn es die Schauspieler anders nicht geschafft hätten, Millionäre darzustellen.
25. April, 1977, Montag. Plötzlich ist Müller-Stahl da, weiß der Teufel, wie er reingekommen ist. Aber ich freue mich, wir haben ein langes Gespräch, das nur den Sinn hat, einander Mut zu machen. Er sagt, er würde seinen Ausreiseantrag selbst dann abgeben, wenn meiner abgelehnt würde.
Noch habe ich meinen Vertrag beim DEFA-Filmstudio. 3000 Mark brutto im Monat, davon könnte man gut leben. Aber wenn ihnen morgen einfällt, mich rauszuschmeißen, schmeißen sie mich raus.
Am Abend sind Ottilie und ich bei dem Komponisten Günther Fischer in Köpenick zum Essen eingeladen, es ist eine lange Autofahrt von Norden nach Süden durch die Stadt. Ottilie sitzt lustlos neben mir, die sechs Monate Aussatz haben sie nicht so mitgenommen wie diese letzte Woche des Wartens.
Fischer war nie mein Freund, dazu schien er mir zu infantil, aber ich habe ihn liebgehabt. Ich nannte ihn ganz ernsthaft den kleinen Mozart, weil er ebenso leicht Musik machte und weil er im Übermut ebenso auf Kosten anderer witzelte. Mit mir hat er keinen Schabernack getrieben, mich hat er geachtet. Obwohl ich keine Note lesen konnte, hat er mich als vollwertigen Musiker angesehen, was mir schmeichelte, und obwohl ich nur sieben Jahre älter bin als er, war ich so etwas wie eine Vaterfigur für ihn.
Wie kaum einer war er auf Vorteile aus, er war immer scharf auf Privilegien. Als er gewahr wurde, daß ihm auf dem Weg zum erfolgreichsten U-Musiker der DDR nicht mehr viel fehlte, da ging er auch gleich den richtigen Kulturbonzen um den Bart, knüpfte Kontakte nach oben, gehörte bald zum "Reisekader" und konnte - zusammen mit seiner Frau und kinderlos - in die Schweiz und nach Italien reisen, und das will in diesem Land weiß Gott was heißen. Günther Fischer war eine kleine Macht in der DDR, beim Jazz- und Schlagervolk ebenso beliebt wie bei den Kulturobristen.
Nicht den politisch engagierten Kopf Fischer hatte ich damals im November angerufen, um ihn zu fragen, ob er seine Unterschrift hergeben wolle, sondern den reichen Günstling Fischer, der außerdem ein Talent war und eine Weile ohne Arbeit gut hätte durchhalten können. Er kam damals in meine Wohnung und unterschrieb sofort.
Er war vielleicht wirklich der einzige, der es mir zuliebe getan hat. Sicher, es kann auch sein, weil Plenzdorf, Schlesinger, Thate und Domröse damals in meiner Wohnung waren, lauter achtbare Leute, vor denen er nicht als Feigling dastehen wollte. Für einen Augenblick war er richtig fröhlich, mit so angesehenen Kulturschaffenden auf einer kessen Liste zu stehen, da mußten doch noch welche dazukommen, es flogen ihm die Namen nur so aus dem Mund: Paul Dessau, Manfred Wekwerth, Siegfried Matthus und andere. Aber als zwei von denen nicht zu erreichen waren und alle drei nicht zu gewinnen, da wurde er still und ernst.
Danach rief er mich jeden Tag an und fragte, wie es steht und wie es mir geht. Das ging ein paar Tage, dann hörte ich nichts mehr von ihm. Wenig später hat Werner Lamberz ihn verraten, in unserem Gespräch sagte er: "Sogar dein Fischer hat die Unterschrift zurückgezogen!"
Wir kommen in der ländlichen Vorstadtstraße an. Fischer erwartet uns schon im Vorgarten. Er sperrt den großen Köter ein, und dann essen wir zu Abend. Knoblauchsuppe und Filetgulasch. Es wird wenig gesprochen. Wir stochern uns durch den Filetgulasch und genießen die Trauer des Augenblicks. Ob wir uns wiedersehen? Beim Abschied präge ich mir den kleinen Mozart noch einmal ein, von dem ich mich nicht besonders verraten fühle, und seine Frau Petra, die von ihrer Mutter die großen Brüste geerbt hat und das endlose Nachdenken darüber, was von Vorteil ist und was nicht.
Wir fahren in die Stadt zurück. Unterwegs pfeift Ottilie die Biermann-Zeile "Leben steht nicht auf dem Spiele, euer Wohlleben ja nur."
26. April, 1977, Dienstag. Jetzt haben sie meinen Antrag eine Woche. Wir packen keine Koffer mehr, es könnte sein, daß wir sie alle wieder auspacken müssen. Zwölf stehen fertig im Eßzimmer, es sieht aus wie in einer Gepäckaufgabe.
Laub und Kiefernnadeln verstopfen die Abflüsse der Dachrinne, es läßt mich kalt, daß der Regen seinen Weg an der Wand runter sucht, es pladdert vor den Fenstern. Dabei hab'' ich immer gebaut, ausgebessert, restauriert wie ein deutscher Kleingärtner, der nichts umkommen läßt. Kein Stück Draht flog bei mir in den Müll, ich brauchte jede Schraube, denn ich war mein eigener Hausmeister und Gärtner und Klempner und Maurer.
Vielleicht ist es gut, wenn alles dort stehen- und liegenbleibt, dann kann ich von vorn anfangen und mir überlegen, wie weit ich es diesmal treiben will. So weit jedenfalls nie wieder.
Ich wollte einmal im Leben einen anderen Teil der Welt sehen, einen anderen Kontinent, dafür hätte ich Zeit und Geld lieber ausgegeben. Auslandskonzerte selbst organisieren, unsere Schallplatten noch einmal in anderen Sprachen besingen, in Russisch, Ungarisch, warum nicht? Die dortigen Sänger traten ja auch bei uns auf und sangen deutsch. Es ist mir nie gelungen, für dieses simple Projekt einen der größeren Funktionärsärsche aus dem Sessel zu lüpfen.
Die Leute kleben auf ihren Stühlen, faul, frech, machtbesoffen, kriegen ihr Geld und bilden mit all den anderen Faulenzern und Schwätzern jene filzige Schicht, die sich zynisch Arbeiterklasse nennt, zusammengehalten durch die Solidarität der Mittelmäßigkeit, durchsetzt von Stasi und Parteifunktionären. Und die wirkliche Arbeiterklasse bezahlt den ganzen Schmarotz, die Arbeiter, die wirklich acht Stunden arbeiten.
Gäbe es bei uns die gleiche Arbeitsproduktivität wie in kapitalistischen Industrieländern, wir hätten zwei Millionen Arbeitslose, eine Million haben wir sowieso, das sind die Leute, die irgendeinen nutzlosen Job abdrücken, die Redakteure der Betriebszeitungen, die Gewerkschaftstypen, die Parteitypen, die Stasi-Typen, die Dispatcher, die sich jeden Tag ein paar Stunden in den Betrieben herumdrücken, Helme aufsetzen, alte Hosen abtragen und dafür sorgen, daß es am Ende des Geldes keine Ware gibt.
Das Telefon klingelt, der Schriftsteller Walter Kaufmann ist dran. Er ist 13 Jahre älter als ich und hat zehn Jahre vor mir in meiner Geburtsstadt Duisburg in derselben Straße gespielt, in der Schweizerstraße und dem Kaiserberg. Die Kaufmanns waren eine jüdische Familie, Walter konnte sich durch eine abenteuerliche Flucht nach Australien retten.
Er spricht noch heute den niederrheinischen Anklang, und er besitzt einen australischen Paß. Etwas Kostbareres kann man nicht besitzen, wenn man in der DDR lebt. Meine Psychose ist so weit gediehen, daß ich mich selbst bei ihm nicht wundern würde, wenn er ein Stasi-Mann wäre.
"Ich würde gern mal mit dir sprechen", sagt er. Wir verabreden uns gleich für heute.
In meinem Tonband klappert etwas, ich brauche, um es aufzuschrauben, einen dieser neumodischen Kreuzschraubenzieher. Zwei Stunden fahre ich mit dem Auto durch die Stadt, um einen Kreuzschraubenzieher zu kaufen, auch das beste Fachgeschäft kann mir nicht helfen. Mein Freund, der Bildhauer, sägt einen normalen Schraubenzieher ab und feilt mir daraus - mit der Hand - einen Kreuzschraubenzieher. Die nützlichste Kleinplastik, die er je gemacht hat.
Wir haben viele Freunde, weil wir viele Freunde zum Leben brauchen. Einen fingerfertigen, einen mit Verbindungen zur Partei, einen Fleischer, einen mit Verbindungen zu einem Rohrleger. Die DDR ist das vielbeneidete Land der Freundschaft. Tausend Kleinigkeiten, das ganze Leben funktioniert nur aus Freundschaft. Ein Klempner, der nicht dein Duzfreund ist, kommt nicht.
Dann gibt es Freundschaften, die nur vom Zusammenhalt gegen andere Freundesgruppen leben, gegen Langweilerkollektive unter den Lehrern, Dozenten und Parteisekretären, gegen das Eingesperrtsein, gegen das "Professorenkollegium" am Sonntag im Fernsehen, gegen die Bande der Taxifahrer, gegen Postbeamte und Volkspolizisten, vor allem aber gegen die faulen Kellner.
Es gibt kaum Möbel zu kaufen, trotzdem findest du in der DDR die gemütlichsten Wohnungen, weil es hier die ungemütlichsten Städte und Straßen gibt und die wenigsten Kneipen mit den meisten Inventurtagen und den schlampigsten Kellnern, welche die größten Reserviert-Schilder der Welt auf ihre Tische stellen. Dafür lassen sie die Gäste auf der Straße stehen und winken sie von Zeit zu Zeit mit gekrümmten Fingern gnädig zum Verzehr eines Herrengedecks herein. Das Herrengedeck ist eine Flasche Bier, zu der man zwangsweise eine Flasche Sekt trinken muß, eine Kreation der DDR-Gastronomie, extra für die neue herrschende Klasse, um deren Vertretern nach der Schicht den ordinären Bierdurst auszutreiben.
Warum ist wenigstens das bei den Tschechen, Ungarn und Polen anders? Wer nachmittags um halb drei die Schönhauser Allee runtergeht, kann in der Wisbyer Straße die längste Brötchenschlange Europas vor einem Privatbäcker stehen sehen, und der Laden macht um drei auf. In Prag gibt es nicht einen einzigen privaten Bäcker, und doch findest du dort etliche Läden, in denen es frische Brötchen gibt. Es gibt keine private Kneipe in Prag, und doch sind es dreimal mehr als in Berlin, und immer findet man einen Platz, ein Bier und ein Essen.
Das kann nicht nur an der Frage hängen, ob der Handel volkseigen ist oder privat. Woran hängt es? Warum dekoriert Frau Meierova ihr Schaufenster liebevoller als Frau Meier. Warum kocht Herr Novotny in seiner Schwemme drei eßbare Suppen, während Herr Neumann eine laue Bockwurst auf einen Pappteller legt?
Die Meierovas und Novotnys verfolgen mit ihrer Arbeit andere Absichten, sie wollen, daß es ihren Mit-Tschechen schmeckt, sie wollen sich nicht blamieren, sie kochen, damit das Gekochte gegessen wird. Bei uns kochen sie, weil pro Schicht 300 Portionen raus müssen.
Es heißt, vor allem die Frauen sorgen für die hohe Scheidungsquote in der DDR. Ich bezweifle die Behauptung, sie sei ein gutes Zeichen für den Emanzipationsgrad und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frau gegenüber dem Mann. Unsere hohe Scheidungsrate ist ein Zeichen für den allgegenwärtigen Staatsdruck, der zu Hause in der Familie sublimiert wird. Es wäre ebenso falsch, den hohen Schnapsverbrauch in sozialistischen Ländern auf die gute Wodkaqualität zurückzuführen.
Am Nachmittag kommt Walter Kaufmann. Er sagt: "Kann ich was für dich tun?" "Kaum", sage ich.
Ich gestehe ihm, daß ich ihn für einen Stasi-Horcher gehalten habe, er ist darüber wenig erstaunt und erzählt mir von seinen jüngsten Reisen nach Israel und Belfast. Walter und ich haben uns drei Jahre nicht gesehen, er berichtet, was ihm in der Zeit widerfahren ist, erzählt von seinen Niederlagen, Hoffnungen, Krankheiten, auch von seinen Problemen als Schriftsteller. Ich habe das Gefühl, er will nicht wissen, warum ich gehe, er will mich wissen lassen, warum er bleibt.
Aber mir ist klar, daß man als Westausländer in der DDR leben kann. Nahrungsmittel, Mieten und öffentlicher Verkehr sind billig. Haus und Grundstück erschwinglich, Rauschgiftkriminelle und Einbrecher kommen so gut wie nicht vor. Wer das Glück hat, sich den Wind der Welt um die Nase pfeifen zu lassen, sitzt in der DDR am wärmsten.
Das Reisen erweitert den Horizont, und schließlich sieht man immer schärfer auch die Vorzüge, die dieses Land bietet. Man kann den Niedergang des Kapitalismus angstlos und doch selbst erleben und ist nicht länger auf seine Beschreibungen angewiesen, von denen unsere Zeitungen und Funkkommentare derart strotzen, daß sie kein Mensch mehr glaubt.
Zu Walter sage ich: "Da ist nur noch eins, was mir ein schlechtes Gewissen vor den Bürgern dieses Landes macht: nun doch ein letztes Privileg in Anspruch zu nehmen, das nur für wenige da ist, nämlich gehen zu dürfen. Ein Teil der Leute wird sagen, was will der eigentlich? Wir haben für unsere Arbeit einen Bruchteil von dem Geld verdient, das sie dem in den Rachen gestopft haben. Nur weil er andere Sonderrechte nicht hatte, will er jetzt verschwinden? Andere werden sagen, der hat uns im Stich gelassen. Sie alle haben recht und unrecht. Mein Vertrag mit der DEFA sieht so aus, daß ich jederzeit entlassen werden kann. Wenn man mir Komparserie anbietet und ich lehne ab, werde ich wegen Arbeitsverweigerung rausgeschmissen. Und diese Demütigung wäre gekommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Früher hat man Verräter an der sozialistischen Sache noch ganz anders behandelt.
Was kann man machen? Irgendwas Heroisches? Taxifahrer werden und die Fahrgäste unterhalten? In Prag hat es nach ''68 solche Fälle gegeben, und es gibt sie noch, niemand redet mehr davon. Ich bin als Mensch nicht groß genug, den Märtyrer zu machen."
Kaufmann will wissen, welche Pläne Jurek hat, und im selben Moment ist mein Mißtrauen wieder da, ich sage, daß ich darüber nichts weiß. Nach einem Lächeln sagt er: "Du bist in einer scheußlichen Situation, eigentlich weißt du nicht, wer vor dir sitzt." Da hat er recht.
Draußen ist es kalt und windig. Walter steigt in seinen Mercedes und winkt im Abfahren. *HINWEIS:
Im nächsten Heft Nick Knatterton mit Spezialauftrag - "Sehr geehrter Herr Höpcke, Sie sind ein Arsch" - Minister Hoffmanns Vorschläge aus der Hosentasche - Kuba oder Mosambik - Stasi schmeißt Abschiedsfeier: 25 Flaschen Wodka, 60 Flaschen Sekt
"Eltern verbieten ihren Kindern, weiterhin mit meinen Kindern zu spielen"
"Etwas Kostbareres als einen ausländischen Paß kann man in der DDR nicht besitzen"
* Im Juni 1977 im Garten seiner Villa. y 1996, Econ Verlag GmbH, Düsseldorf. * Nationalpreis-Verleihung durch den DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht (l.). * Oben: 1970 in "Porgy and Bess"; unten: 1960 mit Hilmar Thate in dem Konrad-Wolf-Film "Leute mit Flügeln".

DER SPIEGEL 12/1996
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