22.12.2012

ENTWICKLUNGSHILFEDas Wunder von Wonchi

In einem abgelegenen Dorf in Äthiopien gab man Kindern Tablet-Computer in die Hand. Sie sollen damit das Lernen lernen. Inzwischen sprechen sie ihre ersten Worte Englisch - ohne je einem Lehrer begegnet zu sein.
Der Weg nach Wonchi führt über den Rand eines erloschenen Vulkans. Ein Pfad schlängelt sich durch Bananenplantagen und Dornengestrüpp, wilder Majoran wuchert am Wegesrand. In der Tiefe liegt der Vulkansee, jenseits erstreckt sich das Great Rift Valley, auch Wiege der Menschheit genannt.
Es ist die Senke, in der vor Millionen Jahren Vorfahren des Homo sapiens lebten. Blickt man über die Hochebene mit ihren grünen, sanft gewellten Hügeln, dann ist es, als wäre alles wie früher, bevor die Moderne Einzug hielt in dem Dorf.
Wonchi am Wonchi-See liegt 3400 Meter über dem Meer, nach einer Stunde Fußmarsch ist man da. Acht Familien leben hier in Lehmhütten, die Dächer laufen spitz zu und sind mit Stroh gedeckt. Wonchi erinnert ein bisschen an das Dorf der Schlümpfe. Es gibt keinen Strom und kein fließend Wasser, die nächste Quelle ist eine Stunde entfernt, die nächste Schule zwölf Kilometer.
Als der Amerikaner Matt Keller zum ersten Mal am Kraterrand zwischen See und Senke stand und auf Wonchi blickte, wollte er nicht glauben, was er sah. Er war auf der Suche nach einem Ort, der weit genug weg ist vom Rest der Welt. Er hatte schon umkehren wollen, weil er nicht dachte, dass hier noch jemand lebt.
Seit Ende Oktober jedoch fühlt sich Keller den Menschen aus Wonchi ein wenig näher. Da versank die Welt in seiner Heimatstadt Cambridge in den Fluten. Wirbelsturm "Sandy" wütete, sein Haus stand unter Wasser, nichts funktionierte mehr, keine Heizung, kein warmes Wasser, kein Licht. Zwei Tage lang saß Keller in seinem Auto, lud das Handy am Zigarettenanzünder auf und beantwortete Anrufe aus aller Welt. Wissenschaftler, Journalisten und Sponsoren wollten wissen, was es mit dem Computerprojekt auf sich habe, mit den Kindern aus Wonchi und ihren Chancen auf Zukunft.
An einem Morgen im Dezember klettert Matt Keller in das Dorf hinab, es ist sein fünfter Besuch in Wonchi. Er will wissen, welche Fortschritte die Kinder gemacht haben, seit er das letzte Mal da war. Ein paar Mädchen und Jungen laufen ihm entgegen, greifen nach seiner Hand und führen ihn in die neue Hütte mit den Solarzellen auf dem Dach.
Die Kinder sind barfuß. Kelbessa, acht Jahre alt, Strubbelkopf, verträumte Augen, trägt ein vor Schmutz starrendes Männerjackett und unter dem Arm ein braunes Lederetui, das aussieht wie eine Aktentasche. Abebech ist zehn, mangels Schmuck stecken Streichhölzer in ihren Ohrläppchen, auf dem Rücken in einem Tuch trägt sie ihren jüngsten Bruder.
Auch Abebech hat dieses Ding in der Hand, den Computera, wie sie es hier nennen, einen tragbaren Tablet-PC mit Touchscreen. Abebech schaltet ihn ein, auf dem Monitor ploppen drei Buchstaben auf: das A trägt Baseballmütze, das B trällert in ein Mikrofon, das C rappt. Die Buchstaben singen das ABC-Lied mit schrillen digitalen Stimmen, wie die Teletubbies hören sie sich an, lange hält das kein Erwachsener aus.
Aber Abebech liebt dieses Lied, singt mit, stundenlang kann sie das. Mit den Fingern malt sie Buchstaben auf das Display, ist konzentriert, wischt sich mit dem Handrücken den Schnodder von der Nase, wischt auf dem Display herum, öffnet blitzschnell Applikationen und tippt und schreibt wie im Rausch.
Nach ein paar Minuten zeigt Kelbessa, der Junge, Matt Keller sein neuestes Werk. Er hat das Sicherungssystem überlistet, das die Foto- und Videoprogramme vor dem Zugriff der Kinder schützen sollte, weil sie zu viel Strom sowie Platz auf den Speicherkarten fressen. Kelbessa hat ein Video gedreht, es ist zwei Minuten lang. Es zeigt seinen Großvater mit dem Vieh, seine verwackelte Hütte, seine Schwestern. Kelbessa strahlt.
Keller hockt neben den Kindern auf dem Boden im Staub, er schaut und schweigt und denkt noch immer, dass er hier einem Wunder beiwohnt, dem Wunder von Wonchi. Bisher ist noch niemand aus der westlichen Welt hierhergekommen, um dieses Wunder zu ergründen.
Matt Keller, 48 Jahre alt, ist ein nachdenklicher Amerikaner in Safarihosen. Er ist der "Ferenji", der Weiße, und seit er Wonchi gelegentlich besucht, ist in Wonchi alles anders.
Keller arbeitet am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. Keller soll den Beweis liefern, dass Kinder lernen können zu lernen, selbständig und ohne Anleitung. Kinder, die keine Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen, weil die nächste Schule zu weit weg ist oder ihre Eltern sie lieber zum Wasserholen schicken oder auf die Felder, wo sie morgens die Kühe hüten und nachmittags die Ziegen.
Was aber wäre, wenn man diesen Kindern, die wie ihre Eltern weder lesen noch schreiben können, einen Computer zur Verfügung stellte? Wenn man den Computer mit Lernprogrammen füttern würde, mit Filmen von Tieren und fernen Ländern, Rechenspielen, mit Englisch und Amharisch, der äthiopischen Amtssprache? Wenn man sie einfach machen ließe, in der Hoffnung, dass sie sich selbst unterrichten und voneinander lernen?
Würde den Entwicklungsländern so der Sprung ins Informationszeitalter gelingen? Oder würden die Tablets genauso schnell im Staub landen, wie Spielzeug im Westen auf dem Müll landet, weil es nicht mehr neu ist und spannend? Könnte so vielleicht sogar den 100 Millionen Kindern weltweit geholfen werden, die keine Schule besuchen, weil sie auf dem Land leben oder zu arm sind?
Matt Keller glaubt fest daran. Er glaubt, dass man Kindern nur einen Computer geben muss - alles andere ergebe sich von selbst. "Kinder sind Autodidakten", sagt Keller, "auch Laufen und Sprechen muss man ihnen nicht beibringen."
Falls sein Projekt gelingt, wäre das wahrlich eine Revolution, es könnte das Ende der Bildungsmisere bedeuten, es könnte die Kluft überwinden zwischen Arm und Reich.
Die Idee dazu hatte Nicholas Negroponte, 69, der weltberühmte US-Informatiker, Technik-Freak, Visionär. Sein Bestseller "Total Digital", den er am Notebook in einer Hütte auf einer griechischen Insel schrieb, war das Manifest des Internetzeitalters.
Darin prophezeite er schon 1995, dass wir eines Tages in einer vernetzten, digitalisierten Welt leben werden. Negroponte ist der Chef von Keller, meistens hat er recht. Ihr gemeinsames Projekt nannten sie "One Laptop per Child" (OLPC). In Äthiopien forschen sie seit Februar dieses Jahres. In Wonchi und in dem Dorf Wolonchete haben sie jeweils 20 Kinder zwischen vier und elf Jahren mit dem Motorola-Xoom-Tablet ausgestattet. Ein, zwei Jahre lang wollen sie Daten sammeln, es ist ein Test. Wenn sie Regierungen finden, die sie finanzieren, wollen sie die Tablets weltweit verteilen, das ist der Plan.
Vor ein paar Monaten saß Negroponte selbst hier in der Hütte. Die Kinder wussten nicht, wer er war, sie hatten ihre Computer gerade zehn Wochen. Es war der Tag, an dem der Junge Kelbessa das erste Mal das Wort "Lion" in den Staub vor der Hütte schrieb und das Mädchen Abebech im Alphabet bis zum W kam. Negroponte sprang auf, den Tränen nahe, sagt Keller, setzte sich aber schnell wieder hin, weil er die Kinder nicht stören wollte.
Ende Oktober dann stand Negroponte 10 000 Kilometer von hier auf einer Konferenz in Cambridge und berichtete von seinen Erfolgen in Wonchi. Erzählte, wie sie die verpackten Computer verteilten, wie sie erwartet hatten, dass die Kinder nichts damit anzufangen wüssten.
"Stattdessen", rief Negroponte und überschlug sich vor Begeisterung, "rissen sie die Pakete auf und fanden - nach nur vier Minuten - den Anschaltknopf." Kinder, die noch nie zuvor Buchstaben gesehen hätten, würden nach nur fünf Tagen 47 Apps nutzen, berichtete er. Nach zwei Wochen hätten sie das ABC-Lied gesungen, nach fünf Monaten die Android-Sicherheitseinstellungen überlistet. "Jetzt können sie lesen und schreiben", rief Negroponte, "es funktioniert."
Mit anderen Worten hieß das, dass Kinder überall auf der Welt gleich lernen und gleich begabt sind. Dass sie keinen Lehrer brauchen. Dass man Tablets auch aus der Luft abwerfen könnte wie Care-Pakete und damit die Wissenskluft zwischen Wohlstands- und Lagerfeuergesellschaft verringern könnte - auch zu dieser These ließ sich Negroponte hinreißen.
Negroponte liebt steile Thesen. Er sagt: "Wenn das Kind lesen lernen kann, dann kann es durch Lesen auch alles Weitere lernen." Und: Besser sechs Stunden am Tag vor dem Computer sitzen als in der Schule mit 80 Schülern hocken und Auswendiggelerntes herunterbeten. Für das ländliche Äthiopien, für Kabul oder Burma mag das sogar stimmen.
Die Nachricht vom Wunder in Wonchi verbreitete sich schnell im Netz. Die Rettung der Welt, mit einem Tablet. Und Keller konnte sich plötzlich nicht mehr retten vor Anrufen im Auto inmitten des Sturms.
Negropontes Projekt aber blieb nicht ohne Kritiker. Ärgerlich fanden viele, mit welch westlicher Arroganz das Projekt lanciert wurde. Warum sollten afrikanische Kinder weniger begabt sein als westliche, fragte ein Online-Dienst, es seien doch schließlich keine Äffchen.
In der Tat erinnern Negropontes Sätze auf der Konferenz in Cambridge an den Film "Jenseits von Afrika". An die Szene, in der Robert Redford im Busch ein Grammofon vor Paviane stellt. Zum ersten Mal hören die Tiere Musik - und dann gleich von Mozart. Was werden sie tun, weglaufen? Es dauert keine zwei Minuten, bis die Paviane die Platte zerkratzen.
"One Laptop per Child" mag die Welt ein wenig gerechter machen, und Computerhersteller könnten Millionen daran verdienen, aber das Projekt ist nicht neu, und es war auch nicht immer erfolgreich.
Vor sieben Jahren verteilten Negropontes Mitarbeiter bereits die ersten quietschgrünen Klapprechner, besser bekannt als "Hundred-Dollar-Laptops". Für Aufsehen sorgten damals Schulprojekte in Peru, Uruguay und Ruanda. Eines der Probleme dabei war, dass die Schüler bald schneller im Internet surften als ihre Lehrer. Und dass die Lehrer die Computer wegschlossen, mit der Begründung, die Schüler würden sowieso nur darauf herumdaddeln und auf Pornoseiten landen.
Ein anderes Problem: Die XO-1, die mit dem unabhängigen Betriebssystem Linux liefen, waren teurer als versprochen, 188 Dollar pro Stück. Das Ziel, zehn Millionen von ihnen in Umlauf zu bringen, wurde nicht erfüllt, es waren nur drei Millionen, dafür aber in 25 Sprachen in 40 Ländern.
Matt Keller arbeitete damals noch für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen in Rom und fühlte sich unterfordert. Als er zu OLPC stieß, reiste er zuerst durch Afghanistan. Er wollte das US-Militär gewinnen, ein paar Millionen Laptops zu finanzieren, er traf General David Petraeus, den damaligen Befehlshaber der US-Streitkräfte in Afghanistan, der hatte nur zehn Minuten und hörte kaum zu. Dessen Vorgänger General Stanley McChrystal hingegen sei begeistert gewesen, sagt Keller. Einen Tag bevor sie ins Geschäft kommen wollten, trat McChrystal zurück. Keller gab auf.
Diesmal aber, mit den Tablets, muss es gelingen, es ist ein Neuanfang. Inzwischen hat sich die Technik weiterentwickelt, und es geht nicht um Schulkinder, sondern um Analphabeten, und im Netz gesurft wird auch nicht, bisher jedenfalls nicht. Noch kostet ein Tablet etwa 400 Dollar, aber jetzt, da Google das "Nexus 7" auf den Markt gebracht hat, für 199 Dollar, werden die Preise weiter sinken.
Bis das so weit ist, träumt Keller von der Zukunft, für ihn sind Tablets ein Mittel für Frieden und Völkerverständigung. "Stellt euch vor", sagt er, "Emigrantenkinder aus der Bronx bilden sich weiter mit Tablets, und Palästinenser-Kids schreiben sich E-Mails mit Kids aus Tel Aviv."
Keller ist umringt von den Dorfältesten und Großmüttern, die in Tonkaraffen Butter schlagen und den Enkeln die Läuse aus den Locken knipsen. Ihn plagt der Gedanke, dass bald noch mehr Fremde in Wonchi einfallen, Sponsoren, die Presse, er fürchtet, dass Wonchi zum "anthropologischen Disneyland" verkommt.
Aber ist es das nicht längst? Teletubbies im unberührten Hochland von Äthiopien, Kinder, die in den Filmen auf ihren Tablets weiße Gleichaltrige sehen und Sehnsucht bekommen nach Dingen, die sie sich niemals werden leisten können?
Neben Keller in der Hütte steht Mike, sein Assistent. Einmal pro Woche kommt er aus der Hauptstadt Addis Abeba und tauscht die Speicherkarten aus, um die Daten nach Cambridge zu schicken. Dort werten Lern- und Sprachforscher sie aus und sehen, welches Kind welche App nutzt und wie viele Stunden es aktiv ist; im Durchschnitt sechs, am meisten nachts.
Mike ist kein Ferenji, kein Weißer, er ist Äthiopier, 29 Jahre alt, Afro-Bob, coole Jeans, er hat in Helsinki Informatik studiert und in Addis Abeba für eine deutsche Entwicklungsorganisation gearbeitet. Wenn einer beurteilen kann, ob das Wunder von Wonchi wahr ist oder nur eine gute Geschäftsidee, dann er.
Mike sagt, zum ersten Mal in seinem Leben sei er stolz auf seine Arbeit. Er sagt, er habe das Wort Hilfe satt. Er war noch nicht geboren, als Karlheinz Böhm seine Stiftung für Äthiopien gründete. Er war erst ein Jahr alt, als Bob Geldof 1985 im Wembley-Stadion "Do They Know It's Christmas?" sang und mit seinem "Live Aid"-Konzert Millionen für die Opfer der Hungersnot sammelte.
"Äthiopien wurde zu Tode geholfen", sagt Mike. In Addis Abeba könne man das sehen, der Hochburg ostafrikanischer Entwicklungshelfer, die in Geländewagen mit verdunkelten Fenstern herumfahren und Grillpartys feiern in den westlichen Fünf-Sterne-Hotels. Er sagt: "Ihr Weißen habt uns mit Fisch gefüttert - aber ihr habt uns nicht gezeigt, wie man angelt."
Die Sache mit den Tablets aber, die verändere Äthiopien wirklich. Denn niemand bekomme etwas geschenkt. "Sechs Stunden am Tag strengen sich die Wonchi-Kinder an", sagt Mike, "einfach, weil sie Lust darauf haben und stolz sind, wenn sie etwas können. Wir haben nichts gegen Schulen, aber Schulen werden hier im Hochland eben nicht gebaut."
Mike glaubt, dass Äthiopien das Image vom Hungerland überwunden hat. Äthiopien ist eines der am schnellsten wachsenden Länder der Erde. In ein paar Jahren will es den Aufstieg zur Wirtschaftsmacht von Ostafrika schaffen, will als Textilstandort wachsen, sogar selbst Technologie produzieren. Das ist der Grund, warum der Regierung in Addis Abeba so viel an dem Projekt liegt. Der Bildungsminister, so heißt es, kann es kaum erwarten, bis die Testphase vorbei ist und mehr Tablets in sein Land kommen, mit Hilfe von ausländischen Sponsoren natürlich.
Über die Hütten von Wonchi legt sich jetzt der Abendnebel. Keller ist zurück in seinem Fünf-Sterne-Hotel. Die Solarhütte ist abgeschlossen, niemand darf sein Handy aufladen oder Strom abzapfen, so sind die Regeln.
Der achtjährige Kelbessa hütet die Ochsen seines Vaters, er sagt, wenn er groß sei, wolle er in der Stadt leben und mit Computern arbeiten. Er weiß, dass Weiße diese Antwort gern hören. Abebech sagt, sie wolle Lastwagenfahrerin werden. Von Wonchi zum Markt nach Ambo fahren, "mit den Kartoffeln vom Vater". Der steht daneben, skeptisch, aber auch stolz. "Früher wurden Mädchen verheiratet", sagt der Vater, "wir zahlten ihre Mitgift, für die Familie waren sie nichts wert."
Aber wie weit kann Abebech kommen, wenn sie erwachsen ist? Zwei Drittel der 85 Millionen Äthiopier sind unter 25 Jahre. Ambo, die nächste Stadt, ist ein Sammellager für junge, unzufriedene Menschen, die auf der Straße lungern. Sie sind gut ausgebildet, aber sie bekommen keine Jobs, weil es hier einfach keine Jobs gibt.
Wie ein großes, schwarzes Nichts senkt sich nun die Nacht über Wonchi. Das halbe Dorf hockt am Feuer in der Hütte von Abebechs Vater. Es ist wie früher, bevor die Moderne Einzug gehalten hat in Wonchi. Wie im Stall von Betlehem, ein Ochse steht am Feuer, zwei Esel, die Frauen geben ihren Babys die Brust, die Männer erzählen sich Geschichten von Haile Selassie, dem letzten Kaiser von Äthiopien, das Feuer wärmt, es flutet die Hütte mit Licht, langsam brennt es nieder.
Und plötzlich kommen die Kinder heran wie Glühwürmchen. Die Tablets dienen als Taschenlampen, der blaue Schein der Zukunft leuchtet ihnen den Weg.
Und dann ist es, als habe das doch alles einen Sinn: Abebech betritt die Hütte, das ABC-Lied erklingt, die Teletubbie-Stimmchen, aber die Männer scharen sich um das Kind, es erklärt die fremden Buchstaben und zeigt ihnen, wie man sie schreibt. Die Männer staunen und hören ihm zu, einem zehnjährigen Kind, einem Mädchen. Bevor die Weißen nach Wonchi kamen mit ihren komischen Geräten, war so etwas hier undenkbar.
Von Fiona Ehlers

DER SPIEGEL 52/2012
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