Die ehrgeizigen Pläne der Bundesregierung für den Ausbau der deutschen Offshore-Windparks haben einen Rückschlag erlitten. Das dänische Energieunternehmen Dong stoppt den Bau der Anlage Borkum Riffgrund 2. Auch die Bestellung von 97 Windrädern bei Siemens hat der Staatskonzern bis auf weiteres storniert. Geplant war eine Leistung von etwa 300 Megawatt, was einem kleinen konventionellen Kraftwerk entsprochen hätte. Grund für den Rückzug: "Der Netzbetreiber Tennet sagt zwar einen Netzanschluss zu, will aber kein verlässliches Datum nennen, wann er die Leitung ins deutsche Stromnetz fertigstellen kann", klagt der Deutschland-Geschäftsführer von Dong Energy, Christoph Mertens. Das vorläufige Aus für den Offshore-Park in der Nordsee dürfte auch bei den bevorstehenden Verhandlungen über ein Gesetz zu Haftungsregeln für Windparkbetreiber bei fehlenden Netzanschlüssen eine Rolle spielen. Sie treten diese Woche in Berlin in die entscheidende Phase.
DER SPIEGEL 43/2012
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