03.12.2012

NOBELPREISStolz in Oslo

Irgendwie typisch für die Staatenlenker Europas, dass sie - kaum war die EU im Oktober mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden - einen bizarren Streit austrugen, wer den Preis im Namen der Europäischen Union entgegennehmen sollte. Großbritanniens Premier David Cameron schlug vor, für jedes der 27 Mitgliedstaaten ein Kind nach Oslo zu schicken. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Parlamentspräsident Martin Schulz streiten ohnehin ständig um die Frage, wer die EU nach außen vertreten darf. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte beim Brüsseler Oktober-Gipfel den versöhnlichen Vorschlag, dass die Staats- und Regierungschefs geschlossen in die norwegische Hauptstadt reisen sollten. Dagegen wiederum protestierte der französische Staatspräsident François Hollande. Zugucken wie Rompuy, Barroso und Schulz auf der Bühne stehen, das wolle er auf keinen Fall. "Ich bin doch kein Statist", so der Sozialist. Vergangene Woche änderte Hollande plötzlich seine Meinung. Nachdem immer mehr EU-Staats- und Regierungschefs Merkels Vorschlag folgen, sagte auch der bockige Franzose seine Teilnahme für den 10. Dezember zu. Er werde an diesem Tag "mit Stolz" und "großem Verantwortungsgefühl" nach Oslo reisen, verkündete er in Paris.

DER SPIEGEL 49/2012
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NOBELPREIS:
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