Die Europäische Kommission will dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen - das zumindest behauptet sie. Ziel ist es, den Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr deutlich zu verringern. Deshalb sollen mehr Ladestationen und ein einheitlicher Stecker in Europa eingeführt werden. An anderer Stelle aber behindert die Kommission das Projekt. Im Entwurf für neue Abgasvorschriften von 2015 bis 2020 fordert sie, dass Autohersteller die CO2-Emissionen durchschnittlich auf 95 Gramm pro Kilometer senken, was einem Verbrauch von 4,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer entspricht. Beim Berechnen des Durchschnitts sollen die Hersteller ihre Elektroautos, die kein CO2 emittieren, etwas stärker berücksichtigen dürfen. Diese können mit dem Faktor 1,3 multipliziert werden. Viel zu wenig, kritisieren die deutschen Hersteller. In den USA dürfen Elektroautos beim Berechnen des Flottenverbrauchs ab 2016 doppelt berücksichtigt werden. Wenn die EU die Elektro-Mobilität voranbringen wolle, müsste sie den Herstellern vergleichbare "Super-Credits" gewähren, wie die Multiplikatoren in der Branche heißen. Im Gegensatz zu Kaufprämien von mehreren Tausend Euro, mit denen einzelne Länder den Absatz von Elektroautos unterstützen, würde dies den Steuerzahler kein Geld kosten.
DER SPIEGEL 5/2013
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