29.10.2012

Die Kraft des Bösen

Erwin Rommels Ruhm überstrahlte schon zu Lebzeiten den aller anderen Wehrmachtoffiziere; nach seinem Selbstmord wurde aus dem „Wüstenfuchs“ ein Märtyrer. Jetzt zeigt die ARD das realistische Bild eines Mannes voller Widersprüche.
Was ist schlimmer als ein Selbstmord? Vielleicht ein angekündigter Selbstmord.
"In einer Viertelstunde bin ich tot", sagt Erwin Rommel am Mittag des 14. Oktober 1944 zu seiner Frau Lucie. Es ist ein schöner Herbsttag; der Lagebericht der Wehrmachtführung nennt schwere Kämpfe an allen Fronten, aber in Herrlingen, dem Wohnort des Generalfeldmarschalls, ist es seit Tagen ruhig. Nur hin und wieder ziehen einige Jagdbomber am Himmel entlang.
Unten, im Flur des Hauses, stehen zwei Wehrmachtgeneräle und warten, während Rommel sich im ersten Stock von seiner Familie verabschiedet. Auf Befehl des "Führers" haben sie ihn vor die Wahl zwischen Schauprozess und Freitod gestellt. Einer der beiden Männer hat eine Ampulle Zyankali dabei. Einen sicheren Schuss aus der eigenen Pistole traut sich der Feldmarschall, der noch an der Verwundung nach einem Tieffliegerbeschuss laboriert, nicht mehr zu.
Als die Generäle zum Aufbruch drängen, nimmt Rommel Mantel und Marschallstab; er wendet sich zu seinem Sohn Manfred, der den Vater stumm vors Haus begleitet. "Mach es gut, mein Sohn", sagt Rommel. Dann steigt er in den Wagen, der ihn in ein nahes Waldstück bringt. Der Fahrer berichtet später, dass der als "Wüstenfuchs" zu Ruhm und Ehre gekommene Mann im Sterben nicht gestöhnt, sondern geschluchzt habe.
Mit dem Biss auf eine Giftkapsel endet das Leben des berühmtesten Generals des "Dritten Reichs", Träger des Pour le Mérite, Eroberer von Tobruk und Held der Cyrenaika. Mit dem erzwungenen Selbstmord beginnt auch der Film, der am Donnerstag einem Millionenpublikum diese deutsche Karriere noch einmal vor Augen führen wird.
Rommel ist großer Filmstoff, nach wie vor. James Mason hat ihn gespielt, zweimal sogar, und Erich von Stroheim, da war der Krieg noch nicht mal zu Ende. Nun also Ulrich Tukur in der Rolle der deutschen Soldatenlegende. Sechs Millionen Euro hat die Nico-Hofmann-Produktion gekostet, das ist nach internationalen Maßstäben nicht viel, aber fürs deutsche Fernsehen eine ganze Menge.
Rommel hat das Publikum immer fasziniert. Das beginnt mit den kühnen Panzerattacken im Wüstensand, die selbst dem britischen Generalstab Bewunderung abnötigten und Premier Winston Churchill zu dem Stoßseufzer "Rommel, Rommel, Rommel" veranlassten. Auf den Afrika-Krieg folgte der abenteuerliche Versuch, die Invasion der Alliierten an der französischen Küste aufzuhalten. Am Ende steht die Abwendung von Hitler; sie führt dazu, dass der langjährige Günstling zu dessen Opfer wird.
Auch wenn vieles an dieser Welt aus Ehre und Gehorsam heute merkwürdig antiquiert wirkt, das Grundthema der Rommel-Biografie ist jedem zugänglich: Es geht um einen Mann, der sich mit dem Teufel einlässt, um seinen Ehrgeiz zu befriedigen, und dann, von Gewissensqualen getrieben, loszukommen versucht, als es dafür längst zu spät ist. Es ist diese Geschichte über die Verführungskraft des Bösen, die dem Rommel-Mythos etwas Zeitloses gibt - und ihn damit verständlich macht über die Generationen hinweg.
Und Karriere hat Rommel gemacht, eine atemberaubende sogar. Schon zu Lebzeiten überstrahlte sein Ruhm den aller anderen Offiziere. Die Wehrmacht hatte viele fähige Heerführer. Manche wie der "Panzeradmiral" Heinz Guderian oder der Stratege Erich von Manstein leben in den Memoiren und militärhistorischen Abhandlungen bis heute fort. Aber keiner verfügte über eine solche Ausstrahlung wie der wortkarge Schwabe mit dem markanten Rundschädel.
Auch der Zusammenbruch des "Dritten Reichs" konnte dem Rommel-Mythos nicht wirklich etwas anhaben. Während sonst jeder, der dem Diktator treu diente, nun entehrt war, strahlte Rommels Stern nur noch heller: von Hitlers Lieblingsgeneral zur Heldenfigur der jungen Republik - dieser Sprung über die Epochenschwelle ist in der deutschen Nachkriegsgeschichte ohne Beispiel.
Am schwäbischen Panzergeneral lassen sich alle Stadien der Auseinandersetzung mit dem düstersten Kapitel der deutschen Geschichte studieren. Erst nach Kriegsende erfuhren die Deutschen, dass der Tod des Feldmarschalls nicht die Folge einer schweren Verwundung war, wie man ihnen weisgemacht hatte, sondern ein Tod auf Befehl. Auf die Legende vom Wüstenfuchs folgte die vom Märtyrer.
Das Land suchte nach Vaterfiguren, die an die Stelle der als Verbrecher enttarnten Autoritäten treten konnten. Rommel verkörperte den Typus des anständigen Soldaten: listenreich, aber stets fair in der Kriegführung, schuldig geworden durch Nähe, aber doch nicht so schuldig, dass man sich nicht mehr auf ihn berufen konnte. Dazu passten die Berichte ehemaliger Kameraden, die ihn in die Nähe des Widerstands rückten oder ihm sogar eine wichtige Rolle bei den Umsturzplänen vom 20. Juli zusprachen.
Es ist das Verdienst des Historikers David Irving, die Legende vom anständigen General ein wenig zurechtgestutzt zu haben. In seiner 1977 vorgelegten Biografie schildert der Brite Rommel als einen politischen Einfaltspinsel, der bis zum Schluss der Hoffnung anhängt, der Diktator werde noch einen diplomatischen Ausweg aus dem verlorenen Krieg finden. Die Kontakte zum Widerstand hielt Irving für weit übertrieben: Über einige Gespräche sei sein Anteil nie hinausgegangen, ein Attentat auf den "Führer" habe der General bis zum Schluss abgelehnt.
Für die Rommel-Gemeinde war das Buch, das dem SPIEGEL eine mehrteilige Serie wert war, ein Schock, denn es erschütterte die These vom "Wüstenfuchs" als Widerstandskämpfer nachhaltig. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass Irving später in den Irrsinn abglitt und sich ins Lager der Holocaust-Leugner einreihte, was ihm neben mehreren Gerichtsverfahren ein Einreiseverbot nach Deutschland und Österreich bescherte.
Mit etwas Verzug setzte sich die Umdeutung der Rommel-Legende auch in Deutschland durch - und mit der dem Zeitgeist entsprechenden Schärfe. In der 1994 erschienen Neuauflage der "Porträts des Widerstands", einem Standardwerk über den 20. Juli, war der Beitrag über ihn ersatzlos gestrichen; und im "Lexikon des Widerstandes 1933-1945", das ebenfalls 1994 aufgelegt wurde, fand er keine Berücksichtigung. Dafür gab es heftige Diskussionen, ob Bundeswehrkasernen weiter nach dem berühmten General benannt sein dürften.
Noch im Mai 2001 wurde an dem ehemaligen Jägercasino in Goslar eine Gedenktafel abgenommen. "Repräsentanten eines verbrecherischen Regimes" könnten "kein Vorbild für die heutige Jugend sein", hieß es in einem Beschluss der rot-grünen Mehrheit im Stadtrat. Aus dem Nationalhelden war ein Kriegsverbrecher geworden.
Der Rommel, dem die Fernsehzuschauer am Donnerstag begegnen, ist eine bodenständige, durchaus sympathische Figur, ein "soldier's soldier", wie dieser Typ im Englischen heißt: ungemein populär bei der Truppe, auch wegen seiner erwiesenen Tapferkeit, aber eher ungelenk im Gespräch, sobald Themen abseits des Militärischen berührt werden.
Der TV-Rommel bleibt auch in der Fremde stets der brave Schwabe, der seine Abende lieber über Feldskizzen und Aufmarschplänen gebeugt zubringt als mit Rotwein und leichter Unterhaltung. Sein Hauptquartier ist ein Schloss an der Seine, die Besprechungen finden unter alten Gobelins statt, aber sobald er dienstfrei hat, steigt er ins Auto und fährt ins heimische Herrlingen, zu Frau und Sohn.
Der von Ulrich Tukur glänzend gespielte Troupier ist von der historischen Figur vermutlich nicht allzu weit entfernt. Grundlage des von Niki Stein geschriebenen Drehbuchs sind, neben Biografien und den Erinnerungsbüchern ehemaliger Kameraden, Briefe von Rommel an Lucie. Beinah täglich schreibt der Feldmarschall nach Hause, auch dabei ganz der pflichtbewusste Ehemann.
David Irving, der als erster Historiker Zugang zu allen Briefen hatte, empfand deren Lektüre als eher enttäuschend: "Er wiederholt sich, schreibt oft langweilig, grammatikalisch holprig und sogar spießig." Nur einmal, nach dem Besuch einer Ballettvorstellung, streift der General ein kulturelles Thema, das nichts mit seinem Beruf zu tun hat (die Aufführung langweilte ihn). Als Quellenmaterial für die Einschätzung seiner Launen und Ambitionen sind die Schreiben hingegen ungemein wertvoll.
Rommel ist 45 Jahre alt, als Hitler auf ihn aufmerksam wird. Der Sohn eines schwäbischen Gymnasialrektors hat sein Leben beim Militär verbracht. Er ist ein hochdekorierter Veteran des Ersten Weltkriegs: Für die Erstürmung des Monte Matajur, eines Bergmassivs in den Julischen Alpen, hat er 1917 den Pour le Mérite erhalten. Aber danach ging es nicht mehr richtig voran. Die Reichswehr ist nach dem Vertrag von Versailles eine Armee mit sehr eingeschränkten Beförderungsaussichten. 14 Jahre lang dient Rommel als einfacher Hauptmann.
Im September 1936 wird Rommel - er ist inzwischen Oberstleutnant - nach Nürnberg abkommandiert, zur Eskorte für den Reichsparteitag. Das Ganze sieht nach Routine aus, doch dann erhält er den Auftrag, eine Ausfahrt für den kommenden Tag zu organisieren. Nicht mehr als sechs Begleitfahrzeuge, so hat Hitler erbeten, und Rommel stellt sich einfach in den Weg, als der Hofstaat folgen will.
"Eine unglaubliche Unverschämtheit, ich werde das dem Führer melden", blafft ihn ein Parteibonze an. Aber Rommel erwidert nur, dass er an der nächsten Querstraße zwei Panzer stehen habe, die jeden aufhalten würden, der weiterzufahren versuche. Am Abend lässt Hitler den forschen Offizier zu sich kommen, um ihm für die tadellose Ausführung seines Auftrags zu danken.
Rommel entspricht ganz den Vorstellungen, die Hitler von einem Truppenführer hat: energisch, zupackend, dabei nüchtern im Auftreten, keiner dieser Wichtigtuer und Großsprecher aus der preußischen Adelskaste, die dann doch immer nur Einwände haben, wenn es zur Sache geht. Hitler überträgt Rommel das Kommando über das Führerhauptquartier. Damit ist er für die Sicherheit des Diktators verantwortlich, eine militärisch unbedeutende Stellung, die ihn aber ins Zentrum der Macht katapultiert.
In der Entourage, wo alle Gunstbezeugungen genau registriert werden, fällt sofort auf, welche Ausnahmestellung der zum General beförderte Offizier genießt. Hitler lässt ihn an Lagebesprechungen und Mittagessen teilnehmen und bespricht sich mit ihm über Taktik und Strategie. "Bin viel mit dem Führer zusammen, oft bei intimsten Besprechungen", berichtet Rommel beseelt nach Hause: "Dies Vertrauen ist für mich die größte Freude, mehr als mein Generalsrang."
In Rommel einen überzeugten Nationalsozialisten zu vermuten ginge sicher zu weit. Anders als seine Frau Lucie, die jeden Tag mit einem Gebet für den "Führer" beschließt, steht Rommel dem ideologischen Kern des Regimes gleichgültig gegenüber. Das Politische hat diesen Mann nie interessiert, darin gleicht er vielen, die mit ihm in der Armee aufsteigen.
Aber die Ziele der Nationalsozialisten, die Grenzausweitung nach Osten, die radikale Revision des Friedensvertrags von Versailles und die damit verbundene Neugestaltung Europas, finden durchaus seine Billigung. Als Hitler den Überfall auf Polen befiehlt, schreibt Rommel begeistert an Lucie: "Was sagst du zu den Ereignissen? Es ist doch wunderbar, dass wir diesen Mann haben."
Vor allem ist Rommel kein Antisemit, das unterscheidet ihn von vielen in der Führung. Als Tischgast bei Hitler kommt er 1943 einmal auf die Kritik des Auslands am Umgang mit den Juden zu sprechen. "Wir würden in der Welt besser dastehen, wenn bei uns ein Jude Gauleiter werden könnte", schlägt er dem Diktator vor. "Rommel, Sie haben nichts von dem verstanden, was ich will", antwortet Hitler konsterniert.
Erwin Rommels Sohn Manfred wird später zu Protokoll geben, sein Vater habe seit Ende 1943 vom Massenmord gewusst. Im Film kommt das Thema immer wieder vor, in jener Form der Andeutung, die für die Nazi-Zeit typisch war. In einer Szene spricht Rommel seine Frau auf die Gerüchte an, dass Juden im Osten vergast würden. "Lass dir doch so was nicht einreden", entgegnet Lucie und erinnert daran, dass ihr Haus in Herrlingen ein jüdisches Landschulheim gewesen sei. "Also müssten wir hier ausziehen, wenn das nicht sauber ist."
Auch Rommel hat die Kunst perfektioniert, über das hinwegzusehen, was er nicht sehen will. Als Soldat hat er das Glück, an Frontabschnitten eingesetzt zu sein, die von den Stätten der Vernichtung weit entfernt sind. "Natürlich kann kein Mensch sagen, wie mein Vater sich, wenn er in Russland eine Heeresgruppe geleitet hätte, verhalten hätte", hat Manfred Rommel einmal bemerkt. Es ist ein bemerkenswert ehrlicher Satz eines Sohnes über seinen Vater.
Des Generals größte Schwäche ist sein Geltungsbedürfnis. Wenn er über militärische Erfolge spricht, dann am liebsten über die eigenen. "Rommel lehrte über Rommel", erinnerte sich der spätere Nato-General Gerd Schmückle an die Vorlesungen, die der Soldat zwischenzeitlich an der Militärakademie in Potsdam gab.
Aus dem manchmal etwas dröhnenden Selbstlob spricht die Unsicherheit eines Mannes, dessen Weg abseits der normalen Aufstiegsverfahren nach oben führte. Im Gegensatz zu den meisten Generälen hat Rommel nie eine formale Ausbildung für diese höchste Rangstufe genossen. Für viele im Generalstab ist der Schwabe ein Emporkömmling, den Glück und Protektion nach oben gespült haben. Dass der bürgerliche Rommel mehr Schneid besitzt als 90 Prozent der adligen Herren, die mit Hitler um die Kartentische stehen, erweist sich zum Ende des Krieges, als er sich als einer der ganz wenigen traut, dem Oberbefehlshaber die Wahrheit über die Siegesaussichten zu sagen.
Rommel ist ein begabter Offizier, das zeigt sich früh. Wie er mit der 7. Panzerdivision im Frankreich-Feldzug durch die feindlichen Linien prescht, gilt bis heute als ein Stück für die Lehrbücher. Bis zu 300 Kilometer legt er am Tag zurück, was der von ihm befehligten Formation den Titel "Gespensterdivision" einträgt. Mit seinen Erfolgen in Afrika erwirbt er sich endgültig den Ruf des furchtlosen, stets nach vorn drängenden Kommandeurs.
Der wahre Geburtsort vom Mythos des Wüstenfuchses liegt indes nicht an der Maginot-Linie oder in der libyschen Wüste, sondern in der Berliner Wilhelmstraße, dem Dienstsitz des Reichsprogagandaministeriums. Hitler hat ihn zum Panzergeneral gemacht, aber es ist Goebbels, der den wahren Wert des Mannes erkennt.
Eigentlich ist Afrika ein Nebenkriegsschauplatz, für die Eroberungspläne in Berlin weitgehend unbedeutend. Rommels Mission soll zunächst eher ein Hilfseinsatz sein: Im September 1940 hatte Mussolini, der endlich auch einen Sieg vorweisen wollte, die Einnahme Ägyptens befohlen. Nach nur fünf Tagen war der italienische Vormarsch jedoch steckengeblieben, die britische Gegenoffensive drohte die Italiener gänzlich aufzureiben. In dieser Situation beauftragte Hitler Rommel, den Italienern beizustehen und die Briten zurückzuwerfen.
So sinnlos, wie der Krieg im endlosen Sand ist, so reizvoll ist die Wüste als Hintergrund für die Heldensaga vom unerschrockenen Haudegen und listigen Strategen, die fortan die deutschen Volksgenossen begeistern wird. Weite Horizonte, klares Licht, dazu Palmenoasen und Beduinenromantik - die arabische Welt ist ein Sehnsuchtsort, der als Nährboden für die Phantasieproduktion ganz besonders geeignet scheint. Schon Napoleon hat hier 140 Jahre vorher, mit seinem unsinnigen Ägyptenfeldzug, einen umwerfenden Propagandaerfolg errungen.
Auch Rommels Afrika-Einsatz ist eine großangelegte Werbekampagne, sorgfältig orchestriert von Ministerialdirektor und Goebbels-Intimus Alfred-Ingemar Berndt, der ein Blick auf alle Details hat. Im Begleittross des Afrika-Korps reisen ein paar der besten Kriegsberichterstatter mit: der Kameramann Hans Ertl, der schon Leni Riefenstahl bei ihrem "Olympia"-Film zur Hand gegangen war; der Fotograf Eric Borchert von der "Berliner Illustrierten Zeitung", auch er ein Spezialist für heroische Posen, und der Starjournalist Hanns Gert Freiherr von Esebeck. Die PR-Profis liefern jene Ikonen, die noch heute das Rommel-Bild prägen: der General auf seinem Kommandowagen, mit dem Feldstecher in die Ferne blickend; Rommel im Kreis seiner Soldaten oder über die Landkarte gebeugt.
Rommel geht den Afrika-Auftrag in bewährter Blitzkrieg-Manier an. Mit zunächst nur 25 000 über Tripolis eingeschifften Soldaten gelingt es ihm, die zahlenmäßig weit überlegenen Briten bis an die Grenze nach Ägypten zurückzudrängen. Seine Panzertruppen erobern einen rund tausend Kilometer langen Sandstreifen, bis ihnen allmählich der Nachschub ausgeht und sich die britische Luftüberlegenheit bemerkbar macht.
Nachdem der General noch das stark befestigte Tobruk erobern kann, wendet sich im Herbst 1942 bei der ägyptischen Bahnstation El Alamein endgültig das Blatt. Die Amerikaner landen in Nordafrika, nach verlustreichen Rückzugsgefechten geraten über 200 000 deutsche und italienische Soldaten in Gefangenschaft. Die Schmach der Kapitulation bleibt allerdings Nachfolger Hans-Jürgen von Arnim überlassen: Rommel hat sich zwei Monate vorher, im März 1943, zu einem Kuraufenthalt nach Deutschland ausfliegen lassen.
Von der Kriegsrealität bekommen die Volksgenossen, wie bei solchen Operationen unvermeidlich, nur eine geschönte Variante zu sehen. In einem Bericht der "Deutschen Wochenschau" über den Sturm auf das britische Fort El Agheila am 24. März 1941 heißt es, zu Bildern von Rommel in Wehrmachtuniform und Schaftstiefeln: "Generalleutnant Rommel, der Kommandierende General des Deutschen Afrika-Korps, leitet in vorderster Linie den Angriff." Tatsächlich war Rommel bei der Aktion gar nicht zugegen, und die Briten hatten die Stellung über Nacht unbesetzt gelassen.
Der General spielt bereitwillig mit. Er besitzt einen Sinn für Requisiten. Während des Afrika-Feldzugs scheint ihm der schwarze Ledermantel mit der Haut verwachsen, auch der Pour le Mérite und die Staubbrille fehlen nie. Dazu kommt oft ein Schal, den er sich kleidsam um den Hals geschlungen hat und der ihn schon auf den ersten Blick aus der Menge der Offiziere heraustreten lässt.
Joseph Goebbels ist mit seiner Schöpfung vollauf zufrieden. Im Sommer 1941 schreibt er in sein Tagebuch: "Rommel ist bei den Truppen, sowohl bei den deutschen wie bei den italienischen, sagenhaft beliebt. Er ist fast eine mythische Gestalt." Und ein Jahr später, am 4. Oktober 1942: "Steht uns Nationalsozialisten nicht nur nah, sondern ist ein Nationalsozialist. Rommel ist der kommende Oberbefehlshaber des Heeres."
Steins Film für die ARD konzentriert sich auf das letzte Lebensjahr des Generals, in dem der, nun an der Westfront, ein weiteres Mal gegen die Angelsachsen kämpft. Der Afrika-Feldzug kommt nur in kurzen Rückblenden vor, Montagen aus "Wochenschau"-Berichten, in denen der Wüstenfuchs zum schnarrenden Ton der Kriegsberichterstatter noch einmal von Sieg zu Sieg eilt. Es war eine gute Entscheidung, sich auf die Endphase zu beschränken, in der Rommel nicht länger über die Sinnlosigkeit des Krieges hinwegsehen kann: Sie verleiht dem Film Kraft und Spannung.
Der Rommel des Jahres 1944 ist kein Draufgänger mehr. Er ist ein Zauderer und Zweifler, hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalität zum Diktator, dem er den Treueeid geschworen hat, und der Verantwortung für seine Soldaten und sein Land. Spätestens nach der erfolgreichen Landung der Alliierten in der Normandie ist jedem klarsichtigen Menschen im Generalstab bewusst, dass der Krieg verloren ist. An vielen Frontabschnitten im Westen hält die Wehrmacht nur unter enormem Blutzoll die Stellung. Niemand weiß das besser als Rommel, schließlich ist er der Mann, der von Hitler bestimmt wurde, die Invasion abzuwehren.
Im November 1943 hatte Hitler ihn zum Inspekteur für die Küstenverteidigung im Westen ernannt, eine besondere Herausforderung für den Feldmarschall, der eigentlich Ingenieur werden wollte. Stundenlang brütet er über Plänen der französischen Kanalküste, studiert Meeresströmungen und Gezeitenwechsel und vertieft sich in Tüfteleien. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg verwahrt eindrucksvolles Material aus diesen Sitzungen: etwa die millimetergenaue Zeichnung für eine "Granat-Mine" oder die Skizze eines von ihm gezeichneten und handkolorierten Minenfelds.
Rommel ist überzeugt, dass die Alliierten nur am Strand zu schlagen sind. Auf Hunderten Kilometern lässt er Drahtverhaue errichten, sogenannte Büchsenöffner zum Aufschlitzen der Landungsboote, und natürlich die "Rommel-Spargel", angespitzte Stämme, die tief in die Erde gerammt werden und in denen sich die Lastensegler des Feindes verfangen sollen.
Die "Wochenschau" ist immer dabei. Rommel weiß, was von ihm erwartet wird: Tatkräftig blickt er vom Frankreich-Strand aus in die Ferne. Keiner soll es wagen, an diesen Küsten zu landen - der Kriegsheld selbst wird jeden Feind umgehend zurück ins Meer treiben!
Tatsächlich ist der "Atlantikwall" eine Propagandaschöpfung, wie sich am "D-Day" erweist, genauso wie der Frankreich-Rommel, der ihn verteidigen soll. Als die Alliierten in den Frühstunden des 6. Juni über den Ärmelkanal übersetzen, weilt ausgerechnet der Beauftragte für die Abwehrfront in weiter Ferne. Die Meteorologen hatten zu schlechtes Wetter für eine Landung vorausgesagt, also ist Rommel nach Hause gefahren, um mit Lucie ihren 50. Geburtstag zu feiern.
In Morgenmantel und Hausschuhen erfährt der General vom Beginn der "Operation Overlord", ein schreckliches Versagen für den Mann, dem Pflichterfüllung nahezu alles bedeutet. Noch am Abend vor seinem Tod ist er in Gedanken bei jenen Vorgängen im Juni. Als sich die Entsandten aus Berlin telefonisch ankündigen, weist er seinen Adjutanten an: "Halten Sie die Normandie-Akte bereit." Rommel dachte, man wolle ihn wegen seines Fehlers in Frankreich zur Rechenschaft ziehen.
Wie weit sich der Feldmarschall mit den Verschwörern vom 20. Juli eingelassen hat, ist bis heute umstritten. Unzweifelhaft ist, dass er in Plänen der zum Putsch entschlossenen Offiziere eine zentrale Rolle spielte. Irgendwann war man in diesem Kreis zu der Auffassung gelangt, man brauche ein populäres Gesicht, um dem Staatsstreich in Armee und Bevölkerung Rückhalt zu verschaffen. Die Wahl war auf Rommel gefallen, der als regimetreu, aber eben nicht als nationalsozialistisch verblendet galt. Die Aufgabe, den General für den Widerstand zu gewinnen, wurde Caesar von Hofacker übertragen, Adjutant des Militärbefehlshabers von Frankreich, Carl-Heinrich von Stülpnagel, und zugleich ein Vetter des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
Hofacker hielt von Paris aus die Verbindung zu den Berliner Verschwörern. Außerdem war er eng mit Rommels Generalstabschef Hans Speidel verbunden, einem weiteren hochrangigen Mitglied der Widerstandsgruppe, der dann auch den Kontakt vorbereitete. Am 9. Juli 1944 suchte Hofacker den General in dessen Hauptquartier auf, dem Schloss La Roche-Guyon. Der Rommel-Biograf Maurice Philip Remy bezeichnet das Treffen als "zentralen Moment für Rommels Weg zum Widerstand". Allerdings ist der Inhalt der Unterhaltung unklar, überliefert lediglich durch Männer, mit denen sich Hofacker anschließend über das Gespräch unterhielt, darunter Gotthard Freiherr von Falkenhausen und Friedrich Freiherr von Teuchert.
Deren Darstellung zufolge hat Hofacker bei dem Treffen alle Karten auf den Tisch gelegt: Er unterrichtete den Feldmarschall über Stauffenbergs Attentatsplanungen, die Pläne für den Umsturz in Berlin und die Rolle des Ersatzheeres beim Putsch. Rommel, so berichteten die Hofacker-Vertrauten nach 1945, habe darauf gemeint, der Krieg sei ohnehin verloren, und seine Unterstützung zugesagt.
Auch andere Zeugen beschrieben nach Kriegsende eine Hinwendung des Feldmarschalls zum Widerstand. Am 17. Juli 1944 traf sich Rommel mit den Kommandeuren der beiden in der Normandie stationierten SS-Panzerkorps, dem Gruppenführer Wilhelm Bittrich und dem Obergruppenführer Josef Dietrich, einem strammen Nationalsozialisten und Hitler-Gefolgsmann der ersten Stunde.
Rommels Adjutant Hellmuth Lang gab 1950 in einer "Eidesstattlichen Erklärung" an, der General habe gefragt, ob Dietrich seine Befehle auch dann ausführen werde, "wenn sie im Widerspruch zu denen Hitlers ständen?" Dietrich habe daraufhin erklärt: "Sie, Feldmarschall, sind mein Oberbefehlshaber; ich gehorche nur Ihnen, was Sie auch vorhaben werden."
Schon Tage zuvor soll Rommel in einem Gespräch mit einem seiner Stabsoffiziere, dem jungen Oberstleutnant Anton Staubwasser, über ein schnelles Ende des Krieges sinniert haben. Deutschland habe der Übermacht der Alliierten nichts mehr entgegenzusetzen, habe Rommel erklärt, so schilderte es später Staubwasser. "Diese unabwendbare Tatsache muss der Führer einsehen, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo der Führer abtreten muss. Jeder Tag, den der Krieg noch länger dauert, wird weitere, nicht mehr zu vertretende Menschenverluste, Zerstörungen und Verwüstungen bringen und ist deshalb ein Verbrechen."
Die Vorstellung, man könne den Westalliierten einen Separatfrieden anbieten, um dann im Osten freie Hand zu haben, passt zu Rommel: Sie zeigt, wie naiv er in politischen Dingen dachte. Zu keinem Zeitpunkt wäre die Anti-Hitler-Koalition bereit gewesen, etwas anderes als eine Kapitulation des Reiches zu akzeptieren. Allerdings stand Rommel mit seiner realitätsfernen Idee nicht allein: Viele Militärs hegten die Hoffnung, man könne mit den Briten und Amerikanern, die man eher als Feinde wider Willen einschätzte, zu einer Übereinkunft kommen.
Ganz anderer Natur waren hingegen alle Überlegungen, Hitler mit einem Attentat auszuschalten - denn schon entsprechende Pläne bedeuteten Hochverrat. Vermutlich hat Rommel in seinen Gesprächen mit den Verschwörern nicht widersprochen, als ihm davon berichtet wurde. Dass er ein Attentat ausdrücklich gebilligt oder gar selbst konkrete Vorstellungen entwickelt hätte, wie man den Diktator beseitigen könnte, ist ziemlich unwahrscheinlich. Sein Vater habe einen Anschlag auf das Leben des obersten Befehlshabers immer abgelehnt, hat Manfred Rommel, der als Oberbürgermeister von Stuttgart zu hohem Ansehen kam, ausdrücklich gesagt.
Für beträchtliche Aufregung sorgten 2005 in der Rommel-Gemeinde Abhörprotokolle aus dem Kriegsgefangenenlager Trent Park, in dem die Briten ab 1942 deutsche Offiziere heimlich bei ihren Zellengesprächen belauscht hatten. Einer der Funde ist die Mitschrift eines Gesprächs aus dem Herbst 1944, in dem der Panzergeneral Heinrich Eberbach seinem mitgefangenen Sohn erzählt, dass ihm Rommel nach der Invasion der Alliierten gesagt habe, er sehe keine andere Möglichkeit, "mit Deutschland noch irgendwie vernünftig durchzukommen, als dass wir den Führer und seine engste Sippschaft möglichst schnell umbringen".
Bei allen Historikern, die Rommel eine Nähe zum Widerstand zubilligen, spielt das "Eberbach-Protokoll" eine große Rolle. Allerdings ähneln die Radikalität dieser Äußerung und die zum Ausdruck kommende tiefe Abneigung so gar nicht dem Duktus, in dem Rommel sonst über den von ihm verehrten "Führer" sprach. Es gibt keinen zweifelsfreien Beleg, der die Annahme stützt, Rommel habe wirklich Hitler und seine Paladine erschießen lassen wollen.
In Wahrheit hat der berühmte General bis zum Schluss Mühe, sich von seinem langjährigen Idol zu lösen. Zwar wagt er es wie kein anderer Heerführer, Hitler seine Meinung über die desolate Lage an der Front zu schildern. Seine Lageberichte stehen in auffälligem Gegensatz zu den opportunistisch geschönten Darstellungen anderer Generäle. "Die Truppe kämpft allerorts heldenmütig, jedoch der ungleiche Kampf neigt dem Ende entgegen", heißt es in einem am 15. Juli 1944 verfassten Bericht für Hitler. "Es ist meines Erachtens nötig, die politischen Folgerungen aus dieser Lage zu ziehen." Sein Stabschef Speidel ließ das Wort "politisch" schnell noch streichen, bevor er das Schreiben auf den Dienstweg brachte.
Im letzten Lebensjahr Rommels geht es jedoch ständig hin und her. Die Eingaben sind erkennbar in der Hoffnung geschrieben, den "Führer" von seinen militärisch unsinnigen Befehlen abbringen zu können. Rommel ist enttäuscht darüber, wie sich Hitler jeder strategischen Vernunft verschließt, darin liegt der Dissens. Dann reicht ein Besuch, eine persönliche Begegnung, und die Stimmung kippt wieder um. "Sah gestern den Führer", schreibt Rommel am 18. Juni 1944 an Lucie, zwei Tage nachdem er bei einem Lagevortrag von Hitler scharf gemaßregelt worden war: "Ich sehe jetzt viel weniger besorgt in die Zukunft als vor einer Woche."
Immer wieder siegt der Glaube an den Mann, dem er seine Karriere verdankt. Noch kurz vor seinem Tod redet Rommel über seine Zuneigung zu Hitler. "Ich habe den Führer geliebt und liebe ihn noch", entfährt es ihm in Anwesenheit der beiden Wehrmachtgeneräle, die ihm das Todesurteil überbringen. Man kann diesen Satz als hilflose Verteidigung verstehen - möglicherweise ist die Liebe, von der Rommel spricht, aber auch aufrichtig empfunden.
Widersacher, Widerständler gar, oder nur passiver Mitwisser? Als die entscheidenden Stunden des Stauffenberg-Attentats kommen, fehlt Rommel jedenfalls, wieder einmal. Auf der Rückkehr von einem Frontbesuch haben britische "Spitfire"-Jagdflieger sein Auto beschossen. Der Fahrer wird tödlich getroffen, der Wagen rollt gegen einen Baum. Rommel erleidet einen Schädelbasisbruch und kommt in ein Luftwaffenlazarett, wo er erst einen Tag später, den Kopf mit Stoffstreifen umwickelt, wieder aufwacht.
Dort liegt er auch noch, als am 20. Juli im fernen Ostpreußen die Bombe detoniert, die Graf Stauffenberg in Hitlers Besprechungsbaracke platziert hatte. Der Diktator kommt mit geplatztem Trommelfell davon - womit der Putschversuch gescheitert ist, auch weil sich viele der Mitverschwörer ohne den Tod des Diktators einen Sturz des Regimes nicht vorstellen können.
Als Rommel am 8. August 1944 aus dem Lazarett nach Herrlingen heimfahren darf, ist sein Schicksal schon absehbar. In Berlin läuft der erste Prozess vor dem Volksgerichtshof, welche Aussagen die Gestapo aus den Verschwörern herausprügelte, ist unklar; die Vernehmungsprotokolle sind nicht erhalten. Rommel wurde aber wohl von den beiden Gefangenen Hofacker und Stülpnagel schwer belastet. In den Akten des Parteikanzleichefs Martin Bormann findet sich ein entsprechender Vermerk: "Feldmarschall Rommel sei durchaus im Bilde gewesen; Rommel habe erklärt, dass er der neuen Regierung nach gelungenem Attentat zur Verfügung stehen würde."
Sein Mitwissen macht Rommel in den Augen des Regimes zum Mittäter. Dazu kommen Berichte, dass er sich abfällig über die Spitzen des Reichs geäußert habe. Ein treuer Parteigenosse hatte den Inhalt eines Gesprächs, das Rommel im privaten Kreis geführt hatte, empört nach Berlin gemeldet: Der General habe darüber geklagt, dass er bei dem "Führer" schon seit 1942 einen Abfall der "Geisteskraft" festgestellt habe, und diesem zudem vorgeworfen, dass er sich, anders als Churchill, nie bei der kämpfenden Truppe in der Normandie habe sehen lassen.
Bormann, der den "Paradegeneral" nie leiden konnte, fügt alles in einem Dossier zusammen und trägt es Hitler vor. Der sieht Verrat, ist tief getroffen und sinnt auf Rache. Am liebsten hätte der Diktator wohl den abgefallenen General aburteilen lassen, doch einen Prozess, wie ihn die anderen Verschwörer haben erleiden müssen, kann sich in diesem Fall nicht einmal Hitler leisten. Der Mythos vom Volkshelden ist selbst für den Mann, der ganz Europa in ein Schlachthaus verwandelte, zu mächtig geworden.
"Es wäre einfach ein entsetzlicher Skandal gewesen, wenn dieser so bekannte und beliebte Feldmarschall verhaftet und vor den Volksgerichtshof gestellt worden wäre", erklärte Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht und treuer Hitler-Paladin, später vor dem Nürnberger Gericht. So bleibt als Ausweg nur der erzwungene Selbstmord, verbunden mit der Versicherung, dass der Witwe selbstverständlich ihre Generalspension erhalten bleibe.
"Plötzlich und unerwartet verschied nach seiner schweren Verwundung Generalfeldmarschall Erwin Rommel", heißt es in der Todesanzeige, die am 14. Oktober ins Reich ging. Der Totenschein vermerkt als Todesursache: "Herzschlag als Folge eines im Westen erlittenen Dienstunfalls." Vier Tage später wird Rommel mit einem Staatsbegräbnis in Ehren verabschiedet, im Beisein der Familie und zahlreicher hoher Offiziere. Nur Hitler hat sich die Farce erspart, an seiner Stelle hält Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt die Traueransprache.
Um ein Kondolenzschreiben kommt Hitler allerdings nicht herum. "Nehmen Sie zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Gatten erlitten haben, mein aufrichtiges Beileid entgegen", heißt es in dem "Telegramm des Führers" vom 16. Oktober 1944: "Der Name des Generalfeldmarschalls Rommel wird für immer mit den heldenhaften Kämpfen in Nordafrika verbunden sein."
Mit dieser Voraussage sollte der Diktator sogar recht behalten.
Von Jan Fleischhauer und Jan Friedmann

DER SPIEGEL 44/2012
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Die Kraft des Bösen

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