21.01.2013

BUNDESLIGA-GEHÄLTERIm Kohlepott

Nationaltorwart Manuel Neuer war im Januar 2011 der begehrteste Spieler des FC Schalke 04. Im Gehaltsgefüge seines Herzensclubs spiegelte sich die Bedeutung Neuers, der bei der Fußball-WM in Südafrika endgültig zum Weltklassetorwart aufgestiegen war, allerdings nicht wider: Neuer, der kurz darauf zum FC Bayern wechselte, lag in seiner letzten Saison in Gelsenkirchen mit einem jährlichen Festgehalt von 1,2 Millionen Euro teamintern nur auf Rang 13 - gleichauf mit einem Reservisten wie dem französischen Abwehrspieler Nicolas Plestan.
Dies ergibt sich aus einer vertraulichen Aufstellung der Fixgehälter und der sogenannten Punkteinsatzprämien sämtlicher Profis des FC Schalke 04 mit Stand vom 24. Januar 2011, die dem SPIEGEL vorliegt.
Spitzenverdiener bei den Königsblauen war demnach der holländische Stürmer Klaas-Jan Huntelaar mit einem garantierten Jahressalär von 4,8 Millionen Euro. Der spanische Mittelfeldspieler José Manuel Jurado, Zweiter im Ranking, kassierte ein jährliches Festgehalt von 3,96 Millionen Euro, sein Landsmann Raúl kam als Dritter auf ein Grundgehalt von jährlich 3 Millionen Euro.
Im Durchschnitt brachte es ein Schalker Profi vor zwei Jahren auf ein Grundgehalt von etwas mehr als 1 Million Euro - die festen Personalkosten für den 39 Spieler umfassenden Kader betrugen in Gelsenkirchen exakt 39 270 000 Euro. Damit lag der FC Schalke mit den Fixkosten für seine Profis hinter Bayern München in der Bundesliga auf Rang zwei - auf Augenhöhe mit dem VfL Wolfsburg (SPIEGEL 3/2013).
Was aus der Gehaltsliste nicht hervorgeht, sind Handgeldzahlungen für eine Vertragsverlängerung oder einen Wechsel zum FC Schalke, Prämien für Champions-League- oder DFB-Pokalspiele sowie Sonderzahlungen für eine bestimmte Anzahl von Saisonspielen oder das Erreichen von Saisonzielen. Diese Variablen summieren sich pro Spieler leicht auf einen jährlichen Millionenbetrag.
Detailliert aufgeschlüsselt sind hingegen die Punkteinsatzprämien - als leistungsorientierter Gehaltsbestandteil. Auch diese Prämien waren beim FC Schalke 04 vergleichsweise üppig: bis zu 20 000 Euro pro Punkt bei einem Bundesliga-Spiel. Machte 60 000 Euro bei einem Sieg. Drei Spieler kassierten diese Top-Zulage: Torjäger Huntelaar, Abwehrspieler Christoph Metzelder (Grundgehalt: 2,4 Millionen) sowie Mittelfeldmann Ali Karimi (Grundgehalt: 720 000 Euro).
Sechs Spieler hatten eine Erfolgsprämie von 15 000 Euro pro Punkt vereinbart: die Stürmer Raúl, Jefferson Farfán (Grundgehalt: 2,52 Millionen) und Edu (Grundgehalt: 1,32 Millionen), die Mittelfeldspieler Jurado und Peer Kluge (Grundgehalt: 1,2 Millionen) sowie der Verteidiger Christian Pander (Grundgehalt: 1,38 Millionen). Torwart Neuer lag im internen Vergleich auch hier nur auf dem 18. Rang - er kassierte 8500 Euro pro Punkt.
Talente aus dem eigenen Nachwuchs, die auf Schalke Profis werden, müssen sich - wie einst auch Torwart Neuer - offenbar erst mal hinten anstellen. Nur ein Spieler verdiente bei dem Club im Januar 2011 weniger als Julian Draxler. Der hochbegabte Mittelfeldspieler, der gerade seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben hatte, bekam 48 000 Euro Grundgehalt im Jahr - und 4000 Euro pro Punkt.
Peter Peters, Vorstandsmitglied des FC Schalke 04, wollte sich auf Anfrage zum Inhalt der Liste nicht äußern: "Grundsätzlich bestätigen wir keine einzelnen Zahlen zu Gehältern unserer Angestellten." Peters verwies auf den Konzernbericht zum 31. Dezember 2011. Dort beziffert der FC Schalke 04 seine Personalkosten für 2011 auf 99,9 Millionen Euro - für insgesamt 492 Mitarbeiter.

DER SPIEGEL 4/2013
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