28.01.2013

JUSTIZDie Kinder vom Kiesteich

Ein 15-jähriger Schüler tötet einen Frührentner, der ihn offenbar sexuell missbraucht hatte. Das Sozialdrama verrät viel über die Zustände in einer Berliner Hochhaussiedlung.
John S. ist mit seinen 15 Jahren einer der jüngeren Insassen in diesem abgelegenen brandenburgischen Jugendheim, und für manche dort ist er ein Held. Sie muntern ihn auf, wenn er deprimiert in seiner Stube hockt, sie klopfen ihm auf die Schulter, wenn sie ihn auf dem Flur treffen. Respekt, Respekt.
Auch die vielen Briefe, die John S. von Menschen aus ganz Deutschland zugeschickt werden, zeugen von Anerkennung. "Du kannst richtig stolz auf dich sein", schreibt einer, "meine Hochachtung." Und im Internet wird der Junge aus Berlin als Vorbild gefeiert, mehrfach für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. "Bravo John", heißt es da, "ich wollte, ich hätte deinen Mut." Oder: "Ich hätte genauso gehandelt."
Es ist ein Beifall, der gruseln lässt: John S. hat einen Menschen getötet. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor, begangen aus niedrigen Beweggründen.
Was den Fall für viele so einfach macht: Das Opfer, der 55-jährige Harry H., hatte eine Vorliebe für pubertierende Jungs, war wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft. "Kein Mensch, ein Schwein", wie Unterstützer von John S. in einem Internetforum urteilen.
Zumal der Täter kein aggressiver Schläger ist, sondern ein eher schüchterner Junge, still, sensibel. "Er prügelt sich nie", versichert seine Lehrerin, "wenn es Streit gibt, versucht er zu schlichten."
Eigentlich hätten sich Täter und Opfer nie begegnen dürfen. Dass sie sich dennoch trafen, dass am Ende gar die Tötung eines Menschen steht, hat viele Ursachen: überforderte Eltern, verwahrloste Jugendliche, gleichgültige Nachbarn. Hilflose Polizisten, überlastete Betreuer, irrlichternde Gutachter.
Der Schauplatz des Sozialdramas, die Hochhaussiedlung Falkenhagener Feld in Berlin-Spandau, galt beim Erstbezug als luftige Alternative zum bedrückenden Berliner "Milljöh", als Befreiung von stickigen Hinterhöfen ohne Grün und ohne Hoffnung. Rund 45 Jahre später bröckelt der Beton, viele Stahlträger sind verrostet, die Häuser vergammelt. Wer noch die Kraft aufbringt, zieht fort. Geblieben sind die Alten, jeder Fünfte ist über 65 Jahre alt. Neu hinzu kommen vor allem Verlierer: Arbeitslose, die sich nichts Besseres leisten können, Alleinerziehende mit mehreren Kindern, die dort eingewiesen werden, Immigranten aus Osteuropa.
Das Einkaufszentrum am Kiesteich, einst beliebter Treffpunkt vieler Anwohner, bietet einen trostlosen Anblick. Auf den maroden Gehwegplatten mischt sich Müll mit altem Laub und Hundedreck. Viele kleine Geschäfte haben längst zugemacht, der Schuhladen, der Friseur, das Papiergeschäft. Stattdessen gibt es jetzt "Russische Spezialitäten" und einen Ramschladen, das "Kiez-Kaufhaus". Vor dem verbliebenen Supermarkt stehen Männer in Trainingshosen und mit Dosenbier, einer pinkelt an eine Hauswand.
Das Hochhaus gleich gegenüber, die Nummer 54, gilt bei Polizisten und Sozialarbeitern weniger als Adresse denn als Diagnose. Wer hier leben muss, so der Befund, dem kann es nicht gutgehen. Viele Bewohner leben von Stütze oder Gelegenheitsarbeiten, nur wenige haben einen festen Job. Kaum einer kennt den anderen. Eltern mit kleinen Kindern ziehen schnell die Tür hinter sich zu. In den Aufzügen stinkt es, das Treppenhaus ist mit grellen Graffiti übersät. Die am häufigsten gemalte Botschaft lautet "Fuck".
In dieses Haus zieht im Juni 2011 der Frührentner Harry H. ein, er bezieht eine Parterrewohnung für Alleinstehende. Es ist der Beginn einer Tragödie, bei der mehr als ein Leben zerstört wird.
Der neue Mieter, ein gedrungener kleiner Mann, fällt schnell als Störenfried auf. Er drangsaliert seine Mitbewohner mit viel zu lauter Musik, entsorgt Pornohefte im Treppenhaus, pöbelt lautstark herum. "Ein sehr unangenehmer Zeitgenosse", erinnert sich Melanie Lichtenberg, die Tür an Tür mit ihm wohnte. Ihren beiden Töchtern verbietet sie, mit dem Nachbarn auch nur zu reden.
Harry H. hat ein erbärmliches Dasein hinter sich, geprägt von Demütigungen, von sexuellen Verfehlungen, von Knastaufenthalten: aufgewachsen zur DDR-Zeit in Dresden, in zerrütteten Familienverhältnissen, der Vater trinkt und prügelt. Mit 6 Jahren kommt Harry in ein Heim, bleibt dort, bis er 16 ist.
Schon als Kind wird er wegen eines angeborenen Sprachfehlers gehänselt, der Spott begleitet ihn bis ins Erwachsenenalter. Er gilt als lernbehindert, wird auf eine Sonderschule geschickt, Mediziner attestieren ihm eine hirnorganische Schädigung. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Hilfsarbeiten, spült Gläser in Gaststätten, fegt Backstuben aus.
Als Jugendlicher wird er von einem älteren Mann sexuell missbraucht - da ist er in der Pubertät, wie die Kinder aus der Nachbarschaft, mit denen er nach seinem Einzug ins Haus 54 eine ungute Art von Freundschaft schließt. Die Verbindung birgt von Anfang an Unheil.
Bereits der Beginn ist auffällig. Vom Parterrefenster aus und vor aller Augen macht Harry H. vorbeikommenden Halbwüchsigen Angebote, denen sie kaum widerstehen können: "Kommt rein, ich hab meine Playstation schon angemacht, ich hab neue Filme gekauft, es gibt auch was zu trinken." Drinnen spendiert er Wodka und Tabak, zum Knabbern ist auch etwas da, die Verstärker dürfen aufgedreht werden bis zum Anschlag.
Die Verlockungen in Haus 54 sprechen sich schnell herum. Schon bald bekommt Harry H. täglich Besuch von Jugendlichen aus den Häusern ringsum, die jüngsten sind 12 oder 13, die ältesten 15 oder 16 Jahre alt. Noch Schüler allesamt, einige hatten bereits Ärger mit der Polizei, andere sind geprägt vom Umgang mit arbeitslosen Vätern, die verbittert vor der Glotze hocken, im Frust schon mal zuschlagen, sie sind gewohnt an alkoholkranke Mütter, die mit der Erziehung überfordert und froh sind, wenn ihr Nachwuchs unterwegs ist, keine Ansprüche stellt.
Die meisten sind Jungs, selten kommen auch ein paar Mädchen. Alle haben viel Zeit und kaum Geld, gieren nach Abwechslung und Spannung, die es in der Siedlung nicht gibt. Sie stören sich nicht am verheerenden Zustand von H.s Apartment, lassen sich nicht abschrecken vom Gestank, vom Dreck auf dem Fußboden, den Kippen in den Kaffeetassen, den grau verfärbten Tapeten, dem versifften Badezimmer. Sie ignorieren auch das Äußere ihres Gastgebers, seine verschmutzte Kleidung, die strähnigen, ungewaschenen Haare, die schwarzen Zahnstummel in seinem Mund. Was zählt, sind seine Vorräte und sein Geld.
Wer einen Neuankömmling mitbringt, bekommt von H. fünf Euro, auch deshalb geht es im Parterre von Haus 54 zu wie in einem Taubenschlag, oft drängen sich 15, 16 Halbwüchsige in der engen Wohnung. Geballer von Computerspielen, Gebrülle übermütiger Kids und Gewummer von Elektrobässen schallt oft bis auf die Straße. Spätestens jetzt wissen auch alle Erwachsenen im Viertel, dass die Wohnung des alleinstehenden Mannes als Ersatz für das fehlende Jugendzentrum dient. Doch es geschieht so gut wie nichts.
Wenn doch einmal ein genervter Anwohner die Polizei alarmiert, verstecken sich die Jungs im Treppenhaus, bis die Beamten nach erfolgloser Visite im Apartment wieder abziehen.
Harry H., der nie erwachsene Freunde hatte, genießt die Gesellschaft so vieler Halbwüchsiger, fühlt sich wichtig und ernst genommen. Er nimmt klaglos hin, wenn sich seine Gäste über ihn amüsieren, seinen Sprachfehler nachäffen, ihn mit Cola nass spritzen, hinter seinem Rücken Faxen machen, ihn auch manchmal schlagen. "Er hat sich nie gewehrt", berichtet ein regelmäßiger Besucher.
Der schlaksige Pascal ist manchmal mit dabei, Danny und Sascha sowieso. Auch Dustin mit dem Irokesenschnitt, der gern mal die Schule schwänzt, will nicht abseitsstehen. Florian, gerade 15, aber schon mit vielen Tricks von der Straße vertraut, gehört ebenfalls zu den Stammgästen. Und John S.
Der ist anders als die anderen. Sprachgewandter, interessierter, sensibler. Schreibt schon als Zehnjähriger Gedichte, zeichnet, lernt Gitarre spielen, liest im Gegensatz zu seinen Kumpanen gern Bücher. Ist noch klein für seine 15 Jahre, ein schmächtiger Junge mit dunklen Haaren und feinen Gesichtszügen. "Er hatte vor jedem Angst", sagt Florian, die Kumpels hätten ihn als Weichei verspottet, als "Pussy". Nur seine hübschen Freundinnen, um die hätten sie ihn beneidet.
Die Mutter, schwer drogensüchtig, musste John früh in ein Heim abgeben, den Freunden aus der Clique erzählt er, sie sei tot. Die Zuwendung des Vaters, bei dem er seit ein paar Jahren wohnt, muss er sich mit einer Lebensgefährtin, drei Hunden, sechs Katzen, zwei Frettchen, zwei afrikanischen Weißbauchigeln und mehreren Molchen teilen. Weil er Schwierigkeiten hat, Gefühle wie Freude oder Trauer zu zeigen, nur schwer ausdrücken kann, was er wirklich will, lebt er zeitweise in einer Jugendpsychiatrie.
Bald schon hat Harry H. auf den hübschen Jungen, der ihm einmal Tabak geklaut hat, ein Auge geworfen. Er lädt ihn häufig zu kleinen Fläschchen Likör oder Schnaps ein, pumpt ihm hin und wieder ein paar Euro, bietet ihm die Möglichkeit zu übernachten an. Und spielt ihm, wie anderen auch, DVDs mit Pornofilmen vor, um ihn sexuell zu stimulieren.
John S. weiß, dass der aus seiner Sicht unsagbar alte Mann auf Jungs steht. Er weiß jedoch auch, dass H. sich nicht viel mehr traut, als seinen Gästen gelegentlich an die Beine zu fassen. Oder ungeschickt versucht, Besuchern die Hosen herunterzuziehen, was aber lässig abgewehrt werden kann. Zumal stets mehrere Jugendliche gleichzeitig vor Ort sind.
Was der Schüler nicht weiß: Harry H., der sich über die Folgen seiner Neigung für andere wohl nie Rechenschaft ablegte, fiel früh auf. Als er 18 Jahre alt ist, wird gegen ihn erstmals wegen sexueller Nötigung ermittelt, weitere Verfahren folgen. Im Jahr 2002, da ist er 45 Jahre alt, verurteilt ihn das Landgericht Dresden wegen schweren sexuellen Missbrauchs von sechs Jungen und einem Mädchen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sieben Monaten.
Ein Gutachter attestiert ihm hirnorganische Störungen, womöglich ausgelöst in der frühen Kindheit. Zur Anordnung von Sicherungsverwahrung kommt es nicht, dazu gelten die Übergriffe als nicht schwer genug. Nach Verbüßung seiner Strafe wird H. jedoch unter Führungsaufsicht gestellt, bekommt zur Auflage, mindestens fünf Jahre lang jeglichen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu meiden, zum Schutz möglicher Opfer und zum Schutz vor sich selbst.
H. siedelt nach Berlin um, Verwandte hat er nicht. "Ein Einzelgänger, völlig isoliert, offenbar psychisch krank", berichtet Jeffrey Loehrke von der Spandauer Obdachlosenunterkunft "Herberge zur Heimat", wo H. bis Mitte 2011 lebt.
Der Umzug vom Heim in die Hochhaussiedlung fällt fast mit dem Ende der Kontaktsperre zusammen. H. kann jetzt wieder ungestraft Beziehungen zu Minderjährigen knüpfen, eine Kontrolle gibt es nicht mehr.
Der vom Amtsgericht eingesetzte Betreuer soll nur dafür sorgen, dass H. sein Geld nicht schon zu Monatsbeginn hinauswirft, keine teuren Verträge abschließt, dass seine Wohnung nicht total vermüllt.
Der Betreuer erlebt H. als einsamen Menschen, der sich Zuneigung und Beachtung zu kaufen versucht. Und der vehement bestreitet, dass sein unübersehbarer Umgang mit den pubertierenden Kindern vom Kiesteich sexuelle Motive hat.
Als Beweis dient H. ein Gerichtsverfahren Ende 2011, in dem er vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen wird. Die Jugendlichen, die ihn als Belastungszeugen überführen sollten, hatten sich in Widersprüche verstrickt, hatten womöglich auch kein Interesse, ihren Gönner in den Knast zu bringen. Seine Haftentschädigung - er saß eine Weile in U-Haft - spendiert H. für eine fröhliche Feier mit den jugendlichen Freunden.
Für Verwirrung in diesem Prozess sorgte auch ein medizinisches Gutachten. Eine Ärztin fand bei H. trotz dessen Vorstrafen "keine Hinweise" für Homophilie und für sexuelles Interesse an minderjährigen Jungs, sprach sich gegen eine Unterbringung aus, stützte sich dabei auf H.s Angaben. H. hatte ihr erzählt, sein erotisches Interesse gelte ausschließlich Frauen, er habe schon viele weibliche Bekannte gehabt, zuletzt eine Russin. In Begleitung einer Freundin hat ihn aber in der Siedlung nie jemand gesehen.
Warum John S. an einem Sommertag Harry H. allein in dessen Apartment aufsuchte, bleibt wohl unklar für immer. Wollte er sich wirklich nur für den Tabakdiebstahl entschuldigen, wie er später bei der Polizei aussagte? Oder versuchte er, sich Geld zu leihen? Handelte es sich um eine Mutprobe?
Der 15-Jährige gab zu, dass es bei dieser Gelegenheit zwischen ihm und Harry H. zu sexuellen Handlungen kam. Einzelheiten gab er nicht preis. Doch wieso konnte es überhaupt so weit kommen? Flößte H. seinem Gast mehr Alkohol ein, als der vertragen konnte? Wendete er Gewalt an? Konnte John S. seinen Widerwillen nicht deutlich machen? War es wirklich das erste Mal, passierte nicht schon früher etwas?
Die Fragen sind bislang alle unbeantwortet geblieben, denn auch dieses Strafverfahren, ausgelöst durch einen zufällig auftauchenden Zeugen, endete ergebnislos, wurde schnell eingestellt. Grund: John, der sich schrecklich schämte, zog seine Aussage zurück, behauptete plötzlich, es sei nur ans Knie gefasst worden.
In Wahrheit hat John S. die Vorgänge in H.s Apartment wohl nie verarbeitet. Er versucht zwar, die Erinnerung beiseitezuschieben, die Schmach, die er in seinen Augen erlitten hat, einfach zu vergessen. Er geht zur Schule wie immer, führt die Hunde aus, trifft sich weiterhin mit seinen Freunden. Schaut sogar an Halloween mit einem Kumpel bei Harry H. vorbei, der eine große Party schmeißt, Wodka spendiert und so tut, als wäre nichts geschehen.
Einen Tag später, am 1. November 2012, funktioniert jedoch kein Verdrängen mehr. John S. will den 40 Jahre älteren Mann wegen der Sexualkontakte zur Rede stellen, vielleicht auch angreifen. Beim Anblick von H. und dessen vermülltem Apartment gerät er jedenfalls in nie gekannte Wut. "Da wusste ich, er muss sterben", berichtet er hinterher in seltener Offenheit der Mordkommission. Und schildert minutiös, wie er Harry H. tötete.
Er stürzt in die Küche, holt ein Messer, geht auf den Mann los, stößt ihm das Messer in die Brust, zweimal. Harry H. hebt abwehrend die Arme, dreht sich um, läuft in Richtung Parterrefenster. "Da hab ich noch mal zugestochen", erklärt John S., diesmal mit einem noch größeren Messer.
H. schafft es noch, das Fenster zu öffnen und hinauszuspringen, er bleibt auf dem Rasen vor seiner Wohnung liegen. Ein Mitbewohner, der ihn kurz darauf findet, versucht, ihn wiederzubeleben, vergebens. Der letzte Stich in den Rücken hat einen Lungenflügel getroffen, H. verblutet innerhalb weniger Minuten.
John S. rennt aus der Wohnung ins Treppenhaus, wo ihn Polizisten aufspüren. Er hebt die Arme über den Kopf und fragt: "Darf ich gestehen?" An seinen Händen und seinen Kleidern finden die Beamten viele Blutspuren des Opfers.
Aufgrund des Geständnisses hat die Berliner Staatsanwaltschaft den Jugendlichen wegen Mordes angeklagt, die Höchststrafe beträgt in seinem Fall zehn Jahre. Laut einem Gutachten ist er schuldfähig.
"Es geht um einen Racheakt", sagt Oberstaatsanwalt Martin Steltner, damit hätte John S. aus einem niedrigen Beweggrund gehandelt. Der Ermittler glaubt, dass der Junge eine längere sexuelle Beziehung zu seinem Opfer hatte, als er zugibt.
"John handelte im Affekt", behauptet dagegen die Verteidigerin, "als er den Mann vor sich sah, drehte er durch." Ihr Mandant könne höchstens wegen Totschlags belangt werden.
Dem 15-Jährigen wird erst langsam bewusst, was er getan hat. "Er grübelt den ganzen Tag, quält sich mit Selbstvorwürfen", berichtet sein Vater, der ihn so oft wie möglich aufsucht.
Die Briefe mit dem Lob und den Glückwünschen hat John S. größtenteils weggeworfen. Er fühlt sich nicht als Rächer, der einen Kinderverderber zur Strecke gebracht hat. Ständig müsse er an den blutenden Mann denken, sagt er, an die Hilfeschreie, an die Stille danach. "Ich krieg die Bilder nicht aus dem Kopf", klagte er seinem Vater, "ich träum fast jede Nacht davon."
An der Wohnungstür von Harry H.s ehemaligem Apartment klebt inzwischen ein neuer Name.
Von Bruno Schrep

DER SPIEGEL 5/2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.


DER SPIEGEL 5/2013
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

JUSTIZ:
Die Kinder vom Kiesteich

Video 01:24

Gezeitenflut am Qiantang-Fluss Die perfekte, gefährliche Welle

  • Video "Gezeitenflut am Qiantang-Fluss: Die perfekte, gefährliche Welle" Video 01:24
    Gezeitenflut am Qiantang-Fluss: Die perfekte, gefährliche Welle
  • Video "Fast: Gigantisches Radioteleskop in Betrieb" Video 00:53
    "Fast": Gigantisches Radioteleskop in Betrieb
  • Video "Marinevideos veröffentlicht: Öltanker in Flammen" Video 00:52
    Marinevideos veröffentlicht: Öltanker in Flammen
  • Video "Royals in Kanada: Prinz George stiehlt allen die Show" Video 01:04
    Royals in Kanada: Prinz George stiehlt allen die Show
  • Video "Tödliche Schüsse in Charlotte: Polizei veröffentlicht Videoaufnahmen" Video 00:58
    Tödliche Schüsse in Charlotte: Polizei veröffentlicht Videoaufnahmen
  • Video "Premierentor für Midtjylland: Ein typischer van der Vaart" Video 00:53
    Premierentor für Midtjylland: Ein typischer van der Vaart
  • Video "Video zu Legal Highs: Psychotrips aus der Chemie-Küche" Video 03:29
    Video zu "Legal Highs": Psychotrips aus der Chemie-Küche
  • Video "Video zu BrangeliNumbers: Hollywoods Powerpaar in Zahlen" Video 00:55
    Video zu BrangeliNumbers: Hollywoods Powerpaar in Zahlen
  • Video "Webvideos der Woche: Beinahe-Katastrophen und sportliche Buckelwale" Video 03:41
    Webvideos der Woche: Beinahe-Katastrophen und sportliche Buckelwale
  • Video "Cybersec: Angriff auf ein Smart-Home" Video 01:50
    Cybersec: Angriff auf ein Smart-Home
  • Video "Fahrrad fährt 144 km/h: Auf dem Highway ist die Hülle los" Video 01:24
    Fahrrad fährt 144 km/h: Auf dem Highway ist die Hülle los
  • Video "Tödliche Polizeischüsse in Charlotte: Nicht schießen, nicht schießen. Er hat keine Waffe" Video 01:24
    Tödliche Polizeischüsse in Charlotte: "Nicht schießen, nicht schießen. Er hat keine Waffe"
  • Video "Nobelpreis für VW: Wer den Schaden hat..." Video 00:59
    "Nobelpreis" für VW: Wer den Schaden hat...
  • Video "Wütende Wahlkämpfer in Georgien: Politiker prügeln sich in TV-Debatte" Video 01:36
    Wütende Wahlkämpfer in Georgien: Politiker prügeln sich in TV-Debatte
  • Video "Griechenland: Kampfhubschrauber-Absturz vor der Küste" Video 00:53
    Griechenland: Kampfhubschrauber-Absturz vor der Küste