Franco Banfi,54, Taucher aus der Schweiz, über Trägheit: "Nirgendwo soll das Wasser so klar sein wie in den Flüssen im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Die Flüsse sind auch sehr artenreich, perfekte Voraussetzungen also, um unter Wasser zu fotografieren. Mit einem Kollegen war ich zehn Tage unterwegs. Wir sahen die Anakonda am Ufer in der Sonne liegen; ich schätze, sie war etwa acht Meter lang und sicher 200 Kilogramm schwer. Anakondas sind gefährlich, wenn sie jagen. Sie lauern bewegungslos auf Beute, greifen schnell an, verbeißen sich in ihr Opfer, ersticken es durch Umschlingen und vertilgen es mit dem Kopf voran. Zum Jagen liegen sie aber meist unter der Wasseroberfläche. Und eine Riesenschlange frisst nur einige Male im Jahr. Die Chancen standen also gut, dass diese Anakonda satt war. Ich näherte mich ihr vorsichtig vom Wasser aus und kam bis auf wenige Zentimeter an sie heran. Die Schlange rührte sich nicht. Wenn eine Anakonda satt ist, wird sie träge."
DER SPIEGEL 49/2012
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