31.12.2012

Männerdämmerung

Ist das männliche Geschlecht vom gesellschaftlichen Wandel überfordert? Jungen versagen in der Schule, Männer verlieren ihren Job, Kinder wachsen ohne Vater auf. Gesucht wird der moderne Mann.
In der Ehe der Wenglers ist Katja der Mann und André die Frau. André Wengler arbeitet als Gas-Wasser-Installateur. Seine Frau ist Professorin für Wirtschaftsinformatik. Sie verdient rund doppelt so viel wie er. Er macht dafür mehr im Haushalt.
Paare wie die Wenglers sind, im Jahr 2013 in Deutschland, ungefähr so alltäglich wie Sonnenschein im Hamburger Winter.
André Wengler, 36, kräftig gebaut, mit Polo-Shirt und eckiger Brille, ist keiner dieser Männer, die sich vor klugen, erfolgreichen Frauen fürchten. An Katja, 35, schätze er vor allem "ihre Auffassungsgabe", sagt er, lächelt, deutet auf ihren Kopf, "und was da so alles reinpasst".
Katja Wengler genießt, "dass André für mich da ist", wie sie sagt. "Dass er zum Beispiel sieht, wenn ich Stress bei der Arbeit habe, und dass er mich dann aufmuntert und mir was Nettes kocht."
Für die Wenglers war die Tatsache, dass Katja mehr Geld verdient, nie ein Thema, sagen sie - bis jetzt. Denn jetzt, mit Mitte dreißig, wünschen sie sich Nachwuchs. Und damit stehen sie vor einem Dilemma: Wer steckt dann im Beruf zurück? Die Frau, wie es üblich ist? Oder derjenige, der weniger zum Familieneinkommen beiträgt, wie es wirtschaftlich vernünftig ist?
Wäre Katja tatsächlich der Mann und André die Frau, wäre das Dilemma wohl schnell gelöst. Der Mann verdient das Geld, also konzentriert er sich auf seine Karriere. Die Frau arbeitet, bis ein Kind zur Welt kommt, dann bleibt sie zu Hause und kümmert sich um den Nachwuchs. Vielleicht steigt sie nach einer Weile wieder in ihren Beruf ein, oft in Teilzeit, mit geringerem Gehalt. Das ist in Deutschland noch immer der Normalfall.
Als Katja und André sich kennenlernten, mit 14 und 15 Jahren, beim Tennis in einem kleinen Ort in der ehemaligen DDR, war nicht absehbar, dass es bei ihnen einmal anders sein würde. Sie wurden Tennispartner, Freunde, verliebten sich. André entschied sich für seine Ausbildung, weil er gern unter Menschen und handwerklich geschickt ist. Katja studierte Informatik an der Hochschule Lausitz, promovierte in Mannheim, forschte drei Jahre lang an der Universität von Hertfordshire in Großbritannien. Ihre Liebe überstand die Fernbeziehung.
2011, im Jahr ihrer Heirat, wurde Katja Wengler Professorin in Karlsruhe. Sie wohnen jetzt in einem schicken, hellen Einfamilienhaus in einer baden-württembergischen Kleinstadt. Ohne ihr Gehalt, sagt Katja Wengler, könnten sie sich wohl nur eine Drei-Zimmer-Wohnung leisten.
Die Hausarbeit teilen sie sich, das meiste jedenfalls. "André übernimmt schon mehr als ich", sagt Katja Wengler, "er kocht, dafür hätte ich gar keine Zeit." Sie arbeitet oft auch am Wochenende, seit kurzem ist sie zusätzlich Studiengangsleiterin und Gleichstellungsbeauftragte. Vor einigen Tagen war sie dienstlich in Kuala Lumpur.
Und André Wengler? Er möchte ein moderner Mann sein, einer der zu einer modernen Frau wie Katja passt. Aber was bedeutet das? Wenn das alte Bild des Mannes als Ernährer nicht mehr passt, welches passt dann?
Klug, souverän und erfolgreich sollte ein Mann sein. Zugleich flexibel und umsichtig. Kompromissbereit, verständnisvoll, verantwortungsbewusst. Sein Arbeitgeber erwartet Einsatzbereitschaft und Erreichbarkeit, möglichst rund um die Uhr; seine Frau wünscht sich, dass er Hausarbeit verrichtet, nicht nur kocht, sondern auch Wäsche aufhängt.
Und dann muss er natürlich für seine Kinder da sein, so wie seine Mutter damals für ihn da war. Aber zu weich darf er auch nicht sein, der Mann von heute, auf keinen Fall unmännlich.
Alles klar? Leider nein. Der Mann kommt nicht mit. Er ist verwirrt.
Die Wenglers schieben die Kinderfrage vor sich her. "In meinem Forschungsbereich ist es schwierig auszusteigen und wieder einzusteigen", sagt Katja Wengler. "Man muss präsent sein, Konferenzen besuchen, Fachartikel schreiben. Eine Teilzeitprofessur lässt sich kaum umsetzen."
Ihr Mann starrt auf seine Hände und schweigt. "In meinem Job gibt es keine Teilzeit", sagt er schließlich. "Ich könnte kündigen, etwas anderes bliebe mir nicht."
Die meisten Informatikerinnen, die Katja Wengler kennt, sind Single; die Informatiker nicht, die haben Frauen und Kinder. Die Auswahl an modernen Männern, so scheint es, ist überschaubar.
Eine Kluft tut sich auf zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Klaus Hurrelmann beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Der Soziologe leitet seit zwölf Jahren die "Shell Jugendstudie", die seit 1953 die Werte und das Sozialverhalten junger Deutscher erfasst.
Frauen, sagt Hurrelmann, hätten in den vergangenen Jahrzehnten ihre Geschlechterrolle erweitert. Zu den beiden traditionellen "K" Kinder und Küche sei ein drittes gekommen: der Wunsch nach Karriere. "Über 80 Prozent der jungen Frauen leben heute mit dem Selbstverständnis, erfolgreich einen Beruf ausüben zu wollen", sagt Hurrelmann. Die Frauen verhielten sich zielstrebig, zögen im Bildungssystem an den Männern vorbei. "Bei allen relevanten Abschlüssen kann man das an den Statistiken sehen."
Die jungen Männer jedoch verharrten zu einem großen Teil in einem traditionellen Männerbild. "60 Prozent sehen sich weiterhin in der Rolle des Familienernährers", berichtet Hurrelmann. Sie gingen davon aus, dass sie aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen kaum Zeit für Kinder und Haushalt haben würden.
Jenen 80 Prozent der Frauen, die eine Karriere möchten, stünden nur 40 Prozent der Männer gegenüber, die sich vorstellen können, das zu unterstützen. "Man kann es nicht anders sagen", so Hurrelmann, "das passt nicht zusammen."
Der Forscher erwartet, dass viele Frauen nicht länger bereit sein werden, sich durch dieses Missverhältnis stoppen zu lassen. "Die sagen: Ich habe so viel in Beruf und Karriere investiert, das gebe ich jetzt nicht preis", sagt Hurrelmann. "Die marschieren durch. Egal ob sie den Mann dazu finden oder nicht."
Und wie geht es dann mit den Männern weiter? Was das betrifft, erreichen uns besorgniserregende Botschaften aus Übersee: "The End of Men" heißt ein Buch, das in den USA hitzige Debatten ausgelöst hat und das im Januar auf Deutsch erscheint. Männer hinkten Frauen mittlerweile in fast allen Lebensbereichen hinterher, schreibt die Autorin Hanna Rosin (siehe SPIEGEL-Gespräch Seite 106) - nicht nur in den Schulen und Hochschulen, sondern auch in der Arbeitswelt. Dort machten sich der Bildungsvorsprung und die Flexibilität der Frauen zunehmend bezahlt.
Hart arbeitenden, aufstiegswilligen Frauen, so Rosins Befund, stünden Massen schlechtqualifizierter, unbeweglicher Männer gegenüber. Männer, die auf die Abwanderung traditionell männlicher Jobs mit Schockstarre reagierten. Die sich an alten Rollenbildern festklammerten und von neuen Anforderungen, beruflich und privat, überfordert seien.
Das führe dazu, dass die Geschlechter kaum noch zueinanderfänden, konstatiert Rosin. Glaubt man ihren Recherchen, ist nicht unbedingt der Mann, wohl aber die dauerhafte Paarbeziehung ein Auslaufmodell, nicht unbedingt überall, wohl aber in den unteren Schichten der Gesellschaft.
Die Autorin, verheiratet und Mutter dreier Kinder, untermauert ihre Thesen mit Zahlen wie diesen: Männer machen in den USA nur noch 40 Prozent aller Bachelor- und Master-Abschlüsse und reichten 2010 auch erstmals weniger als die Hälfte aller Doktorarbeiten ein. Waren in den fünfziger Jahren noch 85 Prozent der männlichen Amerikaner im Erwerbsalter beschäftigt, sind es heute weniger als 65 Prozent. Und, besonders erstaunlich: Vor zwei Jahren standen in den USA erstmals mehr Frauen als Männer in Lohn und Brot. In fast 40 Prozent aller amerikanischen Ehen verdient die Frau mehr als der Mann.
Manche Frauen lassen das Heiraten lieber bleiben: Fast jedes zweite Kind wird heute von einer alleinstehenden Frau geboren. Und viele dieser Kinder wachsen ohne Vater auf.
Rosin beschreibt, polemisch überspitzt, eine Entwicklung, die auch Wissenschaftlern wie David Autor Sorge bereitet, einem Arbeitsökonomen vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. "Der Abstieg der Männer zeigt sich in vierfacher Weise", sagt Autor. "Erstens bei ihren schulischen Leistungen, zweitens bei ihrem Abschneiden auf dem Arbeitsmarkt, drittens in der Qualität ihrer Jobs und viertens darin, wie sie mit Arbeitslosigkeit umgehen." In all diesen Punkten diagnostiziert er "eine verblüffende Unfähigkeit der Männer, sich anzupassen".
Es ist nicht leicht, sich Rosins und Autors Argumente unvoreingenommen anzuhören. Wer beherrscht denn bitte Politik und Wirtschaft in den USA, in Deutschland, überall? Wer gewinnt mehr Nobelpreise?
Autor nickt. Alles richtig, aber nicht die ganze Wahrheit. Er rechnet vor: "Bei den Highschool-Abschlüssen sind Frauen mit einem Anteil von 55 Prozent in der Überzahl, an den Hochschulen mit 60 Prozent. Die Einkommen von Männern ohne höhere Bildung sind in den vergangenen drei Jahrzehnten um bis zu 25 Prozent gesunken." Es sei schwierig, die Sprengkraft dieser Entwicklungen zu überschätzen.
Die Wirtschaftskrise von 2008 habe die Situation der Männer verschärft, sagt Autor. Millionen Amerikaner verloren ihre Jobs. Häufig traf es jene mit geringer Bildung. Doch Frauen sei es danach öfter gelungen, sich für bessere Jobs zu qualifizieren. Männer seien tendenziell in schlechtere Jobs abgerutscht - oder in die Arbeitslosigkeit.
Drastisch zeigt sich das dort, wo die Krise am stärksten wirkte. Einer der Brennpunkte, an dem Hanna Rosin ihre These vom Schwächeln des starken Geschlechts bestätigt fand, ist Alexander City in Alabama. Einer der Ersten, dem man dort über den Weg läuft, ist Kenneth Boone, ein Mann, der Traditionen schätzt. Den Weg zu seinem Büro erklärt der Herausgeber der Lokalzeitung von Alexander City so: "Fragen Sie die Leute. Jeder im Ort weiß, wo wir residieren." Vor seinem Verlagshaus weht eine amerikanische Flagge.
Boone, 52, etwas untersetzt, mit schütterem grauem Bart, weiß, wo was hingehört. Zwei Arten von Damen gebe es, erklärt er. Da sind die, die in sein Weltbild passen. Ihnen ist der Artikel gewidmet, der gerade im Hintergebäude für den kommenden Tag gedruckt wird - er behandelt den Schönheitswettbewerb, den die Zeitung nun zum 39. Mal ausrichtet. "Unsere Mädels", sagt Boone, "gelten nicht umsonst als Südstaatenschönheiten. Sie verwenden mehr Zeit darauf, sich hübsch zu machen, als die Frauen in anderen Teilen des Landes."
Und dann gibt es für Boone noch die andere Sorte Frau, zu der gehört Hanna Rosin. Sie hat über den Strukturwandel in Boones Städtchen berichtet. "Wer hat die Hosen an in dieser Wirtschaft?", so betitelte sie ihr Stück darüber in der "New York Times".
Boone kann daran überhaupt nichts witzig finden. "Sie hat sich danebenbenommen", sagt er und zieht den Leitartikel heraus, den er als Antwort auf Rosins Text im "Alexander City Outlook" veröffentlicht hat. "Sie entmannte die Männer und hob die Frauen auf ein Podest", heißt es darin. "Hanna, hab Mumm genug, dich bei den Männern von Alexander City zu entschuldigen."
Wofür genau Rosin sich entschuldigen sollte, kann der Chefredakteur nicht so recht erklären. "Ihre Kernaussage, dass unser Ort sich rasant verändert hat, ist richtig", räumt er ein.
Alexander City ist eine verwelkte Südstaatenschönheit. Auf der Main Street, der örtlichen Vorzeigestraße, steht jedes zweite Geschäft leer. "Wir haben unseren Schwung verloren", sagt Boone. Und das gilt besonders für die Männer des Ortes.
Für deren Wohlergehen sorgte mehr als ein Jahrhundert lang Russell, eine der größten Textilfirmen der USA. Wenn die Menschen in Alexander City ihre Fernseher einschalteten, konnten sie Football-Stars in den Trikots sehen, die sie ein paar Straßen weiter herstellten. Alexander City war eine "Company Town", so wie Wolfsburg oder Leverkusen.
Noch 1996 arbeiteten 7000 Leute in den Russell-Werken, bei einer Einwohnerzahl von 15 000. Kinder kamen im Russell Medical Center zur Welt und besuchten die Russell High School. Wer als Junge mehr Zeit auf dem Sportplatz als in der Bibliothek verbracht hatte, konnte bei Russell dennoch gutes Geld verdienen.
Doch als die Globalisierung voranschritt, entdeckten die Russell-Bosse, dass sich in Mexiko oder Honduras ein Trikot für einen Dollar pro Stück statt für zehn herstellen ließ. Bald arbeiteten nur noch 5000 Menschen in den heimischen Werken, dann 3000, derzeit sind es 750.
Alexander City, der kleine Ort mit der großen Firma, ist bloß noch ein kleiner Ort. Und nun weiß dort niemand mehr so recht, was einen Mann im 21. Jahrhundert zum Mann macht.
Sicherlich, an den Wänden der Bars hängen weiterhin die Fotos muskelbepackter Football-Stars. Das örtliche "Muscle Car Museum" feiert rasante Flitzer mit Testosteron unter der Motorhaube. Im Schaufenster des Fotostudios hängen Bilder, auf denen Blondinen in knappen Kleidchen vor Schimmeln posieren.
Doch wenn es in den Bars und Geschäften ums Bezahlen geht, zücken nun oft Frauen die Geldbörse. Um das Familieneinkommen auszugleichen, arbeiten sie als Verkäuferinnen, Sekretärinnen, Servicekräfte - Jobs, die den meisten Männern von Alexander City nicht männlich genug sind.
Manche Frauen machen aber auch so rasant Karriere, dass Rollenbilder ins Wanken geraten, wie in der Ehe von Charles und Sarah Gettys, beide Mitte fünfzig. 23 Jahre lang arbeitete Charles Gettys bei Russell, er war zuletzt für die Stoffverkäufe in ganz Amerika zuständig. Er verdiente genug, um für seine fünfköpfige Familie ein Haus direkt am See zu bauen.
Sarahs Karriere stand hintenan, wie es sich gehörte, sie kümmerte sich um die Kinder. Doch als der Job ihres Mannes gefährdet schien, startete die gelernte Krankenschwester durch. Zunächst wurde sie Chef-Krankenschwester, mittlerweile leitet sie die Patientenbetreuung im Russell Medical Center. Ihren Terminkalender organisiert eine Sekretärin.
Charles betreibt jetzt ein Baugeschäft, aber eigentlich ist er schlicht ein Handwerker auf Abruf, der mal einen Steg für Bekannte baut, mal eine Scheune. Die "New York Times" hat das Paar für Hanna Rosins Artikel fotografieren lassen, Sarah trägt einen schicken Hosenanzug und schaut in die Kamera, Charles sitzt zusammengesunken auf einem Stuhl, ohne Socken.
"Ich bin im Süden geboren, wo Männer für ihre Frauen sorgen. Nun müssen wir uns plötzlich auf die Frauen verlassen", vertraute er der Autorin Rosin an. Heute will er über ihren Text nicht mehr reden. Schließlich lässt er über seinen Freund Boone ausrichten, viele ihrer Beobachtungen träfen zu. "Aber musste ich auf dem Foto so niedergeschlagen aussehen?"
Hanna Rosin schildert Charles Gettys als Prototypen des Verlierers in einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. In ihren Augen leidet Gettys stellvertretend für den amerikanischen Mann an und für sich.
Es stellt sich die Frage: Wird dieses Schicksal dem deutschen Mann erspart bleiben? Oder wird auch ihm widerfahren, was sein Pendant jenseits des Atlantiks derzeit durchmacht?
Oftmals schon haben sich in Europa gesellschaftliche Trends fortgesetzt, die in Amerika begannen. Kein anderes Land beeinflusst so sehr unsere Kultur und das tägliche Leben. Doch gilt dies auch für das Verhältnis der Geschlechter?
Gewiss, schon der erste Blick auf die Statistik offenbart, dass die Situation in Deutschland anders ist. Frauen, die mehr verdienen als ihre Männer, sind hierzulande vergleichsweise rar. Und schon gar nicht kann davon die Rede sein, dass auf dem deutschen Arbeitsmarkt mehr Frauen als Männer tätig sind.
Knapp jeder fünfte Haushalt in Deutschland wird heute hauptsächlich von einer Frau finanziert. Mehr als die Hälfte dieser Frauen ist alleinerziehend. In den restlichen Fällen springen die Frauen meist ein, weil ihre Männer arbeitslos geworden sind oder zu wenig verdienen. 31 Prozent der Paarhaushalte mit einem weiblichen Familienernährer verfügen über ein Einkommen von maximal 900 Euro pro Monat.
Diese Zahlen bestätigen: Deutschland ist auch im 21. Jahrhundert noch ein Land, das auf das Modell des männlichen Familienernährers ausgerichtet ist. Denn stärker als in den meisten anderen Industrienationen wird dieses Modell von den herrschenden Normen unterstützt: Mit enormen Steuersubventionen zementiert der deutsche Staat die traditionelle Rollenverteilung der Geschlechter; Krankenkassen versichern Ehefrauen, die den Haushalt besorgen, kostenlos mit; das System der Halbtagsschulen setzt voraus, dass sich die Mütter nachmittags um ihre Kinder kümmern können; und auch vom Versprechen, flächendeckend Kita-Plätze anzubieten, ist die Wirklichkeit fast überall noch weit entfernt.
Paare, die nicht wie ihre Eltern oder Großeltern zusammenleben wollen, haben es schwer: Die Arbeitszeiten gerade in bessergestellten Positionen lassen oft nicht mehr viel Zeit für Kinder. Wer zugunsten der Familie zurücksteckt, muss mit einem Karriereknick rechnen. Männer sind dazu selten bereit; viele Frauen scheinen es aber auch nicht mehr zu sein. Die Geburtenzahl hat einen historischen Tiefpunkt erreicht.
Hinzu kommt, dass Deutschland, mehr als Amerika, noch immer ein stark industriell geprägtes Land ist, in dem Männer mit geringer Bildung relativ leicht Arbeit finden können. Das macht es einfacher, an der traditionellen Rollenverteilung festzuhalten. Das amerikanische Beispiel zeigt, dass die Krise des Mannes besonders dort zutage tritt, wo alte Industrien zusammengebrochen sind.
Auch die Vereinigten Staaten sind im Herzen konservativ, doch anders als in Deutschland wird die Rollenverteilung der Geschlechter kaum durch staatliche Subventionen gestützt. In einem Land, in dem Solidarität weniger wichtig ist und Eigenverantwortung das höchste Gut, fällt es vermutlich leichter, alte Rollen abzustreifen. Und wenn Männer ihre Jobs verlieren oder zu wenig zum Leben verdienen, gibt es oft keine andere Wahl.
Die Geschichte von Alexander City mag deshalb eine sehr amerikanische sein - und doch gibt es auch in Deutschland bereits Orte, in denen die Frauen weitgehend auf sich allein gestellt sind, weil die Männer den Anschluss verloren haben. Besonders Ostdeutschland hat eine Zeit radikalen Umbruchs hinter sich - und hier zeigt sich, dass Frauen, ähnlich wie bei der Strukturkrise in den USA, dem Wandel besser gewachsen waren als Männer.
Wanzleben-Börde ist einer jener Orte, an denen sich das Phänomen studieren lässt. "Unsere Männer werden sehr gepflegt", sagt dort Petra Hort, "wir denken zum Beispiel am Herrentag an sie. Gratulationen, ein kleines Geschenk." Der Herrentag ist im Westen als Vatertag bekannt.
Petra Hort ist Bürgermeisterin von Wanzleben-Börde, einer Gemeinde in Sachsen-Anhalt, die aus zehn kleinen Orten besteht. In Horts Büros arbeiten 45 Leute. 6 davon sind Männer. Die Frauenquote liegt bei 87 Prozent.
Die Führungspositionen sind allesamt von Frauen besetzt, nur das Bauamt leitet ein Mann. In Schulen, Kitas und Sportstätten sei die Frauenquote nicht ganz so hoch, sagt Hort: "Manchmal braucht man einfach Männer. Zum Beispiel als Hausmeister."
Mitte der neunziger Jahre lag die Arbeitslosenquote der Frauen in Sachsen-Anhalt fast doppelt so hoch wie diejenige der Männer. Im Jahr 2011 war der Anteil der Männer ohne Arbeit etwas höher als derjenige der Frauen.
Seit der Wende, erzählt die Bürgermeisterin, habe es jedes Jahr eine Ausbildungsstelle gegeben. Stets bewarben sich mehr Mädchen als Jungen. Und stets hatten die Mädchen die besseren Zeugnisse. Die besten Bewerberinnen bekamen die Stellen, viele andere nahmen ihre guten Zeugnisse und zogen weg. Was sollten sie hier, wo es nicht genug Jobs gab? Die ländlichen Regionen in den neuen Bundesländern entvölkerten sich, und es waren mehr Frauen als Männer, die gingen.
Vielerorts übernahmen diejenigen, die blieben, die Macht. Im Osten gibt es besonders viele Bürgermeisterinnen, die meisten in Mecklenburg-Vorpommern.
Auch das ist ein Stück deutscher Realität: Viele Frauen investieren in ihre Bildung, sie strengen sich an für ihr berufliches Fortkommen, fordern eine gesetzliche Quotenregelung. Viele Männer kämpfen dafür, in Fußballstadien Feuerwerkskörper abschießen zu dürfen. Manchmal wirkt es, als hätten sie sich von der Zukunft verabschiedet.
Was bedeutet Männlichkeit in unserer Zeit, in der sich die alten Gewissheiten auflösen?
Der Männerforscher Martin Dinges, 59, sitzt in einer weißen Villa in Stuttgart und zieht ironisch die Brauen hoch. "Den neuen Mann kenne ich schon seit den siebziger Jahren", sagt Dinges, ein ergrauter Herr mit grauem Anzug und grauem Hemd, "später gab es den Softie, und es wurde gestrickt. Ich kann das alles nicht mehr hören."
Tatsächlich verändere sich der deutsche Mann, sagt Dinges, aber er tue es eben langsam. Dinges ist Medizinhistoriker, er beschäftigt sich mit der männlichen Gesundheit, mit der Frage, warum Männer im Schnitt fünf Jahre weniger lang leben als Frauen, und er beschäftigt sich auch, ganz grundsätzlich, mit dem Mannsein.
Um sich mit anderen Experten auszutauschen, hat Dinges Ende der neunziger Jahre den Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung (AIM Gender) gegründet. Alle anderthalb Jahre diskutieren die Wissenschaftler bei einer Tagung Themen wie "Männer und Gefühle", "Männlichkeit und Arbeit" oder "Männer als Täter und als Opfer". Er habe sich über die "feministische Verzerrung" in der Geschlechterforschung geärgert, erklärt Dinges, darüber, dass ständig nur über die Benachteiligung der Frauen diskutiert worden sei.
Schließlich seien es die Männer, die früher stürben - und ein wesentlicher Grund dafür sei ihre Belastung durch die traditionelle Arbeitsteilung. "Noch immer arbeiten 93 Prozent der beschäftigten Männer in Deutschland Vollzeit", sagt Dinges, "und 90 Prozent der Teilzeitarbeitenden sind Frauen."
Und wie definiert der Männerfachmann nun Männlichkeit? "Der Begriff steht für Zuverlässigkeit, Standhaftigkeit, Leistungskraft, Einsatzbereitschaft für andere", sagt Dinges, lehnt sich zurück und lächelt. "Nun können Sie völlig zu Recht einwenden, das sei aber ein sehr positives Männerbild", sagt er. "Aber es geht ja auch darum, wie wir Jungen heute eine positive Identität vermitteln können, die ihnen ihre Verunsicherung etwas nimmt."
Nicht nur Männerforscher wie Dinges sorgen sich derzeit um die seelische Verfassung von Jungen. Wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt, im Februar 2010, gründete Familienministerin Kristina Schröder das Referat 415: "Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer". Jungen würden alleingelassen von der Politik, so begründete sie damals ihr Engagement. Heute sagt sie: "Mir ist wichtig, dass schon Kinder mit dem Bewusstsein aufwachsen, dass es unterschiedliche Möglichkeiten des ,Mannseins' gibt, im Beruf genauso wie in der Familie."
Mit Projekten wie der Initiative "Mehr Männer in Kitas" oder dem Netzwerk "Neue Wege für Jungs" will sich das Familienministerium für "faire Chancen im Lebenslauf für Frauen und Männer" einsetzen. Im Jahr 2012 hat das Referat dafür 2,04 Millionen Euro ausgegeben.
Schröder preist erste, zaghafte Erfolge: Vor zwei Jahren, zu Beginn der Kita-Initiative, seien 2,4 Prozent der Fachkräfte in den Kitas männlich gewesen, exakt 8609. 2011 seien es schon 11 288 gewesen, 2,9 Prozent. "Das klingt immer noch nach sehr wenig, ist es auch", gibt die Familienministerin zu. "Aber immerhin haben wir damit eine Steigerung um rund 20 Prozent."
Im Osten, wo traditionelle Männerjobs dünn gesät sind, scheinen die Bemühungen des Ministeriums allmählich zu fruchten. In Broderstorf, einer kleinen Gemeinde bei Rostock, steht Markus Ludwig vor neun Kindern in Strumpfhosen. Er spielt Gitarre und singt dazu das Lied "Wir sind die drei Männer aus Pfefferkuchenland".
Die Kinder, fünf und sechs Jahre alt, stampfen mit den Füßen. Auf einer flachen Bank am Fenster sitzt Ludwigs Chefin und achtet darauf, dass der Takt stimmt. Markus Ludwig, 32, hat noch nie unter einem Mann gearbeitet.
Es gibt an seinem Arbeitsplatz, anders als in dem Lied über das Pfefferkuchenland, auch kaum Männer. Wenn Ludwig von seinem Job spricht, kann es passieren, dass er "Erzieherin" sagt. "Wenn ich Erzieherinnen sage, meine ich uns alle", erklärt er.
Eigentlich hatte er nach dem Abitur vor, Zweiradmechaniker zu werden, er baute gern an alten Motorrädern herum. Ludwig kommt aus Neubrandenburg im Süden von Mecklenburg-Vorpommern. Seine Kumpel wurden Handwerker oder fingen an zu studieren. Er machte erst mal Zivildienst, in einem Ferienheim für Familien, das von acht Nonnen geleitet wurde. Die Nonnen brauchten einen Hausmeister. Ludwig stellte fest, dass er gut mit Kindern umgehen konnte und kein Problem mit Chefinnen hatte.
So meldete er sich an einer Schule an, die Erzieherinnen ausbildete, 28 Frauen lernten in seinem Jahrgang und 3 weitere Männer. Sein Vater sei ein bisschen enttäuscht gewesen, sagt Ludwig: "Er wollte lieber, dass ich studiere."
Markus Ludwig hat einen Zopf, aber auch einen Kinnbart, an dem die Kinder gern zupfen. Er sagt, dass er nicht allzu viel über Rollenbilder und solche Sachen nachdenke. In seiner Freizeit repariert er weiterhin alte Motorräder.
Nach der Ausbildung fing er in der Krippe des "Kinderlands" an. Weil er das Gefühl hatte, dass es Zeit für eine berufliche Veränderung war, wechselte er im Herbst in den Kindergarten.
Aufstiegschancen, Karrieremöglichkeiten, darum geht es oft in der "Mehr Männer in Kitas"-Initiative des Familienministeriums. In Mecklenburg-Vorpommern organisiert der Verein, bei dem Ludwig angestellt ist, die Kampagne.
Ludwig hat ein Lied für den "Erzieher-Song-Wettbewerb" geschrieben und sich für den "Erzieher-Kalender" fotografieren lassen. Er besucht Schulen und Jobmessen, um Jungen für seinen Beruf zu begeistern. Meistens kommen mehr Mädchen an seinen Stand.
Aber immerhin sind auch etwa ein Drittel der Interessenten Jungs. Oft fragen sie nach Perspektiven und nach dem Geld. Ludwig kann ihnen sagen, dass Erzieher ein krisenfester Job ist, dass man in der Region eine Stelle finden kann. In Mecklenburg-Vorpommern kann man das nicht von vielen Berufen sagen. Das Einstiegsgehalt liegt um 2000 Euro, brutto.
Markus Ludwig sagt, er könne von seinem Gehalt seine Familie ernähren, er hat zwei Söhne, die in seine Kita gehen. Ernähren, viel mehr aber nicht. Seine Frau studiert.
"Vielleicht wird der Beruf ja aufgewertet, wenn ihn auch Männer ergreifen", sagt Sabine Kossow, Ludwigs Chefin. Sie beschäftigt seit kurzem einen zweiten Erzieher, einen 43-jährigen Quereinsteiger, Mathematiker mit Diplom. Bei Kindern und Eltern, sagt sie, kämen die Männer gut an. Sie ist nur ein wenig enttäuscht, dass der Mathematiker handwerklich so gar nicht begabt sei.
Während sich die Politik müht, Männern traditionelle Frauenjobs schmackhaft zu machen, trotz schlechter Bezahlung und geringer Karriereaussichten, sorgen sich bereits die ersten Männer, dass Frauen nun an ihrer letzten noch weitgehend behaupteten Bastion rütteln: den Führungsetagen.
Spätestens seit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen vor knapp zwei Jahren im SPIEGEL "mit Kawumms" die gesetzliche Frauenquote forderte, wie Medien-Managerin Julia Jäkel das formuliert, ist das Thema allgegenwärtig. Die Drohung der Ministerin hat weite Teile des Managements deutscher Unternehmen aus dem Tiefschlaf gerissen. Plötzlich werden selbst dort Frauen befördert, wo es zuvor noch hieß, es gebe leider nicht genügend qualifizierte.
Natürlich starten die Frauen von einem extrem niedrigen Niveau. In den Dax-30-Konzernen sitzen gerade mal 13 Frauen im Vorstand. Um sie herum: gut zehnmal so viele Männer.
Der Wandel an der Spitze vollzieht sich langsam, aber erkennbar. Einer Studie des Personalvermittlers Egon Zehnder International zufolge gingen in den 41 größten deutschen Unternehmen gut 40 Prozent aller im vergangenen Jahr neubesetzten Führungspositionen an Frauen. "Wir spüren den Trend massiv", sagt Brigitte Lammers, Leiterin des Berliner Büros von Egon Zehnder. Headhunter würden derzeit von Unternehmen aus der Dax-Liga bestürmt, Frauen zu vermitteln.
Schon befürchten Karrieremänner, künftig wegen ihres Geschlechts benachteiligt zu werden. Bei einer Umfrage unter Führungskräften in der Chemieindustrie gaben fast 40 Prozent der Frauen an, von den Diversity-Programmen ihrer Firmen zu profitieren. Mehr als die Hälfte der befragten Männer hingegen äußerte die Sorge, ihre Chancen auf Top-Jobs seien mit solchen Programmen geschrumpft.
Aufgescheuchte Manager suchen Hilfe bei Fachleuten. "Männer kommen zu uns und sagen, sie brauchten mehr sogenannte weibliche Tugenden", berichtet der Führungskräfte-Trainer Bernhard Zimmermann, "Sozialkompetenz, Kommunikationsgabe, Empathie."
Vielleicht gäbe es für manchen dieser Männer einen anderen Weg, dieses Ziel zu erreichen: eine neue Form der Partnerschaft, die, ganz nebenbei, womöglich hilft, ein erfülltes Leben zu führen.
Wenn man ein wenig sucht, findet man sie auch in Deutschland - Paare, die sich von gesellschaftlichen Zwängen nicht behindern lassen. Männer und Frauen, die sich gegenseitig stärker und freier machen, weil beide beides können: sich um Kinder und Haushalt kümmern und die Familie ernähren. Wie so ein modernes Leben aussehen kann, zeigt die Geschichte von Gerhard und Kirsten Waidelich, 51 und 40 Jahre alt.
Die Geschichte begann vor zehn Jahren, durchaus traditionell, im Skiurlaub in Grindelwald. Sie arbeitete damals als Gynäkologin in Hamburg, er als Veranstaltungsmanager bei Daimler in Stuttgart. Ein paar Monate lang pendelten sie, dann zog Kirsten zu Gerhard. Sie heirateten, und als die Kinder, zwei Söhne, kamen, wurde Kirsten Waidelich Hausfrau, für dreieinhalb Jahre. Danach nahm sie eine Teilzeitstelle in einer Klinik an.
"Das war die schwierigste Zeit", erinnert sich Waidelich, eine attraktive Frau mit kinnlangem Bob und winzigem Glitzersteinchen auf dem Nasenflügel. Es ist ein nasskalter Winterabend, sie sitzt ihrem Mann gegenüber am Esstisch ihres großen Hauses. "Ich hatte ständig das Gefühl, mich zwischen Familie und Arbeit zu zerteilen", sagt sie. Zwei Jahre lang hielt sie durch. Ihr Mann arbeitete weiter Vollzeit bei Daimler, er verdiente das Geld.
Dann, Ende 2007, wurde Gerhard Waidelichs Bereich, das Veranstaltungsmanagement, verkauft. Er verlor seine Stelle, nach 18 Jahren. Kurzzeitig versuchte er sich als Unternehmer, und er half beim Aufbau eines Indoor-Spielparks mit. Doch er war erschöpft. Die Arbeit fühlte sich auf einmal schwer an.
"Das war der Moment, wo wir gesagt haben: Mensch, lass uns das doch mal anders versuchen", erzählt Gerhard Waidelich, ein durchtrainierter dunkelblonder Mann mit einem offenen, freundlichen Gesicht. Gemeinsam beschlossen sie: Er würde zu Hause bleiben und sich um die Jungs und den Haushalt kümmern. Sie würde so schnell wie möglich ihren Facharzt machen und eine Praxis übernehmen.
Der Plan ging auf. Vor bald zwei Jahren eröffnete Kirsten Waidelich ihre Praxis. "Am Anfang war es komisch, die Jungs weniger zu sehen und weniger Einfluss auf sie zu haben", gesteht sie. "Aber das war nur mein Egoismus. Für sie ist es super, dass ihr Papa zu Hause ist - der hat viel mehr Spaß an Jungsspielen. Auf der Wiese kicken zum Beispiel oder ins Porschemuseum gehen."
Auch den Haushalt, sagt Kirsten Waidelich, habe ihr Mann perfekt organisiert. Er sei nämlich nicht nur Betriebswirt, sondern auch gelernter Koch. Sie lächelt, sichtlich stolz. Der Gepriesene strahlt zurück: "Und ich freue mich zu sehen, dass meine Frau nicht nur eine gute Mutter ist, sondern auch in ihre neue Rolle als Unternehmerin hineinwächst."
Nun, da die Praxis läuft, könnte Gerhard Waidelich allmählich darüber nachdenken, sein nächstes berufliches Projekt anzugehen. Er habe da so eine Idee, sagt er, etwas mit Veranstaltungen und Kochen. Aber es eile nicht: "Ich hätte nie gedacht, dass mir das mit den Kindern so viel Spaß machen würde", sagt er. "Ich fühle mich irgendwie - frei."
Was sind die Nachteile ihres Familienmodells? Darüber müssen die Waidelichs kurz nachdenken. "Na ja", sagt er, "ich bin im Moment natürlich von Kirsten abhängig. Finanziell, auch was Vorsorge angeht. Wenn sie mich verlassen würde ..." Seine Frau ruft dazwischen: "Dafür würden bei einer Trennung die Kinder bestimmt ihm zugesprochen."
Die Waidelichs wirken nicht, als müssten sie sich in absehbarer Zeit mit solchen Fragen herumschlagen. "Ich kann den Männern nur Mut machen", sagt Gerhard Waidelich, bevor er in die Küche geht, um das Abendessen zu servieren.
Von Wiebke Hollersen, Kerstin Kullmann, Gregor Peter Schmitz, Samiha Shafy und Janko Tietz

DER SPIEGEL 1/2013
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