26.08.1996

Daten im Dunkelfeld

Sigmund Freud, der Entdecker des Unbewußten in jedermanns Seele und nebenbei Vater von sechs Kindern, war sich seiner Sache sicher: "Das Kind ist der meisten psychischen Leistungen des Liebeslebens - der Zärtlichkeit, der Hingebung, der Eifersucht - lange vor erreichter Pubertät fähig."
Ob man aber das kindliche "Interesse für diese Dinge vorzeitig wecken" solle oder ob es sich empfehle, den Geschlechtstrieb durch "Verhehlung" überhaupt "zurückzuhalten, bis zur Zeit, da er in die ihm von der bürgerlichen Gesellschaftsordnung allein geöffneten Bahnen einlenken kann", ob man also "die Tatsachen und Rätsel des Geschlechtslebens" erst nach der Pubertät thematisieren solle - das blieb dem Erfinder der Psychoanalyse ein Rätsel mit drei Siegeln.
Nervenarzt Freud, privat ein Mann bürgerlichen Lebenszuschnitts, billigte Kindern nur "Autoerotismus" zu, mißbilligte jedoch jedes aktive sexuelle Interesse von Erwachsenen an Kindern, insonderheit die körperliche Liebe zwischen den einen und den anderen: Freud hielt "Pädophilie" für ein krankhaftes Verbrechen.
Diese Beurteilung wird von der großen Mehrheit der Bevölkerung in allen europäischen und amerikanischen Staaten geteilt. "Unzucht mit Kindern" heißen die einschlägigen Straftatbestände, und die angedrohten Sanktionen für erwachsene Täter reichen bis zu lebenslänglicher Haft. Kirchen und Philosophen definieren die sexuelle Grenzziehung, Schulen und Eltern sichern sie, Justiz und Psychiatrie sorgen für Sanktionen - und dennoch: Pädophilie gibt es immer wieder. Oder gar: immer öfter?
Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Ob die Zahl der sexuell mißbrauchten Kinder in Deutschland steigt, ob sie gleich bleibt oder sogar fällt, das ist alles Ansichtssache. Verläßliche Daten fehlen. Pädophilie hat eine Dunkelziffer, deren Größe niemand kennt. Wie groß das "Dunkelfeld" der einschlägigen Straftat ist - wie viele Delikte also nicht erkannt und nicht angezeigt werden und deshalb in keiner Statistik auftauchen -, ist seit Jahren Gegenstand heftiger Dispute. Dabei werden extreme Positionen vertreten.
Die Zahl der wegen pädophiler Taten Verurteilten ist vergleichsweise gering. Im Jahr 1994, dem letzten, für das eine Verurteiltenstatistik vorliegt, wurden insgesamt 2006 Personen rechtskräftig verurteilt, darunter 99 Prozent Männer. Die Zahl der bei der Polizei erstatteten einschlägigen Anzeigen im selben Jahr war schon beträchtlich größer: 15 096 für ganz Deutschland.
In Relation zu den 12 Millionen Kindern, die in Deutschland leben, ist das immer noch eine vergleichsweise winzige Zahl - betroffen wären demnach pro Jahr 0,017 Prozent (Verurteilungen wegen Kindesmißbrauchs) oder 0,126 Prozent (Anzeigen) der Kinder.
Es liegt im Wesen jeder Dunkelziffer, daß es über ihre Größe nur Spekulationen geben kann - beim Thema Pädophilie ist der Dissens besonders auffällig. 1983 vermutete das Bundeskriminalamt, die Dunkelziffer liege sechs- bis achtmal so hoch wie die Zahl der gemeldeten Fälle. Zwei Jahre später verlautbarte das gleiche Amt, die Hell-/Dunkelfeld-Relation betrage nun 1 : 8 bis 1 : 15. Die baden-württembergische Landesregierung hat die Schätzung inzwischen auf 1 : 20 korrigiert. Als Rita Süssmuth noch Bundesgesundheitsministerin war, schätzte ihr Ministerium, es würden in (West-)Deutschland "bis zu 300 000 Kinder im Jahr" sexuell mißbraucht, das entspräche einer Dunkelziffer von 1 : 200.
In den letzten zehn Jahren haben sich überall Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen gegen den sexuellen Mißbrauch konstituiert. Deren Vermutungen über das Ausmaß dieses heimlichen Verbrechens gehen noch weiter: Die Hälfte aller deutschen Mädchen, heißt es dort, würde sexuell mißbraucht.
Alle diese "Zahlen sind Fiktion", urteilt die Berliner Pädagogin und Publizistin Katharina Rutschky, die über den Kindesmißbrauch und die "erregte Aufklärung" ein Buch geschrieben hat. Die gigantischen Schätzungen sollen, meint Frau Rutschky, die Gesellschaft "anfällig machen für eine ganz und gar phantastische Welt, in der die Sexualität der Feind Nummer eins im Leben der Kinder (und Frauen) ist". Hinter der neu entfachten Debatte über sexuelle Gewalt vermutet Katharina Rutschky radikale Feministinnen.
Der Streit ist nicht zu entscheiden. Den Sexualwissenschaftlern fehlen verläßliche Untersuchungen über Ausmaß und Modus der Liebe mit Kindern; außerdem ist die Zunft traditionell über jedes Thema tief zerstritten. Als sicher kann nur gelten, daß es Pädophilie in vielen Spielarten seit Jahrtausenden gibt.
Die alten Griechen praktizierten staatsgefällig und in großem Stil die Knabenliebe, "Päderastie" genannt. Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche, er blieb ledig, schwärmte zweieinhalb Jahrtausende später: "Wahrscheinlich sind junge Leute niemals wieder so aufmerksam, so liebevoll, so durchaus in jeder Hinsicht auf ihr Bestes (virtus) behandelt worden wie im 6. und 5. Jahrhundert - also gemäß dem schönen Spruch Hölderlins ,Denn liebend gibt der Sterbliche vom Besten.''"
Bei den Naturvölkern Polynesiens soll es eine "institutionalisierte Päderastie" gegeben haben, deren Sinn die Zuführung von Sperma gewesen sei. Erst der männliche Samen mache aus dem Knaben einen Krieger, hoffte man.
Von Mythen und Märchen umkränzt sind auch die modernen Begründungen, mit denen ältere Päderasten ihr Tun rechtfertigen. Dem Bremer Soziologieprofessor Rüdiger Lautmann, der über die "Phänomenologie sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern" geforscht hat, weil er den "Pädophilen helfen" will, ist aufgefallen, daß die befragten Männer "das Lebendige an den Kindern hervorheben. Das Unverbildete. Das noch nicht Kanalisierte. Auch das Abenteuerhafte". Für "echte Pädophile", meint der Professor, komme "das Sexuelle eigentlich erst in zweiter Linie". Aber kommen tut es ihnen dann doch.
Für den Frankfurter Sexualwissenschaftler Martin Dannecker ist genau an diesem Punkt die "Grenze zum sexuellen Mißbrauch überschritten" - wenn nämlich die "von dem Erwachsenen gespürte Lust und sexuelle Erregung in eine sexuelle Aktion transformiert wird". Es gebe ein allgemein respektiertes "Tabu der Minderjährigkeit", das besagt, "daß es in sexueller Hinsicht bedeutsame und zu respektierende Differenzen zwischen Kindern und Erwachsenen gibt".
Das Tabu ist nicht sehr scharf markiert, weil die biologische Reife eines älteren Kindes mit den gesetzlichen Schranken selten nahtlos übereinstimmt. Jede Person unter 14 Jahren gilt als Kind. Die Strafrechtsparagraphen zum "Schutz der sexuellen Selbstbestimmung" definieren jede sexuelle Handlung an, mit oder vor einem Kind als "sexuellen Mißbrauch".
"Wenn Kinder also Sexualität untereinander erleben", klagt das "Handbuch der Sexualität", "sind sie nach der Definition des Strafrechts zugleich Täter und Opfer."
Kuriose Folgen sind möglich, zumindest theoretisch: Koitiert ein 13jähriger Junge mit einem 14jährigen Mädchen, so ist der Junge Opfer, das Mädchen Täterin. Ein Jahr später, der Junge ist nun 14 Jahre und damit strafmündig, das Mädchen 15 Jahre und noch innerhalb der weiblichen Schutzaltersgrenze, die es vor dem Koitus bewahren soll, kann der Junge auf Antrag als Täter verfolgt werden, das Mädchen ist dann das Opfer.
Die Neigung der Justiz, solche kindlichen Liebeleien zu bestrafen, ist äußerst gering. Über den seelischen Schaden, der beim frühen Tête-àtête angerichtet wird, gehen die Meinungen der Experten auseinander.
Von den literarischen und künstlerischen Fürsprechern der Pädophilie mal abgesehen, sind sich die medizinischen und psychologischen Sachkenner des sexuellen Mißbrauchs über die negativen Auswirkungen der erwachsenen "Lust am Kind" durchaus einig. Schwere und Dauer des Schadens sind dabei von vielen Fakten abhängig. Die wichtigsten sind das Alter des Kindes, die Art des Mißbrauchs und seine Häufigkeit sowie die Persönlichkeit des Täters. "Anatomische Puppen" sollen helfen, die Mißbrauchssituation bei Befragungen und in der Psycho-Praxis nachzustellen.
Die weitaus meisten Täter sind Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren. Der "Frühreife" und der "Lustgreis" spielen keine große Rolle mehr. Variabel sind die Aktivitäten, sie reichen vom Exhibitionismus bis zur Vergewaltigung, im schlimmsten Fall bis zum Sexualmord.
Exhibitionisten, im Polizeijargon "GeVauZett" (für "Gliedvorzeiger") genannt, werden von coolen Berliner Gören schon mal durch den Zuruf "Ist der aber klein!" demoralisiert. Eine Gefahr des abweichenden Sexualverhaltens liegt darin, daß der Triebgestörte sich nicht immer und für alle Zeiten zuverlässig steuern kann - aus dem Exhibitionisten kann, über Nacht, ein Mörder werden.
Männer, die sich kleinen Mädchen nähern, lassen sich in drei Gruppen einteilen: Jeder dritte ist ein "genuiner" Pädophiler - er zieht das Kind als Sexualpartnerin auch dann vor, wenn eine attraktive Frau im Bett nebenan liegt. Die zweite Tätergruppe umfaßt die "Nebenstrom"-Pädophilen - die nehmen, was sie kriegen können, bei Gelegenheit auch ein Kind. Für das letzte Drittel der Täter ist das Kind nur ein "Ersatzpartner" - es fehlt eine erwachsene Frau, oft deshalb, weil der Mann "grenzdebil" ist, also leicht schwachsinnig.
Die meisten Täter suchen sich ihre Opfer aus dem "sozialen Nahbereich". Fremde sind in weniger als 20 Prozent die Täter. Bekannte der Familie, Nachbarn, Stiefväter und Freunde der Mutter sind es am häufigsten. Leibliche Väter spielen, entgegen weitverbreiteter Ansicht, eine eher marginale Rolle. Sie nähern sich ihren Töchtern nicht häufiger als deren leibliche Brüder, sofern die mehr als sechs Jahre älter sind.
Der sexuelle Mißbrauch innerhalb der Familie ist, weil er die meiste Aufmerksamkeit erregt, am genauesten erforscht. Zu Recht am gefürchtetsten ist der tyrannische Vater, oft ein sozial randständiger Mann, der trinkt und es notfalls auch mit einem Haustier treiben würde.
Zum Inzest disponiert auch der Rollentausch innerhalb der Familie: Wenn die heranwachsende, patente Tochter die Rolle der kränkelnden oder vital schwachen Mutter übernimmt, einkauft und den Haushalt führt, dann gerät sie womöglich auch im Bett an (Stief-)Vaters Seite.
Oft besteht der primäre Reiz für den Täter in der Kindlichkeit seines Opfers. Die homosexuellen Päderasten verlieren das Interesse an ihrem kindlichen Sexualpartner, sobald der in die Pubertät kommt. Das ist, sagt Sexualwissenschaftler Dannecker, das "vorgegebene Ende". Das "pädosexuelle Verlangen" mache sich "auf die Suche nach einem neuen unreifen Objekt".
Auch aufgeklärte, vor dem "bösen Onkel" gewarnte Kinder sind den Verführungskünsten der Erwachsenen, vor allem aus dem sozialen Nahraum, oft nicht gewachsen. Viele Täter schaffen Sympathie durch ein bewußt rangordnungsgleich gehaltenes Gespräch wie unter Erwachsenen. Andere gewähren materielle Vergünstigungen - oft reichen schon ein paar (verbotene) Süßigkeiten. Eine erfolgreiche Strategie ist auch die Rolle des Überläufers in das Lager kindlicher Opposition. Wie auch immer, der Lohn ist mindestens ein "Doktorspiel".
Daß Kinder ein aktives Interesse an der Anatomie erwachsener Männer hätten, ist ein Gerücht. Selbst "Pädo"-Fürsprecher Lautmann muß zugeben, daß "einiges Zureden" nötig ist, wenn der Kinderfreund "berührt werden möchte". Lautmann milde: "Sanfte Überredung ist sicher harmlos und mit dem hohen Maß an Verbalisierung notwendig verbunden."
Die Liebe bleibt meist einseitig. Die Erwachsenen geheimnissen ihre Wunschträume in das schöne, begehrenswerte Sexualobjekt - und manchmal endet, wie in Thomas Manns Novelle vom "Tod in Venedig", die verbotene Liaison mit dem endgültigen Verlöschen von Trieb und Trott.
Die todernste Gefahr der Pädophilie liegt in dem Risiko eines Mordes am Kind. Das ist, verglichen mit der Häufigkeit des Delikts, ein seltenes Ereignis. 1995 kam in Deutschland ein Kind als Opfer eines Sexualverbrechens zu Tode, 1994 waren es sechs.
Manchmal gerät, wie jetzt in Belgien, dem Täter das eigene Tun völlig außer Kontrolle. Als größter Serienmörder der Geschichte gilt der französische Ritter Gilles de Rais, der zwischen 1426 und 1440 mindestens 140 Kinder auf seine Schlösser verschleppt und dort getötet und zerstückelt haben soll. Ob der Adelsmann die unschuldigen Kinder wirklich "erwürgt und massakriert" hat, ist immer noch strittig: Der Haudegen war ein Kampfgefährte der fabelhaften Jeanne d''Arc, und vor Gericht stellten ihn deren Feinde, die Engländer. 1992, gut fünfeinhalb Jahrhunderte nach seiner Hinrichtung, sprach ein französisches Gericht den Aristokraten postum frei.
Wie die Relation zwischen Anzeigen und Verurteilungen bei sexuellem Mißbrauch beweist - in Deutschland rund 8 : 1 -, sind die Chancen, als Unschuldiger davonzukommen, bei diesem Delikt besonders groß. Urteile, wie sie während der spektakulären Prozesse von Flachslanden gefällt wurden - von 27 Angeschuldigten wurden 13 verurteilt, zu dreieinhalb bis 14 Jahren Gefängnis -, sind in der deutschen Justizgeschichte die Ausnahme.
Gewöhnlich finden die einschlägigen Prozesse weitgehend unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, auch zum Schutz der Opfer. Die Täter verteidigen sich meist mit einem Potpourri immer gleicher Argumente: Es sei Liebe gewesen, Aufklärung und Fürsorge; man habe ein Ventil für den Sexualtrieb gebraucht; schuld sei die Mutter; das Kind habe den Erwachsenen verführt.
Diese "Lolita"-Version des sexuellen Mißbrauchs erfreut sich in Literatur, Kunst und Pornofilm vielfältiger Variationen - die sind alle Phantasie. Ein "präpubertäres Mädchen", erläutert der Kieler Sexualmediziner Hartmut Bosinski, könne manchmal durchaus "kokett" sein - aber niemals sei dies die bewußte oder unbewußte Aufforderung zum Geschlechtsverkehr.
Bosinski stützt dieses Urteil auf seine eigenen Erfahrungen als Sexualtherapeut und Gutachter. Bisher gebe es auf dem weiten Feld der Pädophilie nur Hypothesen, "einige wären sogar testbar". So ist die klare Abgrenzung von Sozialisationsdefekten als Ursache sexuellen Mißbrauchs gegenüber den möglichen biologischen Faktoren bisher nicht vorgenommen worden, obwohl jeder dritte Täter frühkindliche Hirnschäden erlitten hat, die ihn später womöglich in das Desaster treiben. Doch verläßliche Daten fehlen.
In der Fachzeitschrift Psychologie heute werden dem Leser zwar die "Strukturen männlicher Sozialisation und potentieller Täterschaft" bezüglich des "sexuellen Mißbrauchs an Mädchen und Frauen" erläutert, doch obsiegt hierbei Ansicht über Einsicht: Die Aufklärung von Jungen suggeriere - trotz aller Lehrerinnen? - noch immer "die Selbstverständlichkeit aggressiven männlichen Sexualverhaltens", sie vermittle eine "jederzeitige Verfügbarkeit von Frauen als Objekte". In gerichtlichen Verfahren fänden die "Folgen der Tat beim Opfer" - trotz der Gutachterinnen? - kaum Beachtung. Ganz generell habe das "patriarchale Männlichkeitsbild der Gesellschaft" diese "fatalen Auswirkungen" und müsse deshalb weg.
Solche Radikalkur hat wenig Aussicht auf Verwirklichung. Der Kieler Sexualmediziner Reinhard Wille hat schon vor einem Jahrzehnt am Zeithorizont hoffnungsvolle Zeichen erkannt, die sich seither vermehrt haben und von spektakulären Ereignissen wie in Belgien oder in Flachslanden nur vorübergehend verdunkelt werden: Der Professor registriert einen seit Jahrzehnten andauernden Rückgang der deutschen Sexualkriminalität, in 30 Jahren um zwei Drittel.
Dieser Rückgang habe zeitgleich mit der "sexuellen Revolution" Anfang der sechziger Jahre eingesetzt, lange vor allen Strafrechtsreformen. Vom "Tabu-Umsturz" profitierten vor allem die "konkurrenzschwachen Jungtäter mit ihren pädophilen Ersatzhandlungen" und die "Alterstäter mit ihrer spezifischen Libido-Potenz-Diskrepanz", deren einschlägige Delinquenz mittlerweile auf ein Siebentel gesunken ist.
So war die "sexuelle Revolution" auf lange Sicht für alle wohltätig. Initiiert von der Jugend der Welt, half sie sogar ihren Verderbern.
* "Jupiter und Ganymed", Fresko aus dem 18. Jahrhundert.

DER SPIEGEL 35/1996
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