03.12.2012

KONZERNEChaostage bei ThyssenKrupp

Ein Machtkampf bei ThyssenKrupp wird zur Schlammschlacht. Die Essener Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit Luxusreisen für Journalisten, Betriebsräte und den Abrechnungen eigener Reisen gegen Konzernvorstand Jürgen Claassen wegen des Verdachts der Untreue. Claassen weist die Vorwürfe zurück. Anlass sind Claassens Reisebelege, die in den vergangenen Wochen in der Presse auftauchten. In der Essener Konzernzentrale glaubt man, die Verantwortlichen für die Kampagne identifiziert zu haben. Die Abrechnungen sollen nur einem kleinen Kreis zugänglich gewesen sein - unter anderem Ex-ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz. Dieser musste sein Amt 2011 auf Druck von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme niederlegen. Schulz, glaubt man nun bei ThyssenKrupp, könnte sich mit anderen Cromme-Opfern verbündet haben. Mit der Kampagne gegen Claassen, so die Lesart in Essen, solle eigentlich Cromme getroffen werden. Schulz bestreitet jede Verwicklung. Das seien "unglaubliche Unterstellungen", an denen "nichts dran" sei, sagt der 71-Jährige. Auch einem von Cromme in Auftrag gegebenen Gutachten, mit dem mögliche Verfehlungen des Managers beim Bau von Stahlwerken in Brasilien und den USA geklärt werden sollen, sehe er gelassen entgegen: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen."

DER SPIEGEL 49/2012
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