11.11.1996

Sprache„Ohrly“ contra „Händi“

SPIEGEL: 1200 Vorschläge mit Alternativen für das Wort Handy - und keiner war Ihnen gut genug?
Frank-Cyrus: Wir haben leider kein gutes Ersatzwort gefunden. Viele waren einfach nicht nachvollziehbar, wie zum Beispiel Schnumit für schnurloses Miniaturtelefon. Wenn man ein Wort schlecht aussprechen kann, wie Schwätzkischtle, oder es zu lang ist, wie Handkommunikat, kann es nie mit der Bezeichnung Handy konkurrieren. Handy ist nun mal ein griffiges Wort.
SPIEGEL: Wie erklären Sie sich die vielen verniedlichenden Vorschläge, à la Handfunkerle, Griffi oder Ohrly? Sind die Deutschen kindisch geworden?
Frank-Cyrus: Och, das ist eine Sprachspielerei, die offenbar Spaß macht - und zu dem kleinen Gerät paßt.
SPIEGEL: Gleichzeitig wurden viele Haß-Ausdrücke eingesandt, wie Yuppielutscher, Egoverstärker oder Protzophon. Woher die Mißgunst?
Frank-Cyrus: Das Handy an sich ist ein Ärgernis. Viele Leute sind offenbar empfindlich gegen die Störungen, die das Gerät verursacht.
SPIEGEL: Wenn es also beim Handy bleibt, müssen wir es denn nach der Rechtschreibreform "Händi" schreiben?
Frank-Cyrus: Sicher nicht. Englische Wörter sind meines Wissens nicht von der Rechtschreibreform betroffen.

DER SPIEGEL 46/1996
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